30 Tage kostenlos testen

Überzeugen Sie sich von der Qualität unserer Inhalte.

Weltbild – heliozentrisch

Bewertung

Ø 4.2 / 15 Bewertungen

Die Autor/-innen
Avatar
Team Wissensdurst
Weltbild – heliozentrisch
lernst du in der 9. Klasse - 10. Klasse - 11. Klasse - 12. Klasse - 13. Klasse

Beschreibung Weltbild – heliozentrisch

Heliozentrisches Weltbild – Definition

Dass sich die Erde um die Sonne dreht, ist für uns selbstverständlich. Für lange Zeit glaubte die Menschheit jedoch, es wäre anders herum. Die Änderung dieser Ansicht war ein langer Entwicklungsprozess und wurde durch Erkenntnisse in der Astronomie und Physik geprägt.

Was bedeutet heliozentrisches Weltbild?
Ein Weltbild ist eine Modellvorstellung vom Aufbau des Weltalls. Das heliozentrische (von altgr. helios, Sonne und kentron, Zentrum) Weltbild beschreibt die Sonne als ruhendes Zentrum des Universums, um das herum sich die Planeten bewegen. Dabei drehen sich die Planeten um sich selbst und haben Monde. Die Monde bewegen sich wiederum um den zugehörigen Planeten.

Heliozentrisches Weltbild – Geschichte

Nicht immer wurde die Sonne als Zentrum unseres Universums angesehen. Und selbst in den heliozentrischen Weltbildern verschiedener Wissenschaftler gab es Unterschiede. Doch welche unterschiedlichen Weltbilder gab es überhaupt? Und wie wurden bestehende Weltbilder durch Erkenntnisse in der Physik und Astronomie beeinflusst?

Weltbilder in der Antike
In der Antike, also in der Epoche von ca. 800 v. Chr. bis 600 n. Chr., dominierten geozentrische Weltbilder. Hierbei galten die folgenden Annahmen:

  • Die Erde ist das Zentrum des Universums und wird nicht als Planet betrachtet.
  • Die Sonne und der Mond werden als Planeten betrachtet, die sich mit den anderen Planeten (bekannt waren zu dem Zeitpunkt fünf weitere Planeten) in Kreisbahnen um die Erde herum bewegen.
  • Die Sterne sind auf einer äußeren Kugelschale fixiert.

Insgesamt erklärte man sich so die Beobachtungen am Nachthimmel.

Diese geozentrischen Weltbilder resultierten unter anderem daraus, dass Objekte, wenn man sie hoch warf, auf den Boden fielen. Damals kannte man nämlich noch nicht die Gravitation: Man dachte, dass Gegenstände vom Zentrum des Universums angezogen wurden. Die Erde musste folglich dieses Zentrum bilden.

Heliozentrisches und Geozentrisches Weltbild

Das geozentrische Weltbild wurde unter anderem von Claudius Ptolemäus (ca. 100-160 n. Chr.) geprägt. In seiner Annahme bewegten sich die Himmelskörper ausschließlich mit konstanter Geschwindigkeit auf ihren Kreisbahnen.

Einige Beobachtungen ließen sich aber nicht durch diese Modellvorstellung erklären: Beispielsweise beobachtete man die Planeten Merkur und Venus stets in der Nähe der Sonne. Darüber hinaus vollzogen einige Planeten, darunter Jupiter, Saturn und Mars, sogenannte Schleifenbewegungen - mal bewegten sie sich vorwärts und mal rückläufig. Außerdem gab es Helligkeitsschwankungen bei der Beobachtung der Planeten. Manchmal erschienen die Planeten heller, manchmal dunkler. Da man im geozentrischen Bild einen stets konstanten Abstand der Planeten zur Erde annahm, ließen sich diese Schwankungen nicht erklären.
Im Versuch, diese Feststellungen mit dem heliozentrischen Weltbild zu vereinbaren, wurden im Laufe der Zeit immer wieder Veränderungen im Modell vorgenommen. Eine zufriedenstellende Erklärung wurde jedoch nicht erreicht.

Tatsächlich wurde schon in der Antike ein erster Ansatz zum heliozentrischen Weltbild geliefert: Aristarchos von Samos (ca. 300 v. Chr.) vermutete, dass die Erde nicht ruhte, sondern sich auf einer Bahn bewegte. Seine Theorie fand jedoch keine Beachtung.

Heliozentrisches Weltbild nach Kopernikus
Zu Beginn des 16. Jahrhunderts, zu Zeiten der Seefahrer und Entdecker, gab es immer wieder neue Erkenntnisse über den Aufbau der Welt und des Universums. Die Astronomen beschäftigten sich zunehmend mit Theorien aus der Antike und so kam es, dass Nikolaus Kopernikus das heliozentrische Weltbild verfestigte. Seine Annahmen lassen sich folgendermaßen festhalten:

  • Die Erde und andere Planeten bewegen sich in Kreisbahnen um das gemeinsame Zentrum.
  • Das gemeinsame Zentrum, um das sich die Planeten bewegen, ist die Sonne.
  • Die Planeten haben nicht die gleiche, aber eine konstante Geschwindigkeit.
  • Die Erde dreht sich um ihre eigene Achse und hat einen Mond.
  • Fixsterne, also Sterne, die ihre Position am Himmel nicht verändern, sind auf einer äußeren Kugelschale fixiert.

Das heliozentrische Weltbild nach Kopernikus und das geozentrische Weltbild hatten also Gemeinsamkeiten: Die Bewegung in Kreisbahnen und die äußere Kugelschale.

Heliozentrisches Weltbild Kopernikus

Dadurch, dass nun aber die Sonne den Mittelpunkt bildete, um die sich die Planeten bewegten, konnte man einige der bisherigen Ungereimtheiten erklären:

  • Merkur und Venus befinden sich auf Kreisbahnen, die näher an der Sonne sind, als die Erde. Daher kann man sie aus Sicht der Erde nur in der Nähe der Sonne sehen.
  • Die Helligkeitsschwankungen bei der Beobachtung anderer Planeten lassen sich dadurch erklären, dass sich ihr Abstand zur Erde stets verändert.
  • Das heliozentrische Weltbild liefert den Grund dafür, dass sich Planeten in augenscheinlichen Schleifen bewegen: Wenn ihre Bewegung vorwärts erscheint, überholen sie die Erde. Erscheint ihre Bewegung rückwärts, werden sie gerade von der Erde überholt.

Heliozentrisches Weltbild Schleifenbewegung

Heliozentrisches Weltbild nach Kepler
Zu Beginn des 17. Jahrhunderts erweiterte Johannes Kepler das geozentrische Weltbild, als er versuchte, die Bewegung der Planeten mathematisch zu beschreiben. Dies gelang ihm jedoch mit dem Weltbild nach Kopernikus nicht.
Auch in Keplers Annahme kreisen die Planeten um die Sonne, jedoch nicht in der bisher beschriebenen gleichförmigen Bewegung. Das heliozentrische Weltbild nach Kepler liefert folgende Zusammenfassung:

  • Die Planeten bewegen sich auf elliptischen Umlaufbahnen mit der Sonne in einem der Brennpunkte.
  • Die Planeten folgen einer festen Reihenfolge: Unabhängig von den Positionen auf ihren Umlaufbahnen ist der Merkur der Planet, der der Sonne am nächsten ist, darauf folgt die Venus usw.
  • Die Planeten haben keine konstante Geschwindigkeit: Je weiter sie von der Sonne entfernt sind, desto langsamer sind sie.

Heliozentrisches Weltbild Kepler

Bestätigung durch Galilei und Newton
Als einem der ersten Menschen gelang es Galileo Galilei zu Beginn des 17. Jahrhunderts, mit Hilfe eines Fernrohrs astronomische Beobachtungen zu machen. Er bestätigte mit seinen Erkenntnissen, dass die Planeten um die Sonne kreisen.

Ende des 17. Jahrhunderts arbeitete Isaac Newton an einer mathematischen Beschreibung der Planetenbewegung nach Keplers Annahmen. Das Gravitationgesetz lieferte schließlich eine Erklärung dafür, dass sich die Planeten auf festen Bahnen bewegen.

Darüber hinaus ergaben sich durch die Arbeiten von Galilei und Newton folgende Erkenntnisse:

  • Nicht nur die Erde hat einen Mond, auch andere Planeten haben einen oder mehrere Monde (zum Beispiel Saturn und Jupiter).
  • Das Gravitationsgesetz bot die Grundlage für die Entdeckung weiterer Planeten.

Konflikte mit der kirchlichen Weltanschauung

Das heliozentrische Weltbild resultierte in erster Linie aus Erkenntnissen in der Physik und Astronomie. Aus der Sicht der Kirche jedoch war es lange umstritten, wurde gar als unreligiös bezeichnet. Das heliozentrische Weltbild schien der Bibel zu widersprechen, so dass die Kirche ein Lehrverbot dagegen erwirken wollte. Insbesondere durch Experimente und Erkenntnisse von Galilei konnte das kirchliche Weltbild widerlegt werden. Kirchliche Richter verurteilten Galilei zu Haft und Schreibverbot. Erst durch die Ergebnisse von Newton, der eine allgemeine Anerkennung erfuhr, wurde das heliozentrische Weltbild geduldet und nach und nach anerkannt.

Das Heliozentrische Weltbild in der heutigen Zeit

Die wissenschaftlichen Erkenntnisse, die zum heliozentrischen Weltbild beigetragen haben, sind schon einige Jahrhunderte alt. Daher stellt sich die Frage, ob das heliozentrische Weltbild noch aktuell ist.

Viele Beobachtungen lassen sich auch heutzutage noch mit dem heliozentrischen Weltbild erklären. Tatsächlich weiß man nun aber, dass unser Sonnensystem einen Teil der Milchstraße, also unserer Galaxie, darstellt. Die Sonne ist nicht das Zentrum dieser Galaxie. Darüber hinaus gibt es noch weitere Galaxien. Das Bestimmen eines universellen Zentrums ist also schwierig. Außerdem gibt es nach Beobachtungen von Albert Einstein kein absolutes Zentrum.

Dieses Video

In diesem Video wurde dir das heliozentrische Weltbild einfach erklärt. Natürlich findest du auch zum heliozentrischen Weltbild Übungen und Arbeitsblätter.

Transkript Weltbild – heliozentrisch

Ende des 15. Jahrhunderts bahnte sich in der christlichen Welt ein Umbruch an. Von Europa aus erkundeten immer mehr Seefahrer und Entdecker die Welt und stießen auf neue, zuvor unbekannte Regionen. Christoph Columbus war überzeugt, dass es in westlicher Richtung einen Seeweg nach China und Indien gibt. 1492 suchte er für Spanien nach einer solchen Reiseroute. Nach mehrwöchiger Fahrt erreichte er eine bis dahin unbekannte Landmasse, den amerikanischen Kontinent. 1521 umsegelten die Portugiesen Magellan und Elcano als erste Seefahrer die Welt und bewiesen damit endgültig, dass es andere bewohnte Kontinente und weltweit schiffbare Meere gab. In den nächsten Jahrhunderten verbesserte sich das Wissen über die Erde im Wesentlichen durch sorgfältigere Aufzeichnungen. Durch sie segelte man nun nicht mehr ins Unbekannte hinaus, sondern hatte eine Vorstellung davon, welche Seewege vor einem lagen. Und auch die Schiffe wurden immer robuster. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts standen schließlich Uhren zur Verfügung, die auch auf See und auf schaukelnden Pferderücken zuverlässig funktionierten. Damit war erstmals ein präzises Navigieren in Ost-West-Richtung möglich. Seit der Zeit der ersten Weltumseglung begann der Einfluss der Kirche auf die Wissenschaft immer weiter zu schwinden. Gelehrte entdeckten das Wissen der Antike wieder und erweiterten es. Die Astronomen befassten sich von neuem mit der Erde und ihrer Position im Kosmos und kamen dabei zu Schlussfolgerungen, die im scheinbaren Widerspruch zur Bibel standen. Vorreiter für eine neue Sicht der Welt war der preußische Astronom Nikolaus Kopernikus. Er studierte die Bewegung der Planeten auf ihren Kreisbahnen. Aufgrund seiner Berechnungen kam Kopernikus zu dem Schluss, dass nicht die Erde, sondern die Sonne im Mittelpunkt der Planetenbahnen stehen muss. Für einen Umlauf um die Sonne braucht die Erde ein Jahr. Kopernikus erkannte, dass Tag und Nacht dabei nur entstehen können, wenn die Erde sich fortwährend um ihre eigene Achse dreht. Die Erde ist nach Kopernikus also nur ein Planet unter vielen, der um die Sonne kreist. Mit seinem im Jahr 1543, nach seinem Tod veröffentlichten, heliozentrischen Weltbild widersprach Kopernikus vollkommen den kirchlich-dominierten Vorstellungen seiner Zeit. Denn hier stand nach wie vor die Erde im Mittelpunkt der Schöpfung. Zum großen Konflikt mit der Kirche kam es aber noch nicht. Kopernikus‘ Theorien wurden als Hirngespinst abgetan. Erst circa 100 Jahre später kam es zum Eklat durch den italienischen Astronom und Gelehrten Galileo Galilei. Dieser nutzte 1609 erstmal eine neue Erfindung zur Himmelsbeobachtung. Das Fernrohr. Mit diesem erkannte er unter anderem Berge auf dem Mond und die nach ihm benannten galileischen Monde Jupiters. Aus seinen zahlreichen astronomischen Beobachtungen schloss Galilei, dass Kopernikus Recht haben musste. Vieles sprach dafür, dass die Erde um die Sonne kreist und nicht umgekehrt. 1632 veröffentlichte Galilei ein Buch, in dem er das alte geozentrische Weltbild und das neue heliozentrische Weltbild gegenüber stellte. Und diesmal griff die Kirche ein. Galilei wurde nach Rom geladen und der Ketzerei angeklagt. Obwohl der Gelehrte vor Gericht seinen ketzerischen Theorien abschwor, verurteilten ihn die kirchlichen Richter zu Haft und erteilten ihm Schreibverbot. Erst am zweiten November 1992 wurde Galileo vom Vatikan formal rehabilitiert. Doch trotz Galileis Verurteilung standen die katholische Kirche und ihr veraltetes Weltbild auf verlorenem Posten. Denn auch andere Forscher wie der dänische Astronom Tycho Brahe hatten Beweise gefunden, die gegen die geozentrische Weltsicht sprachen. Der Mathematiker und Astronom Johannes Kepler griff diese neuen Erkenntnisse auf. Er machte bereits 1609 das heliozentrische Weltbild zur Grundlage seiner Gesetze über die Bewegungen von Planeten. Kepler schloss aus seinen Studien, dass die Planeten nicht auf kreisförmigen, sondern auf elliptischen Bahnen um die Sonne kreisen müssen. Dabei bewegt sich ein Planet umso langsamer auf seiner Bahn, je weiter er von der Sonne entfernt ist. Auf diese Weise konnte einfacher und ohne zusätzliche Hilfskonstruktionen wie die Epizykel von Ptolemäus erklärt werden, darum der Mars und andere Planeten am Nachthimmel manchmal rückwärts zu laufen scheinen. Sie werden dann gerade von der Erde auf ihrer Bahn überholt. Die Bewegung der Himmelskörper konnte dank Kepler nun auf der Basis von Naturbeobachtungen erklärt werden. Seine Werke fanden allerdings nur sehr zögerlich öffentliche Beachtung. Sein Ende fand das geozentrische Weltbild im Jahr 1687 durch Isaac Newton. Denn der britische Forscher lieferte die physikalische Grundlage für die Theorien und Berechnungen von Kopernikus, Galilei und Kepler. Mit seiner Himmelsmechanik schaffte er das Fundament für ein Weltbild auf der Basis physikalischer Gesetze. Beobachtungen der Natur, ihre Erklärung durch Naturgesetze und Vorhersagen aufgrund wissenschaftlicher Theorien formen seitdem unsere Beschreibungen der Erde. Nicht mehr Mythen und religiöse Dogmen. Newton erkannte, dass die Gesetze der Mechanik und physikalische Grundkräfte auf alle Himmelskörper wirken. Die Gravitation, dieselbe Kraft, die hier auf der Erde den Apfel vom Baum fallen lässt, hält auch den Mond auf seiner Bahn um die Erde. Und die Planeten auf ihrer Bahn um die Sonne. Dabei bestimmen die anziehende Gravitationskraft und die Geschwindigkeit eines Planeten die Form und Lage seiner Bahn. Mit Newtons Erkenntnissen war die Erde endgültig aus dem Zentrum der Welt gerückt. Die Sonne nahm nun die zentrale Stellung ein. Bis allerdings auch die Kirche den Bann gegen Werke mit heliozentrischem Inhalt aufhob, sollten noch viele Jahre vergehen.

5 Kommentare

5 Kommentare
  1. Die Übung zum Video fällt tatsächlich sehr knapp aus. Außerdem ist die Fragestellung sehr unklar.

    Von Michael Brust, vor etwa einem Monat
  2. lol

    Von Koenig Heidi, vor 6 Monaten
  3. lol

    Von Quyenlinhdao, vor etwa einem Jahr
  4. lol

    Von Jojomum1969, vor mehr als einem Jahr
  5. lol

    Von Felix Sommer, vor fast 2 Jahren
30 Tage kostenlos testen
Mit Spaß Noten verbessern
Im Vollzugang erhältst du:

10.843

Lernvideos

44.318

Übungen

38.939

Arbeitsblätter

24h

Hilfe von Lehrer/
-innen

running yeti

In allen Fächern und Klassenstufen.

Von Expert/-innen erstellt und angepasst an die Lehrpläne der Bundesländer.

30 Tage kostenlos testen

Testphase jederzeit online beenden