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Mumien

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Mumien
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Grundlagen zum Thema Mumien

Inhalt

Was sind Mumien?

Mumien sind Leichen von Menschen oder Tieren, die vor Verwesung geschützt sind. Die Körper zerfallen also nicht so, wie das unter normalen Umständen der Fall wäre, sondern sehr viel langsamer. So bleiben in einem mehr oder weniger guten Zustand nicht nur das Skelett, sondern auch die Weichteile – also zum Beispiel Muskeln, Eingeweide und Haut – über einen sehr langen Zeitraum erhalten.

Wie sind Mumien entstanden?

Nach dem Tod wird ein Körper normalerweise durch Mikroorganismen zersetzt, bis nicht mehr viel von ihm übrig ist. Diese Mikroorganismen benötigen in den meisten Fällen Sauerstoff als Grundlage für die Zersetzung. Damit eine Leiche zur Mumie wird, müssen bestimmte physikalische und chemische Gegebenheiten herrschen, die den Mikroorganismen ihre Arbeit erschweren. So werden Verwesungs- und Fäulnisprozesse abgebremst und die Weichteile des toten Körpers zerfallen viel langsamer. Diese besonderen Gegebenheiten können ganz unterschiedlich sein. Dazu gehören starke Sonneneinstrahlung, trockene und kalte Zugluft, wie sie zum Beispiel in Höhlen auftritt, eine sehr trockene Umgebung, beispielsweise in der Wüste, oder eine saure und sauerstoffarme Umgebung, wie man sie zum Beispiel in Mooren findet. Auch im Gletschereis kann ein Körper konserviert werden. So war es bei Ötzi, einer Mumie, die 1991 in den Ötztaler Alpen in Südtirol gefunden wurde und die große Berühmtheit erlangte.
Entstehen Mumien auf natürliche Weise, spricht man von „Mumifikation“. Der Begriff „Mumifizierung“ meint hingegen, dass Mumien von Menschenhand künstlich hergestellt werden. Im Laufe der Geschichte wurden ganz unterschiedliche Methoden entwickelt, um einen Leichnam zu mumifizieren. Oft wurden die Körper mit verschiedenen Substanzen eingerieben, um die Verwesung zu verhindern, zum Beispiel mit Harzen, Ölen oder Honig. Ein zweites wichtiges Verfahren war es, dem Körper alle Flüssigkeit zu entziehen. Auch das geschah auf unterschiedliche Weise. Auf den Philippinen gibt es zum Beispiel Mumien, die man über mehrere Jahre hinweg über einem Feuer langsam getrocknet hat.

Unterschiede zwischen natürlichen und künstlichen Mumien
natürliche Mumien künstliche Mumien
Bezeichnung des Vorgangs Mumifikation Mumifizierung
Vorgang Konservierung durch Umwelteinflüsse, z. B. in trockener Umgebung oder bei eisigen Temperaturen Konservierung durch verschiedene Verfahren, z. B. Trocknung und Einbalsamierung
Beispiel Gletschermumie Ötzi ägyptische Mumien

Vergleich: natürliche und künstliche Mumien

Warum gibt es überhaupt Mumien?

Natürliche Mumien entstehen durch Zufall. Für die Erschaffung künstlicher Mumien gab es im Laufe der Geschichte ganz unterschiedliche Motive, meist gründeten sie aber auf dem Wunsch der Menschen nach Unsterblichkeit oder einem religiösen Glauben an ein Leben nach dem Tod.

Wie alt können Mumien werden?

Da Mumien nur langsam zerfallen, können sie sehr alt werden. Das Alter der bekannten Gletschermumie Ötzi schätzt die Forschung auf etwa 5.300 Jahre. Damit gilt er als älteste natürliche Mumie der Welt. Die ältesten künstlichen Mumien, die man bisher gefunden hat, sind ungefähr 7.000 Jahre alt und stammen aus der Chinchorro-Kultur im heutigen Chile.

Wo wurden Mumien gefunden?

Wenn man von Mumien spricht, denken die meisten von uns wahrscheinlich an die Mumien im alten Ägypten. Künstliche Mumien sind aber auch aus anderen Kulturen bekannt, zum Beispiel gab es Mumienfunde im heutigen Spanien, in Peru, in Japan oder in China. Man findet Mumien also in vielen Teilen der Welt.

Wie werden Mumien erforscht?

Für die Forschung bilden Mumien eine wichtige Quelle, durch die man etwas über die Vergangenheit erfahren kann. Das geschieht durch unterschiedlichste Methoden. Wichtig dabei ist, dass die Mumie möglichst wenig beschädigt werden soll. Der Grund dafür: Zum einen ist eine Mumie ein wertvolles Fundstück, zum anderen darf man aber auch nicht vergessen, dass eine Mumie einmal ein Mensch war, weswegen respektvoll mit ihr umgegangen werden sollte. Bei manchen Forschungsmethoden entnimmt man von der Mumie Proben, die dann im Labor untersucht werden können. Besonders wichtig für die Mumienforschung sind heutzutage medizinische Geräte wie Computertomografen. Mit diesen Geräten kann man Bilder vom Inneren eines Körpers machen und ihn bis in den letzten Winkel durchleuchten, ohne dass er dabei Schaden nimmt. Mit ihren Methoden können die Forscher einiges über die Mumie herausfinden, zum Beispiel, wie sie gelebt haben, wie sie möglicherweise aussahen, welche Krankheiten sie hatten und wie sie zu Tode gekommen sind.

Transkript Mumien

Mumien tragen das Geheimnis des ewigen Lebens in sich. Es sind konservierte Körper, die das Gesetz der Vergänglichkeit durchbrechen. Der Tod im Gewand des Lebendigen. Auf dieser Kiste stand: Mann aus Alt-Peru. Aber wer war er? Wann lebte er? Um sein Geheimnis zu lüften, setzen Forscher auf moderne Medizintechnik. Das Ergebnis ist erstaunlich. Die Mumie ist eine Frau. Sie ist zwischen 30 und 50 Jahre alt, konsumierte Tabak und ernährte sich von Blattpflanzen und Mais. Selbst die Todesursache kann geklärt werden. “An einer typischen Stelle im Übergang von der Brust- zur Lendenwirbelsäule zeigt die Mumie zwei vollständig zerstörte Wirbelkörper. Mit mehreren Stützkriterien können wir belegen, dass die Mumie an einer Entzündung der Wirbelsäule, wahrscheinlich einer Tuberkulose, gelitten hat. Und durch die Destruktion der Wirbelkörper ist das Rückenmark abgequetscht worden, so dass die Mumie an einer Querschnittslähmung verstorben ist.” Eine andere Mumie im Festtagsgewand. Die Menschen in Peru ließen ihre verstorbenen Verwandten so an Feiern teilhaben. “Wir haben als Menschen eben diesen Wunsch nach dem ewigen Leben. Und das gilt vor allem für die Menschen, die wir lieben. Die möchten wir uns erhalten. Die möchte man greifbar, gegenständlich nah haben, und wenn es auch nur der Körper ist. Man will sie einfach in der Nähe haben. Man will sie nicht verloren wissen.” Nicht nur der Mensch schafft Mumien, sondern auch die Natur. An kalten Orten, etwa im Gletschereis, wird der Körper gleichsam eingefroren. Auch spezielle chemische Gegebenheiten wie im Moor erhalten ihn. “Die Mumien sind ein Bestandteil der Natur, ein seltener Bestandteil. Denn normal ist Verwesung, die Energie wird zurückgeführt in den Stoffkreislauf. Eine Mumie ist ein Ausreißen daraus. Die Natur macht das vor. Und viele Kulturen haben das gesehen, haben das aufgenommen und versucht, in ihren Kulturen zu perfektionieren.” Berühmt sind Mumien aus Ägypten. Man wollte sich und den Toten den Geruch der Verwesung ersparen. “Es wäre mir eine Freude, wenn ich jetzt eine Vitrine mit den Resten einer altägyptischen Mumie öffnen könnte, damit Sie einmal dran schnuppern. Das riecht köstlich.” Ägyptische Mumien wurden in früheren Jahrhunderten häufig zu Arzneimitteln verarbeitet. Diese als Wundermittel angepriesenen Medikamente sollten das irdische Leben verlängern. Denn hinter Mumien steckt der Wunsch nach dem ewigen Leben.

Mumien Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Mumien kannst du es wiederholen und üben.
  • Schildere die Besonderheiten einer Mumie.

    Tipps

    Im Alten Ägypten wurden auch Tierkörper konserviert.

    Zwei Aussagen sind korrekt.

    Lösung

    Der Begriff Mumie bezeichnet den Körper eines toten Menschen oder Tieres, das durch besondere Verfahren vor der Verwesung geschützt wurde. Insofern wird in einer Mumie der Wunsch nach ewigem Leben erkennbar. Besonders im Alten Ägypten war das Verfahren der Mumifizierung sehr verbreitet, da die Ägypter/-innen der Ansicht waren, dass die Toten weiterlebten. Das Leben nach dem Tod nahm bei ihnen einen hohen Stellenwert ein.

  • Beschreibe den Prozess der Mumifizierung.

    Tipps

    Achte auf zeitliche Konnektoren, dir dir angeben, wann was gemacht wird. Das Befüllen der Bauchhöhle setzt zum Beispiel voraus, dass sie zuvor geleert wurde.

    Nach der Entfernung des Gehirns werden die Organe aus dem toten Körper geholt und dieser wird anschließend gereinigt.

    Lösung

    Der Geschichtsschreiber Herodot beschrieb 445 v. Chr., wie die Mumifizierung von Leichen funktionierte. Um dabei einen Verwesungsprozess zu verhindern, war es wichtig, vor der Einbalsamierung die Organe des/der Toten zu entfernen. Die Mumien von besonders reichen Ägypter/-innen erhielten übrigens noch eine Totenmaske, damit sie im Jenseits wiedererkannt wurden.

    Quelle: Derichs, Johannes (u.a.): Denkmal. Geschichte 1. Nordrhein-Westfalen. Schroedel: Braunschweig, 2011, S. 99.

  • Ermittle den Gesundheitszustand und den vermutlichen Tod der Mumie Ötzi.

    Tipps

    Zum Gesundheitszustand eines Menschen gehört etwa das Alter ebenso wie die Abnutzungserscheinungen, beispielsweise der Knochen.

    Verwechsle die Todesursache nicht mit den Beweisen für einen Mord, wie Blutspritzern oder Ähnlichem.

    Lösung

    Der Ötzi ist ein Beispiel für einen Mumienfund, der von der Natur erschaffen wurde. Eingeschlossen im Gletschereis konnte die Leiche des Ötzi auch rund 5000 Jahre nach seinem Tod der Nachwelt noch interessante Aufschlüsse geben.

  • Erkläre die Herrschaftszeichen, die man in den Grabkammern der ägyptischen Pharaon/-innen fand.

    Tipps

    Pschent ist der griechische Ausdruck für die altägyptische Doppelkrone.

    Eine Geißel ist ein Stab mit Riemen oder Schnüren, der zur Züchtigung verwendet wird.

    Lösung

    Die altägyptischen Pharaon/-innen waren nicht nur die Herrscher/-innen des Landes, sondern sie wurden von ihrem Volk auch als Götter/Göttinnen verehrt. Als äußerliche Kennzeichen dieser Verehrung hatten sie verschiedene Herrschaftszeichen, die nur von ihnen getragen werden durften. Archäolog/-innen fanden viele davon auch als Grabbeigabe. Vielleicht kennst du auch den Thron des Pharao, der zum Beispiel in der Grabkammer des Tutanchamun gefunden wurde.

  • Bestimme die Bedeutung von Anubis und dem Skarabäus für die Mumifizierung im Alten Ägypten.

    Tipps

    Während Anubis mal als eine Mischung aus Mensch und Tier dargestellt wurde, war der Skarabäus immer was?

    Lösung

    Anubis war im Alten Ägypten eine Art Gott. Er war der Schutzherr der Mumifizierung und wachte über die Totenstadt. Seine Aufgabe kam somit eher dem Schutz der Totenruhe zu, während der Skarabäus den Verstorbenen im Jenseits Glück bringen sollte. Der Skarabäus ist dabei ein real existierendes Tier, während Anubis eher dem Reich der Mythologie und dem Glauben zuzuordnen ist.

  • Erkläre, warum der Körper nach damaligem Verständnis unbedingt erhalten werden musste.

    Tipps

    Eis kann eine Leiche konservieren, aber auch starke Sonneneinstrahlung. Kannst du dir vorstellen, warum?

    Lösung

    Noch im Leben bereitete sich beispielsweise ein Pharao auf seinen Tod vor, indem er prachtvolle Grabkammern bauen ließ. Hier wurden dann auch zahlreiche Schätze eingelagert.

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