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Vulkane - Ausbruchstypen und Entstehung der Maare 05:56 min

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Transkript Vulkane - Ausbruchstypen und Entstehung der Maare

Schaut man sich einen Vulkan einmal über einen längeren Zeitraum an, so stellt man fest, dass er sich im Laufe der Zeit völlig unterschiedlich verhalten kann. Der Ätna zum Beispiel hat Ende der Neunziger Jahre kaum Lebenszeichen von sich gegeben, brach dann aber 2001 und 2002 mit großen Lavaströmen aus. Nach einer Ruhephase von 2003 bis 2005 flossen im Winter 2006 und im Frühjahr 2007 wieder große Lavaströme die Hänge hinab. Im Sommer 2007, als diese Aufnahmen entstanden, rauchte der Ätna dagegen vergleichsweise friedlich vor sich hin. Ein ganz anderes Verhalten zeigt dagegen der Stromboli. Bei ihm dauern die Ruhephasen nicht etwa mehrere Jahre, sondern in der Regel nur wenige Minuten an. Dann erscheint, schon von weitem erkennbar, eine neue Rauchsäule über dem Gipfel. Und wenig später sausen meist ausgeworfene Gesteinsbrocken hinab ins Meer. Wieder andere Vulkane haben ihre Aktivitäten offenbar ganz eingestellt. So gibt der Laacher See in der Eifel auf den ersten Blick keine erkennbaren Signale mehr, die auf seine vulkanische Entstehungsgeschichte hindeuten. Auch der etwa 50 Kilometer südwestlich des Laacher Sees gelegene Windsbornkrater macht alles andere als einen bedrohlichen Eindruck. Dass eine solche Ruhe allerdings sehr trügerisch sein kann, zeigt das Beispiel des Vesuv. Seit Menschengedenken hatte man an diesem Berg keine vulkanischen Aktivitäten beobachten können bis zu seinem verheerenden Ausbruch im Jahr 79 nach Christus, bei dem auch die Städte Pompeji und Herculaneum verwüstet und viele Menschen getötet wurden. Wie aber lassen sich nun diese unterschiedlichen Verhaltensweisen von Vulkanen erklären? Die entscheidende Rolle kommt dem Magma zu, das aus der Magmakammer unter dem Vulkan aufsteigt und insbesondere seiner Zusammensetzung. Ist das Magma extrem heiß und gasarm, tritt besonders dünnflüssige Lava aus. In diesem Fall spricht man von einem ausfließenden oder effusiven Ausbruch. Der ist typisch für Schildvulkane und wird bei diesen auch nach dem bekanntesten Vorkommen als hawaiianischer Typ bezeichnet. Effusive Ausbrüche lassen sich aber auch bei Schichtvulkanen beobachten, wo sie für die Lavaschichten sorgen. In diesen Fällen ist das Magma beim Austritt allerdings mit etwa 800 Grad Celsius einige hundert Grad kälter als das der Schildvulkane. Dafür enthält es aber erheblich mehr gelöste Gase. Vor allem diese sorgen wiederum dafür, dass Schichtvulkane oft auch explosiv ausbrechen. Kann sich nämlich das Magma nicht ungestört seinen Weg aus der Magmakammer nach oben bahnen, zum Beispiel weil der Schlot beim letzten Ausbruch verstopft wurde, baut sich im Vulkan ein Druck auf. Im Laufe von Wochen, Monaten, Jahren oder gar Jahrhunderten nimmt dieser Druck immer mehr zu, vergleichbar einer geschüttelten Sekt- oder Mineralwasserflasche. Irgendwann ist schließlich der Punkt erreicht, an dem das Vulkangebäude den gewaltigen, aufgebauten Kräften nicht mehr standhalten kann. Es kommt zur Explosion. Abhängig von Intensität und Erscheinungsbild unterscheidet man verschiedene Untertypen solcher explosiven Ausbrüche. Plinius der Ältere beschrieb im Jahre 79 nach Christus beim Vesuv eine pinienförmige, über zehn Kilometer senkrecht aufragende und sich dann in alle Richtungen verbreitende Eruptionssäule. Ihm, der bei diesem Ereignis ums Leben kam, zu Ehren, bezeichnet man Ausbrüche mit einem derartigen Erscheinungsbild als plinianisch. Steigt die Wolke bei der Explosion nicht so senkrecht auf, sondern geht schon in relativ geringer Höhe in die Breite, nennt man den Ausbruch peléanisch. Dieser Typ ist nach dem Vulkan Mont Pelé auf der Karibikinsel Martinique benannt, bei dem man ein solches Verhalten beobachten konnte. Der Stromboli wiederum war namensgebend für weniger heftige, in kurzen Intervallen stattfindende Eruptionen, die strombolianischen Ausbrüche. In der Eifel stößt man schließlich noch auf eine besondere Art explosiver vulkanischer Phänomene, die Maare. Bei ihrer Entstehung spielte, wie auch bei den Schild- und Schichtvulkanen, aufsteigendes Magma die Schlüsselrolle. Dieses Magma traf auf dem Weg nach oben auf eine wasserführende Gesteinsschicht. Beim Kontakt mit der heißen Schmelze verdampfte das Wasser schlagartig und es kam zu einer gewaltigen Dampfexplosion. Diese sprengte einen Trichter von, je nach Maar, bis zu zwei Kilometern Durchmesser und mehreren hundert Metern Tiefe frei, in dem dann die instabil gewordenen Randbereiche und ein Teil des ausgeworfenen Materials stürzten. Ein anderer Teil des Auswurfmaterials lagerte sich um den Trichter ab, der sich anschließend meist durch zulaufendes Grundwasser füllte. So entstanden in den Explosionstrichtern Maarseen, wie hier am Immerather Maar, die meist von einem vegetationsbedeckten Ringwall umgeben sind.