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Nachhaltig Bauen – Ausmessen und Anlegen der 1. Schicht 06:18 min

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Transkript Nachhaltig Bauen – Ausmessen und Anlegen der 1. Schicht

Das Anlegen der ersten Mauerschicht beginnt mit dem Ausmessen. Mit einem Schnurgerüst werden die Mauerecken markiert. Auf einer dünnen Mörtelschicht wird eine Bitumenbahn ausgelegt. 15 cm Überstand reichen, um sie später an die Bodenplatte zu kleben. Die Abdichtungsbahn sichert die Wände zuverlässig vor aufsteigender Feuchtigkeit. Die erste Mörtelschicht muss überall exakt waagerecht sein. Mit dem Lasergerät wird die Höhe millimetergenau ausgemessen. Der Empfänger zeigt durch Pfeile und Dauerton an, dass er auf einer Ebene mit dem Laserstrahl liegt. „Es geht um Millimeter, das macht so einen Laser aus.‟ Zunächst wird die höchste Stelle der Bodenplatte ermittelt. Alle tieferen Stellen werden durch die Mörtelschicht ausgeglichen. Die Ausgleichsschicht trägt das gesamte Haus. Dafür ist Zementmörtel der Mörtelgruppe drei vorgeschrieben, eine Mischung aus Sand und Zement mit höchster Druckfestigkeit. Die anderen Mörtelgruppen mit Kalkbeimischung sind dafür nicht geeignet. „Das ist ein reiner Zementmörtel, der wird also ähnlich hart wie Beton. Eben auch genau aus dem Grund, weil der halt das ganze Haus tragen muss hier in der ersten Schicht.‟ Damit der Zement nicht haften bleibt, werden Arbeitsgeräte sofort nach Benutzung mit Wasser abgespült. Das Anlegen der Mörtelschicht gelingt mit einem Justiergerät auf den Millimeter genau. Es wird am Schnurgerüst ausgerichtet und ist mit drei Schrauben exakt einstellbar. Durch den Laserempfänger oben am Stab kann die Höhe genau ermittelt werden. Die Wasserwaage zeigt die waagerechte Ausrichtung an. Hier ist Sorgfalt gefragt und umsichtige Maurer drehen die Wasserwaage auch noch einmal um. Jetzt wird der Mörtel mit der Viereckskelle auf der Sperrschicht verteilt. Das Abziehen mit der Richtlatte ergibt eine ebene Oberfläche, kleine Korrekturen kann man mit der Dreieckskelle vornehmen. „Geht immer die Diskussion, ob das jetzt wirklich schneller geht oder womöglich noch länger dauert, weil man am Anfang die Mörtelfuge aufzieht über weite Bereiche, ohne dass überhaupt ein Stein angefasst wird. Und wenn man dann nachher die Steine einfach nur draufsetzt, dann wird dieser Rückstand wieder aufgeholt, weil das geht dann sehr schnell.‟ So wird die Mörtelschicht für das ganze Haus möglichst durchgehend angelegt. Mit dem Greifer werden die schweren Poroton-Ziegel vorsichtig auf den Mörtel gesteckt. Sie ziehen Wasser aus dem Mörtel und stellen damit eine Verbindung her. Die Steine haben eine Normstärke von 36,5 cm und sind mit Dämmstofffüllung oder Luftkammern ausgestattet. So sind sie stark wärmeisolierend. Die Ausrichtung der ersten Schicht muss besonders genau sein. Entlang der Richtschnur werden die Ecken gesetzt, dann ausgemauert und die Lücken geschlossen. Durch das Wasserziehen der Ziegel können sie nur kurze Zeit nach dem Setzen noch bewegt werden. Da die Steine bis zu 18 kg wiegen, ist der Greifer für die Handhabung sehr praktisch. Zollstock, Wasserwaage und Gummihammer helfen beim Ausrichten. Mit der wassergekühlten Blocksäge können auch gefüllte Poroton-Ziegel sehr genau zugeschnitten werden. Bei der Arbeit an der Säge ist es wichtig, einen Gehörschutz zu tragen, denn die hohen Frequenzen können die Ohren schnell schädigen. Mit einem passend zugesägten Teil werden die Lücken geschlossen. Damit ist sichergestellt, dass die Außenwand an jeder Stelle dieselben Eigenschaften besitzt. „Wärmedämmung ist vor allen Dingen eingeschlossene Luft in winzig kleinen Kammern bei möglichst geringer Masse. Deswegen versuchen wir natürlich in solchem Mauerwerk, große Lufteinschlüsse zu vermeiden, weil da die Luft wieder drin zirkulieren kann und die Wärme von der Warmseite zur Kaltseite transportiert.‟ Die winzig kleinen Luftkammern in dem porosierten Ton und in der Füllung mit Perlit-Kügelchen, bremsen den Wärmetransport durch den Poroton-Ziegel erheblich ab. Der Baustoff hat eine Wärmeleitfähigkeit von Lambda 0,07.