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Der Nil – Lebensader Ägyptens

Der Nil, der mächtigste Fluss Ägyptens, formte eine Hochkultur dank seiner regelmäßigen Überschwemmungen. Diese Überschwemmungen ermöglichten den Bau von Dörfern, den Anbau fruchtbarer Felder und die Entwicklung einer staatlichen Verwaltung. Tauche ein in das faszinierende Erbe Ägyptens! Interessiert? Das und mehr erfährst du im folgenden Text.

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Team Digital
Der Nil – Lebensader Ägyptens
lernst du in der 5. Klasse - 6. Klasse

Grundlagen zum Thema Der Nil – Lebensader Ägyptens

Das Wunder von Ägypten

Sicher kennst du die Pyramiden in Ägypten. Sie sind über 4 500 Jahre alt und bis zu 140 Meter hoch. So gigantisch wie heute Hochhäuser in unseren Städten. Als sie erbaut wurden, gab es allerdings noch keine Kräne und Lkw. Alles wurde per Hand herangeschafft und errichtet. Schon in der Antike bestaunte man die Pyramiden von Gizeh als Weltwunder. Für solche riesigen Bauten brauchte es eine exakte Planung, Organisation des Baumaterials und Berechnungen über die Standfestigkeit von Gebäuden. Wie kam es dazu, dass die Menschen, die zuvor in kleinen Grüppchen mit ihren Schafherden als nicht sesshafte Nomaden durch die Gegend zogen, zu solchen gemeinschaftlichen Meisterleistungen fähig waren? Die Antwort darauf ist der Nil, der längste Fluss der Welt. Herodot, ein berühmter griechischer Geschichtsschreiber, bezeichnete Ägypten als „Geschenk des Nils“.

Ägyptens Lage in der Wüste

Eine kluge Bemerkung. Aber wie kann ein Fluss die Lebensgewohnheiten der Menschen so verändern, dass sie zu großem Reichtum und einer ausgeprägten Kultur kommen? Worin besteht das Geschenk? Lass uns dazu mal einen Blick auf Ägypten von oben werfen, als flögen wir mit der Drohne darüber. Ägypten besteht größtenteils aus Wüste, es ist alles braun rundum. In der Sahara herrschen hohe Temperaturen, es fällt kaum Regen und statt Wiesen und Feldern gibt es nur Sand. Dort können Menschen nicht überleben. Aber da, siehst du das blaue Band, das sich durch das Land schlängelt? Das ist der Nil. Der größte Fluss der Erde verläuft mitten durch den afrikanischen Kontinent. Dort, wo er ins Mittelmeer mündet, fächert er sich zum Nildelta auf. Das Niltal ist grün und fruchtbar. Kein Wunder, dass sich die Menschen aus der Wüste aufmachten, um sich an den Ufern niederzulassen. Hier gab es genug Trinkwasser und Land, das man bebauen konnte. Sie begannen, sesshaft zu werden, bauten Häuser und legten Felder mit Getreide und anderen Pflanzen an.

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Der Nil als Lebensader. Wo Wasser fließt, findet der Mensch etwas zu trinken und fruchtbares Land.

Die Jahreszeiten des Nils

Es gab nur ein Problem. Der Nil ist ein sehr wandelbarer Fluss, der schwer zu kontrollieren war. Mal gab es zu viel Wasser, mal zu wenig. Nach heftigen Regenfällen im Sommer trat der Nil über die Ufer und überschwemmte die angrenzenden Gebiete. Dort hatten die Ägypter ihre Felder angelegt, die bei der Nilschwemme komplett unter Wasser standen. Erst wenn sich der Fluss bei Niedrigwasser zurückzog, konnten die Äcker bearbeitet werden. Aber der Nilschlamm, der das Land nach den Überschwemmungen bedeckte, stellte sich als guter Dünger für den Boden heraus. Aus diesen Beobachtungen lernten die Menschen, sich dem Rhythmus des Flusses anzupassen. Sie teilten das Jahr in Jahreszeiten ein und entwarfen dabei einen der ersten Kalender der Menschheit. Statt Frühling, Sommer, Herbst und Winter gab es bei ihnen drei wichtige Phasen:

  • die „Zeit der Überschwemmung“ (achet) von Juli bis Oktober;
  • die „Zeit des Sprießens“ (peret) von November bis Februar, jetzt wurde gesät und alles wuchs reichlich auf den Feldern und
  • die „Zeit der Wärme“ (schemu) von März bis Juni, wenn sie ernten konnten.
Der Kreislauf des Nils
achet Zeit der Überschwemmung Juli bis Oktober Düngung
peret Zeit des Sprießens November bis Februar Aussaat und Wachstum
schemu Zeit der Wärme März bis Juni Ernte

Das Wasser des Nils wird reguliert

Die Bewohner lernten, das Wasser des Nils zu kontrollieren und es dorthin umzuleiten, wo es ihnen am meisten nutzte. Dazu bauten sie Kanäle und Staudämme. Und sie erfanden den Schaduf, ein hölzernes Bewässerungsgerät. Jetzt brauchten sie das Wasser nicht mehr in Eimern über lange Strecken zu tragen. Ohne großen Kraftaufwand konnten sie nun Wasser schöpfen und über Kanäle auf ihre Felder und Gärten leiten. Nun erfordert eine solche Planung ganz schön viel Organisation und gemeinsames Anpacken. Aus den Siedlungen wurden Dörfer und sogar kleine Städte. Es entstand ein Gemeinschaftsgefühl, sodass sich die vormals kleinen Grüppchen jetzt als große Gesellschaft wahrnahmen, als Ägypterinnen und Ägypter. Sie wurden immer erfindungsreicher, um den Ertrag ihrer Felder zu steigern und Vorräte anzulegen. Hochkultur Ägypten Nil

Es entsteht eine Verwaltung

Die Bauern erwirtschafteten Überschüsse, die für mehr als die eigene Familie reichten. Dank der vollen Speicher war die Ernährung für viele Menschen so das ganze Jahr über gesichert. Jeder konnte und sollte jetzt etwas zur gemeinschaftlichen Vorratshaltung beitragen. Es wurde geregelt, welcher Bauer sich um welche Felder kümmerte und wie viel er zu den Nahrungsspeichern beitragen konnte. Dafür war wieder jede Menge Planung und Kontrolle nötig – und so entstand eine staatliche Verwaltung. Die wurde auch gebraucht, um den Handel zu koordinieren. Denn die Boote auf dem Nil waren nicht mehr nur zum Fischen unterwegs. Jetzt wurden darauf Getreide und andere Waren transportiert. Als Verkehrsweg ermöglichte der Fluss den Handel über große Entfernungen. So tauschten die Ägypterinnen und Ägypter ihre Waren nicht nur untereinander in verschiedenen Städten aus, sondern auch mit anderen Völkern.

Ägypten als Hochkultur

Die ägyptische Gesellschaft hatte sich den Fluss durch Erfindungsreichtum und Planung zunutze gemacht. Sie brauchte eine gemeinsame Sprache, um sich miteinander verständigen zu können. Die Verwaltung benötigte eine Schrift, um sich die Lieferungen der Bauern und der Handelspartner zu notieren. Sie schrieben auf Papyrus, einem Vorläufer unseres heutigen Papiers, und hämmerten Hieroglyphen in steinerne Tafeln. Sie stellten Gesetze auf, die als Regeln für das Zusammenleben vieler Menschen ganz wichtig waren. Sie glaubten auch an die gleichen Götter. In ihrer Religion gab es zum Beispiel den Sonnengott Ra, Isis, die Göttin der Magie, aber auch Ptah, den Gott der Handwerker – insgesamt 1 500 Götter! Aus den vereinzelten Siedlungsgemeinden am Nildelta hatte sich ein mächtiges Reich entwickelt. An seiner Spitze stand der alleinige Herrscher, der Pharao. Wir staunen heute noch über dieses hoch entwickelte Staatswesen und sprechen daher beim alten Ägypten von einer Hochkultur.

ägyptische Hieroglyphen

Zum Zählen und Rechnen braucht man Zeichen, so begann die Schrift. Mit Hieroglyphen konnten die Ägypterinnen und Ägypter alles notieren, was wichtig war. Sogar Gesetze und Geschichten.

Wusstest du schon?
Die alten Ägypter verwendeten unterschiedliche Schriften für steinerne Tafeln und Papyrus. So gab es neben den bekannten Hieroglyphen auch eine Schreibschrift für die Verwaltung.

Das Erbe der Ägypterinnen und Ägypter

Viele Tausende Jahre sind seither vergangen, aber noch immer begeistern uns die Leistungen, die uns die „alten Ägypter“ hinterlassen haben. Am meisten natürlich die Pyramiden. Aber auch die Sonnenuhr und die Anfänge der Papierherstellung verdanken wir den Ägyptern. Selbst Perücken, Augen-Make-up und Zahnpasta gehen ebenfalls auf die cleveren Ägypterinnen und Ägypter zurück. Möglich machte all das der Nil, die Lebensader Ägyptens und ein Geschenk für die gesamte Menschheit.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Der Nil – Lebensader Ägyptens

Wo verläuft der Nil?
Wie konnte das Wasser des Nils reguliert werden?
Welche Feldfrüchte bauten die Ägypter an?
Wozu brauchten die Ägypter eine Verwaltung?
Wozu brauchten die Ägypterinnen und Ägypter eine Schrift?
Worauf schrieben die Ägypterinnen und Ägypter?
Warum bezeichnete Herodot Ägypten als „Geschenk des Nils“?

Transkript Der Nil – Lebensader Ägyptens

Im fünften Jahrhundert vor Beginn unserer Zeitrechnung reiste der griechische Geschichtsschreiber Herodot entlang des Nils durch Ägypten. Er war beeindruckt von dem, was er zu Gesicht bekam: Riesige Pyramiden, prächtige Tempel und überaus fruchtbare Felder. Für ihn war die Sache klar: Ägypten ist ein Geschenk des Nils! Ein ganzes Land als Geschenk eines einzigen Flusses? Das klingt reichlich übertrieben. Aber vielleicht ist da ja doch was dran! Lass uns mal schauen, wie der antike Geschichtsschreiber Herodot zu seiner Meinung gekommen sein könnte. Der Nil. Mit einer Länge von über sechstausend Kilometern gilt er als längster Fluss der Erde. Er verläuft mitten durch den afrikanischen Kontinent und mündet schließlich im Mittelmeer. Hier fächert sich der Fluss in das sogenannte "Nildelta" auf. Ein Blick auf ein Satellitenbild gibt uns einen ersten Hinweis darauf, was den Nil so wichtig machte – und bis heute macht. Wie eine grüne Lebensader zieht er sich durch die Wüstenlandschaft der Sahara. Das Niltal (über tausend Kilometer lang und bis zu zwanzig Kilometer breit) zog die Menschen schon vor sehr langer Zeit an. Denn im Gegensatz zu der ansonsten staubtrockenen Sahara lieferte der Fluss eine wichtige Lebensgrundlage: Wasser. In den Gebieten nahe des Flussufers bot sich die Möglichkeit, die fruchtbaren Böden zur Landwirtschaft zu nutzen. Über die Jahrhunderte siedelten sich immer mehr Menschen in der Nähe des Flusses an und wurden dort sesshaft. Doch es war abhängig von den Jahreszeiten, mit wie viel Wasser der Nil die Bevölkerung versorgte. Nach heftigen Regenfällen im Sommer überschwemmte der Fluss Jahr für Jahr die Uferbereiche. Dort lagen die Felder, auf denen die Menschen Getreide und andere Pflanzen anbauten. Die "Zeit der Überschwemmung" hinterließ fruchtbaren Nilschlamm auf den Feldern. Dieser sorgte dann in der Folgezeit als eine Art Dünger dafür, dass die Pflanzen gut wachsen konnten und brachte ertragreiche Ernten ein. Die ansässigen Menschen lernten, im Rhythmus des Nils zu leben und sich an seine Hoch- und Niedrigwasserphasen anzupassen. Die zeitliche Einteilung von Jahreszeiten in Form eines der frühesten Kalender der Menschheit kann ebenfalls auf die Nilschwemme zurückgeführt werden. Auf die "Zeit der Überschwemmung" ("Achet") folgte die "Zeit des Sprießens" ("Peret") und schließlich die "Zeit der Wärme" ("Schemu"), bevor der Kreislauf wieder von vorne begann. Dieser Kreislauf bot den Menschen viele Möglichkeiten. Um diese so gut wie möglich zu nutzen, mussten sie sich allerdings immer besser organisieren. Es entstanden kleinere Dörfer, zum Teil sogar kleinere Städte. Und auch überregional entwickelte sich über die Zeit ein Zusammengehörigkeitsgefühl. Man verstand sich immer mehr als EINE Gesellschaft, als Ägypterinnen und Ägypter. Die Ägypterinnen und Ägypter entwickelten immer ausgeklügeltere Systeme, um den Ertrag ihrer Felder zu steigern und ihre Nahrungsversorgung über das ganze Jahr sicherzustellen. Sie lernten das Wasser des Nils besser zu kontrollieren und dorthin zu bringen, wo es ihnen am meisten nutzte. Dabei halfen ihnen zum Beispiel Kanäle, Staudämme oder auch die Erfindung des "Schaduf", einem hölzernen Gerät mit dem ohne großen Kraftaufwand Wasser geschöpft werden konnte. Durch immer größere Erträge in der Landwirtschaft ergab sich so die Möglichkeit, Überschüsse in Vorratslagern zu verwahren und mehr Menschen als nur die eigene Familie zu ernähren. Es wurde geregelt, welcher Bauer sich um welche Felder kümmerte und wie viel er zu Vorratshaltung von Nahrung beitragen konnte – auf diese Weise entstand eine Verwaltung. Dadurch, dass der Nil schon früh für die Schifffahrt genutzt wurde, konnten Getreide und andere Waren schnell über große Entfernungen hinweg transportiert werden. Als Verkehrsweg ermöglichte der Fluss Handel und vernetzte das ägyptische Volk untereinander und auch mit anderen Gebieten. Der Nil brachte die Ägypterinnen und Ägypter zusammen. Sie hatten ihre eigene Sprache, entwickelten sogar ihre eigene Schrift (du hast sicherlich auch schon von den "Hieroglyphen" gehört), stellten Regeln und Gesetze auf, die für ganz Ägypten galten und glaubten an die gleichen Götter. Ihr Reich hatte außerdem auch einen unangefochtenen Anführer: Den Pharao. All das sind Merkmale einer hochentwickelten Gesellschaft. Wir sprechen daher beim alten Ägypten heute von einer sogenannten "Hochkultur". Viele Leistungen der ägyptischen Gesellschaft, wie die Erfindung der Hieroglyphenschrift, der Bau der Pyramiden und einiges mehr sorgten nicht nur bei Herodot, sondern sorgen auch heute noch für Staunen. Wir fassen noch einmal kurz zusammen, wie es dazu kommen konnte. Auf dem Gebiet des heutigen Ägyptens entwickelte sich circa dreitausend Jahre vor Beginn unserer Zeitrechnung nach und nach eine Hochkultur – das alte Ägypten. Wichtige Grundlagen für diese Entwicklungen waren durch den Fluss Nil gegeben. Er bot den Menschen eine Lebensgrundlage und veranlasste sie dazu, sich immer besser zu organisieren. Denn das Leben am Nil stellte den Ägypterinnen und Ägyptern Aufgaben, die sie am besten gemeinsam lösen konnten. Zusammen lernten sie, das Wasser des Nils immer effektiver zu nutzen, besser zu kontrollieren und so eine immer leistungsfähigere Landwirtschaft aufzubauen. Darauf basierend konnten sie den Nil auch für die Schifffahrt nutzen, was ihnen wiederum weitere bemerkenswerte Möglichkeiten bot, wie zum Beispiel den Bau der bis heute berühmten Pyramiden. Im alten Ägypten wurden bahnbrechende Erfindungen erdacht und prächtige Bauwerke konstruiert. Ägypten entwickelte sich zu einer blühenden Hochkultur. Wäre es dazu auch ohne die Möglichkeiten gekommen, die der Nil den Menschen bot? In diesem Ausmaß ist das wohl kaum vorstellbar! Was für ein Geschenk!