30 Tage risikofrei testen

Überzeugen Sie sich von der Qualität unserer Inhalte im Basis- oder Premium-Paket.

Überzeugen Sie sich von der Qualität unserer Inhalte.

30 Tage risikofrei testen

Das Krisenjahr 1923 08:03 min

Textversion des Videos

Transkript Das Krisenjahr 1923

Hallo, ich bin Numcy, und ich erzähle dir heute etwas aus der Weltgeschichte. Das Krisenjahr 1923. Über ein paar Dinge solltest du schon vorher Bescheid wissen. Nämlich über die Entstehungsbedingungen der Weimarer Republik, und den Versailler Vertrag, besonders dessen Reparationsbestimmungen.

Am letzten Tag des Jahres 1923 charakterisierte der britische Botschafter in Berlin, Viscount D'Abernon, das vergangene Jahr durch folgenden Tagebucheintrag: "Nun geht das Krisenjahr zu Ende. Die inneren und äußeren Gefahren waren so groß, dass sie Deutschlands ganze Zukunft bedrohten." Dabei bezog er sich auf 4 Ereignisse, die das Jahr 1923 zum Krisenjahr machten. Der Ruhrkampf, die Inflation, Separatismus und der Hitlerputsch.

Der Ruhrkampf

Der Ruhrkampf. Die hohen, völlig überzogenen Forderungen des Versailler Vertrages lehnte Reichskanzler Cuno Ende 1922 ab. Der französische Ministerpräsident Poincare drohte daraufhin, "produktive Pfänder", also Bergwerke, Industrieanlagen, und so weiter, zu nehmen. Im Januar 1923 besetzten schließlich französische und belgische Truppen das Ruhrgebiet. Cuno stellte die Reparationszahlungen ein und rief zum passiven Widerstand auf. Die Auseinandersetzung im Ruhrgebiet eskalierte. National gesinnte Personen und Organisationen verübten Sabotageakte, auf die Frankreich mit harten Vergeltungsmaßnahmen reagierte. Im Sommer 1923 wurde die Aussichtslosigkeit des Ruhrkampfes deutlich, und Cunos Nachfolger, Stresemann, beendete den wirtschaftlich ruinösen Ruhrkampf.

Die Infaltion

Die Inflation. Zahlreiche Ursachen bewirkten die Inflation, also den raschen Verfall der Währung. Dazu gehörten die immensen Kosten des Ersten Weltkriegs, die territorialen Verluste, die Umstellung der Kriegs- auf Friedenswirtschaft, und, vor allem, der Ruhrkampf. Er brachte im Sommer 1923 die Inflation zum galoppieren. Sie erreichte im Herbst ihren Höhepunkt. Das Geld war praktisch wertlos, und die Versorgung der Bevölkerung wurde problematisch. Gegen Ende des Jahres gelang es der Regierung Stresemann, die Inflation mit einem zielgerichteten Antiinflationsprogramm zu stoppen.

Dennoch hatte die Inflation große soziale und politische Auswirkungen. Die Arbeitslosigkeit stieg sprunghaft an, viele Menschen verloren ihr Erspartes, verarmten, und litten Not. Dies bewirkte eine Radikalisierung des öffentlichen und politischen Lebens. Die radikalen Parteien erhielten starken Zulauf, die demokratischen Parteien verloren Wähler, der Ruf nach dem "starken Mann" wurde laut, und die Instabilität und die Anfälligkeit der jungen Republik wurden deutlich.  

Der Seperatismus

Ruhrkampf und Inflation verstärkten separatistische Bestrebungen im Westen und Südwesten des Reichs. Sie wurden von Frankreich gefördert, da es sich davon eine Schwächung Deutschlands versprach. Auf dem Höhepunkt der Inflation entstanden im Herbst die Rheinische Republik und die Autonome Pfalz. Beide existierten jedoch nicht lange, da die Überwindung der Inflation ihnen ihre Grundlage entzog. Die Rheinische Republik endete im November 1923, die Autonome Pfalz im Februar 1924.

Der Hitler-Putsch

Der Hitler-Putsch. Das konservative, antipreußische und sehr nationale Bayern war das Zentrum der antidemokratischen und rechtsradikalen Gruppierungen. Diese sahen Bayern als "Ordnungszelle des Reichs" und riefen zum Sturm auf die Republik auf. Ihre Parole lautete: "Das christliche, nationale Bayern gegen das verjudete, marxistische Berlin!"

Da die Reichswehr in Bayern gegen diese Gruppierungen nicht vorging, wuchsen die Spannungen zwischen der Reichsregierung und der bayrischen Regierung. Diese Situation wollte der Führer der rechtsradikalen Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei, Adolf Hitler, ausnutzen. In der Nacht zum 9. November unternahm er in München einen Putsch, erklärte die Reichsregierung für abgesetzt, und rief eine neue provisorische deutsche Nationalregierung mit ihm an der Spitze aus. Das Scheitern des Putsches versuchte er durch einen Marsch zur Feldherrenhalle zu verhindern, mit dem er die Unterstützung der münchener Bevölkerung gewinnen wollte. Die Polizei stoppte den Marsch jedoch am Morgen des 9. Novembers gewaltsam. Hitler wurde von wohlwollenden Richtern zur Mindeststrafe von 5 Jahren verurteilt, von denen er nur 9 Monate in offener Haft absitzen musste.

Zusammenfassung

Also - 4 Ereignisse machten das Jahr 1923 zum Krisenjahr, nämlich der Ruhrkampf, die Inflation, der Separatismus und der Hitler-Putsch. Diese Ereignisse hatten gravierende gesellschaftliche und politische Auswirkungen. Zum Einen die Destabilisierung der inneren Situation Weimars. Zum Zweiten einen starken Zulauf für die radikalen Parteien. Des Weiteren die Schwächung der demokratischen Basis. Den Ruf nach dem "starken Mann". Und die Instabilität und die Anfälligkeit der jungen Republik wurden deutlich.   So. Das war's erst mal. Ich danke für die Aufmerksamkeit und wünsche dir viel Erfolg mit dem gerade Gelernten. Bis dann, dein Numcy. Tschüss!