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Erster Weltkrieg – Ursachen 02:17 min

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Erster Weltkrieg – Ursachen Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Erster Weltkrieg – Ursachen kannst du es wiederholen und üben.

  • Analysiere die Rede des Staatssekretärs des Auswärtigen Amtes, Bernhard von Bülow, zur Vergrößerung der deutschen Flotte.

    Tipps

    Drei Aussagen sind korrekt.

    Der Sozialdarwinismus geht auf die Theorien des britischen Naturforschers Charles Darwin um die natürliche Auslese zurück. Übertragen auf die menschliche Gesellschaft wurde durch sie soziale Ungleichheit und Rassismus gerechtfertigt. Ein Volk, das sich nicht gegen andere behaupten könne, müsse nämlich nach der damaligen Vorstellung untergehen.

    Lösung

    Die vorliegende Rede des Staatssekretärs Bernhard von Bülow vom 11.Dezember 1899 hielt er vor den Abgeordneten des Deutschen Reichstages. Er begründet darin den Kurswechsel der Außenpolitik der Bismarckära hin zu einer Weltpolitik und behauptet, dass eine Vergrößerung der Flotte über die Zukunft Deutschlands entscheide. Dazu bedient er sich sozialdarwinistischer Annahmen, die in Sätzen wie: „die Starken immer stärker und die Schwachen immer schwächer würden“ zum Ausdruck kommen. Lediglich Abgeordnete der Linken (SPD) lehnten Bülows Forderungen ab.

    Quelle: Michael Sauer (Hrsg.): Geschichte und Geschehen 2. Ernst Klett Verlag, Stuttgart 2009, S. 310.

  • Beschreibe, warum der deutsche Reichskanzler Bismarck im Imperialismus und in der Weltpolitik des Deutschen Reiches eine Kriegsgefahr sah.

    Tipps

    Saturiert bedeutet gesättigt und bedeutet hier so viel wie den Status quo erhalten.

    Durch die Gründung des Deutschen Reichs 1871 war Deutschland zum Konkurrenten der europäischen Mächte geworden. Durch den ausgeprägten Militarismus im Deutschen Reich fürchteten sich viele Länder, vor allem Frankreich, vor Deutschland. Um diese Furcht nicht unnötig zu schüren, wollte Bismarck den Status quo, d. h. den aktuellen Zustand des Deutschen Reiches beibehalten und zum Beispiel durch den Erwerb von Kolonien nicht noch mehr Macht erlangen.

    Lösung

    Während Bismarck darum bemüht war, die erreichte Machtstellung des Deutschen Kaiserreiches seit seiner Gründung im Jahre 1871 zu erhalten, nahm Wilhelm II. in Kauf, dass durch seine Weltmachtpolitik Konflikte mit anderen Großmächten aufkamen. Während sich so die Beziehungen des Deutschen Reiches zu seinen Nachbarn verschlechterte, rückten die anderen europäischen Mächte näher zusammen und schlossen Militärbündnisse.

  • Beschreibe die Bündnispolitik der Großmächte vor und nach dem Rücktritt von Otto von Bismarck.

    Tipps

    Bismarcks Bündnispolitik war darauf ausgelegt, einen Zweifrontenkrieg zu verhindern. Dazu versuchte er, Frankreich zu isolieren.

    Unter der Entente cordiale fasst man die zwischen Großbritannien, Frankreich und Russland geschlossenen Bündnisse.

    Lösung

    Bismarck wollte das Deutsche Reich vor einem Zweifrontenkrieg schützen und schloss dafür ein Bündnis mit Österreich-Ungarn, Italien und Russland. Gleichzeitig versuchte er, eine Annäherung zwischen Frankreich und Großbritannien zu verhindern, um so den Erzfeind Frankreich in Europa zu isolieren.
    Nach dem Rücktritt Bismarcks und der Übernahme der Weltmachtpolitik durch Wilhelm II. wurden die geschlossenen Bündnisse hinfällig und Deutschland befand sich nun in einer militärisch ungünstigen Position.

  • Arbeite heraus, wie die Ereignisse im Sommer 1914 zum Kriegsausbruch führen konnten.

    Tipps

    Beginne mit dem Attentat in Sarajevo.

    Achte auf möglich grammatikalische, aber auch semantische Konnektoren. Wer reagierte zum Beispiel wie auf das Attentat von Sarajewo?

    Lösung

    Das Attentat von Sarajevo vom 28. Juni 1914 führte letztendlich zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Dabei spielten die Reaktionen der einzelnen Länder auf das Attentat eine entscheidende Rolle:

    • Österreich sah in dem Streben der Serben nach einem eigenen Staat schon lange eine Gefahr und wollte das Attentat dazu nutzen, um mit Serbien „abzurechnen“.
    • Deutschland unterstütze in der Annahme, dass Russland einem Krieg Österreichs gegen Serbien tatenlos zusehen würde, den österreichischen Bündnispartner durch eine Art „Blankovollmacht“. Dabei wusste die deutsche Regierung jedoch, dass im Falle einer militärischen Unterstützung der Serben durch Russland ein Krieg kaum noch zu vermeiden war. Denn alle europäischen Großmächte waren durch ihre Bündnisse feste militärische Verpflichtungen eingegangen.

  • Definiere die jeweiligen geschichtlichen Fachbegriffe, die auch als Ursachen des Ersten Weltkriegs gelten.

    Tipps

    Entsprechend der Evolutionstheorie von Charles Darwin wurde die Theorie aufgestellt, dass nur die am besten angepassten Individuen in der Natur überleben („survival of the fittest“). Welcher Theorie kannst du das wohl zuordnen?

    Der Dichter Emanuel Geibel prägte den Satz „Am deutschen Wesen soll die Welt genesen“ und beschrieb damit zugleich einen übersteigerten Nationalismus. Inwiefern?

    Lösung

    Die Ursachen des Ersten Weltkrieges hängen eng miteinander zusammen. So führte ein übersteigertes Nationalgefühl (Nationalismus) dazu, dass man sich auch anderen Völkern gegenüber überlegen fühlte (Sozialdarwinismus) und so auch die imperialistische Weltpolitik begründete. Schließlich war es anscheinend „the white man’s burden“ (die Last des weißen Mannes) die scheinbar unterlegenen Völker zu zivilisieren.

  • Arbeite heraus, welche Kriegsgründe die beiden Historiker jeweils anführen.

    Tipps

    Fritz Fischer spricht Deutschland die alleinige Kriegsschuld zu, da Deutschland Österreich/Ungarn nach dem Attentat von Sarajewo eine Art Blankovollmacht ausgestellt hatte.

    Eine Auseinandersetzung zwischen Österreich/Ungarn und Serbien hätte nach Erdmann lokal begrenzt bleiben können. Was hätten dafür die einzelnen Staaten jedoch tun müssen?

    Lösung

    Die Frage: Wer war schuld am Ausbruch des Ersten Weltkriegs? rückte durch die Fischer-Kontroverse in den 1960er Jahren wieder erneut in den Blickpunkt. Fritz Fischer behauptete in seinem Buch: „Griff nach der Weltmacht“, dass Deutschland die alleinige Kriegsschuld trage. Viele Historiker, wie Erdmann, widersprachen ihm allerdings. Für die unmittelbare Nachkriegszeit war die Kriegsschuldfrage jedoch auch durch den Versailler Friedensvertrag von 1919 von entscheidender Bedeutung. Hierin musste Deutschland nicht nur die alleinige Kriegsschuld eingestehen, sondern auch für die Verluste und Kriegsschäden hohe Reparationszahlungen zahlen. Viele Deutsche empfanden das als ungerecht und kritisierten die Regierung dafür, den Friedensvertrag angenommen zu haben.

    Quellenangabe aus dem Kopfbereich: Christoffer, Sven (u.a.): Zeitreise 2. Ernst Klett Schulbuchverlag. Leipzig 2006, S. 187.