30 Tage kostenlos testen:
Mehr Spaß am Lernen.

Überzeugen Sie sich von der Qualität unserer Inhalte.

Weitblick ins All 03:27 min

Textversion des Videos

Transkript Weitblick ins All

Für die Überwachung des Weltalls wurde auf der hawaiianischen Insel Maui der entscheidende Schritt nach vorne gemacht. Hier in 3000 Metern Höhe, mitten im Pazifik, steht der Prototyp PS1: Eines neuartiges Beobachtungs- und Frühwarnsystems namens Pan-STARRS. Professor Rolf Kudritzki, Direktor des Institutes für Astronomie an der Universität von Hawaii, ist mit der Sternwarte der neuesten Generation eine Sensation gelungen. Im Jahr 2010, wenn die gesamte Anlage fertiggestellt ist, werden vier Teleskope gemeinsam die weltweit leistungsstärkste Einrichtung zur weiträumigen Überwachung des Alls bilden. Leistungsfähiger als alle anderen bisherigen Systeme zusammen. Bei der Beobachtung des Weltraums haben Astronomen ein großes Problem: ihr kleines Blickfeld. Erst mit PS1 erfassen sie einen riesigen Himmelsauschnitt. Ein Bereich gut neunzig Mal so groß wie die Fläche des Mondes. Dafür benutzen sie eine revolutionäre Technik: Kamerachips mit 1,5 Milliarden Pixel, hundertmal so viel wie der beste digitale Fotoapparat. In jedes der vier Teleskope wird solch ein Gigasensor eingebaut, so gelingt es mehr Sternenlicht einzufangen als je zuvor. Die Pan-STARRS´s Kameras verfügen über eine tausendmal höhere Empfindlichkeit als die herkömmlichen Fotoplatten. Die sogenannte Quantenausbeute liegt beinahe zu hundert Prozent. Fast keines der eintreffenden Photonen, also Lichtteilchen aus dem All, bleibt so unerkannt. „Wir können an verschiedenen Stellen der Kamera sehr kurz belichten, damit decken wir die hellen Objekte ab und an anderen Bereichen der Kamera belichten wir sehr viel länger und damit entdecken wir die lichtschwachen Objekte und können somit helle und lichtschwache Objekte gleichzeitig beobachten.“ Der direkte Vergleich zeigt: Mit der neuen Technik können die Astronomen ungleich schärfere Bilder des Universums machen. Noch steht der Prototyp der neuen Anlage auf Maui, bis 2010 soll er aber auf die Nachbarinsel Hawaii umziehen, auf den Gipfel des Mauna Kea, dort stehen schon viele der weltgrößten Observatorien. Die Bedingungen hier sind ideal, denn die Wissenschaftler haben gleichzeitig einen Blick auf Nord- und Südhimmel. Doch Mauna Kea ist nicht nur ein Berg der Wissenschaft, für die Einheimischen ist das ein heiliger Berg, den es zu respektieren gilt. Vor zehntausend Jahren, so heißt das, stießen die Vorfahren der Hawaiianer mit ihren Kanus von hier aus in unbekannte Welten vor. „Man kann nur als Astronom, es ist mein Teleskop und die Inseln, die ich entdecke sind Galaxien, die vor mir, vor mir noch nie ein Mensch gesehen hat.“ Kudritzkis Entdeckungen liegen in Regionen, aus denen noch Millionen weitere Himmelsinseln auftauchen können.