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Wie entstehen Lawinen? 03:20 min

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Transkript Wie entstehen Lawinen?

Sprecher: Sport im Schnee kann eine Menge Spaß machen, doch sie sind der Albtraum eines jeden Wintersportlers: Schneelawinen, mit möglicherweise tödlichen Folgen. Löst sich eine Lawine aus dem Hang, erreicht die Masse Geschwindigkeiten von bis zu 300 km/h. Dem kann der Mensch nichts entgegensetzen. Die Lawinenforscher legen hier einen riesigen Schneeblock frei. So wollen sie die aktuelle Lawinengefahr bestimmen.Thomas Stucki, Lawinenforscher: Da sieht man relativ schnell, es hat eine Schicht oben, die ist mittelhart, die ist frisch. Das ist Schnee, der vom Wind verfrachtet wurde. Man hat hier jetzt eine Kruste. Die ist entstanden von Wärme und wenig Regen. Und dann da unten wird es weich. Also dieser Übergang hier ist sicher einmal heikel. Reporter: Was heißt heikel? Thomas Stucki, Lawinenforscher: Also heikel heißt, dass hier sich eben dann eine Lawine lösen könnte.Sprecher: Um das Risiko zu analysieren, werden einzelne Schneekristalle genau unter die Lupe genommen. Denn Lawinen entstehen dann, wenn grobe Schneekörner eine Schicht mit besonders schwachem Halt bilden. Die darüber liegenden Schichten können dann ins Rutschen geraten. Dies ist mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Da gibt es keine Vorwarnung. Es reicht schon eine geringe Belastung, um das Ganze ins Rutschen zu bringen. Daher gibt es den so genannten Sprungtest. Wenn der Schnee bricht: Lawinengefahr. Thomas Stucki, Lawinenforscher: Das Fazit ist eigentlich die Bestätigung der recht heiklen Situation, eben vor allem bezogen auf die oberflächennahen Schichten oder den frischen Tiefschnee, der sich mit dem Südwind, mit dem stürmischen Südwind, gebildet hat.Sprecher: Ist eine Lawine abgegangen, muss es schnell gehen. Nach 10 bis 15 Minuten sinkt die Überlebenschance eines Menschen dramatisch. Es drohen Ersticken oder Erfrieren. Damit es dazu nicht kommt, arbeiten die Retter mit hochtechnologischen Ortungsgeräten und mit einem Verschütteten-Suchgerät. Aber auch Skifahrer können etwas tun, wenn sie immer eine Standardausrüstung zur eigenen Rettung mitnehmen. Besonders wichtig auch ein Handy. Stefan Kosz, Sicherheitstrainer: Als Standard hat sich durchgesetzt, dass man auf jeden Fall das Verschütteten-Suchgerät, eine Schaufel und eine Sonde mithat, zusätzlich natürlich auch ein Handy, damit man möglichst schnell auch ärztliche Hilfe holen kann.Sprecher: Trotz aller Vorkehrungen, in den Alpen sterben 25 Menschen pro Jahr in den Lawinen. Daher sind die Helfer schon im Sommer aktiv, sichern den Berg mit riesigen Fangnetzen. Sie sollen den Abgang von Lawinen verhindern. Sie sorgen dort für Halt, wo nicht mehr ausreichend Bäume stehen, um den Schnee aufhalten zu können. Doch kaum wird es Winter, sind die Schneemassen unkalkulierbar. Schon leichte Temperaturveränderungen können den Schnee ins Rutschen bringen, aus einem Hang ein Lawinengebiet machen, aus dem es kaum Entrinnen gibt.