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Das Sarajevo-Attentat

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Team Wissenswelt
Das Sarajevo-Attentat
lernst du in der 9. Klasse - 10. Klasse - 11. Klasse

Grundlagen zum Thema Das Sarajevo-Attentat

Inhalt

Das Attentat von Sarajevo – Zusammenfassung

Wer wurde 1914 in Sarajevo ermordet?

Am 28. Juni 1914 wurden der habsburgische Thronfolger Franz Ferdinand und seine Frau Sophie während eines Besuchs in Sarajevo von einem Mann namens Gavrilo Princip ermordet. Dieses Ereignis mündete vier Wochen später im Beginn des Ersten Weltkriegs, der vier Jahre dauerte und etwa 17 Millionen Menschen das Leben kostete. Der folgende Text gibt dir Informationen über die Hintergründe für das Attentat von Sarajevo und beantwortet die Frage, warum man Franz Ferdinand erschossen hat.

Das Attentat von Sarajevo – warum und wie kam es zum Attentat von Sarajevo?

Das Königreich Serbien hatte zu Beginn des 20. Jahrhunderts Pläne, ein großserbisches Reich zu errichten. Dieses Reich sollte auch die in Bosnien und Herzegowina lebenden Serben einschließen. Als Österreich-Ungarn 1908 Bosnien und Herzegowina annektierte (in das Staatsgebiet eingliedern, meistens gewaltsam), sah Serbien seine Pläne gefährdet. Dieses Ereignis war der entscheidende Grund für das Attentat von Sarajevo. Es kam zu zahlreichen Spannungen zwischen den beiden Ländern. Die Balkankriege von 1912 und 1913 stärkten die Serben noch mehr. Die Spannungen erreichten schließlich ihren Höhepunkt im Attentat von Sarajevo 1914.

Das Attentat von Sarajevo – was waren die Folgen des Attentats von Sarajevo?

Das Attentat von Sarajevo hatte beträchtliche Folgen: Nach der Ermordung seines Thronfolgers erklärte Österreich-Ungarn Serbien den Krieg. Russland, einer der Verbündeten Serbiens, erklärte wiederum Österreich-Ungarn den Krieg. Daraufhin erklärte das Deutsche Reich, ein Bündnispartner von Österreich-Ungarn, Russland den Krieg. Kurz darauf traten auch Großbritannien und Frankreich dem Krieg bei.

War das Attentat von Sarajevo der Auslöser für den Ersten Weltkrieg?

Auch wenn es schon einige Jahre vorher Spannungen zwischen Österreich-Ungarn und Serbien gegeben hatte, war das Attentat von Sarajevo schließlich der entscheidende Auslöser für den Ersten Weltkrieg. Dennoch hatten verschiedene Ereignisse in Europa zwischen 1887 und 1914 dazu geführt, dass sich in dieser Zeit zwei Fronten zwischen den europäischen Ländern gebildet haben. Während des Ersten Weltkriegs ging es nicht nur um die Konflikte zwischen Österreich-Ungarn und Serbien, sondern vielmehr um zahllose politische Konflikte, die Europa seit 1887 spalteten.

Attentat von Sarajevo – Karte

Die Karte verdeutlicht dir noch einmal die Bündnismächte in Europa im Jahr 1914 und hilft dir, wenn du ein Referat im Unterricht zum Attentat in Sarajevo vorbereiten möchtest.

Bündnispartner-europa-1914

Transkript Das Sarajevo-Attentat

Der 28. Juni 1914 war ein strahlend schöner und heißer Sommertag in Sarajevo. Der Hauptstadt der österreichisch-ungarischen Provinz Bosnien. Festlich geschmückt zeigte sich die Stadt an diesem Sonntag. Die Bürger waren auf den Straßen und erwarteten hohen Besuch aus dem fernen Wien. Der kaiserliche Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand und seine Frau Sophie, ihres Zeichens Habsburger, hatten ihr Kommen angekündigt. Unter den Zuschauern stand auch der 18-Jährige Gavrilo Princip, der vor zwei Jahren hatte Sarajevo verlassen müssen, weil er an seiner Schule gegen den Staat der Habsburger aufgetreten war. Zu Fuß begab er sich in das serbische Belgrad und schloss sich dort einer Geheimorganisation an, die mit Terroranschlägen für den Zusammenschluss aller Südslawen mit dem Königreich Serbien unabhängig von Österreich-Ungarn kämpfte. Als das Thronfolger-Auto in die Franz-Josef-Gasse einbog, zögerte Princip nicht lange. Entsicherte seinen Revolver, zielte und schoss zweimal. Wenige Minuten später waren Franz Ferdinand und seine Frau tot. Das Attentat spitzte die ohnehin angespannten Beziehungen zwischen Wien und Belgrad weiter zu. Der Konflikt bekam zusätzlichen Zündstoff dadurch, dass beiden Länder starke Bündnisse an ihrer Seite wussten. Während Serbien mit der vollen Unterstützung Russlands und damit auch der Entente rechnen konnte. Stand hinter Österreich-Ungarn das Bündnis der Mittelmächte. Damit bekamen die Ereignisse in Sarajevo eine europäische Dimension. Wie reagierten die Menschen und die europäischen Herrscher damals auf das Attentat? War der Ausbruch des Weltkrieges nun unausweichlich? Zwar genoss Österreich zunächst in Europa viel Mitgefühl. Aber sonderlich erschüttert waren die Menschen selbst in der Heimat des ermordeten Thronfolgers nicht. Dort galt er nämlich keinesfalls als beliebt. Und so schien sich die Lage bald wieder zu beruhigen.

Das Sarajevo-Attentat Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Das Sarajevo-Attentat kannst du es wiederholen und üben.
  • Erstelle ein Kurzportrait von Gavrilo Princip.

    Tipps

    Sarajevo ist die heutige Hauptstadt von Bosnien-Herzigowina.

    Die Österreichisch-Ungarische Monarchie existierte von 1867 bis 1918 und wurde von dem Geschlecht der Habsburger regiert.

    Lösung

    Gavrilo Princip war bosnischer Serbe, das heißt, er lebte in der österreich-ungarischen Provinz Bosnien, zählte sich aber zur Gruppe der Serben.

    Schon jung radikalisierte er sich und trat für ein großserbisches Reich ein. Die Habsburger und Österreich-Ungarn waren ihm und der serbisch-nationalistischen Geheimorganisation in Belgrad, der er sich angeschlossen hatte, nachdem er die Schule in Sarajevo wegen aufrührerischem Verhalten verlassen musste, ein Dorn im Auge.

    Gavrilo Princip wurde weltweit bekannt, weil er die tödlichen Schüsse auf den Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand und seine Frau Sophie abfeuerte und in der Folge die Welt in eine tiefe Krise stürzte. Er wurde gefasst und starb im Gefängnis.

  • Nenne Princips Gründe für das Attentat von Sarajevo.

    Tipps

    Zwei der Antwortmöglichkeiten sind richtig.

    Lösung

    Als Gavrilo Princip gefasst wurde, gab er als Grund für das Attentat an, dass er sich für einen Zusammenschluss der südslawischen Provinzen mit Serben einsetzen wollte. Durch die Schwächung von Österreich-Ungarn sollte die Loslösung der Provinz Bosnien aus dem Reich erleichtert werden.

    Warum diese Antworten nicht richtig sind:

    • ... er einen Serben statt einen Habsburger als Kaiser von Österreich-Ungarn sehen wollte.
    → Princip ging es gerade nicht um die Habsburgermonarchie Österreich-Ungarn. Er war serbischer Nationalist und hatte die Vision von einem großserbischen Reich.
    • ... er den Ersten Weltkrieg auslösen wollte, um Österreich-Ungarn zu schwächen.
    → Auch wenn die weltweite politische Lage sehr angespannt war, kann nicht davon ausgegangen werden, dass Princip solch weitreichende Folgen voraussehen konnte.
  • Ordne die Staaten dem jeweiligen Bündnis von 1914 zu.

    Tipps

    Einer der genannten Staaten ist neutral.

    Lösung

    Im Jahr 1914 waren viele Staaten in militärischen Bündnissen organisiert. Sie verpflichteten sich also dazu, im Kriegsfall ihren Bündnispartnern beizustehen.

    Zwei Hauptbündnisse dominierten das Geschehen. Auf der einen Seite standen die Mittelmächte, zu denen unter anderem das Deutsche Reich, Österreich-Ungarn und Italien zählten. Der Namen rührt von der zentraleuropäischen Lage her. Italien wechselte später die Fronten; dafür kamen das Osmanische Reich und Bulgarien als wichtige Parteien hinzu.

    Ihnen feindlich gegenüber stand die Entente, zu der unter anderem Frankreich, Russland und kurz nach Kriegsbeginn auch Großbritannien gehörten. Serbien war Verbündeter Russlands und konnte deshalb mit der Unterstützung des großen Landes rechnen.

    Einige Staaten, wie beispielsweise Belgien, versuchten zunächst neutral zu bleiben und sich keiner Seite anzuschließen.

  • Untersuche, ob der Ausbruch des Ersten Weltkriegs nach dem Attentat von Sarajevo wahrscheinlich war.

    Tipps

    Am 28. Juli 1914, genau einen Monat nach dem Attentat von Sarajevo, erklärte Österreich-Ungarn, ermutigt durch den Bündnispartner Deutschland, Serbien den Krieg und setzte damit eine Bündnismaschinerie in Gang, die immer mehr Staaten in den Krieg verwickelte.

    Lösung

    Auf den ersten Blick scheint es nicht naheliegend, dass ein solches Attentat, wie das von Sarajevo im Jahr 1914, einen Weltkrieg hervorruft.

    Auch kurz nach dem Attentat schienen weitreichende Konsequenzen nicht wahrscheinlich, zudem die Welt nicht sonderlich erschüttert schien und selbst die Menschen in Österreich-Ungarn nicht übermäßig bestürzt waren.

    Doch einige Faktoren trugen dazu bei, dass das Attentat nicht zum Grund, aber zum Auslöser des Ersten Weltkriegs wurde.

    Die Wahrscheinlichkeit eines Krieges wurde durch folgende Gegebenheiten erhöht:

    • Die sowieso schon angespannte politische Lage spitzte sich weiter zu, denn Serbien und Österreich-Ungarn wussten jeweils starke Bündnispartner an ihrer Seite.
    • Das Attentat eines serbischen Nationalisten bot Österreich-Ungarn einen Vorwand dem verfeindeten Serbien den Krieg zu erklären.
    • Viele Staaten Europas hatten in Erwartung an einen Krieg die Jahre zuvor stark aufgerüstet.
  • Skizziere den Ablauf der Ereignisse um das Attentat von Sarajevo.

    Tipps

    Beginne mit „Am 28.06.2014 ...“.

    Lösung

    Diese Schlüsselinformationen solltest du dir merken:

    • Im Sommer 1914 besuchten der österreich-ungarische Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand und seine Frau Sophie Sarajevo.
    • Sarajevo war und ist die Hauptstadt Bosniens. Damals war Bosnien eine Provinz Österreich-Ungarns.
    • Dass Sarajevo so hohen Besuch bekam, kam nicht alle Tage vor. Die Straßen waren festlich geschmückt. Viele Menschen waren auf den Straßen.
    • Der nationalistische Serbe Gavrilo Princip erschoss Franz Ferdinand und Sophie auf ihrer Tour mit dem Auto durch die Stadt mit einen Revolver.
    • Daraufhin verschlechterten sich die politischen Beziehungen zwischen Serbien und Österreich-Ungarn weiter, was schlussendlich im Ersten Weltkrieg mündete.
  • Ermittle, welches Bild die Bedeutung des Sarajevo-Attentats für den Ausbruch des Ersten Weltkrieg beschreibt.

    Tipps

    Überlege dir, welche Auswirkungen ein Feuerlöscher, Zündhölzer, ein Hammer und ein Wasserfall auf das Pulverfass haben und versuche dies bildlich auf die Welt im Jahr 1914 zu übertragen.

    Lösung

    Im Jahr 1914 war die politische Situation in Europa höchst angespannt: Viele Staaten hatten stark aufgerüstet und ein Krieg schien unausweichlich, denn vor allem das zerfallende Osmanische Reich entfachte Begehrlichkeiten für bestimmte Gebiete und das Deutsche Reich hatte immer noch nicht verwunden, so wenig Kolonien im Vergleich zu anderen Großmächten zu besitzen.

    Für diese Situation wurde oft das Symbol eines Pulverfasses gewählt. Nur ein Funken würde genügen, die Lage explodieren zu lassen. Dieser Funke war im Endeffekt das Attentat von Sarajevo. Die Streichhölzer verbildlichen dies.

    Wären die Bedingungen im Jahr 1914 andere gewesen, hätten sich die Dinge nach dem Attentat von Sarajevo höchstwahrscheinlich nicht so rasant auf diese Weise entwickelt.

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