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Kleben in Handwerk und Industrie – Bau eines Schubkastens 05:19 min

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Transkript Kleben in Handwerk und Industrie – Bau eines Schubkastens

Im Alltag unverzichtbar: Schubkästen. Sie bieten Stauraum für allerhand Gebrauchsgegenstände. Die Bauteile sind durch häufiges Öffnen und Schließen einer besonderen Beanspruchung ausgesetzt. Wie löst ein Tischler diese Herausforderung? Für die geplante Küchenzeile haben die Auszubildenden des Felix-Fechenbach-Berufskollegs schon einige Werkstücke bearbeitet. Nächster Arbeitsschritt ist der Bau eines Schubkastens. Der Schubkasten befindet sich in diesem Schrank und der soll jetzt gefertigt werden. Könnt ihr mal zeigen, wie die einzelnen Stücke des Schubkastens zusammengehören? Also die Langen hier sind die Seitenteile. Die kommen hier dran. Und hier ist das andere Stück, das hintere. Und hier noch die Front, die vorne hinkommt. Was schlagt ihr vor, welche Verbindung können wir dafür wählen? In diesem Fall würde ich den Schubkastenboden einnuten und die Seiten mit dem Hinterstück und dem Vorderstück mit Dübeln versehen. Beim Öffnen und Schließen des Schubkastens ist die Klebung der beiden Seitenteile mit dem Vorder- und Hinterteil starken Schub- und Zugbeanspruchungen ausgesetzt. Um den Belastungen dauerhaft standzuhalten, werden die Klebeflächen konstruktiv mit Holzdübeln verstärkt. Die Dübel sind an den Seiten geriffelt. Wozu dienen denn diese Riffel? Das sorgt einmal dafür, dass der Leim aus der Bohrung rausquellen kann am Dübel vorbei und man so auch eine höhere Leimfläche hat, größer. Sehr gut. Die Gruppe entscheidet sich für einen geeigneten Klebstoff. In diesem Fall reicht das völlig aus, einen D2-Klebstoff zu nehmen, da ja der Schubkasten keinen hohen Feuchtigkeiten ausgesetzt ist und keiner hohen Hitze. Lisa, Tim und Manuel studieren die Herstellerhinweise zu dem D2-Klebstoff. Nach DIN EN 205 eignen sich D2-Holzklebstoffe für Anwendungen im Innenbereich mit gelegentlicher kurzzeitiger Einwirkung von abfließendem Wasser oder Kondenswasser und/oder gelegentlich hoher Luftfeuchte mit einem Anstieg der Holzfeuchte bis 18 Prozent. Dispersionsklebstoffe der Beanspruchungsgruppe D2 binden nur physikalisch ab. Sie sind weit verbreitet und werden allgemein als Holzleim bezeichnet. Um die Löcher für die Holzdübel richtig zu setzen, arbeitet Manuel mit einer modernen CNC-Maschine. Die Steuerung dieser Anlage ist Bestandteil seiner Weiterbildung zum staatlich geprüften Holztechniker. Mit einem Vakuumsystem wird das Werkstück fixiert. Dann arbeitet die Maschine die Bohrungen und Fugen nach den vorher eingestellten Maßen automatisch ab. Das Ergebnis der maschinellen Bearbeitung wird kritisch begutachtet. Julia prüft die Passgenauigkeit, bevor weitergearbeitet werden kann. Die Dübelmaße stimmen mit den Lochtiefen überein. Auch bei D2- Dispersionsklebstoffen müssen die vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen eingehalten werden. Bei Zimmertemperatur und Raumklima können Dispersionsklebstoffe ideal verarbeitet werden. Staub- und Fettpartikel werden entfernt, um eine gute Klebverbindung zu gewährleisten. Nun kann der Klebstoff aufgetragen werden. Julia befüllt nacheinander alle Bohrlöcher. Die Menge ist abhängig von der Bohrlochtiefe, dem Durchmesser und der Dübelart. Wenn nach dem Setzen des Dübels kleine Klebstoffperlen aus dem Bohrloch austreten, wurde der Dübel vollständig benetzt. Durch die Benetzung mit dem Klebstoff absorbiert der Dübel einen Teil des Dispersionswassers und quillt leicht auf. Die vergrößerte Klebfläche erhöht die Haftung zwischen den Fügeteilen deutlich. Klebverbindungen mit Holzdübeln konstruktiv zu verstärken, ist ein bewährtes Mittel in der Tischlerei. Oft würden einfach Klebungen ohne diese Maßnahmen den Zug- und Schubbeanspruchungen bei Möbeln nicht standhalten. Am Schluss stecken Julia und Lisa den Schubkasten zusammen. Mit Schraubzwingen fixieren sie das Werkstück. Prima! Der Schubkasten ist fertig. Gut geklebt. Jetzt können wir den erstmal so stehen lassen. Ich denke so in ein, zwei Stunden können wir dann auch die Zwingen losnehmen Aber jetzt ist Feierabend und zur nächsten Schicht treffen wir uns dann wieder und dann können wir ihn weiterverarbeiten. Nach 48 Stunden hat die Klebung ihre Endfestigkeit erreicht.