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Die politischen Grundprinzipien Bismarcks

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Lasse
Die politischen Grundprinzipien Bismarcks
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Beschreibung Die politischen Grundprinzipien Bismarcks

Otto von Bismarck war wohl einer der charismatischsten deutschen Politiker und Staatsmänner des 19. Jahrhunderts. Er prägte die deutsche Geschichte in entscheidender Weise und als seine wohl größte politische Leistung kann die Gründung des Deutschen Kaiserreiches von 1871 bezeichnet werden, die er zum großen Teil mit vorangetrieben hatte. In diesem Video zeige ich euch, welche politischen Grundvorstellungen sein Handeln leiteten. Da ich in dieses Video viele Originalzitate Bismarcks eingearbeitet habe, wirst du mit Hilfe diese Video hoffentlich besser verstehen, wie seine politischen Entscheidungen und großen Vorhaben zustande kamen und wie er diese begründet hat. Viel Spaß dabei!

Quelle: Abi-Lernbox Geschichte, Auflage: 2. Klett Lerntraining GmbH: 2007.

Transkript Die politischen Grundprinzipien Bismarcks

Hallo, mein Name ist Lasse und heute erzähle ich euch von den politischen Grundprinzipien des preußischen Fürsten Otto Eduard Leopold von Bismarck, der die Politik Preußens und später des Deutschen Reichs von 1862 bis 1890 geprägt hat. Ich werde euch nach und nach die einzelnen Grundprinzipien vorstellen und dazu ein paar Zitate von Bismarck höchstpersönlich einstreuen, die euch ein bisschen verdeutlichen können, was den Eisernen Kanzler leitete.   Eines der politischen Grundprinzipien Bismarcks war die Realpolitik. Bismarck war der Überzeugung, dass Eigennutz und Staatsegoismus die Grundlagen eines starken Staates seien. Moralischen Bedenken kämen in der Politik nur eine untergeordnete Rolle zu. Der Nutzen des Staates sei das oberste Gebot politischen Handelns. In der Außenpolitik war Bismarck also alles recht, was gut für Preußen und Deutschland war. So hatte er beispielsweise keine starren ideologischen Vorgaben bei der Wahl seiner Bündnispartner im Ausland. Hierzu ein Zitat von 1860: "Wir [sollten] uns bei Umwälzungen im Ausland nicht fragen ... was in der Sache ... Rechtens sei, sondern ... unsere Parteinahme danach einrichten, welche Gestaltung des Auslandes die günstigste sei für die Machtstellung und Sicherheit der Krone Preußens." Auch die Geheimdiplomatie und das Führen von Kriegen waren für Bismarck zur Erreichung des Staatsnutzens erlaubt. 1857 sagte Bismarck diesbezüglich: "Ich würde, sobald man mir nachweist, dass es im Interesse einer ... wohldurchdachten preußischen Politik liegt, unsere Truppen mit derselben Genugtuung auf die französischen, russischen, englischen oder österreichischen Truppen feuern sehen."   Bismarck war Befürworter eines vereinigten Deutschlands, aber diese Einheit wollte er vor allem, um die Macht Preußens innerhalb von Deutschland zu vergrößern. So sagte er 1866: "Die Eroberung [von Hannover, Kurhessen, Nassau und Frankfurt a.M.] gründet sich auf das Recht der deutschen Nation, zu existieren ... und sich zu einigen, auf das Recht und die Pflicht Preußens, dieser deutschen Nation die für ihre Existenz nötige Basis zu liefern."   Die innenpolitische Maxime Bismarcks war die Erhaltung der monarchisch-konservativen Staatsordnung. 1881 sagte er einmal: "Ich bin [Königstreuer] in erster Linie, dann ein Preuße und ein Deutscher. Ich will meinen König, das Königtum verteidigen gegen die Revolution, die offene und die schleichende, und ich will ein gesundes, starkes Deutschland herstellen und hinterlassen." Die Verteidigung der Monarchie war also Bismarcks höchstes Ziel. Das beinhaltete, dass er streng antiliberal, antidemokratisch und antisozialistisch eingestellt war. So Bismarck 1881: "Doktrinär bin ich in meinem Leben nicht gewesen; alle Systeme, durch die Parteien sich getrennt und gebunden fühlen, kommen für mich in zweiter Linie. In erster Linie kommt die Nation, ihre Stellung nach außen, ihre Selbstständigkeit. ... Es gibt Zeiten, wo man liberal regieren muss, und Zeiten, wo man diktatorisch regieren muss, es wechselt alles, hier gibt es keine Ewigkeit. Aber vor dem Bau des Deutschen Reiches, ... da verlange ich, dass [es] fest und sturmfrei dastehe." Und 1862 sagte er: "Nicht auf Preußens Liberalismus schaut Deutschland, sondern auf seine Macht; Bayern, Württemberg, Baden mögen dem Liberalismus [Nachsicht entgegenbringen] ... Preußen muss seine Kraft zusammenfassen und zusammenhalten auf den günstigsten Augenblick, der schon einige Male verpasst ist; Preußens Grenzen nach den Wiener Verträgen sind zu einem gesunden Staatsleben nicht günstig; nicht durch Reden und Majoritätsbeschlüsse werden die großen Fragen der Zeit entschieden, ... sondern durch Blut und Eisen."   Fassen wir die politischen Grundprinzipien Bismarcks noch mal kurz zusammen. Bismarck war ein konservativer Monarchist. Außenpolitisch war er ein Realpolitiker ohne ideologisch-politische Festlegung. Sein höchstes Ziel war die Stärkung Preußens, dem er auch die deutsche Einheit unterordnete. Innenpolitisch war er antiliberal, antidemokratisch, antisozialistisch eingestellt, und seine politischen Gegner stellte er gern als Reichsfeinde dar, wodurch er die politischen Konflikte im Inland bewusst verschärfte. Bevor wir dieses Video beenden, lassen wir Fürst Otto Eduard Leopold von Bismarck noch mal zu Worte kommen. Diesmal könnt ihr euch selbst überlegen, welche seiner politischen Grundprinzipien er hier zum Ausdruck bringt. 1853 sagte er: "Unsere Politik hat keinen anderen Exerzierplatz als Deutschland ...; für beide [Preußen und Österreich] ist kein Platz nach den Ansprüchen, die Österreich macht; also können wir uns auf Dauer nicht vertragen ..., einer muss weichen oder vom anderen 'gewichen werden', bis dahin müssen wir beide Gegner sein, das halte ich für eine Tatsache."    

Die politischen Grundprinzipien Bismarcks Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Die politischen Grundprinzipien Bismarcks kannst du es wiederholen und üben.
  • Fasse die politischen Grundprinzipien Bismarcks zusammen.

    Tipps

    Zwei Aussagen sind richtig.

    Ein anderer Begriff für Konvenienz ist Angemessenheit oder Schicklichkeit.

    Für Bismarck war Krieg die Fortführung der Diplomatie mit anderen Mitteln. Kann man ihn also pazifistisch nennen?

    Lösung

    Otto von Bismarck war antiliberal, antidemokratisch und antisozialistisch eingestellt. Dementsprechend stellte er seine politischen Gegner im Inland auch gerne als Reichsfeinde dar, wodurch er politische Konflikte oftmals bewusst verschärfte. Außenpolitisch ging er nach dem Konvenienzprinzip vor, d. h., dass er das machte, was für Preußen das Beste war. Denn sein höchstes Ziel war es stets, Preußen zu stärken. Dafür schreckte er auch vor kriegerischen Mitteln nicht zurück.

  • Gib an, welches politisches Grundprinzip durch das jeweilige Zitat von Bismarck zum Ausdruck kommt.

    Tipps

    Um sein Ziel, die Reichseinigung zu erreichen, nahm er Blutvergießen in Kauf, indem er die Reichseinigungskriege initiierte.

    Obwohl Bismarck die Ideen der Liberalen nicht teilte, wandte er sich ihnen im Kulturkampf zu, um ihre Unterstützung zu erhalten. So machte er es mit anderen Parteien auch, die ihm in dem Moment dienlich erschienen.

    Lösung

    Bismarck zeigte sich in seinen Zitaten als konservativer Monarchist, der jede Art von liberaler Mitbestimmung ablehnte. Als er im Kulturkampf aber die Unterstützung der Liberalen gegen die Zentrumspartei benötigte, arbeitete er mit ihnen zusammen. Historiker fassten diese Haltung unter dem Begriff der „Schaukelstuhlpolitik“ zusammen.

  • Analysiere, wie der Historiker Hans-Ulrich Wehler die Regierungstechnik Bismarcks einschätzte.

    Tipps

    Die Zentrumspartei vertrat den politischen Katholizismus.

    Lösung

    Der Historiker Wehler erläutert in der vorliegenden Quelle Bismarcks „Reichsfeinde“. Zu ihnen gehörten die Liberalen, die katholische Kirche und die Juden. Da Bismarck ein konservativer Monarchist war, stand seine Staatsauffassung im Widerspruch zu den Forderungen der Liberalen. Dennoch unterstützte er deren Forderung nach der Reichseinheit, jedoch nur weil Bismarck dadurch die preußische Vormachtstellung sichern konnte. Die katholische Kirche und die deutsche Zentrumspartei sah Bismarck als reichsfeindliche Kräfte, die von Rom ferngesteuert seien. Mit dem sogenannten Kulturkampf, der auch von den Liberalen unterstützt wurde, wollte Bismarck sowohl der katholischen Kirche als auch den Sozialdemokraten ihren Einfluss auf die Politik entziehen.

    Quelle: Senk, Simone: Duden. 100 Prüfungsfragen Abitur Geschichte. Fürs schriftliche und mündliche Abitur. Duden Verlag: Mannheim, 2009, S. 80.

  • Erläutere, welche Bedeutung Bismarck den Parteien zumaß.

    Tipps

    Bismarck war ein konservativer Monarchist. Wofür stehen hingegen politische Parteien?

    Lösung

    Die Karikatur „Am Steuer“ zeigt Bismarck als Steuermann, der das Staatsschiff lenkt. Auf dem Steuerrad sind die Liberalen, die konservative Partei und das Zentrum dargestellt. Bismarck bewegt das Steuerrad je nach Windrichtung, d. h., er nutzt die jeweilige Partei für seine Politik.

  • Beschreibe, wie die Nachwelt die Politik Bismarcks beurteilte.

    Tipps

    Bismarcks Ablehnung gegen den Liberalismus wird in beiden Schulbüchern angesprochen. In welchem wird diese Haltung positiv bewertet und in welchem wird Bismarck dafür kritisiert?

    Lösung

    In dem Geschichtsschulbuch von 1949 wird Bismarck überwiegend positiv dargestellt. Seine geschichtliche Bedeutung ist überragend und seine persönlichen Eigenschaften sind bewunderungswürdig. Lediglich seine Haltung gegenüber Russland wird abgelehnt. Dies kann damit erklärt werden, dass das Schulbuch aus der sowjetischen Provenienz stammt. Das Urteil über Bismarck im Schulbuch von 1951 fällt dem hingegen ambivalent aus. Die Bewunderung um die Figur Bismarck wird sorgfältig gegen das Bedauern abgewogen, dass Bismarck nicht fähig gewesen ist, einen liberalen Reichsstaat zu gründen.

  • Skizziere Bismarcks Kulturkampf.

    Tipps

    Beginne damit, warum das Kirchenoberhaupt gegen den Liberalismus durchgreifen wollte und was daraufhin als Irrlehren definiert wurde.

    Lösung

    Im 19. Jahrhundert wurden liberale Strömungen in Europa populär. Vor allem die katholische Kirche sah sich dadurch innerhalb der Gesellschaft geschwächt. Ein Schlagabtausch zwischen Papst und Kanzler begann, der als „Kulturkampf“ in die Geschichte einging. Obwohl durch den Kulturkampf die Position der katholischen Kirche zwar geschwächt wurde, kann von einem Sieg Bismarcks auf breiter Front nicht die Rede sein. Zwar wurden mit der Zivilehe bis heute geltende Reformen eingeführt. Doch Preußen wurde ohnehin von Protestanten dominiert, sodass seine Maßnahmen übertrieben waren.

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