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Persönlichkeiten der Reformation und des Wandels

Es gibt viele Menschen, die die Frühe Neuzeit und unser heutiges Handeln und Denken maßgeblich geprägt haben. Einige davon lernst du hier kennen.

Persönlichkeiten der Reformation

Glaubens- und Bürgerkriege, die Reformation, der Wandel vom Absolutismus zur Aufklärung und schließlich die Revolutionen in Gesamteuropa – all das hat die Zeit des Mittelalters und der Frühen Neuzeit bis heute geprägt. Durch diese Entwicklungen kannst du als Individuum in aufgeklärten Ländern ohne die Erlaubnis eines Herrn selbstständig handeln und denken und dein Leben selbstbestimmt leben. Solche Entwicklungen passieren natürlich nur durch die breite Masse der Gesellschaft, doch ohne das Engagement und den Mut einzelner Persönlichkeiten hätten sie nie einen Anfang gefunden.

Sicherlich kennst du den Mönch Martin Luther, der sich mit seinen 95 Thesen im Jahr 1517 gegen den Ablasshandel aussprach und der die Bibel als Erster ins Deutsche übersetzte. Aufgrund seiner Ansichten wurde er der Ketzerei beschuldigt. Mit seiner Kritik an der Kirche widersetzte er sich hohen Persönlichkeiten der damaligen Zeit. Bis heute sind die Erfolge seines Werkes zu sehen: Dank ihm dürfen beispielsweise auch Frauen in der evangelischen Kirche als Priesterinnen arbeiten. Neben Luther gelten Ulrich Zwingli, Johannes Calvin und Philipp Melanchthon als wichtige Persönlichkeiten der Reformation in Europa.

Martin Luther

Nicht nur geistliche Personen spielen für die Reformation eine bedeutende Rolle. Auch Herrscher und Wissenschaftler prägen diese Zeit bis heute. Heinrich VIII., König von England, beispielsweise brach mit Rom und öffnete sich dem Protestantismus. Mit seinem Denken polarisierte er die Gesellschaft und wurde vom Papst exkommuniziert, das heißt, er wurde aus der Kirche ausgeschlossen.

In Italien und Frankreich prägte Caterina de’ Medici das fortschrittliche Denken am Hof. So geht beispielsweise der Damensattel aus dem Reitsport auf sie zurück. Dass eine Frau eine solche Erfindung machte, war für die damalige Zeit kaum vorstellbar.

Kennst du das berühmte Gemälde der Mona Lisa von Leonardo da Vinci? Durch ihn entwickelte sich nicht nur die Kunst, sondern auch die Anatomie und die Naturwissenschaft weiter. Vielleicht hast du schon einmal etwas vom Da Vinci Code, einer Geheimschrift, gehört, die bis heute geheimnisumwoben und umstritten ist. Viele Menschen beschäftigen sich noch heute mit seinen Forschungen. Es gibt zahlreiche Filme und Bücher über ihn. Das berühmteste Werk stammt dabei wohl aus der Feder von Dan Brown.

Eine Persönlichkeit, die unser heutiges Leben sehr stark geprägt hat, ist Johannes Gutenberg. Ohne seine Erfindung des Buchdrucks durch bewegliche Lettern der Druckerpresse wäre es nicht möglich, diesen Text, eine Zeitschrift oder dein Lieblingsbuch zu lesen. Auch die damalige Zeit profitierte bereits von seinen Forschungen: Die Reformation erreichte durch Flugblätter die gesamte Gesellschaft, auch diejenigen, die sich keine Bücher oder Zeitungen leisten konnten.

Gutenberg und die Erfindung der Druckkunst

Persönlichkeiten der Aufklärung

„Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“

Dieses Zitat hast du vielleicht schon einmal gehört. Es stammt aus dem Werk „Kritik der reinen Vernunft“ des bekanntesten deutschen Aufklärers Immanuel Kant (1724-1804). Kant fragt nach den Grenzen unserer Erkenntnis und fordert die Menschen dazu auf, ihre Vernunft als wichtigste Eigenschaft ihrer Selbstbestimmung und Selbstständigkeit zu nutzen.

Immanuel Kant

Vor allem beim Adel, der bis dahin die Oberhand im Absolutismus hatte, stieß Kant mit seinen aufklärerischen Ideen auf Widerstand. Durch Kant erlangten die Menschen ein neues Selbstbewusstsein und wurden in ihrem eigenständigen Handeln ermutigt.

Auch in anderen Fächern wie beispielsweise im Deutschunterricht können dir aufklärerische Ideen begegnen. Der Autor der Werke „Emilia Galotti“, „Minna von Barnhelm“ oder „Nathan der Weise“ war nämlich ein solcher Aufklärer: Gotthold Ephraim Lessing. Lessing thematisierte in seinen Werken oft den Konflikt zwischen Bürgertum und Adel.

Die Aufklärung war eine gesamteuropäische Entwicklung. Einen wichtigen Vertreter der italienischen Aufklärung kennst du vielleicht: Galileo Galilei. Er stellte durch seine naturwissenschaftlichen Experimente zahlreiche mathematische Gleichungen auf und entwickelte die Naturwissenschaft damit nachhaltig weiter. Der berühmteste französische Aufklärer war Voltaire. Durch seine Kritik am Absolutismus bereitete er wichtige Schritte der Französischen Revolution vor.

Viele Schriftsteller kritisierten mit ihren Werken die gesellschaftlichen Umstände und waren deshalb nicht immer beliebt. Dass regierungskritische Journalisten genau beobachtet werden, passiert auch heute noch in vielen Ländern dieser Erde.

Exkurs: Die Aufklärung in Deutschland und Amerika

Es ist ein Phänomen, dass die Aufklärung als globale Entwicklung geschah, obwohl die Lebensbedingungen auf den Kontinenten unterschiedlicher nicht hätten sein können. Deutschland war zu dieser Zeit ein Flickenteppich aus vielen verschiedenen Fürstentümern, Nordamerika vornehmlich von den Kolonien Englands und Frankreichs geprägt. Trotzdem hatten die Menschen ein gemeinsames Ziel: Freiheit, Selbstständigkeit und Selbstbestimmung – die Leitworte der Aufklärung.

Insbesondere die Revolutionen in Europa – vor allem die Französische Revolution im Jahr 1789 – prägten das moderne Denken der Menschen. Viele Philosophen und Schriftsteller ermutigten die Menschen zum Vernunftdenken, um sich von den Fängen der Obrigkeiten des Absolutismus zu lösen. Im Jahr 1848 fand in Deutschland die Märzrevolution, ein zentrales Ereignis der deutschen Freiheits- und Nationalbewegung, statt. Auch wenn die Nationalversammlung durch königliche Order aufgelöst wurde, so wurden doch wichtige Grundsätze übernommen, die bis heute ihre Gültigkeit haben, wie beispielsweise das Deutsche Grundgesetz, die Deutsche Nationalhymne und die Deutsche Flagge.

Vom Vormärz bis zur Revolution von 1848/49

In Amerika war die Aufklärung stark durch die Ideen aus England geprägt, die über die englischen Kolonien nach Amerika gelangten. Die Menschen waren überwiegend Puritaner, folgten also der reformierten Religion nach Calvin. Eine Besonderheit der amerikanischen Aufklärung war der Zusammenschluss der unterdrückten Amerikaner, der durch Thomas Jefferson am 4. Juli 1776 in der Unterschreibung der Amerikanischen Unabhängigkeitserklärung der Kolonien gegen die Mutterstaaten mündete. Am 4. Juli feiern die Amerikaner bis heute ihren Nationalfeiertag und viele von ihnen auch sicher ihren American Dream.