Wie entstehen Faltengebirge? 03:05 min

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Transkript Wie entstehen Faltengebirge?

Faltengebirge sind die weltweit am häufigst vorkommende Art von Gebirgen. Sie bilden viele spektakuläre Varianten aus. Nach menschlichen Maßstäben sind sie alt, aber nach geologischen Merkmalen wachsen viele Faltengebirge noch. Faltengebirge haben sich durch Bewegungen der Erdkruste gebildet. Die Kruste ist in riesige Segmente geteilt, die tektonische Platten heißen. Diese Platten bewegen sich unglaublich langsam – nämlich nur wenige Zentimeter pro Jahr. Ablagerungen auf dem Meeresboden werden nach und nach zu Sedimentgestein zusammengedrückt. Wenn sich die zwei Platten aufeinander zu bewegen, schieben sie sich entlang ihrer Ränder sehr langsam aber stark zusammen. Eine Platte zwingt die andere unter sich. Dieser Prozess wird Subduktion genannt. Der dabei entstehende extreme Druck faltet das Sedimentgestein und zwingt es nach oben. Mit der Zeit wird das Gestein über den Meeresspiegel gedrückt und bildet schließlich ein Faltengebirge. Dieser über viele Millionen Jahre hinweg andauernde Prozess der Bildung von Faltengebirgen wird Orogenese genannt. Die Orogenese hat viele der weltweit bekanntesten Gebirgsketten gebildet. In Europa entstanden die Alpen durch das Aufeinandertreffen der afrikanischen und eurasischen tektonischen Platten. Ihre Kollision begann vor ungefähr 55 Millionen Jahren, womit sie im Vergleich zu anderen Gebirgen sehr jung sind. Die Rocky Mountains in Nordamerika und die Anden in Südamerika erstrecken sich jeweils auf der westlichen Seite der beiden Kontinente. Beide wurden durch die Subduktion der ozeanischen Platten unter die Kontinentalplatten gebildet. Das höchste Faltengebirge ist der Himalaya in Asien, der auch den höchsten Berg der Welt beherbergt. Die Entdeckung vorzeitlicher Muscheln auf den Gipfeln der großen Faltengebirge bestätigt, dass sie einst unter Wasser waren, und tatsächlich wachsen die Faltengebirge immer noch schrittweise weiter.