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Kubakrise

Die Kubakrise war der Höhepunkt des Kalten Krieges zwischen den USA und der UdSSR.

Vorgeschichte: Der Kalte Krieg

Du kennst das vielleicht: Unter Mitschülern gibt es eine Auseinandersetzung und gemeinsam mit anderen Betroffenen überlegst du dir, wie man den Konflikt möglichst mit persönlichem Erfolg lösen kann. Ähnlich kann das in der Politik ablaufen.

Schau dir beispielsweise den Kalten Krieg an, auch Ost-West-Konflikt genannt. Alles dreht sich hier um die Konfrontation der beiden Supermächte USA und UdSSR von etwa 1947 bis 1989. Der Konflikt dieser beiden Staaten basiert dabei auf einem politisch-ideologischen Gegensatz: Die seit 1917 kommunistisch regierte Sowjetunion steht der demokratisch-kapitalistischen USA gegenüber.

Besonders deutlich wird dieser Gegensatz bei der gemeinsamen Besatzungsherrschaft in Deutschland nach dem 2. Weltkrieg. Wie du dir vorstellen kannst, will die jeweilige Regierung die Besatzungszone nach ihren Vorstellungen organisieren. Im Kommunismus steht vor allem die Gleichberechtigung und Gleichstellung aller Bürger im Fokus. Die demokratischen Widersacher meinen aber, jedes Individuum soll sich frei entfalten können, und der Kommunismus stehe dazu im Widerspruch.

Der damalige amerikanische Präsident Truman befürchtete eine Ausbreitung des Kommunismus in ganz Europa. Mit seiner Rede gegen den Kommunismus, der sogenannten Truman-Doktrin im Jahr 1947, kündigte er die Kriegskoalition mit der Sowjetunion, positionierte sich klar gegen den Kommunismus und markierte damit indirekt auch den Beginn des Kalten Krieges.

Die Folge war, dass beide Supermächte ein folgenschweres Wettrüsten begannen und dabei vor allem unzählige Atomwaffen entwickelten. Sie konkurrierten aber auch in vielen anderen Bereichen, wie beispielsweise der Raumfahrt.

So führten die beiden Großmächte zwar keinen offiziellen Krieg – daher der Name Kalter Krieg –, allerdings trugen sie ihre Konflikte in sogenannten Stellvertreterkriegen aus. Im Koreakrieg unterstützten die USA beispielsweise das demokratische Südkorea, die UdSSR das kommunistische Nordkorea. Und dies war nur ein Beispiel unter vielen. Den Höhepunkt des Ost-West-Konflikts stellte dann die Kubakrise dar.

Die Kubakrise

Die Entstehung der Kubakrise

In den 1950er Jahren herrschte in Kuba der Diktator Batista. Dieser wurde in der Kubanischen Revolution im Jahr 1959 von Fidel Castro und Che Guevara gestürzt und es wurde eine kommunistische Regierung installiert.

Kubaflagge

Bis dahin hatten sich die USA einige Privilegien in Kuba sichern können und profitierten vom Handel mit dem kleinen Inselstaat. Diese bisher guten Beziehungen wurden nun gestört. Wie du dir denken kannst, kam ein kommunistisches Land vor der Küste der USA der UdSSR hingegen strategisch durchaus entgegen. Kuba und die UdSSR verbesserten ihre Beziehungen, arbeiteten aufgrund gleicher politischer und ideologischer Vorstellungen eng zusammen und sicherten sich Unterstützung zu.

An dieser Stelle begann der Konflikt in Kuba, der von den Auseinandersetzungen zwischen der UdSSR und den USA geprägt war. In der sogenannten Schweinebucht-Affäre übten die USA unter dem amerikanischen Präsidenten Kennedy im April 1961 einen militärischen Angriff auf Kuba aus. Ziel war es, Castro und seine kommunistische Regierung zu stürzen. Die Operation schlug fehl, in der Sowjetunion wurde Castro als Staatsheld gefeiert und der Konflikt zwischen Ost und West verschärfte sich weiter.

Die Kubakrise im Oktober 1962

Die Krise in Kuba erreichte vom 14. bis 28. Oktober 1962 ihren Höhepunkt. Durch amerikanische Luftaufnahmen entdeckten die USA bereits im August 1962 sowjetische Raketen auf Kuba. Somit wäre ein direkter Angriff auf die benachbarten USA möglich. Während die UdSSR die Anschuldigungen noch abwiesen, galten diese Fotos doch bereits als Auslöser der Kubakrise.

Daraufhin verkündete John F. Kennedy eine Seeblockade für den 24.10.1962. Russische Schiffe durften Kuba nicht mehr anfahren, anderenfalls interpretierte die USA dies als Kriegserklärung. Zudem machten amerikanische Streitkräfte ihre Truppen mobil, um im Kriegsfall reagieren zu können.

Die UdSSR nahmen die Vorwürfe einer Aufrüstung unter ihrem Regierungschef Chruschtschow allerdings nicht an und betonten, die Raketen allein zu Verteidigungszwecken nutzen zu wollen. Auf diese Weise entwickelte sich die Kubakrise zu einem Stellvertreterkrieg zwischen den USA und der UdSSR.

Obwohl nur Drohungen über die Nutzung der Atomwaffen ausgesprochen wurden, stand die Welt zu diesem Zeitpunkt kurz vor dem Ausbruch eines Atomkriegs. Zwei bis an die Zähne bewaffnete Supermächte standen kurz davor, als letztes Mittel einen militärischen Erstschlag in Erwägung zu ziehen. Beide Bevölkerungen fürchteten sich vor einem 3. Weltkrieg und bereiteten sich durch Hamsterkäufe bereits auf den Ernstfall vor.

1962- Am Rande des Atomkriegs: Kubakrise

Lösung und Folgen der Kubakrise

Obwohl Chruschtschow die Schiffe, die auf Kuba zusteuerten, zurückwies und somit die Seeblockade Kennedys akzeptierte, beruhigte sich der Konflikt nicht. Bei weiteren Fotoaufnahmen wurde ein amerikanisches Flugzeug von kubanischen Streitkräften abgeschossen. Nun überlegten die USA, Kuba tatsächlich anzugreifen.

Doch bevor der Konflikt weiter eskalieren konnte, lenkte Chruschtschow am 28.10.1962 ein, um einen Krieg zu verhindern. Nicht ganz zu Unrecht wird ein Großteil der Befriedung des Kubakonfliktes aus heutiger Perspektive auch dem sowjetischen Ex-Präsidenten zugesprochen. In einem Telefongespräch zwischen Kennedy und Chruschtschow wurde außerdem die Abrüstung auf Kuba und die Aufhebung der Seeblockade beschlossen. Zusätzlich sicherten die USA die Abrüstung ihrer Waffen aus der Türkei zu. Nach der Abrüstung verbesserten sich die politischen Gegebenheiten in den 60er und 70er Jahren. Eine Entspannungspolitik setzte ein.

Die Kubakrise gilt bis heute als Höhepunkt des Kalten Krieges. Hier wurden politische Beziehungen neu geordnet, eine neue Art des Krieges geführt und erstmalig in der Geschichte war die bisher recht abstrakte Gefahr eines Atomkriegs zum Greifen nah. Die Welt befand sich in einer bis dahin nie gekannten Krisensituation: Eine Krise, die sich aufgrund des extremen Waffenarsenals seiner beiden Protagonisten zu einer unvorstellbaren Katastrophe für die gesamte Menschheit hätte entwickeln können.