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Aufbau von Schicht- und Schildvulkanen und Calderen 06:45 min

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Transkript Aufbau von Schicht- und Schildvulkanen und Calderen

Die Insel Vulcano vor der Nordküste Siziliens. Hier befindet sich ein Vulkan, wie man ihn sich vorstellt der „Gran Cratere“. Steile Hänge, hoch aufragend und mit einem trichterförmigen Krater im Gipfelbereich. Und in der Tat ist die Namensähnlichkeit der Insel mit dem Oberbegriff Vulkanologie nicht zufällig. Beide leiten sich her von Vulcanus, dem römischen Gott des Feuers. Seinen heißen Atem glaubt man noch heute zu spüren, wenn einem die ätzenden Schwefeldämpfe am Kraterrand mal wieder die Luft rauben.Doch zurück zum Aufbau des Vulkans. Der Gran Cratere ist ein Schichtvulkan. Schichtvulkane zeichnen sich vor allem durch ihr kegelförmiges Aussehen mit steilen Hängen von über 30 Grad Neigung und einem Wechsel von Lava und Lockermaterialien, zum Beispiel Asche, aus. Aus dem Magma, der unter dem Vulkan liegenden Magmakammer, entstehen also nicht bei jedem Ausbruch die gleichen Materialien. Vielmehr wechseln sich in loser Reihenfolge explosive Ausbrüche, bei denen Asche austritt, welche die Aschenschichten bildet, mit ihr gemäßigten Ausbrüchen ab, bei denen Lava aber aus dem Krater fließt. Es können dabei auch mehrere explosive Phasen aufeinander folgen, bevor sich wieder Lavaströme die Hänge hinunterwälzen, oder umgekehrt mehrere Ausbrüche mit Lavaförderung hintereinander ablaufen bevor es wieder zu einer explosiven Eruption kommt.Schichtvulkane findet man in fast allen Vulkangebieten der Erde. Zu ihnen gehören der Fudchijama in Japan, ebenso wie der Kilimandscharo in Ostafrika oder der Ätna auf Sizilien. Bei letzterem lässt sich das Vorkommen sowohl von Lava also von Lockermaterialschlichten besonders gut beobachten. Hinter der Ortschaft Nicolosi führt eine kilometerlange Straße durch gewaltige Lavaströme mehrerer vergangener Ausbrüche zu der auf knapp 2000 Metern Höhe gelegenen Bergstation Rifugio Sapiensa. Auch in der Stadt Catania, immerhin knapp 30 Kilometer vom Gipfel des Ätna entfernt, am Meer gelegen, finden sich unübersehbare Hinweise auf dem benachbarten Vulkan. Dort haben selbst die dicken Mauern des Castello Ursino nur mit Mühe den Lavastrom des schweren Ausbruchs von 1669 standhalten können.Und der Elefant Liotro, das Wahrzeichen der Stadt ist selbstverständlich aus Lava gefertigt.Ein ganz anderes Bild bietet sich dagegen etwas oberhalb des Rifugio. Blickt man dort auf etwa 2500 Metern Höhe aus der Seilbahn, dominieren Aschenflächen die Landschaft. Wagt man sich dann mit den allradgetriebenen Spezialfahrzeugen noch weiter in Richtung Gipfel vor, gewinnt man ähnliche Eindrücke. Auch hier auf um die 2700 Metern Höhe wirbelt der meist scharfe Wind durch ausgedehnte Aschenfelder. Um diese sehen zu können muss man allerdings im Sommer oder im Herbst kommen, denn bis bald im Mai hinein kann die Asche von Schnee und Eis bedeckt sein. Für solche Vergletscherungen wie am Ätna ist der Gran Crartare auf Vulcano mit seiner nur 391 Meter Höhe angesichts des dort herrschenden mediterranen Klimas viel zu niedrig. Allerdings findet man auch dort den für Schichtvulkane typischen Wechsel verschiedene Ablagerungen. Stapft man zunächst noch auf einen tiefgründigen und kräftezehrenden Aschenpfad dem Krater entgegen, ändert sich auf etwa halber Höhe das Bild. Hier trifft man plötzlich auf feste rötliche Tone, die von tiefen Erosionsrinnen durchzogen sind. Am westlichen Kraterrand kann man außerdem sehr gut die Schichtung der Materialien erkennen. Jede einzelne Schicht stammt aus einer eigenen Ausbruchsphase des Vulkans. Allerdings, ist es durchaus nicht unüblich, dass sich viele Meter-mächtige Ablagerungen innerhalb von ein paar Stunden oder Tagen bilden.Weniger weit verbreitet als die Schichtvulkane sind die Schildvulkane. Man findet sie vor allem in ozeanischen Gebieten, zum Beispiel auf Hawaii oder Island. Die Schildvulkane besitzen keine wechselnde Folge verschiedener Schichten, sondern bauen sich aus vielen übereinander abgelagerten Lavaströmen auf.Mit drei bis acht Grad Hangneigung sind sie vergleichsweise flach, dehnen sich allerdings in der Breite bis zum zwanzigfachen ihrer Höhe aus. Das ist erheblich mehr als bei den Schichtvulkanen, deren Breite sich in der Regel auf das drei- bis fünffache ihrer Höhe beschränkt. Kennzeichnend für die Schildvulkane ist außerdem ihr relativ flacher und kesselförmiger Krater, der oft mit einem Lavasee gefüllt ist. Dieser Kater nimmt mit bis zu zwei Kilometern Durchmesser erheblich größere Ausmaße an als der von Schichtvulkanen. Nicht mit einem Krater verwechseln darf man dagegen eine andere vulkanische Erscheinung die Caldera. Der Begriff stammt aus dem spanischen, bedeutet Kessel und bezeichnet eine kreisförmige vulkanische Hohlform mit steilen Wänden. Der äußerliche Unterschied zum Krater liegt vor allem in der Ausdehnung der Caldera. Sie hat, wie hier am Laacher See, in der Regel einen Durchmesser von mehreren Kilometern. Calderen entstehen meist nach größeren Ausbrüchen, durch Einbrechen des Vulkans in die entleerte Magmakammer. Sie werden dann auch von einem See gefüllt. Es kann sich aber auch eine Caldera bilden, wenn eine gewaltige Explosion beinahe den gesamten ursprünglichen Vulkankegel wegreißt. Wie beim Vesuv, der in der Caldera seines Vorgängers Montesoma empor gewachsen ist, entsteht dann häufig ein neuer Vulkan innerhalb des Kessels.