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Warschau - Hauptstadt Polens 06:08 min

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Transkript Warschau - Hauptstadt Polens

Die Hauptstadt Polens ist Warschau, eine der wichtigsten Verkehrs-, Wirtschafts- und Handelszentren Mitteleuropas. Die Stadt an der Weichsel beheimatet 1,7 Millionen Einwohner. Aufgrund seiner bewegten Geschichte und geografischen Lage zwischen Mittel- und Osteuropa ist die Stadt von großer politischer Bedeutung. Sie ist auch Zentrum prosperierender Wirtschaft. Hier wird etwa 15 Prozent des Bruttoinlandsproduktes erzielt. Der Dienstleistungssektor dominiert die Wirtschaft in Polen. Er macht weit über die Hälfte des Bruttosozialproduktes aus. Das Zentrum und die Finanzmetropole ist Warschau. Sie ist somit Ausgangspunkt ausländischer Investoren für Geschäfte zwischen Mittel- und Osteuropa. Die Warschauer Aktienbörse ist einer der am schnellsten wachsenden Börsenplätze der Welt. Die Stadt hat einen internationalen Flughafen und einen unterirdischen Zentralbahnhof. Das Autobahnnetz befindet sich noch im Ausbau. Eine Hochgeschwindigkeitsstrecke ins Baltikum ist für 2015 geplant. Öffentliche Verkehrsmittel sind Busse und Straßenbahnen. Warschau gilt als Stadt der Gelehrten. Der Wissenschaftler Stanislaw Staszic ist Namenspate für das Staszic-Palais. Es wurde im 19. Jahrhundert für die “Freunde der Wissenschaft” gebaut und ist bis heute Sitz dieser Vereinigung. Die Warschauer Universität ist eine der bedeutendsten des Landes. Hier wird Theorie direkt in Praxis umgesetzt. Polens Schulsystem ist dreistufig: Volksschule, Mittelstufe, Berufsausbildung oder Abitur. Schulpflicht besteht bis zum 18. Lebensjahr. Die Altstadt wurde zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt. Der große dreieckige Schlossplatz ist der repräsentativste des Viertels. Hier wurde im 13. Jahrhundert Warschau als neue Herzogstadt in Masowien gegründet. Das im frühbarocken Stil gebaute Königsschloss entstand Ende des 16. Jahrhunderts. Während der Bombardierung Warschaus 1939 brannte das Schloss völlig aus. Nach dem Krieg wurde die Ruine mit Hilfe von Volksspenden originalgetreu wiederaufgebaut. Sigismund der Dritte, Wasa, König von Polen, erklärte 1596 Warschau zur Hauptstadt. Daran erinnert das Wahrzeichen der Stadt, die Sigismundssäule. Sie stellt den Mittelpunkt des Platzes dar. Seit dem 13. Jahrhundert ist der prächtige Marktplatz der geografische und geschichtliche Mittelpunkt der Altstadt. Hier wohnten überwiegend Handwerker und Kaufleute. In der Mitte des Platzes steht die beliebte Flussjungfrau Syrenka, die ihr Schwert schützend über die Stadt hält. Der Legende nach ist sie an der Grundsteinlegung der Stadt beteiligt, weshalb sie auch das Stadtwappen ziert. In der Nähe des Marktplatzes befindet sich die Johannes-Kathedrale. Sie ist die älteste erhaltene Kirche Warschaus. Die spätgotische Marienkirche gehört ebenfalls zu den ältesten der Stadt. Nach Ausbruch des 2. Weltkrieges 1939 wird Warschau zum Zentrum der Widerstandsbewegung gegen den Nationalsozialismus. Fünf Jahre später im August 1944 kam es zum Warschauer Aufstand. Dieser wurde von den deutschen Besatzern brutal niedergeschlagen. Ein Denkmal weist darauf hin. Ein trauriges Mahnmal erinnert an die Ereignisse im Warschauer Ghetto. Es war das größte Ghetto seiner Art. Hierher wurden Juden aus Polen und vielen, von den Nationalsozialisten besetzten Ländern, gebracht. Die Lebensumstände im Ghetto waren grausam. Auf die meisten Juden wartete der Tod in einem der Vernichtungslager. Das Stadtbild Warschaus prägen bis heute die Plattenbauten, ein sichtbares Erbe der kommunistischen Ära. Anders präsentiert sich die Architektur des sozialistischen Realismus. Dominant ragt der Kultur- und Wissenschaftspalast, im Volksmund "Stalinstachel", in der Innenstadt heraus. Er zeigt den stalinistischen Zuckerbäckerstil. Der Kulturpalast ist mit rund 230 Metern das höchste Gebäude der Stadt. Anfang der Neunzigerjahre wurde eine Wende in der Architektur sichtbar. Gläserne Wolkenkratzer, wie das 164 Meter hohe Hotel Intercontinental, bestimmen die Skyline. Das Gesicht der Stadt ändert sich fast täglich. Nicht so in der Altstadt. Hier ist die Vergangenheit noch lebendig und sorgt für ein Gleichgewicht zwischen gestern und heute.