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Nachhaltig Bauen – Mauern der weiteren Schichten 06:49 min

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Transkript Nachhaltig Bauen – Mauern der weiteren Schichten

Die trockenen Poroton-Ziegel ziehen das Wasser aus dem Mörtel und sorgen so für eine schnelle Festigkeit. Je nach Witterungsbedingungen kann sehr schnell die zweite Schicht gemauert werden. Dafür muss ein spezieller Dünnbettmörtel angerührt werden. Im Anrühreimer wird das Mörtelpulver mit der angegebenen Wassermenge klumpenfrei verrührt. Wegen ihrer Zuschlagstoffe muss die Masse nach fünf Minuten Quellzeit noch einmal gerührt werden. „Da sind Zuschlagstoffe drin, die halt aufquellen und dann das Wasser binden, damit der trockene Poroton-Stein eben dem Mörtel nicht sofort das Wasser entzieht und damit verhindert, dass der Zement abbinden kann. Weil der Zement braucht das Wasser über einen gewissen Zeitraum, um seine Endhärte zu erreichen. Daher ist es wichtig, dass eben der Mörtel sein Wasser festhält.“ Die Mörtelrolle wird mit einem Trennmittel eingesprüht und auf die Mauerstärke eingestellt. So kann der Kleber gleichmäßig dünn verteilt werden. „Wenn wir also den Mörtel eingeführt haben, stellen wir das Gerät auf Betrieb und dann haben hier eine Fuge von zwei Millimetern. - Hoffentlich ist es das. Ja, das kommt in etwa hin. - Dann kommt der Mörtel genau in dieser Zwei-Millimeter-Stärke jetzt raus und wird dann genau hier direkt im Nachgang von diesem Blech wieder abgestreift. Und fällt dann quasi berührungsfrei, wie so ein Rollrasen sage ich mal, auf diesen Stein drauf.“ Durch gleichmäßiges Ziehen der Mörtelrolle werden die Poroton-Ziegel gleichmäßig benetzt. So werden die Schichten kraftschlüssig miteinander verbunden. Die Außenwand bekommt ihre optimale Festigkeit und Stabilität. Auf der zwei Millimeter dünnen Klebeschicht werden die Poroton-Ziegel mit der Wasserwaage ausgerichtet. Zwischen den Ecksteinen wird die Richtschnur gespannt und dazwischen ausgemauert. Wichtig, die Schichten müssen bei diesen Steinen mindestens zehn Zentimeter Versatz haben. Durch den Versatz werden Lasten von oben treppenförmig gleichmäßig nach unten abgeleitet. Risse können so zuverlässig vermieden werden. Für die Befestigung von Tür- und Fensterrahmen werden teilbare Ziegel mit besonders starken Außenstegen eingesetzt. Die Verbindung zum Beispiel von Innen- und Außenwand geschieht durch die sogenannte Stumpfstoßtechnik. Die Verzahnung der beiden Mauern wird durch Flachstahlanker erreicht. Flache Maueranker aus rostfreiem Stahl sollten alle zwei oder drei Lagen gesetzt werden. Solche schmalen Steine werden entweder für zweischalige Wände oder für Wärmedämmverbundsysteme eingesetzt. Als Innenschale übernehmen sie die tragende Funktion. „Von der grünen Schnur hier rechts müssen wir auch noch zu 'ner Röhre…“ „Das ist...“ „So müssen wir das hierum.“ „Das ist hinten, ne? Das ist die Straßenseite?“ „Ja, da waren wir eben gerade.“ „Die Dehnungsfuge.“ „Ja, das ist ja klar.“ „Da müssen wir 'ran.“ „Das ist ja Standard.“ Auch für diese Poroton-Ziegel wird ein entsprechendes Mörtelbett vorbereitet, allerdings muss die Tragschale entsprechend der Stärke der aufzubringenden Wärmedämmschichten auf der Bodenplatte nach innen versetzt werden. „Wichtig ist, dass man beim Mauern zwei bis drei Millimeter Abstand von der Schnur hält, weil wenn man den Stein direkt gegen die Schnur setzt, läuft man Gefahr, dass die Schnur rausdrückt und das gar nicht merkt. So dass man nachher eine Kurve mauert als eine schöne gerade Wand. Das wollte ich nur nochmal gesagt haben.“ Deutlich zu sehen ist der vorgesehene Platz für die spätere Dämmschicht. Diese wird allerdings erst kurz vor Fertigstellung des Hauses montiert. „Andersrum, andersrum.“ „Du musst das von innen installieren. Außen wird ja dann angefüllt.“ „Weiter, weiter, nein, weiter, nein, nein, nein. Bündig, also hier geht er drüber weg. So steht es drin und noch ein bisschen. Hier kommt später die Wärmedämmung.“ In diese Wand wird ein Schacht für Versorgungsleitungen eingebaut. Durch die später aufgeklebte Dämmschicht ist die Wärmedämmung auch an dieser Stelle ausreichend. Problemlos können die Steine mit dem elektrischen Fuchsschwanz geschnitten werden. „Der Mörtel sollte grundsätzlich die gleiche Wärmedämmung haben wie der Stein, dann verhält es sich genau so warm wie außen. Wenn ich jetzt ein Stein von außen verputzen würde, müsste der Stein quasi, der Putz genau die gleichen Wärmedämmeigenschaften haben wie der Stein. Damit da keine thermischen Unterschieden entstehen, weil dann würde sich das Material unterschiedlich ausdehnen und dementsprechend abscherbeln.“ Weil auch diese Poroton-Ziegel geschliffen sind, werden sie nur dünn geklebt. Die Arbeitsgeräte sollten nach jedem Arbeitsgang gesäubert werden. „Über die Mittagspause oder sonstigen Arbeitspausen, Verzögerungen wird die Maschine ins Wasserbad gelegt, um das vorzeitige Abbinden oder eben das Austrocknen des Mörtels auf dem Metall des Gerätes zu verhindern.“ Anhaftender Zements würde den Mörtelroller sofort unbrauchbar machen. Am Ende des Arbeitstages bekommt die oberste Steinschicht eine Folienabdeckung gegen Nässe. Gegen Wegwehen kann man sie gut mit Schmalbrettern oder Mauersteinen sichern. Während der gesamten Bauphasen sollten die Wände so trocken wie möglich bleiben.