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Die politischen Grundprinzipien Bismarcks 07:04 min

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Transkript Die politischen Grundprinzipien Bismarcks

Hallo, mein Name ist Lasse und heute erzähle ich euch von den politischen Grundprinzipien des preußischen Fürsten Otto Eduard Leopold von Bismarck, der die Politik Preußens und später des Deutschen Reichs von 1862 bis 1890 geprägt hat. Ich werde euch nach und nach die einzelnen Grundprinzipien vorstellen und dazu ein paar Zitate von Bismarck höchstpersönlich einstreuen, die euch ein bisschen verdeutlichen können, was den Eisernen Kanzler leitete.   Eines der politischen Grundprinzipien Bismarcks war die Realpolitik. Bismarck war der Überzeugung, dass Eigennutz und Staatsegoismus die Grundlagen eines starken Staates seien. Moralischen Bedenken kämen in der Politik nur eine untergeordnete Rolle zu. Der Nutzen des Staates sei das oberste Gebot politischen Handelns. In der Außenpolitik war Bismarck also alles recht, was gut für Preußen und Deutschland war. So hatte er beispielsweise keine starren ideologischen Vorgaben bei der Wahl seiner Bündnispartner im Ausland. Hierzu ein Zitat von 1860: "Wir [sollten] uns bei Umwälzungen im Ausland nicht fragen ... was in der Sache ... Rechtens sei, sondern ... unsere Parteinahme danach einrichten, welche Gestaltung des Auslandes die günstigste sei für die Machtstellung und Sicherheit der Krone Preußens." Auch die Geheimdiplomatie und das Führen von Kriegen waren für Bismarck zur Erreichung des Staatsnutzens erlaubt. 1857 sagte Bismarck diesbezüglich: "Ich würde, sobald man mir nachweist, dass es im Interesse einer ... wohldurchdachten preußischen Politik liegt, unsere Truppen mit derselben Genugtuung auf die französischen, russischen, englischen oder österreichischen Truppen feuern sehen."   Bismarck war Befürworter eines vereinigten Deutschlands, aber diese Einheit wollte er vor allem, um die Macht Preußens innerhalb von Deutschland zu vergrößern. So sagte er 1866: "Die Eroberung [von Hannover, Kurhessen, Nassau und Frankfurt a.M.] gründet sich auf das Recht der deutschen Nation, zu existieren ... und sich zu einigen, auf das Recht und die Pflicht Preußens, dieser deutschen Nation die für ihre Existenz nötige Basis zu liefern."   Die innenpolitische Maxime Bismarcks war die Erhaltung der monarchisch-konservativen Staatsordnung. 1881 sagte er einmal: "Ich bin [Königstreuer] in erster Linie, dann ein Preuße und ein Deutscher. Ich will meinen König, das Königtum verteidigen gegen die Revolution, die offene und die schleichende, und ich will ein gesundes, starkes Deutschland herstellen und hinterlassen." Die Verteidigung der Monarchie war also Bismarcks höchstes Ziel. Das beinhaltete, dass er streng antiliberal, antidemokratisch und antisozialistisch eingestellt war. So Bismarck 1881: "Doktrinär bin ich in meinem Leben nicht gewesen; alle Systeme, durch die Parteien sich getrennt und gebunden fühlen, kommen für mich in zweiter Linie. In erster Linie kommt die Nation, ihre Stellung nach außen, ihre Selbstständigkeit. ... Es gibt Zeiten, wo man liberal regieren muss, und Zeiten, wo man diktatorisch regieren muss, es wechselt alles, hier gibt es keine Ewigkeit. Aber vor dem Bau des Deutschen Reiches, ... da verlange ich, dass [es] fest und sturmfrei dastehe." Und 1862 sagte er: "Nicht auf Preußens Liberalismus schaut Deutschland, sondern auf seine Macht; Bayern, Württemberg, Baden mögen dem Liberalismus [Nachsicht entgegenbringen] ... Preußen muss seine Kraft zusammenfassen und zusammenhalten auf den günstigsten Augenblick, der schon einige Male verpasst ist; Preußens Grenzen nach den Wiener Verträgen sind zu einem gesunden Staatsleben nicht günstig; nicht durch Reden und Majoritätsbeschlüsse werden die großen Fragen der Zeit entschieden, ... sondern durch Blut und Eisen."   Fassen wir die politischen Grundprinzipien Bismarcks noch mal kurz zusammen. Bismarck war ein konservativer Monarchist. Außenpolitisch war er ein Realpolitiker ohne ideologisch-politische Festlegung. Sein höchstes Ziel war die Stärkung Preußens, dem er auch die deutsche Einheit unterordnete. Innenpolitisch war er antiliberal, antidemokratisch, antisozialistisch eingestellt, und seine politischen Gegner stellte er gern als Reichsfeinde dar, wodurch er die politischen Konflikte im Inland bewusst verschärfte. Bevor wir dieses Video beenden, lassen wir Fürst Otto Eduard Leopold von Bismarck noch mal zu Worte kommen. Diesmal könnt ihr euch selbst überlegen, welche seiner politischen Grundprinzipien er hier zum Ausdruck bringt. 1853 sagte er: "Unsere Politik hat keinen anderen Exerzierplatz als Deutschland ...; für beide [Preußen und Österreich] ist kein Platz nach den Ansprüchen, die Österreich macht; also können wir uns auf Dauer nicht vertragen ..., einer muss weichen oder vom anderen 'gewichen werden', bis dahin müssen wir beide Gegner sein, das halte ich für eine Tatsache."