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Gletscher im Wandel 10:31 min

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Transkript Gletscher im Wandel

Wir wollen wissen. Wir wollen wissen. Alles über Eis. Und das erfahrt ihr heute von uns. Gletscherspalten, Nährgebiet, Zehrgebiet, U-Tal und Treibhauseffekt.Die Alpen sind das höchste Gebirge Europas. Sie erstrecken sich von West nach Ost über zirka 800 Kilometer. Das Ötztal ist mit seinen 65 Kilometern eines der längsten Seitentäler des Inns. Es befindet sich im österreichischen Bundesland Tirol. Oberhalb von Sölden liegen der Rettenbachferner und der Tiefenbachferner. Beide Gletscher liegen über 2600 Meter hoch. Heute gibt es noch etwa 5000 Gletscher in den Alpen.Um alle Fragen über Gletschereis zu beantworten, wandern wir, Schülerinnen aus Garmisch, auf den Rettenbachferner.Weißt du, wie Gletschereis entsteht?Ja, ich kann es dir erklären.Und wo passiert das überhaupt alles Gletschereis entsteht weit oben, dort fällt viel Schnee und die Temperaturen sind auch im Sommer niedrig. Das Gelände darf nur schwach geneigt sein, damit die Schneehäufungen nicht abrutschen. Das ganze Gebiet nennt man in der Fachsprache Nährgebiet.Also bestehen die ganzen oberen Schichten eines Gletschers aus Schnee?Genau, je mehr Schnee fällt, desto stärker werden die unteren Schichten zusammengepresst und dadurch zu Eis. Der ständige Nachschub an Schnee lässt den Gletscher zu Tal fließen.Unten wird es immer wärmer und das Gletschereis taut. Schmelzwasserbäche durchfurchen die Oberfläche des Gletschers.Das Nährgebiet kann hier gut vom Zehrgebiet getrennt werden. Im Sommer fällt auch im Nährgebiet Schnee. Folglich ist dieser Bereich des Gletschers weiß. Das Zehrgebiet ist schmutzig, da Steine und Staub oben aufliegen. Oberhalb dieser Linie taut das Eis auch im Sommer nicht ab.Weißt du, dass ein Gletscher immer am Fließen ist, als er sich nach unten bewegt. WirklichJa, er fließt nur sehr langsam. Nur wenige Meter pro Jahr. Wir können den Gletscherfluss also kaum sehen.Das Eis kann sich bewegen, weil zwischen Eis und Fels eine Wasserschicht ist. Das Eis wird auch unter dem hohen Gewichtsdruck plastisch, das heißt verformbar, und das bricht nicht mehr in den unteren Schichten.Und was gibt es noch interessantes auf dem Gletscher?Gletscherspalten. Da gehen wir jetzt hin.Okay.Also, das war eine Gletscherspalte, oder?Ja, genau.Und wie entsteht so eine Gletscherspalte?Eine Gletscherspalte entsteht, wenn das Eis über eine Kante geschoben wird. Da wo das Eis dann an der Kante ist, bricht es und es entsteht eine Spalte.Wie kommt es, dass hier so viele Steine liegen?Wir wissen doch, dass der Gletscher abwärts fließt. Dabei nimmt er alles mit, also Steine und Felsen, die auf das Eis gefallen sind. Aber auch Steine vom Boden, die der Gletscher ablöst.Überall wo sich der Schutt ablagert, spricht man dann von Moränen. Typische Moränenformen sind die Grund-, Seiten oder Endmoränen. Hier erkennt man Grund- und Seitenmoräne. Bleibt die Gletscherzunge über Jahrzehnte unverändert, so kann sich eine wallförmige Endmoräne Bilden. Dies ist am Rettenbachferner allerdings nicht zu erkennen. Stattdessen zieht sich der Gletscher aufgrund der Klimaerwärmung jährlich zwischen fünf Meter und zehn Meter zurück.Er schmilzt ab.Das Abschmelzen der Gletscher ist in dem ganzen Alpenraum zu beobachten. Die Gletscher werden immer kleiner. Sie sind heute nur etwa halb so groß wie vor 100 Jahren. Auf den Bildern sieht man, wie viel der Gletscher kleiner geworden ist und er schmilzt immer weiter.Warum geht es denn so schnell?Wegen der Klimaerwärmung. Hast du schon mal von dem Treibhauseffekt gehört?Ja aber man versteht man eigentlich darunter genau?Unserer Erde geht es wie den Blumen im Treibhaus. Sonnenstrahlen durchdringen das Glas und erwärmen das Innere des Hauses. Die Wärme kann jedoch nicht wieder vollständig durch das Glas nach draußen und sie wird vom Glas zurück reflektiert. Damit haben die Blumen es schön warm.Ähnliches gilt auch für unsere Erde. Anstatt Glas haben wir die Atmosphäre, also die Luftschichten mit Treibhausgasen um die Erde herum. Was für Blumen gut ist, ist für die Gletscher schlecht. Sie schmelzen immer weiter ab oder verschwinden ganz und wir sind die Ursache für diesen Rückgang. Wir entlassen immer mehr Treibhausgase in die oberen Luftschichten. Große Mengen des CO2 Gases entstehen zum Beispiel bei der Verbrennung von Öl und Kohle. Ein weiteres Problem stellt die großflächige Rodung des tropischen Regenwaldes da. Durch die Abholzungen kann sich das CO2, dass ich in der Luft befindet nicht gebunden werden und das Klima erwärmt sich.Durch die warmen Temperaturen schmilzt auch in großen Höhen das Eis im Felsen und die Berghänge und Felswände werden instabil. Das kann zu einem Bergsturz oder Steinschlag führen. Außerdem müssen Liftstützen regelmäßig neu verankert werden, weil der frühere gefrorene, stabile Untergrund halt im Sommer auftaut und locker wird.Hinzu kommt die Gefahr durch Hochwasser. Herr Kneisel, der Umweltbeauftragte von Sölden, erklärt uns warum.„Und da kam dann extrem viel Niederschlag, Gewitter, alles drum und dran und durch das lief dann das ganze Wasser, nicht wie wir es jetzt hätten. Ist kein Puffer mehr vorhanden! Sondern der ganze Gletscher ist jetzt splitternackt. Das Wasser dringt auf den Gletscher ab, kann nicht aufgesaugt werden, sondern läuft über das ganze Eis eins zu eins weg. Nimmt auch noch vom Eis Wasser noch mit und so kommt erhöhte Mengen an Wasser direkt in das Tal hinunter und dadurch entstehen dann die Hochwasserkatastrophen. Das ist die Gefahr mit der Schmelze.”Das mit dem Klimawandel interessiert uns etwas genauer. Wir fragen Landwirt Reinhold Hausegger inwiefern sich der Klimawandel auf ihn und seinen Beruf auswirkt.„Beim Bauer wirkt sich das so aus, das jetzt der Schnittzeitpunkt für den ersten Heu, circa drei Wochen früher als vor 30, 35 Jahren ist, und es wird auch teilweise dreimal gemäht, wo wir früher nur zweimal mähen konnten, weil es im Herbst länger Sommer ist eigentlich.Vom Klimawandel sind aber nicht nur die österreichischen Alpen betroffen, sondern auch die bayerischen. Allerdings ist Erderwärmung nicht nur ein Phänomen unserer Zeit.Auch In Garmisch-Partenkirchen haben Gletscher ihre Spuren hinterlassen.Gletscher in Garmisch-Partenkirchen, wie das?Das kann ich dir am besten von oben zeigen. Komm wir fahren aufs Kreuzeck!In diesem Tal, das du dort sehen kannst, trafen sich zwei Gletscherströme, einer von links und einer von rechts. Wenn man genau hinschaut, kann man auch den Gletscherstand auch heute noch erkennen. Der Berg dort drüben, zum Beispiel, der Wank, ist abgerundet und nicht so kantig und felsig wie die anderen. Das kommt daher, dass das Eis höher als der Berg stand und durch die Bewegung des Gletschers wurden Steine abgehobelt.Das Eis stand vor 20.000 Jahren mehr als 1.000 Meter über dem heutigen Tal. Nur die höchsten Gipfel haben aus dem Eis geschaut.Okay, ich habe jetzt verstanden, woher das Eis kam, aber wie entstand das Tal überhaupt?Vor der letzten Eiszeit war das Tal eng und sah aus wie ein V. Man nennt es deshalb Kerbtal oder V-Tal. Während des Gletscherflusses wurden dann Steine von den Seiten abgetragen und das Tal so ausgehobelt. Als das Eis verschwand, blieb ein breites Tal zurück, das aussieht wie ein U. Deswegen nennt man es auch U-Tal oder Trogtal.Ach so und so mit war Platz für Garmisch.Ja, genau.Heute gibt es hier in Garmisch nur noch wenige kleine Eisflächen, wie den Höllentalferner und den Schneeferner. Aber deren Tage sind auch gezählt. Und alles kapiert?Ja!Dafür gibt es ein Eis.