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Nachhaltig Bauen – Grundschicht und Bodenplatte 06:04 min

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Transkript Nachhaltig Bauen – Grundschicht und Bodenplatte

Erneut wird das Grundstück vermessen und die Eckpunkte des Gebäudes werden markiert. Auf dieser Grundlage wird mit Brettern, Kanthölzern und Schnüren das Schnurgerüst gebaut, das alle wichtigen Linien markiert. „Mein Name ist Kuhlmann von der Firma Besaubau. Ich bin der bauleitenden Maurer hier für diese Durchführung der Rohbauarbeiten. Und wir sind im Moment in der Grundlage, die Abwässerungskanäle zu legen als ersten Arbeitsgang. Und dann die anschließende Fundamentgründung.“ Mit der Wasserwaage wird geprüft, ob die Rohre Gefälle Richtung Kanalisation haben. Sie verlaufen frostsicher unter der Bodenplatte der Häuser. „Das bleibt so“ „Jetzt gehen wir damit“ „Hier noch“ „Hier außen rum. Hier, Trennrinne. Ein bisschen schräg messen, dann hat man statt sechs Meter, sechs Meter zehn. Oder was weiß ich jetzt. Dann ist es deswegen ist es vomnöten, dass man die Vermessung hat, dass wir Schnüre vernünftig spannen können, dass wir parallel messen können.“ Immer wieder muss anhand der Pläne nachgemessen werden, ob die Werte stimmen. Jede Ungenauigkeit kann für die Beteiligten später teuer werden, wenn Folgeschäden entstehen. Auf der Bodenfläche wird jetzt eine Schicht aus grobem Splitt eingebracht, die der Bodenprüfer zur Wasserableitung verlangt hat. Darin werden die Leitungen verlegt und anschließend ein Streifenfundament für die frostsichere Gründung errichtet. Der Plan des Statikers zeigt die genaue Lage der Bewährung für das Fundament. Die drei Häuser haben eine gemeinsame Bodenplatte. Jetzt werden standardisierte Stahlmatten angeliefert und mithilfe vorgebogener Stahlstäbe und Bindedraht zu dreidimensionalen Gebilden verflochten, die später ganz von Beton umschlossen werden. Immer wieder hat der Polier Fragen an dem Bauleiter, denn regelmäßig werden Pläne geändert oder an die Wirklichkeit angepasst. Alle Beteiligten müssen im ständigen Dialog miteinander stehen. Im Bürocontainer werden alle verbindlichen Baupläne aufbewahrt, um Unstimmigkeiten sofort zu klären. „Ja, das heißt wir machen. Ich lasse einfach das...“ „Vielleicht ruhig in den Keller?“ „In diesen Grundriss machen wir oben und unten die Maßkette darein. Einmal bitte dahin und das Maß. Dann hat man's auf einen Blick.“ Die Betonbauer müssen die Bewährungsstähle vor Ort mühsam mit Rödeldraht zusammenbinden. Der Polier der Hochbaufirma hat jetzt alles unter seiner Kontrolle. Er koordiniert die Anlieferung von Material. Er setzt die Leute ein und ist für die Umsetzung der Pläne verantwortlich. Er verwaltet das Material und sorgt dafür, dass ein Kran rechtzeitig zum Gießen der Bodenplatte einsatzbereit ist. Dieser Bewährungskorb wird in Verbindung mit Beton später das Gewicht einer ganzen Hausseite aufnehmen und die Lasten in den Baugrund ableiten. Zum Abschluss der Armierungsarbeiten kommt ein Prüfstatiker auf die Baustelle und überwacht die Umsetzung der Planungsvorgaben. Erst, wenn er die Pläne abzeichnet, darf mit dem Betonieren begonnen werden. Er achtet besonders darauf, dass die vorgegebene Betondeckung eingehalten wird, damit der Stahl später nicht rosten kann. „Hier kommen konzentriert Lasten an, weil wir demnächst hier die Garageneinfahrt haben, sprich, große Öffnung. Bei großen Öffnungen ist's natürlich klar, dass die Last dann rechts und links runter muss. Hier haben wir ein Bereich, wo konzentriert Lasten runterkommen und durch die höhere Anzahl an Bewährungen werden die Lasten dann verteilt.“ „Dann gutes Gelingen! Bis demnächst.“ „Dankeschön.“ „Alles weitere morgen früh.“ „Schönen Feierabend“. Damit ist klar, dass am nächsten Morgen die Bodenplatte gegossen werden kann, auch bei Regen. Zum letzten Mal prüft der Polier, ob die Bewährung genau waagerecht in der Schalung liegt. Der Fundamentbeton kommt frisch gemischt auf die Baustelle. Das Betonwerk darf höchstens neunzig Minuten Fahrzeit entfernt liegen. Gefüllte Betonkübel können deutlich mehr wiegen als ein Auto. Beton besteht zu zwei Dritteln aus Gesteinskörnung, dazu Zement und Wasser. Jetzt muss der Beton ohne zu entmischen verteilt werden. „Das ist so ein Familiending im Grunde genommen, weil mein Papa ist Betonmischer gefahren und mein - Danke! – Bruder fährt Pumpe, Betonpumpe und ich war vier Jahre im Fernverkehr, in anderen Ländern auch und dann wollte ich im Nahverkehr zu Hause sein. Und mein Bruder dann ´Beton, Beton, Beton`. Ich wollte das gar nicht machen, aber im Grunde gefällt es mir doch.“ Mit der elektrischen Rüttelflasche werden Luftblasen entfernt. Die Oberfläche wird dann mit einem Glätter nachbearbeitet. Mit der Übergabe der Papiere wird genau dokumentiert, wann und ich welcher Qualität der Beton geliefert wurde. „Wie ein Trampolin.“ Nach wenigen Stunden ist die Bodenplatte fertig. Einen Tag später kann sie schon betreten werden. Nach achtundzwanzig Tagen hat der Beton seine Nenndruckfestigkeit erreicht. Damit kann die Bodenplatte das volle Gewicht der Häuser von über tausend Tonnen sicher tragen.