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Der Warschauer Pakt

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Team Zeitreise
Der Warschauer Pakt
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Beschreibung Der Warschauer Pakt

Inhalt

Warschauer Pakt – Definition und Mitgliedsstaaten

Was war der Warschauer Pakt? Der Warschauer Pakt war ein Militärbündnis aus acht Ländern Osteuropas und wurde am 14. Mai 1955 in Warschau geschlossen. Im Zusammenhang mit der Gründung des Warschauer Paktes verpflichtete sich jedes Mitgliedsland mit seinen Truppen zur gemeinsamen Verteidigung des Bündnisses beizutragen. Als Initiator des Paktes hatte die Sowjetunion dabei die eindeutige Führungsrolle inne. Laut damaligen Schätzungen der NATO haben die Sowjets Truppen mit einer Stärke von etwa sechs Millionen Mann an den Grenzen ihrer Bündnispartner stationiert.

Warschauer Pakt: Mitglieder

Neben der UdSSR traten auch die folgenden sozialistischen Staaten dem Warschauer Pakt bei: Albanien, Bulgarien, Polen, Rumänien, Ungarn, die Tschechoslowakei und die DDR. Er wurde auch als Vertrag über Freundschaft, Zusammenarbeit und gegenseitigen Beistand bezeichnet.
Von den Ländern des Warschauer Paktes war es allein Albanien möglich, im Jahr 1968 wieder auszutreten, aber nur, da sie über nahezu keinerlei militärische Mittel verfügten. Alle weiteren Versuche, den Vertrag zu verlassen oder die inhaltliche Ausrichtung der Ostblockstaaten zu verändern (wie beispielsweise durch Ungarn oder die Tschechoslowakei versucht), wurden durch militärische Interventionen der Sowjetunion unterbunden.

Warschauer Pakt

Auslöser und Ziele des Warschauer Paktes

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges gab es bereits immer wieder Konflikte zwischen den beiden Supermächten USA und Sowjetunion. Beide versuchten, ihre Interessensphären zu erweitern und andere Länder ideologisch wie auch militärisch an sich zu binden. Der unmittelbare Auslöser für die Schaffung des Warschauer Paktes war dann jedoch die Aufnahme der BRD in das westlich ausgerichtete Militärbündnis der NATO. Durch diese starke militärische Präsenz direkt an der Grenze zur DDR fürchtete die Sowjetunion ein aufkommendes Machtungleichgewicht und demzufolge eine starke Bedrohung der Länder Osteuropas. Daher reagierte sie mit einem Gegenentwurf zur NATO – dem Warschauer Pakt. So kam es, dass das geteilte Deutschland verschiedenen Bündnissen angehörte – die BRD war Mitglied der NATO, während die DDR dem Warschauer Pakt beigetreten war.
Die NATO-Staaten wiederum beschuldigten die Sowjetunion selbst eine Gefährdung für den Frieden Europas darzustellen, da sie aus ihren osteuropäischen Partnern mehr und mehr Satelliten- und Vasallenstaaten machte, in denen nicht die einzelnen Regierungen selbst, sondern die Sowjetunion das Sagen hatte. Außerdem weigerte sich die Sowjetunion einer Wiedervereinigung Deutschlands zuzustimmen und war maßgeblich für die spätere Isolierung Berlins verantwortlich.

Ideologie und Kalter Krieg

Die Militärbündnisse des Warschauer Paktes und der NATO stehen beide im Zeichen des Kalten Krieges. Dieser bezeichnet den Konflikt von 1947 bis 1989 zwischen den Westmächten unter der Führung der USA und den Ostblockstaaten unter der Führung der Sowjetunion. Im Kern ging es um den ideologischen Kampf zweier Systeme: dem liberalen Kapitalismus des Westens und dem Sozialismus/Kommunismus des Ostens. Zwar kam es nie zu einer direkten Auseinandersetzung der Protagonisten, jedoch wurden die Konflikte in unzähligen Stellvertreterkriegen und durch eine immense militärische Aufrüstung ausgetragen, wodurch die gesamte Außen- und Sicherheitspolitik der Welt bestimmt wurde. Die USA wie auch die Sowjetunion versuchten dabei stets ihren Einfluss zu erweitern und ihren Machtanspruch als universell gültig durchzusetzen. Dieser Ost-West-Konflikt endete Anfang der 90iger Jahre mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion, dem sogenannten Fall des „Eisernen Vorhangs“.

Die Sowjetunion als Hegemon

Im Gegensatz zur NATO, in dem jedes Land die Möglichkeit hat ein Veto einzulegen und über bestimmte Sachverhalte zu diskutieren, ließ die Sowjetunion Diskussionen über die inhaltliche Ausrichtung des Paktes nur selten zu. Auch stand das Vereinte Oberkommando stets unter Befehl eines sowjetischen Marschalls, genau wie das gesamte Flottenkommando der Ostsee sowie die Luftverteidigung. Als Ungarn beispielsweise im Zuge des Volksaufstandes im Jahre 1956 das Bündnis verlassen wollte, reagierten die Sowjets mit einer militärischen Intervention und machten diesen Wunsch mittels ihrer Panzer unwirksam.
Um weiteren Aufständen vorzubeugen, wurde 1957 durch Nikita Chruschtschow dem Pakt ein weiterer Artikel hinzugefügt, der das militärische Eingreifen aller anderen Staaten vorsieht, falls in einem Land Konflikte auftreten sollten, die das kommunistische Regime bedrohen. Die Breschnew-Doktrin 1968 zementierte dann diese Führungsrolle, indem sie nochmals betonte, dass die Sowjetunion im Falle einer „Gefährdung des Sozialismus“ in einem der Mitgliedstaaten intervenieren dürfen. Im selben Jahr wurde so auch der Reformbewegung in der Tschechoslowakei ein jähes Ende gesetzt. Verbände der UdSSR, Polens, Ungarns und Bulgariens beendeten gewaltsam den sogenannten „Prager Frühling“.

Ende des Warschauer Paktes

1989 setzten politische Umwälzungen und Freiheitsbestrebungen in vielen Ländern Osteuropas ein. Auch die späten Reformen Michail Gorbatschows konnten die maroden sozialistischen Systeme nicht mehr stabilisieren. Durch die Wiedervereinigung Deutschlands und dem Zusammenbruch des kommunistischen Ostblocks im Jahre 1990/91 verlor das Militärbündnis seine politische Grundlage und so kam es am 31. März 1991 zur Auflösung des Warschauer Paktes. Dies wird formal auch als das Ende des Kalten Krieges gesehen. Im Gegensatz zum Warschauer Pakt wurde das Militärbündnis der NATO jedoch nicht aufgelöst. Im Gegenteil: Außer Russland sind heute alle Gründungsstaaten des Warschauer Paktes dem einst gegnerischen NATO-Bündnis beigetreten.

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