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Nachhaltig Bauen – Mauerziegel und Poroton 04:54 min

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Transkript Nachhaltig Bauen – Mauerziegel und Poroton

Mauerziegel sind ein uralter Baustoff. Überall da, wo Ton und Lehm gefunden werden, gibt es eine Ziegelkultur. Vom ungebrannten Lehmziegel bis zum hochgebrannten Klinkerstein. Es hängt vom Energieaufwand und vom Einsatzzweck ab, was aus dem Ausgangsmaterial entsteht. Gebrannte Ziegel überdauern leicht Jahrhunderte. Doch die heutigen Comfort-Wünsche verlangten vom Mauerziegel neue Qualitäten, zum Beispiel bessere Wärmedämmung. Aus den massiven Quadern wurden neue Formen entwickelt. Als Regel gilt, je zahlreicher die Löcher und je dünner die Stege, desto wärmedämmender. Bei gleichem Material sind dicke Stege statisch fester und speichern mehr Wärme. „Also genau genommen sind es irdische Bestandteile, die oberflächennah abgebaut werden. Der Ziegel ist ja ein sehr traditionelles-, ein sehr traditioneller Baustoff. Schon die alten Römer haben mit Ziegeln gearbeitet. Dazu brauche ich genau genommen nur Wasser, Luft, Erde und eben am Ende das Feuer um den Ziegel eben zu brennen.“ Der Ton wird meist direkt aus der Grube zerkleinert, gesiebt und mit Wasser vermischt. In diesem Werk werden daraus Porotonziegel gemacht. Deshalb werden zusätzlich porenbildende Stoffe zugemischt. „Bei den Porotonziegeln ist es eben so, daher haben sie auch ihren Namen erhalten, schaffen wir zusätzlich zu diesen irdischen Bestandteilen noch Poren in dem Ziegel. Wenn man das Innenleben mal etwas beleuchtet, sieht man eben überall so kleine Poren, die letztendlich für die bessere Wärmedämmung des Produktes sorgen. Dem Ziegel wird vor dem Brennen ein Porenbildner zugegeben. Das können sein: Sägespäne, das kann sein Polystyrol.“ Das weiche Tongemisch wird durch eine Strangpresse gedrückt und auf Länge geschnitten. Die Form und die Lochstruktur werden durch die verwendete Matrize bestimmt. Auf der Oberfläche sind deutlich die untergemischten Kügelchen zu sehen. „Diese Porosierungsmittel brennen bei der Verbrennung, die bei etwa bis zirka achthundert bis eintausend Grad bei der Porotonziegeln erfolgt, rückstandslos aus. Wir brauchen sie eigentlich nur, um Poren im Material zu bilden um dann eine bessere Wärmedämmung der Produkte zu erzielen.” Die pressfrischen Rohlinge müssen jetzt erst einmal vorgetrocknet werden. Je weniger Wasser, desto geringer die Verformung und der Energieaufwand beim Brennen. Von Robotern werden die Rohlinge gesammelt und auf Wagen gestapelt. Damit fahren sie in den Ofentunnel ein. Je nach Ton und Brenngrad dauert die Fahrt bis zu vierundzwanzig Stunden bei achthundert bis eintausend Grad. Schon am Klang ist zu hören, dass die Ziegel jetzt hart und trocken sind. Gestapelt und verpackt können sie ihre Reise auf die nächste Baustelle antreten. Aber die heutigen Wärmedämmvorschriften bringen ständig neue Ziegelformate hervor. Zum Beispiel mit eingebauter Wärmedämmung. Hier werden Kristalline, luftgefüllte Perlitekügelchen, in Porotonziegel gepresst. „Das besondere bei diesem Ziegel ist eigentlich, dass er ein Ziegel ist mit einer Dämmstofffüllung. Ein Vulkangestein, was im Prinzip hier in diesem Ziegel verdichtet ist. Und diese Dämmstofffüllung bewirkt eigentlich, dass er trotz einer robusten Stegstruktur sehr gute Wärmedämmeigenschaften hat. Das ist eigentlich der große Vorteil dieses Ziegels im Vergleich zu anderen.” Aus dem traditionellen Baustoff werden inzwischen für jeden Einsatzzweck ganz spezielle Steine hergestellt: Zur Wärme- und Schalldämmung, für Fensterstürze oder zur Isolierung von Decken. Jetzt ist es Aufgabe der Architekten, daraus Konzepte für nachhaltiges Bauen zu entwickeln.