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Decken und Dächer – Bau eines Schornsteins 07:30 min

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Transkript Decken und Dächer – Bau eines Schornsteins

Ein Schornstein ist ein eigenständiges Bauteil, das aus speziellen Elementen in einem Gebäude aufgebaut wird. Verwendet werden spezielle Porotonziegel, ein wärmeisoliertes Keramikinnenrohr, Fugenkleber und Reiniger, eine Revisionstür, eine Deckplatte und ein Windaufsatz. „Das ist also der Fertigfuß, der is der erste Meter 25 werksseitig vorgefertigt. Wichtig ist in dem Zusammenhang, wenn er angeliefert wurde, dass man nochmal die Lage des Reinigungstüranschlusses kontrolliert. Dazu einfach die Tür aufmachen, reinschauen und dann eben schauen, dass auch wirklich der Reinigungstüranschluss parallel zur Reinigungstür liegt.“ Der Aufbau beginnt im Keller. „Das ist gegen aufsteigende Feuchtigkeit, für den Fall, dass hier mal irgendwo Wasser austritt. Dass quasi die Feuchtigkeit nicht im Schornstein hochziehen kann, weil das immer dann länger dauert, bis man sie wieder loswird. Feuchtigkeit, die hier auf der Teerpappe steht, die kann man ganz leicht wegtrocknen, bloß was im Stein drin ist, das dauert halt.“ Für den Schornsteinfuß wird eine Schicht Zementmörtel vorbereitet. Sie trägt das gesamte Gewicht des Schornsteins. „Jetzt könnte also theoretisch das Bauteil kommen.“ Mithilfe des Krans wird der vorgefertigte Schornsteinfuß in den Keller herabgelassen. „Machst du mal langsam?“ „Ist bündig?” „Ja. Jetzt kann ab.“ Mithilfe der Wasserwaage erfolgt die präzise Ausrichtung. Der Fuß muss so exakt stehen, dass der mehr als 15 Meter hohe Schornstein an der vorgesehenen Stelle am Dach ankommt. „Wie bei einer Planziegelwand der erste Stein, beziehungsweise der Fertigfuß muss absolut planeben ausgerichtet werden, damit man halt auf der Basis dann weiter hoch kommt. Dann passt also, günstigstenfalls passt das dann oben unterm Dach auch noch. Wenn man also die Abdeckplatte draufklebt, ist die automatisch gerade.“ Für das Hochmauern wird ein Reinigungspfropfen vorbereitet. „Da fällt kein Mörtel mehr rein, wenn dieser Schwamm da drin ist, weil der sonst unten das Loch verstopfen würde. Und den muss man dann mühselig wieder rauswühlen.“ Der trockene Porotonschornsteinziegel wird angefeuchtet, damit der Zementmörtel noch genug Feuchtigkeit zum abbinden hat. Für die Verklebung des Innenrohres, wird ein säurefester Spezialzement sorgfältig angerührt. Damit ist sichergestellt, dass später keine Rauchgase nach außen dringen können. Stein auf Stein werden die einzelnen Elemente aufgemauert und ausgerichtet. „Also das ist jetzt hier in dem Fall ein Luftabgasschornstein. Wesentlicher Unterschied zu den normalen Schornsteinen ist eben der umlaufende Ringspalt und die Rohrsäule ist wärmegedämmt und innen befindet sich das Schamotterohr. Die Feuerstatt ist eben geeignet, beziehungsweise der Schornstein ist geeignet für den Anschluss von Feuerstätten für feste Brennstoffe in raumluftunabhängiger Betriebsweise.” Nach dem Setzen des Rohres wird der Reinigungsschwamm nachgezogen. An jede gewünschte Stelle kann ein Feuerstättenanschluss gesetzt werden. Über das feuerfeste Innenrohr werden heiße Abgase nach oben abgeführt. Über den Ringspalt kommt Frischluft vom Dach. Das Feuer brennt unabhängig von der Raumluft. Das Innenrohr wird durch Abstandhalter aus Edelstahl zentriert. Wenige Stunden später hat der Schornstein schon den Dachstuhl erreicht. Ab hier wird der gesamte obere Teil mit Gewindestangen zusammengeschraubt und damit sturmsicher gemacht. Zusätzlich wird der Schornstein noch am Dachstuhl verankert und verschraubt. Mindestens 40 Zentimeter muss der Schornstein später über diesen Dachfirst ragen. Die Abdeckplatte sichert den Schornstein auch gegen Feuchtigkeit. Sie wird mit den Gewindestangen sturmsicher verschraubt. „Das ist das sogenannte Abströmkopf, der ist jetzt aerodynamisch geprüft. Die Abgase werden hier oben abgeleitet und Sinn und Zweck der ganzen Geschichte ist, dass eben die Abgase nicht wieder als Verbrennungsluft angesaugt werden. Das darf also keinen Kurzschluss geben, keine Rückströmung.” Damit ist der Schornstein gesetzt. Nach dem Reinigen ihrer Arbeitsgeräte haben die Maurer ihre Arbeit abgeschlossen. Jetzt müssen die Dachpfannen an dem Schornstein angeschlossen und das Dach rundherum eingedeckt werden. Die Dachdecker verkleiden den Schornstein mit Holz und schaffen mit biegsamem Bleiblech einen dauerhaften Übergang auf die Dachpfannen. „Ja, das Blei, das kann ich richtig schön bearbeiten, das ist einfach, ich finde das besser. Ich sag, wenn das früher gut war, dann ist das heute auch gut.” Jetzt kann der Schornstein mit den Dachpfannen eingedeckt und mit der Bleimanschette verbunden werden. Erst wenn das Dach eingedeckt ist erhält der Schornstein seine endgültige Verkleidung. Zum Beispiel mit aufgenagelten Schiefertafeln.