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1936: der Augenblick des Todes im Spanischen Bürgerkrieg

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Team Zeitreise
1936: der Augenblick des Todes im Spanischen Bürgerkrieg
lernst du in der 11. Klasse - 12. Klasse - 13. Klasse

Grundlagen zum Thema 1936: der Augenblick des Todes im Spanischen Bürgerkrieg

Inhalt

Wie kam es zum Spanischen Bürgerkrieg?

Im Jahr 1936 wurde in Spanien eine neue Regierung gewählt. Ein besonderes Ereignis für das Land, denn erst seit fünf Jahren war Spanien eine Demokratie (= die Menschen dürfen ihre Regierung wählen, Volkssouveränität).

Seit ihrer Entstehung hatte diese Demokratie allerdings mit vielen Problemen zu kämpfen gehabt. Die Regierungen wechselten häufig und vielen Menschen im Land ging es schlecht. Bei der Wahl 1936 siegten trotzdem Parteien, die weiterhin hinter der Demokratie standen. Es gab allerdings auch Spanierinnen und Spanier, die lieber die Monarchie (= die Menschen dürfen nicht wählen und eine einzige Person regiert das Land als Monarchin oder Monarch) zurückwollten. Sie akzeptierten die gewählte Regierung nicht. Einer von diesen Menschen war der einflussreiche spanische General Francisco Franco. Im Juli 1936 rief Franco von Spanisch-Marokko (Spanien kontrollierte zu dieser Zeit Teile Marokkos) zum gewaltsamen Widerstand gegen die neue Regierung auf ‒ der Spanische Bürgerkrieg hatte begonnen.

Spanischer Bürgerkrieg: Kriegsverlauf

Drei Jahre lang kämpften Francos Truppen, auch die Nationalisten genannt (= Menschen, die ihr eigenes Land, ihre Nation über alle anderen stellen) gegen die regierungstreuen Kämpferinnen und Kämpfer. Diese Regierungstreuen wurden auch Republikaner genannt, weil sie für demokratische Wahlen waren (Republik = es gibt demokratische Wahlen). Mit dem Sieg der Nationalisten im April 1939 war der Spanische Bürgerkrieg zu Ende. Von da an regierte Franco das Land als Alleinherrscher, als Diktator. Er verstarb im Jahr 1975. Erst nach seinem Tod wurde Spanien wieder zu einer Demokratie. Francisco Francos Biografie ist ein wichtiger Teil der jüngeren spanischen Geschichte.

Porträt Francisco Franco

Wer kämpfte im Spanischen Bürgerkrieg?

Nicht nur Menschen aus Spanien! Es gab im Spanischen Bürgerkrieg viele Kämpferinnen und Kämpfer aus anderen Ländern, sowohl aufseiten der Republikaner als auch der Nationalisten.

Spanischer Bürgerkrieg: die internationalen Brigaden

Als der Krieg begann, kamen aus verschiedenen Ländern Freiwillige nach Spanien, um aufseiten der Republikaner für Demokratie und Freiheit zu kämpfen. Diese Truppen wurden als die internationalen Brigaden (Brigade = kleiner Teil eines Heers) bezeichnet. Unter ihnen waren bekannte Persönlichkeiten wie der englische Schriftsteller Georg Orwell, der seine Erlebnisse im Spanischen Bürgerkrieg in seinem Buch „Homage to Catalonia“ („Mein Katalonien“) festhielt. Die Ausstattung dieser Freiwilligen im Spanischen Bürgerkrieg mit Waffen und anderer Ausrüstung war meistens schlecht.
Auch deutsche Soldaten waren unter den Kämpfern im Spanischen Bürgerkrieg.

Warum kämpften deutsche Wehrmachtssoldaten im Spanischen Bürgerkrieg?

Das nationalsozialistische Deutschland unter der Führung Adolf Hitlers spielte für den Sieg von Francos Truppen eine wichtige Rolle. Hitler war wie Franco ein Feind der Demokratie und unterstützte deshalb die Nationalisten. Im Spanischen Bürgerkrieg war die Luftwaffe Deutschlands entscheidend. Landesteile unter der Kontrolle der Republikaner wurden erbarmungslos bombardiert. Teilweise löschten die deutschen Bomber ganze Städte aus. So erging es auch Guernica. Die Zerstörung dieser Stadt hielt der weltberühmte spanische Maler Pablo Picasso in seinem Bild „Guernica“ als Warnung für die Nachwelt fest.

Picassos Gemälde „Guernica“

Das Foto des fallenden republikanischen Soldaten

Ähnlich berühmt wie Picassos Bild ist ein Foto des Kriegsberichterstatters und Fotografen Robert Capa aus dem Spanischen Bürgerkrieg. Sein Foto mit dem Titel „Loyalist Militiaman at the Moment of Death“ („Loyalistischer Soldat im Moment seines Todes“) ist wie Picassos Gemälde ein Beispiel für die Grausamkeit des Spanischen Bürgerkriegs und der Toten sowie des Leids, das dieser verursachte. Es wird vermutet, dass es sich bei der Person auf dem Foto um Federico Borrell García handelt. Er kämpfte aufseiten der Republikaner. Zum Zeitpunkt seines Todes war er 24 Jahre alt.

Franco und der Spanische Bürgerkrieg: eine kurze Zusammenfassung

Der Spanische Bürgerkrieg und Franco sind untrennbar miteinander verbunden. Franco begann mit seinem Aufstand gegen die gewählte Regierung den Krieg. Ohne deutsche (und auch italienische) Unterstützung wäre der Spanische Bürgerkrieg im Verlauf anders gewesen und ein Sieg der Nationalisten eher unwahrscheinlich. Die Grausamkeit des Kriegs hielten der Fotograf Robert Capa in einem berühmten Foto und der Maler Pablo Picasso in einem ebenso berühmten Gemälde für die Nachwelt fest.

Wer war Francisco Franco?
Voller Name Francisco Paulino Hermenegildo Teódulo Franco Salgado y Bahamonde Pardo
Geburt 1892 in Ferrol
Tod 1975 in Madrid
Francisco Franco, kurzer Lebenslauf 1910 schloss Franco seine Ausbildung beim Militär ab. Er kämpfte 1912 in Spanisch-Marokko. Von da an stieg Franco schnell in der Armee auf. 1935 wurde er schließlich zum Oberbefehlshaber der gesamten spanischen Armee. Dieses Amt wurde ihm von der neu gewählten Regierung nur ein Jahr später wieder genommen. Im selben Jahr rief er zum Widerstand gegen die Regierung auf und begann den Spanischen Bürgerkrieg 1936.

Transkript 1936: der Augenblick des Todes im Spanischen Bürgerkrieg

Spanischer Bürgerkrieg, auch am Himmel. Deutsche und italienische Bomber gegen die Republik. Hilfe für Francos Rebellen, die an die Macht wollen. Mitten in der Schlacht entsteht ein Foto, das wie kein anderes zum Sinnbild dieses Krieges wird. Ein Kämpfer für die Republik im Augenblick des Todes. Wer ist der Mann, dem man ein Denkmal setzt? Der unbekannte spanische Soldat, ein Rätsel des Jahrhunderts. „Der Soldat wollte gerade den Hügel herunter stürmen, mitten in den Kampf. Und genau in dem Moment, als er sich aufrichtete, trifft ihn die Kugel. Es waren schreckliche Kämpfe. Mann gegen Mann. Es war ein Blutbad.” Es beginnt nach der Wahl im Februar 36. Linksparteien bilden die Regierung. Hass entlädt sich wieder die alte Autorität. Kirchen, Klöster und Gräber werden geschändet. „Es herrschten Chaos, Streiks, Verfolgung, Verbrechen.” Juli 36: In Spanisch-Marokko entschließt sich General Franco als Führer der Rechten zum Putsch. Mit einem Funkspruch ruft der selbsternannte Retter Spaniens auf zum Angriff auf die linke Republik. Terror bricht los. Teile der Armee folgen den Putschisten. Gewalt auch gegen Zivilisten. „Alle Frauen im Dorf wurden vergewaltigt. Viele erholten sich nicht mehr davon. Dann die Plünderung. Sie haben den Leuten den Finger abgeschnitten, egal ob der Ring aus Gold oder Silber war.” Aufmarsch für die Republik. Weite Teile der Armee, vor allem aber das Volk stehen zur Regierung. Barrikadenbau in Madrid. Doch immer noch sitzt Franco in Marokko fest. Hitler bietet Hilfe. Deutsche Soldaten machen sich auf den Weg nach Spanien. In zivil. „Es war ja grundsätzlich alles geheim. Und deshalb ist es ja auch bei uns so gewesen, dass wir in Berlin ja umgekleidet wurden. Angenommen ein englisches Schiff hätte uns gekapert, wir sind Zivilisten gewesen. Hier ist ihr Ausweis und so weiter. Nicht wahr? Es musste ja getarnt sein.” Olympia 36 in Berlin: Während Hitler der Welt ein friedliches Deutschland vorgaukelt rüstet er für den Krieg. Heimlich schickt er Flugzeuge nach Marokko um Francos Truppen nach Spanien zu fliegen. Freiwillige aus aller Welt eilen der bedrohten Republik zu Hilfe. „Alles, was progressiv dachte und den Mut hatte nicht nur zu denken sondern auch zu handeln, ging nach Spanien um der spanischen Republik im Kampf gegen den Franco-Putsch zu helfen.” September 36: Garden der Republik und Franco-Truppen liefern sich bei Cerro Muriano eine erbitterte Schlacht. An vorderster Front auf Seiten der Republikaner ein berühmter Fotograf, Robert Capa. Seine Fotoserie von jenem Tag. Das Bild vom sterbenden Republikaner macht in weltberühmt. In einem Interview erzählt Capa später, wie es entstand. Der Soldat wollte zurück zu den republikanischen Linien. Immer wieder spähte er über die Sandsäcke. Dann sagte er ich riskiere es. Er kletterte au dem Graben. Die Maschinengewehre knatterten und ich drückte auf den Auslöser. Die gleiche Szene, nachgestellt in einem Spielfilm. Der Augenblick des Todes. Wer aber war der unbekannte Soldat? Und wo starb er wirklich? „Wenn man das Bild genau betrachtet erkennt man wo es aufgenommen wurde. Der ideale Ort, um sich zu verstecken und den Feind davon abzuhalten, dass er den Hügel nimmt. Und dann ist da noch die charakteristische Landschaft mit dem gelben Fleck.” Der Todesort liegt bei Cerro Muriano. Und der Name des Toten? „Die Militärarchive in Salamanca und Madrid haben bestätigt, dass es offenbar nur einen Toten gegeben hat an jenem Tag. Und zwar handelt es sich um Federico Borrell, der auch in Alcoy bekannt war.” Federico García Borrell, 24 Jahre alt, Anarchist und Kämpfer für die Republik. Er ist verliebt, will seine Freundin Marina heiraten. „Federico hat sich schon den Hochzeitsanzug schneidern lassen. Seine Schwestern sagten zu ihm dein Anzug ist gekommen, probiere ihn an, ob er dir passt. Federico sagte, wenn ich das nächste Mal nach Hause komme, probiere ich ihn an. Er hat ihn nie anprobiert. Er ist nicht mehr nach Hause gekommen.” Die Hügel von Cerro Muriano. Wo das Grab des Federico Borrell ist weiß bis heute niemand. „Als mein Mann von den Kämpfen nach Hause kam sagte er, mein Bruder ist tot. Wenn dann später ein Familienmitglied starb sagten wir, wenigsten wissen wir wo sein Grab ist. Wo der Bruder meines Mannes begraben liegt, werden wir wohl nie erfahren.” Hitlers Luftwaffe ebnet Franco den Weg zum Sieg. Bomben zermürben die Republik. Ganze Dörfer werden ausradiert. Generalprobe für den totalen Krieg. Spanien ist das erste Opfer. Ist das der Preis für Francos Sieg? „Natürlich, ohne die Deutschen und die Italiener hätte der Krieg einen anderen Verlauf genommen. Ich bin mir sicher, dass wir, die Republikaner, den Krieg gewonnen hätten.” Drei Jahre dauert der blutige Bürgerkrieg. Eine halbe Million Menschen fällt ihm zum Opfer. Im Frühjahr 39 stirbt die Republik. Francos Truppen paradieren durch Madrid. Der Sieger will den Bürgerkrieg vergessen machen. Ebenso wie dieses Bild, das wie kein anderes daran erinnert. „Das Foto ist für mich sehr wichtig. Es schafft ein Stück Gerechtigkeit. Nicht nur für Federico, sondern auch für all die anderen Soldaten, die ihr Leben geopfert haben für die Idee der Freiheit.” Ein Jahrhundertfoto gegen jeden Krieg.

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