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Kleben in Handwerk und Industrie – Reparatur einer KFZ-Seitenwand 05:57 min

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Transkript Kleben in Handwerk und Industrie – Reparatur einer KFZ-Seitenwand

Autos prägen das Straßenbild der mobilen Gesellschaft. Jedes für sich ein hochwertiges Industrieprodukt. In der Fertigung und bei der Reparatur wird schon lange mit Klebtechnik gearbeitet. Hier in der Berliner BMW-Niederlassung werden unter anderem Karosserieschäden repariert. Bei diesem Auto ist ein großflächiger Kratzer an der rechten hinteren Seitenwand aufgetreten, sodass diese erneuert werden muss. Anstatt mit Schweißen und Löten wird die Reparatur mit Kleben und Nieten ausgeführt. Dieses neue Fügeverfahren wurde speziell für den Karosseriebau entwickelt. Zuerst muss der Wagen aber für die kommenden Arbeitsgänge repariert werden. Gemeinsam mit dem Auszubildenden entfernt der Mechaniker für Karosserieinstandhaltungstechnik alle Teile, die Schaden nehmen könnten. Außerdem wird der Innenraum geschützt. Zum Herauslösen der beschädigten Seitenwand werden die Trennschnitte nach den Vorgaben des Herstellers markiert, dann die Schweißpunkte aufgebohrt und entlang der markierten Linien die Trennschnitte vorgenommen. Wichtig ist hierbei, dass nur die äußere Schicht der Karosserie abgelöst wird. Das Neuteil wird vorbereitet. Die Maße für die Trennschnitte werden von dem Fahrzeug auf das Neuteil übertragen. So wird eine erste Passform erreicht. Mit einer Schleifmaschine schrägt Mechaniker Glienicke die Kanten an dem neuen Karosserieteil an. Bei der weichen Formgebung einer modernen Karosserie ist das Anpassen durch Anlegen die sicherste Methode, um die Passgenauigkeit zu überprüfen und gegebenenfalls zu korrigieren. Für mich als Karosseriebauer ist es wichtig, nachher zu kontrollieren...Spaltmaße...Also Höhenstandsmaß des Neuteils, was ich angesetzt habe. Spaltmaße eventuell zu den Türen zur Heckklappe und zu den Teilen, die nachher angebaut werden, sprich Schwellerverkleidung oder Stoßfänger. Die Bohr- und Sägespäne werden mit Druckluft entfernt. Anschließend werden die Karosserieteile am Fahrzeug und das Neuteil mit einem Silikonreiniger von Schmutz und Fett befreit. In einem zweiten Schritt müssen diese Teile mit einem Spezialreiniger aktiviert werden. Dabei ist darauf zu achten, dass kein Schmutz oder Dreck noch dort vorhanden ist, das heißt, am besten mit Druckluft diese beiden Teile noch abpusten. Handschuhe und Schutzbrille werden angelegt und die Absauganlage eingerichtet. Für diese Klebung ist ein chemisch härtender Zweikomponenten-Klebstoff vorgesehen. Die beiden Komponenten sind in einem konzentrischen Zylinder räumlich getrennt. Der Klebstoff erreicht eine dauerhafte Festigkeit, die den hohen Beanspruchungen eines Fahrzeugs standhalten kann. Die ersten zehn Zentimeter Klebstoff werden auf Papier aufgetragen. Dadurch wird die sichere Vermischung der beiden Klebstoffkomponenten für die weitere Verarbeitung gewährleistet. Der allgemeine Zustand des Klebstoffes, wie zum Beispiel Farbgebung, wird durch eine Sichtprüfung kontrolliert. Auf das Verfallsdatum ist zu achten. Dieser Klebstoff wird aufgetragen durch eine Klebstoffpistole in Verbindung mit einem Mischröhrchen. Dabei ist zu beachten, dass die ersten zehn Zentimeter als Proberaupe auf ein Papier ausgedrückt werden. Die Verarbeitungszeit zwischen Auftragen und Fügen beträgt bei einer Verarbeitungstemperatur von 23 Grad Celsius maximal eine Stunde. Die Mechaniker müssen zügig arbeiten. Der Klebstoff wird einseitig auf die Karosserieteile des Fahrzeugs aufgetragen. Zusätzlich werden noch die Verbindungsstücke kräftig eingeschmiert und dann sofort den Trennungsschnitten untergeschoben. Jetzt wird das Karosserie-Neuteil mit dem Wagen gefügt. An allen Seiten und Kanten muss es passgenau sitzen. Deswegen werden zur ersten Fixierung an den Trennschnitten Plastikhalterungen und zusätzliche Feststellzangen angebracht. Die Fügeteile werden nach der Klebung mit Blind- und Stanznieten dauerhaft fixiert. Die Kombination von Kleben und Nieten führt gegenüber herkömmlichen Fügeverfahren zu einer höheren Festigkeit, Stabilität und Haltbarkeit der Fügung. Da, wo Bleche sich überlappen, wie Fensterausschnitte, Türkanten, Falze im Bereich des Kofferraums hinten, werden diese Stanznieten gesetzt. Die sind hauptsächlich dafür da, um das Teil an die richtige Stelle zu fixieren. Solange der Klebstoff nicht handfest ist, darf das Fahrzeug nach der Fügung nicht bewegt werden. Bei einer Objekttemperatur von 23 Grad Celsius ist der Klebstoff nach circa zehn Stunden ausgehärtet und das Fahrzeug wieder fahrbereit. Die Reparaturtechnik „Kleben und Nieten“ setzt neue Akzente im Karosseriebau. Sie erleichtert die Instandsetzungsarbeiten und verkürzt die Montage- und Standzeiten. Der Kunde freut sich.

1 Kommentar
  1. Thait8mdz1

    Gutes Video!
    Sehr ausführlich erklärt.

    Von Autoexperte Erik, vor etwa 2 Jahren