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Drehimpuls 07:09 min

Textversion des Videos

Transkript Drehimpuls

Hallo und herzlich willkommen. Ich bin Niklas und wünsche euch nun viel Spaß mit meinem Video über den Drehimpuls. Ich beginne mein Video mit einer kurzen Wiederholung zum Impuls. Wie man im Namen schon erahnen kann, können wir über den Impuls einen Bezug zum Drehimpuls herstellen. Am Ende gibt es dann noch zwei Beispiele, die euch das Verständnis erleichtern werden. Kommen wir also nun zum Impuls. Der Impuls ist definiert als Masse mal Geschwindigkeit, P=mv, und hat die Einheit Kilogramm mal Meter pro Sekunde. Der Impuls im Raum ist eine konstante Größe der geradlinigen Bewegung, der sogenannten Translationsbewegung, sofern alle äußeren Kräfte vernachlässigt werden, also null sind. Eine äußere Kraft wäre zum Beispiel die Reibungskraft. Translationsbewegung oder Translation bedeutet, dass sich alle Punkte eines Körpers in dieselbe Richtung bewegen. So wie diese grüne Kugel, die sich ohne zu drehen, von links nach rechts bewegt. Nun ein kleines, anschauliches Beispiel zum Impuls. Wir haben hier eine nicht rotierende Kugel aus geeignetem Material mit einer Masse m_1, zum Beispiel zehn Kilogramm, die sich mit einer konstanten Geschwindigkeit v_1 von links nach rechts bewegt. Ihr Impuls vor dem Stoß ist demnach m1v1. Trifft diese Kugel auf eine zweite, identische, ruhende Kugel, so gibt sie im Falle eines total elastischen Stoßes ihren gesamten Impuls an diese weiter. Nebenbei: Ein elastischer Stoß ist ein Stoß, bei welchem keine Energie durch Reibung oder Verformung des Materials verloren geht. Der Impuls der gestoßenen Kugel nach dem Stoß ist nun m2v2. Da der Impuls konstant beziehungsweise erhalten bleibt, muss der Impuls vor dem Stoß gleich dem Impuls nach dem Stoß sein. Wie man hier sieht, sind die Massen der Kugeln identisch, also m1 ist gleich m2. Daraus folgern wir, dass die Geschwindigkeit v1 gleich der Geschwindigkeit v2 sein muss. Trifft hingegen eine Kugel mit kleinerer Masse auf eine Größere und gibt ihren gesamten Impuls auf diese ab, so bewegt sich diese Kugel mit geringerer Geschwindigkeit fort. Kommen wir nun zum Drehimpuls und beginnen das Thema mit einem Beispiel, der Pirouette. Ähnlich wie beim Impuls, so ist auch der Drehimpuls eine erhaltende Größe, sofern keine äußeren Kräfte wirken. Der Drehimpuls ist eine erhaltende beziehungsweise konstante Größe der Rotations- oder Drehbewegung. In unserem Beispiel beginnt die Eiskunstläuferin sich mit ausgestreckten Armen zu drehen. Ohne äußere Kräfte wie zum Beispiel Reibung würde sie sich unendlich lange drehen. Zieht sie nun ihre Arme näher an ihren Körper, dreht sie sich nun plötzlich schneller, obwohl keine äußeren Kräfte gewirkt haben. Jedoch hat sich ihre Massenverteilung durch das Anziehen der Arme verändert, ist also näher an ihre Drehachse gerutscht, was folglich eine schnellere Drehgeschwindigkeit bewirkt. Dies ist eine Folge der Drehimpulserhaltung. Und wir erkennen hierbei, dass es nicht nur wie beim Impuls auf die Gesamtmasse, sondern auch auf die Massenverteilung ankommt. Für Punktmassen, die sich auf einer kreisförmigen Bahn mit Radius r bewegen, können wir für den Drehimpuls eine Formel formulieren. Der Betrag des Drehimpuls L=mvr. Diese Formel kann auch umgeschrieben werden. Wir wissen, dass mv der Impuls P ist, und können somit für den Drehimpuls L=Pr schreiben. In dieser Skizze für eine kreisende Punktmasse mit Radius r, Masse m und Geschwindigkeit v soll euch klar werden, wie sich der Drehimpuls aus diesen Größen zusammensetzt. Also, mv*r ist nun der Drehimpuls L. Der Drehimpuls bekommt den großen Buchstaben L und ist definiert als Masse mal Geschwindigkeit mal einem Radius r. Die Einheit ist Kilogramm mal Meter Quadrat durch Sekunde. Wie der Impuls, so ist auch der Drehimpuls eine konstante Größe, sofern die äußeren Kräfte vernachlässigt werden. Im Gegensatz zum Impuls ist der Drehimpuls eine konstante Größe der Rotations- beziehungsweise Drehbewegung. Man sagt auch, der Drehimpuls L ist ein Maß für den Schwung der Rotation. Ein weiteres Beispiel finden wir bei den Umlaufbahnen der Planeten um die Sonne. Wir nehmen zum Beispiel die Umlaufbahn der Erde um die Sonne. Die Erde umläuft die Sonne innerhalb eines Jahres genau einmal. Diese Umlaufbahn hat die Form einer Ellipse. Befindet sich die Erde in größerem Abstand zur Sonne auf dieser Ellipsenbahn, so wird sie sich dort langsamer bewegen, ihre Geschwindigkeit ist also kleiner, im Gegensatz zu Zeiten von kleineren Abständen. Dort ist ihre Geschwindigkeit größer. Auch dies ist eine Folge der Drehimpulserhaltung. In Bewegung sieht das ganze nun so aus. So, was haben wir heute gelernt? Der Impuls P ist eine konstante Größe der Translation, der Drehimpuls L ist eine konstante Größe der Rotation. So, ich hoffe nun, euch hat das Zuschauen Spaß gemacht. Ich sage ciao und bis zum nächsten Mal, euer Niklas.

4 Kommentare
  1. Nikolai

    Du hast recht, bei der Eiskunstläuferin handelt es sich um die Rotation eines starren Körpers. Das Video handelt allerdings nicht nur von Punktmassen sondern vom Drehimpuls, und der spielt ja in beiden Fällen eine Rolle. Die Punktmasse auf der Kreisbahn ist auch nur ein besonders einfacher Spezialfall eines starren Körpers mit dem Trägheitsmoment J=m*r^2. Zusammen mit der Beziehung zwischen Bahngeschwindigkeit und Kreisfrequenz omega=v/r eingesetzt in die Drehimpulsformel für den starren Körper L=J*omega ergibt die Punktmassenformel L=m*v*r!

    Du siehst also, ganz fehl am Platz ist das Beispiel nicht, ich kann deine Verwirrung aber verstehen. Vielleicht hätte in dem Video noch deutlicher betont werden sollen das die angegebene Formel nur für Punktmassen auf einer Kreisbahngilt.

    Von Nikolai P., vor fast 6 Jahren
  2. Default

    Vielen Dank, ich glaube, ich hab das jetzt verstanden. Es geht in dem Video eigentlich um Punktmassen, für die die Formel L=mvr gilt. Ich finde im Nachhinein das Beispiel mit der Pirouette etwas verwirrend, denn bei der Eiskunstläuferin handelt es sich um die Rotation starrer Körper um eine Achse, stimmt's? Da gilt eine andere Formel, nämlich L= J*omega. Richtig?

    Von Elisabeth 1, vor fast 6 Jahren
  3. Nikolai

    @Elisbeth1: Die Formel L=m*r*v gilt NICHT für die Eiskunstläuferin. Sie gilt nur für einen Massenpunkt der Masse m der sich mit der Geschwindigkeit v auf einer Kreisbahn mit Radius r bewegt. Die Eiskunstläuferin ist vielleicht dünn wie ein Strich, aber ich würde sie trotzdem nicht als Massenpunkt bezeichnen :-). Also, was ändert sich bei der Eiskunstläuferin? Vernachlässigen wir die Reibung ist ihr Drehimpuls erhalten, L=konst., dies ist die Kernaussage des Videos. Ihre Masse ändert sich auch nicht - nur weil sie ihre Arme anzieht wird sie ja nicht leichter.

    Aber ihre Massenverteilung ändert sich, sie rückt durch das Anziehen der Arme näher an die Drehachse, als Folge erhöht sich ihre Drehgeschwindigkeit. Der Drehimpuls der Eiskunstläuferin hängt also von der Massenverteilung und der Drehgeschwindigkeit der Eiskunstläuferin ab. Ändert man eine der beiden Größen, so muss sich die Andere in dem Maße ändern, das der Drehimpuls konstant bleibt. Leider kann ich dir keine Formel hierzu angeben, denn die Größe, die die Massenverteilung beschreibt - das Trägheitsmoment, kann nicht ohne Integralrechnung definiert werden, und Integralrechung wirst du erst in der 11. Klasse in Mathematik lernen....

    Falls du es aber nicht abwarten kannst, dann schau dir doch mal diese Videos an:

    http://www.sofatutor.com/physik/videos/das-traegheitsmoment-j

    http://www.sofatutor.com/physik/videos/der-drehimpuls-l
    Glg Nikolai

    Von Nikolai P., vor fast 6 Jahren
  4. Default

    Ich verstehe das mit der Massenverteilung nicht ganz. Wenn die Eiskunstläuferin die Arme an den Körper zieht: was ändert sich dann: m oder r, oder beides? Bleibt L in beiden Fällen gleich? Die Geschwindigkeit ändert sich ja auf jeden Fall. Aber eigentlich ändern sich doch alle Größen: m und r in Bezug auf die Drehachse und v und L?
    Vielen Dank!

    Von Elisabeth 1, vor fast 6 Jahren