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Der Investiturstreit

Der Investiturstreit ist ein politischer Konflikt zwischen geistlicher und weltlicher Macht, das heißt zwischen Kirche und König, um das Recht der Amtseinsetzung von Bischöfen und Äbten in ihre Ämter.

Was war der Investiturstreit?

Investitur bezeichnet das Einsetzen eines Bischofs in sein Amt. Im 11. und 12. Jahrhundert herrschte Uneinigkeit zwischen König und Kirche, wem dieses Recht zukam. Besonders erbittert stritten König Heinrich IV. und Papst Gregor VII. Diese Auseinandersetzung wird Investiturstreit genannt. Dabei drohte der Pontifex 1076, Heinrich aus der Kirche zu verbannen, sollte er weiter Bischöfe ernennen. Heinrich ließ sich nicht einschüchtern. Er beeinflusste die deutschen Bischöfe, Papst Gregor für abgesetzt zu erklären. Dieser reagierte darauf mit der Exkommunikation Heinrichs, dem Ausschluss aus der kirchlichen Gemeinschaft. Heinrich verlor auf diese Weise sein Recht auf die letzte Ölung, den Anspruch auf ein kirchliches Begräbnis sowie die Hoffnung auf ewiges Leben und die Auferstehung nach dem Tod. Zudem waren verbannte Personen vogelfrei und konnten von jedermann getötet werden. Und auch die Fürsten setzten Heinrich IV. unter Druck, indem sie von ihm verlangten, sich innerhalb eines Jahres vom Kirchenbann zu lösen, da sie andernfalls einen neuen König wählen würden. Heinrich hatte keine Wahl, zog mit seinem Gefolge von Speyer nach Canossa und tat Buße. Drei Tage harrte er im Büßergewand vor der Burg aus. Der Papst musste diesen formalen Akt der Buße anerkennen und die Verbannung aufheben. Heinrichs Ehre als Christ war wieder hergestellt. Das endgültige Ende der Streitigkeiten erfolgte 1122 mit dem Wormser Konkordat. Hier wurde vereinbart, dass der König auf die Bischofsinvestitur verzichtete, seine Berater jedoch anwesend und mitspracheberechtigt waren.

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