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„Faire faire” und „laisser faire” – Gebrauch

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Die Autor*innen
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Magdalena Sofatutor
„Faire faire” und „laisser faire” – Gebrauch
lernst du im 5. Lernjahr - 6. Lernjahr

Grundlagen zum Thema „Faire faire” und „laisser faire” – Gebrauch

Inhalt

Die Infinitivkonstruktionen faire faire und laisser faire

Wörtlich übersetzt bedeutet faire faire „machen machen“ und laisser faire „machen lassen“. Auf Französisch sind also zwei unterschiedliche Ausdrücke üblich, die im deutschen Sprachgebrauch jedoch mit nur einem Wort übersetzt werden, nämlich „lassen“. Es stellt sich deshalb die Frage: Wann benutzt man faire faire und wann laisser faire?

Faire faire und laisser faire – Verwendung

Die Infinitivkonstruktionen faire faire und laisser faire werden gebraucht, um zu unterscheiden, ob jemand den Befehl oder die Erlaubnis bekommt, etwas zu tun. Das erste faire in faire faire sowie laisser in laisser faire werden in ihrer Konjugation jeweils an das Subjekt und die Zeit des Satzes angepasst. Das faire am Ende beider Ausdrücke kann hingegen durch ein beliebiges Verb ersetzt werden, das dann im Infinitiv bleibt.

Faire faire und laisser faire – Unterschied

Mit faire faire wird ausgedrückt, dass jemand dafür sorgt, dass eine andere Person etwas tut – ihr also einen Befehl gibt.

Zum Beispiel:
Ma mère me fait manger des légumes. (Meine Mutter lässt mich Gemüse essen. → Sie sorgt dafür, dass ich Gemüse esse.)

Laisser faire verwendet man, wenn jemand einer Person die Erlaubnis gibt, etwas zu tun. Man könnte laisser qn faire qc also auch mit „zulassen, dass jemand etwas tut“ übersetzen.

Zum Beispiel:
Ma mère me laisse regarder la télé après le repas. (Nach dem Essen lässt mich meine Mutter fernsehen.) Faire_Faire_Laisser_Faire.svg

Faire faire und laisser faire – Beispiele

Hier noch einige Beispielsätze, die den Gebrauch von faire faire und laisser faire darstellen:

  • Tes parents te laissent sortir le soir ? Les miens me font rentrer à 20 heures. (Deine Eltern lassen dich abends ausgehen? Meine lassen mich um 20 Uhr nach Hause kommen.)
  • Les enfants laissent jouer le chien dans le jardin. (Die Kinder lassen den Hund im Garten spielen.)
  • La police m’a fait payer une amende. (Die Polizei hat mich eine Strafe zahlen lassen.)
  • Ma mère ne me laisse pas jouer des jeux vidéo. (Meine Mutter lässt mich keine Videospiele spielen.)

Wende die Ausdrücke faire faire und laisser faire gleich in unseren Übungen an!

Transkript „Faire faire” und „laisser faire” – Gebrauch

Salut! C’est moi, Claire. In diesem Video wollen wir uns näher mit den Infinitivkonstruktionen mit faire und laisser beschäftigen. Man spricht dabei auch von faire faire und laisser faire. Was bedeuten diese Konstruktionen und worin unterscheiden sie sich in ihrer Bedeutung? Was muss man bei der Satzgliedstellung beachten, wenn man diese Konstruktionen verwendet? Beides kann man im Deutschen mit dem Ausdruck tun lassen beziehungsweise lassen übersetzen. Im Französischen allerdings haben diese beiden Konstruktionen verschiedene Bedeutungsnuancen. Als erstes zur Bedeutung von faire plus Infinitiv. Faire plus Infinitiv bringt zum Ausdruck, dass das Subjekt des Satzes eine Handlung veranlasst, die von jemand anderem ausgeführt wird. Das Subjekt hat hier die Initiative darüber, was gemacht wird. Zum Beispiel: Der Lehrer lässt die Schüler einen Text übersetzen. Le professeur fait traduire un texte aux étudiants. Die Initiative, den Text zu übersetzen, geht von der Lehrkraft aus. Die Schüler führen die Handlung aus. Man kann auch sagen, der Lehrer veranlasst die Schüler, einen Text zu übersetzen. Der Einfluss auf die Handlung geschieht von außen. Faire faire quelque chose à quelqu’un wird somit in der Bedeutung jemanden veranlassen, etwas zu tun gebraucht. Sehen wir uns nun die Bedeutung bei laisser plus Infinitiv an. Dazu erst einmal ein Beispiel. Pour traduire ce texte, le professeur laisse utiliser un dictionnaire aux étudiants. Um diesen Text zu übersetzen, lässt der Lehrer die Schüler ein Wörterbuch benutzen. Auch in diesem Fall kann man im Deutschen den Ausdruck lassen gebrauchen. Allerdings unterscheidet er sich in seiner Bedeutung zum ersten Beispiel. Hier hat lassen die Bedeutungsnuance von zulassen, etwas erlauben. Laisser faire quelque chose à quelqu’un meint also zulassen, dass jemand etwas tut. Wie verhält sich nun die Stellung der Objekte im Satz und wo stehen die Objektpronomen? Bei faire plus Infinitiv werden die Objekte folgendermaßen angeschlossen: faire faire quelque chose à quelqu’un. Die Objekte stehen nach dem Infinitiv, so, wie du im Beispiel sehen konntest: Le professeur fait traduire un texte aux étudiants. Ersetzen wir nun einmal das indirekte Objekt aux étudiants durch ein Pronomen, sodass wir sagen, der Lehrer lässt sie einen Text übersetzen. Auf Französisch: Le professeur leur fait traduire un texte. Du siehst, das indirekte Objektpronomen leur steht hier vor dem konjugierten Verb, also vor fait. Ersetzen wir nun auch noch das direkte Objekt un texte durch ein Objektpronomen, um zu sagen, der Lehrer lässt sie ihn übersetzen, so heißt das auf Französisch: Le professeur le leur fait traduire. Auch bei zwei Objektpronomen stehen diese geschlossen vor dem konjugierten Verb faire. Genauso verhält es sich bei laisser faire. Der Infinitiv samt angeschlossener Objekte heißt laisser faire quelque chose à quelqu’un. Auch hier stehen die Objekte direkt hinter dem Infinitiv. Pour traduire ce texte, le professeur laisse utiliser un dictionnaire aux étudiants. Ersetzen wir das indirekte Objekt aux étudiants wieder mit dem Objektpronomen leur, so sagt man auf Französisch le professeur leur laisse utiliser un dictionnaire, der Lehrer lässt sie ein Wörterbuch benutzen. Ersetzen wir nun auch das direkte Objekt un dictionnaire durch ein Objektpronomen, so sagt man, le professeur le leur laisse utiliser, der Lehrer lässt es sie benutzen. Sehen wir uns zum Schluss nochmal ein Beispiel zur Bedeutungsunterscheidung von faire faire und laisser faire an. Ses parents ne le laissent pas sortir. Ils le font rester à la maison. Seine Eltern lassen ihn nicht ausgehen. Sie lassen ihn daheim bleiben. Bei diesen Sätzen merkt man schnell, dass hier lassen eine unterschiedliche Bedeutung hat. Seine Eltern lassen ihn nicht ausgehen kann man auch umschreiben mit sie lassen nicht zu, dass er ausgeht, sie erlauben es ihm nicht. Bei dem zweiten Satz, den man zwar auch mit lassen übersetzen kann, würde man wohl eher sagen, sie zwingen ihn dazu, zu Hause zu bleiben. Also, hier wird schnell deutlich, dass laisser faire in der Bedeutung von zulassen gebraucht wird und faire faire meint jemanden veranlassen, etwas zu tun beziehungsweise sogar jemanden zwingen, etwas zu tun. Die Unterscheidung ist manchmal vielleicht nicht ganz einfach, aber solange du den Satz sinngemäß immer mit einer der folgenden Alternativkonstruktionen umformulieren kannst, kannst du überprüfen, ob es faire faire oder laisser faire heißen soll. Faire faire quelque chose à quelqu’un kann man im Deutschen umschreiben mit jemanden veranlassen, etwas zu tun, jemanden beauftragen, etwas zu tun oder jemanden zwingen, etwas zu tun. Laisser faire quelque chose à quelqu’un kann man im Deutschen übersetzen mit zulassen, dass jemand etwas tut, jemandem erlauben, etwas zu tun oder nicht verhindern, dass jemand etwas tut. Ich hoffe, das Video konnte dir dabei helfen, die unterschiedlichen Bedeutungen des deutschen Ausdrucks lassen im Französischen zu unterscheiden und zu lernen, wo die Objekte beziehungsweise Objektpronomen in einem Satz mit faire beziehungsweise laisser faire stehen können. Salut! À la prochaine!

3 Kommentare

3 Kommentare
  1. Gutes Viedeo

    Von Marisa M., vor etwa 3 Jahren
  2. Dankeschön :)
    Hab nicht aufgepasst und das war jetzt super!
    Ich liebe es, wie Sie Französisch aussprechen <33
    Bis auf weiteres
    :)

    Von Kugelfich, vor mehr als 3 Jahren
  3. Hat mir sehr geholfen. Merci:)

    Von Tanya Elshorst, vor etwa 7 Jahren

„Faire faire” und „laisser faire” – Gebrauch Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video „Faire faire” und „laisser faire” – Gebrauch kannst du es wiederholen und üben.
  • Gib an, welche Bedeutungen faire faire und laisser faire haben können.

    Tipps

    Grundlegend kann gesagt werden, wenn die Person, die die Handlung ausführt, eine Wahl hat, wird laisser faire benutzt, wenn es sich jedoch um Zwang oder einen Auftrag handelt, wird faire faire benutzt.

    Lösung

    Die Konstruktion faire faire qc. à qn. bedeutet, dass eine Handlung veranlasst oder beauftragt wird und dass jemand anderes sie ausführt. Es kann sogar bedeuten, dass jemand jemanden zwingt, etwas zu tun.

    Die Konstruktion laisser faire qc. à qn. bedeutet, dass jemand zulässt, erlaubt oder nicht verhindert, dass jemand etwas tut.

    Wenn nach den beiden Konstruktionen jeweils zwei Objekte folgen, dann ist die Person, die die Handlung ausführt, ein indirektes Objekt.

    Zum Beispiel:

    Il fait lire un livre aux étudiants (Er veranlasst, dass die Studenten ein Buch lesen). Hier ist un livre das direkte Objekt und aux étudiants das indirekte Objekt.

    Wenn jedoch nur ein Objekt folgt, ist dieses Objekt direkt.

    Zum Beispiel:

    Il le laisse partir (Er lässt ihn gehen). Hier ist le ein direktes Objekt.

  • Nenne die richtigen Sätze.

    Tipps

    Achte darauf, ob das Subjekt die Handlung veranlasst oder zulässt.

    Lösung

    Erster Satz: falsch. Der Lehrer lässt die Schüler hart arbeiten. Das bedeutet wohl eher, dass er sie dazu zwingt, hart zu arbeiten. Deshalb wäre hier eine Konstruktion mit faire angebracht: Le professeur fait travailler très dur ses élèves.

    Zweiter Satz: richtig. Meine Mutter „zwingt“ mich dazu, mein Zimmer sauber zu machen.

    Dritter Satz: richtig. Wir lassen die Katze heute Abend raus. Wir „lassen zu“, dass sie rausgeht.

    Vierter Satz: falsch. Dieser Satz würde bedeuten „Meine Eltern zwingen mich nicht, auf die Party zu gehen.“ Es handelt sich doch jedoch eher um eine Erlaubnis. Deshalb: Mes parents ne me laissent pas aller à la fête.

    Fünfter Satz: richtig. Ça me fait rire ist eine häufige Konstruktion und bedeutet „Es bringt mich zum Lachen“.

  • Entscheide, ob eine Verbform von faire oder laisser in die Lücke gehört.

    Tipps

    Benutze faire, wenn das Subjekt die Handlung veranlasst oder beauftragt und laisser, wenn es sie zulässt oder erlaubt. Achte auch auf die richtige Verbendung.

    Lösung

    Beachte die Grundregel: Wenn jemand eine Handlung veranlasst, erzwingt, oder beauftragt, dann wird faire benutzt. Wenn jemand eine Handlung zulässt, erlaubt oder nicht verhindert, dann wird laisser verwendet.

    1. Meine Mutter lässt nicht zu, dass ich Fußball spiele → laisser. Sie zwingt mich, meine Hausaufgaben zu machen → faire.
    2. Mein Chef zwingt mich, samstags zu arbeiten → faire.
    3. Ich zwinge ihn, die Wahrheit zu sagen → faire. Ich lasse nicht zu, dass er lügt → laisser.
    4. Seine Eltern lassen zu, dass er draußen spielt → laisser. Aber sie zwingen ihn, um 20 Uhr nach Hause zu kommen → faire.
  • Leite ab, wie du das Objekt durch ein Pronomen ersetzen kannst.

    Tipps

    Wenn in dem Satz zwei Objekte vorkommen, ist eins davon direkt und eins indirekt. Ein indirektes Objekt erkennst du leicht an der Präposition à.

    Die direkten Objektpronomen lauten le, la, les und die indirekten lui, leur.

    Lösung

    Grundregel: Wenn in dem Satz zwei Objekte vorkommen, ist eins davon direkt und eins indirekt. Wenn nur ein Objekt vorkommt, ist es direkt. Die direkten Objektpronomen lauten le, la, les und die indirekten lui, leur. Die Objektpronomen werden vor die konjugierte Form von faire oder laisser gestellt.

    1. Thomas ist hier das einzige Objekt, also ist er ein direktes Objekt. Au bureau ist nämlich kein Objekt, sondern die adverbiale Bestimmung des Ortes. Daher wird Thomas (männlich Singular) durch le ersetzt und vor die konjugierte Form von faire gestellt.
    2. Aux enfants ist ein indirektes Objekt, da la télé das direkte Objekt ist. Daher wird aux enfants (Plural) durch leur ersetzt und vor die konjugierte Form von laisser gestellt.
    3. À Julie ist ein indirektes Objekt, da un texte important das direkte Objekt ist. Daher wird à Julie (Singular) durch lui ersetzt und vor die konjugierte Form von faire gestellt.
    4. Anne ist hier das einzige Objekt, also ist sie ein direktes Objekt. Ce soir ist nämlich kein Objekt, sondern die adverbiale Bestimmung der Zeit. Daher wird Anne (weiblich Singular) durch la ersetzt und vor die konjugierte Form von laisser gestellt.
  • Bestimme, ob das Objekt direkt oder indirekt ist.

    Tipps

    Wenn in dem Satz zwei Objekte vorkommen, ist eins davon direkt und eins indirekt. Ein indirektes Objekt erkennst du leicht an der Präposition à oder an den indirekten Objektpronomen lui und leur.

    Lösung

    Grundregel: Wenn in dem Satz zwei Objekte vorkommen, ist eins davon direkt und eins indirekt. Wenn nur ein Objekt vorkommt, ist es direkt.

    1. Les élèves ist hier das einzige Objekt, deshalb ist es direkt. Jusqu'à 14 heures ist nämlich kein Objekt, sondern eine adverbiale Bestimmung der Zeit.
    2. La ist ein direktes Objektpronomen und das einzige Objekt in diesem Satz. Ce soir ist eine adverbiale Bestimmung der Zeit.
    3. Hier gibt es zwei Objekte. Une lettre ist daher direkt und aux élèves indirekt. Vorsicht! Es hat nicht die Bedeutung „ein Brief an die Schüler“, sondern „Der Lehrer lässt die Schüler einen Brief schreiben“.
    4. Auch hier gibt es zwei Objekte. La télé ist direkt und à Pierre indirekt.
    5. Hier gibt es zwei Objekte. Lui ist ein indirektes Objektpronomen und un livre das direkte Objekt.
    6. Auch hier gibt es zwei Objekte, aber hier musst du aufmerksam sein. Te ist hier ein indirektes Objektpronomen und mon ordinateur das direkte Objekt. Te könnte auch ein direktes Objektpronomen sein, aber da wir hier mit mon ordinateur ein weiteres direktes Objekt haben, wissen wir, dass te indirekt ist.
  • Leite ab, was in die Lücke gehört, indem du aus dem Deutschen übersetzt.

    Tipps

    Achte darauf, ob das Subjekt die Handlung veranlasst oder zulässt. Achte auch darauf, ob das Objekt direkt oder indirekt ist und auf die Satzstellung der Objektpronomen.

    Lösung
    1. Das Verb „veranlassen“ zeigt, dass eine Konstruktion von faire faire erforderlich ist. Das Objektpronomen me steht vor der konjugierten Form von faire.
    2. „Lassen“ hat hier die Bedeutung von „zulassen“, deshalb verwenden wir laisser. Die Schwierigkeit ist hier die Wortstellung. Das Objektpronomen me steht vor der konjugierten Form von laisser und die Verneinung ne ... pas umschließt sowohl das Obektpronomen als auch die Form von laisser, allerdings nicht den Infinitiv.
    3. Hier haben wir mit „die Schüler“ und „einen Brief“ zwei Objekte. Das heißt, dass die Person, die die Handlung ausführt (die Schüler) ein indirektes Objekt ist. Une lettre ist daher direkt und les élèves indirekt. Indirekte Objekte markieren wir mit der Präposition à, die mit dem bestimmten Artikel les zu aux verschmilzt.
    4. Auch hier haben wir zwei Objekte. La télé ist ein direktes Objekt, also übersetzen wir „ihn“ durch das indirekte Objektpronomen lui, das vor der konjugierten Form von laisser steht. „Lassen“ hat hier nämlich die Bedeutung von „zulassen“, deshalb verwenden wir laisser.
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