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Bedeutende Tage von der Kaiserzeit bis zum Ende der Weimarer Republik

Die Zeit vom Kaiser bis zur Weimarer Republik war geprägt von der Industrialisierung. Sie führte zu bahnbrechenden Erfindungen. Viele brachten eine Verbesserung der Lebensumstände mit sich - andere führten zu Krieg und Zerstörung.

Europa um das 19. Jahrhundert - Zeit der Veränderung

Europa von der Kaiserzeit bis zur Weimarer Republik: Wir befinden uns mitten in der Industrialisierung. Bahnbrechende Erfindungen und neue Produktionsweisen veränderten das Wesen ganzer Gesellschaften! Hier findest du den Beginn unserer modernen Zivilisation. Doch förderte die Industrialisierung auch dunkle Seiten des Menschen zu Tage, denn die Kriegsindustrie profitierte ebenfalls von den neuen technischen Möglichkeiten.

Hinzu kommt die Gesinnung der Menschen dieser Zeit: Sie war geprägt von einem streng autoritären, militaristischen und nationalen Geist. Imperiale Bestrebungen der großen Industrienationen ließen diese nicht nur neue Kolonien erobern, auch auf dem europäischen Kontinent wurde gestritten. Diese unheilvolle Kombination - ein kriegslustiger Zeitgeist und eine moderne, hochtechnisierte Kriegsproduktion - mündete im 1. Weltkrieg.

Sinnbild des Fortschritts - Der Zeppelin

Um zu verdeutlichen, was Industrialisierung dieser Tage bedeutete, betrachten wir doch einfach die Luftfahrt. Du musst wissen, so etwas wie Luftfahrt existierte noch nicht zur damaligen Zeit. Es war absolutes Neuland und anfangs mehr Spielwiese ambitionierter Tüftler und Draufgänger. Doch das war eben der Erfindergeist dieser Tage und der erste Zeppelin ein gutes Beispiel dafür. Urplötzlich eroberten luxuriöse Riesenschiffe die Lüfte. Graf von Zeppelin war der Erfinder dieser Luftschiffe, die erst nur zur Personenbeförderung, später aber auch militärisch eingesetzt wurden.

Der Bau des ersten Zeppelins begann 1899 in einer schwimmenden Montagehalle auf dem Bodensee. Der Prototyp LZ1 war 128m lang, maß 11,65m im Durchmesser und wog stolze 3 Tonnen! Angetrieben wurde er von zwei Daimlermotoren mit je 10,4 kW, was in etwa 14,1 PS betrug. Nahezu alles, was die technische Revolution damals an Möglichkeiten mit sich brachte, wurde hier auch verbaut.

Am 2. Juli 1900 war es dann soweit und in der Manzeller Bucht konnten 12000 Zuschauer vom Ufer aus den ersten Aufstieg eines Luftschiffes bewundern. Die Fahrt dauerte zwar nur 18 Minuten, da der Zeppelin aufgrund technischer Schwierigkeiten notlanden musste, doch tat das der Faszination keinen Abbruch. Die gesamte Luftfahrt profitierte von diesem Unternehmen. Auch, wenn der Zeppelin selbst sich nie wirklich durchsetzen konnte, standen die nächsten Jahre ganz im Sinne der Flugzeuge.

2. Juli 1900 – Der Start des ersten Zeppelins

Sinnbild der Zerstörung - Die Schlacht von Verdun

Doch zeichnen die neuen Möglichkeiten der industriellen Revolution auch andere Bilder. Denn die Technik konnte sich der zunehmenden Militarisierung der Staaten nicht entziehen. Neue Waffen mit nie da gewesener Zerstörungskraft wurden entwickelt und letztlich im 1. Weltkrieg auch eingesetzt.

Auf einmal gab es Erfindungen wie Automobile, Panzer, Flugzeuge, verbesserte Maschinengewehre, U-Boote, Kriegsschiffe, Granaten, moderne Munition und Ausrüstung. Das Flugzeug beispielsweise, das erst 10 Jahre zuvor seine ersten Flüge absolvierte, wurde im 1. Weltkrieg bereits als Waffe genutzt. Auch Giftgas wurde erstmals in größerem Umfang eingesetzt.

Panzer

Doch vor allem der massenhafte Einsatz von Maschinengewehren hievte das Töten auf ein neues Level. Das Maschinengewehr war zwar nicht neu, doch mittlerweile deutlich besser! Zusammen mit Stacheldraht verschaffte es vor allem den Verteidigern einen extremen Vorteil gegenüber den Angreifern. Zusätzlich besaß man nun ein ungeheures Arsenal an Geschossen für die Artillerie sowie Waffenmunition für die Frontsoldaten. Die Folge waren erbitterte Materialschlachten und Stellungskriege. Eines der schrecklichsten Sinnbilder des neuen, maschinellen Krieges war die Schlacht von Verdun. Nirgends wurde die Industrialisierung des Krieges so deutlich wie hier.

Die Schlacht von Verdun begann am 21. Februar 1916 und endete am 19. Dezember 1916, und zwar ohne dass eine nennenswerte Verschiebung der Frontlinie beobachtet werden konnte oder irgendwelche anderen Erfolge aufzuweisen wären. Die Verluste jedoch waren umso auffälliger. Am Ende der 300 Tage und Nächte währenden Kämpfe sprachen grobe Schätzungen von etwa 300.000 toten deutschen sowie französischen Soldaten. Nie wieder sollten mehr Soldaten auf so engem Raum sterben wie vor Verdun.

Das Schlachtfeld muss dabei den Vorstellungen einer Apokalypse recht nah gekommen sein. Zeitweilig wurden über 4000 Geschütze in vergleichsweise kleinen Kampfgebieten eingesetzt und dabei durchschnittlich 10000 Granaten und Minen stündlich verschossen. Fragte man Soldaten, die die Front mit eigenen Augen gesehen haben, sprachen Deutsche wie Franzosen meist schlichtweg von der Hölle. Heute steht die Schlacht von Verdun als deutsch-französisches Symbol für die tragische Ergebnislosigkeit des Stellungskriegs.

21. Februar 1916 – Beginn der Schlacht von Verdun

Leider sollte vor allem das Deutsche Reich nur wenig aus diesen Geschehnissen lernen. 21 Jahre nach dem 1. Weltkrieg folgte der Zweite, in dem ähnliche Materialschlachten und Stellungskriege geführt wurden und insgesamt sogar noch mehr Menschen fielen, als im Großen Krieg davor.

Du siehst, von der Kaiserzeit bis zur Weimarer Republik konnten die Menschen zwar einen extremen technischen Fortschritt verzeichnen, der auch zu neuem Wohlstand führte. Doch schien es fast, als wäre der Mensch noch nicht bereit gewesen, um mit derartigen Möglichkeiten auch verantwortungsbewusst umzugehen. Statt einer Ära des Wohlstands und Friedens stießen Gier und Kriegslust die Menschen gleich zwei Mal in verhängnisvolle Kriege.

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