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Weltbild – Neuzeit 03:48 min

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Transkript Weltbild – Neuzeit

Die Sonne war durch die Newtonschen Gesetzten zum Zentrum unseres Universums geworden, doch auch dieses Weltbild wurde bald in Frage gestellt. Wichtig hierfür war eine Entdeckung des Physikers Joseph von Fraunhofer im Jahr 1814. Er zerlegte das Licht von Sonne und Planeten mit einem Prisma in seine Regenbogenfarben, er erzeugte also ein Spektrum des Lichtes. Dabei stellte er fest, dass das Licht der Planeten im Wesentlichen dem Licht von der Sonne entspricht, denn es wird von den Planeten reflektiert. Bald konnten die dunklen Linien im Spektrum als Informationen über die chemische Zusammensetzung der Sonne interpretiert werden. Kurz darauf erkannte man, dass es sich bei Sternen um ferne Sonnen handeln muss. Ihre Spektren ähneln dem Spektrum unserer Sonne, sind allerdings nicht gleich. Damit war klar, unsere Sonne ist keineswegs der Mittelpunkt des Universums, sie ist dort nur eine von vielen Milliarden Sternen. Und nicht einmal unsere Heimatgalaxie, die Milchstraße, ist etwas Außergewöhnliches. Das entdeckte der amerikanische Astronom Edwin Hubble im Jahr 1923. Er beobachtete den Andromeda Nebel mit einem damals hochmodernen, leistungsfähigen Teleskop. Dabei erkannte er, dass der vermeintliche Nebel nichts anderes ist als eine weitere Galaxie, ähnlich der unseren. Heute wissen wir, dass es im Kosmos unzählige Galaxien unterschiedlichster Form und Größe gibt, auch unsere Milchstraße ist nur eine von vielen. All diesen modernen Erkenntnissen liegt die Annahme zugrunde, dass die physikalischen Gesetze überall im Universum auf die gleiche Weise gelten. Wäre dies nicht der Fall, könnten wir keine Aussagen über weit entfernte Objekte treffen und schon gar nicht über die Entwicklung unseres Universums seit dem Urknall. Es gibt jedoch bis heute keinen Grund an dieser Annahme zu zweifeln. Satelliten haben dazu beigetragen unser Bild der Erde noch weiter zu verfeinern. Denn ihre Aufnahmen ermöglichen uns nicht nur eine immer genauere Vermessung unseres Planeten, ihre Daten zeigen auch, dass unsere Erde keine reine Kugel ist, stattdessen sorgt die schnelle Drehung des Planeten dafür, dass er an den Polen leicht abgeplattet und am Äquator leicht ausgewölbt ist. Genaue Messungen der Erdschwerkraft enthüllen noch ein ganz anderes Bild, denn wenn man die Stärke des Schwerefeldes darstellt, gleicht unsere Erde eher einer ausgebeulten Kartoffel als einer glatten Kugel. Bereiche mit besonders hoher oder niedriger Schwerkraft erscheinen in dieser Darstellung als Beulen oder Senken. Auch heute ist unser Bild der Welt und des Universums noch lange nicht vollständig. Seit dem Beginn der Raumfahrt liefern uns Sonden immer wieder neue überraschende Erkenntnisse über andere Planeten. Dank immer leistungsfähigere Teleskope blicken Astronomen immer tiefer in das Weltall hinein. Neue Technologien helfen uns außerdem auch unserem Planeten immer präziser zu erforschen. Die Geschichte der Weltbilder wird also weitergehen, denn solange wir Menschen auf der Erde leben und nach neuen Erkenntnissen suchen, wird sich auch unser Weltbild weiter wandeln.