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Gletscher 02:39 min

Textversion des Videos

Transkript Gletscher

Gletscher – Flüsse aus Eis – gibt es auf allen Kontinenten der Erde. Sogar hier, in Afrika, hoch oben auf dem Berg Kilimandscharo. Und in der Antarktis ist das Gletschereis so dick, dass nur die höchsten Berge hindurchragen. Mehr als drei Viertel des weltweiten Süßwasservorrats sind in diesen gefrorenen Speichern eingeschlossen. Gletscher entstehen, wenn sich Eis und Schnee schneller ansammeln als dass sie wieder abtauen können. Die feste Masse aus Eis und Felsen strömt unter ihrem eigenen Gewicht abwärts – zu langsam, um es mit dem bloßen Auge zu erkennen, aber Aufnahmen im Zeitraffer offenbaren eine kontinuierliche, fließende Bewegung. Die Geschwindigkeit dieser Bewegung variiert extrem. Einige Gletscher sind nahezu bewegungslos, wohingegen sich andere 20 oder 30 Meter täglich bewegen können. Während das Eis fließt, formt sich das Land darunter durch Erosion, Transport und Ablagerung von felsigem Material langsam neu. Felsen werden langsam abgetragen, da Wasser in Rissen und Löchern gefriert, was die Lücken vergrößert - bis sie schließlich auseinanderbrechen. Dieser Prozess wird Frost-Tau-Verwitterung genannt. An der Unterseite des Gletschers friert das vorbeiziehende Eis an der Oberfläche fest und bricht Gesteinsbrocken heraus. Bei diesem Prozess spricht man von Detraktion. Die Bruchstücke, die der Gletscher zusammen mit anderen Trümmern mitnimmt, schleifen die darunterliegenden Felsen ab wie Sandpapier. Dieser Abrieb hinterlässt eine glatte Oberfläche mit ausgeprägten Rillen. Wenn sich das Erdklima in der Vergangenheit erwärmt oder abgekühlt hat, haben sich Gletscher immer wieder über riesige Bereiche ausgedehnt oder zurückgebildet. Jedes Mal, wenn sie sich zurückzogen haben, legten sie eine von der Vergletscherung verwandelte Landschaft frei. Ein Gletscher mag nichts anderes als gefrorenes Wasser sein, aber mit der Zeit hat er die Kraft, wortwörtlich Berge zu versetzen.

Gletscher Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Gletscher kannst du es wiederholen und üben.

  • Fasse die wichtigsten Aussagen zu Gletschern zusammen.

    Tipps

    Gletscher sind Flüsse aus Eis. Kannst du dir vorstellen, was passieren würde, wenn sie schmelzen?

    Drei Aussagen sind korrekt.

    Lösung

    Gletscher, die sogenannten Flüsse aus Eis, findest du auf allen Kontinenten. In ihnen sind 75% des weltweiten Süßwasservorrats eingeschlossen. Wenn die Gletscher also schmelzen würden, hätte das eine Erhöhung des Meeresspiegels um bis zu 70 Meter zur Folge. Als Teil einer flüssigen Masse sind einige Gletscher daher in Bewegung, auch wenn du das mit dem bloßen Auge nicht unbedingt immer sehen kannst. Ob sich ein Gletscher dabei bewegt oder nicht, hängt davon ab, ob die Temperaturen stabil sind, d. h., ob das gefrorene Eis im Gletscher schmilzt oder neues hinzukommt.

  • Zeige auf, wie es sprichwörtlich möglich ist, dass Gletscher Berge versetzen.

    Tipps

    Unter der Frost-Tau-Verwitterung versteht man das wiederholte Schmelzen und Gefrieren von Eis.

    Der Prozess der Detraktion hinterlässt eine zerklüftete Oberfläche.

    Lösung

    Es hat sich gezeigt, dass Gletscher immer eine veränderte Landschaft freilegen. Dafür sind hauptsächlich drei Prozesse verantwortlich:

    • die Erosion, d. h. die Abtragung von Material, wenn Eis über Felsen fließt,
    • der Transport, d. h. die Bewegung von Material und
    • die Ablagerung, d. h. das Abladen des abgetragenen und bewegten Materials an anderer Stelle.
    Diese Prozesse sind wiederum nur durch andere Prozesse möglich. So bewirkt beispielsweise die Frost-Tau-Verwitterung, dass Wasser in die Löcher von Felsen dringt, dort friert und das Gestein sozusagen von innen sprengt. Auf diese Weise kann ein vorbeiziehender Gletscher freigesetzte Gesteinsbrocken mit sich tragen und letztendlich an einer anderen Stelle wieder abladen.

  • Definiere die jeweiligen Fachbegriffe rund um das Thema Gletscher.

    Tipps

    Der Begriff Erosion wird auch in der Medizin gebraucht und beschreibt einen Defekt, genauer eine Ablösung bzw. den Verlust der Haut. Kannst du dir vorstellen, was Erosion im geologischen Sinne bewirkt?

    Achte bei der Verbindung der Fachbegriffe darauf, dass ein grammatikalisch richtiger Satz entsteht. Das kann dir helfen, die richtige Antwort zu finden.

    Lösung

    Gletscher verformen die Landschaft unter ihnen langsam neu. Dies geschieht durch drei Prozesse:

    • die Erosion,
    • den Transport und
    • die Ablagerung.
    Innerhalb der Erosion wird das Material, d. h. beispielsweise Felsgesteine, langsam abgetragen. Diese werden durch den Transport, d. h. die Fließbewegung des Eises, bewegt und an anderer Stelle neu abgeladen. Im Felsen entstehen so Löcher, in denen sich das Wasser ansammelt. In diesen Löchern gefriert das Wasser und führt schließlich zum Auseinanderbrechen des Gesteins. Diesen Prozess nennt man Frost-Tau-Verwitterung. Während sich innerhalb der Frost-Tau-Verwitterung also das Eis im Inneren des Gesteins festsetzt, friert das vorbeiziehende Eis innerhalb der Detraktion an der Oberfläche der Felsen und löst dadurch nur einige Gesteinsbrocken heraus.

  • Arbeite die Gefahren des Klimawandels hinsichtlich der Wasserverfügbarkeit heraus.

    Tipps

    In den Gebieten, die sowieso schon von einem hohen Niederschlag betroffen sind, wird es durch den Klimawandel zu noch intensiveren Regenfällen kommen. Weißt du, von welchen Gebieten die Rede ist?

    In den Gebieten, in denen es ohnehin schon wenig Niederschlag gibt, wird es durch den Klimawandel zu einer Austrocknung kommen. Weißt du, von welchen Gebieten die Rede ist?

    Vier Aussagen sind richtig.

    Lösung

    Dörte Bernhardt erläutert in ihrem Artikel „Klimawandel und Wasserverfügbarkeit“, welche Länder von den Veränderungen durch die globale Erwärmung betroffen sein werden. In den Ländern, die schon jetzt von starken Niederschlägen betroffen sind, wird die Niederschlagsmenge noch zunehmen. Dazu gehören neben den Tropengebieten auch die höheren Breiten. In anderen Ländern, in denen es schon jetzt fast zu trocken ist, wird auch die Niederschlagsmenge zukünftig noch geringer werden. Zu diesen Gebieten gehören beispielsweise große Teile Südamerikas.

    Quelle: SPIEGEL-Verlag [Hrsg.] (2005): Unterrichtsmagazin: Wasser für alle. Hamburg, S. 12.

  • Erkläre, wie ein Gletscher entsteht.

    Tipps

    Zu Beginn solltest du sagen, wo Gletscher überhaupt entstehen.

    Als Firn bezeichnet man Schnee, der mindestens ein Jahr alt ist, also durch Schmelzen und Gefrieren oft seine Form geändert hat.

    Lösung

    Ein Gletscher ist eine gewaltige Masse aus gefrorenem Wasser. Doch wie kommt es zur Gletscherbildung? Gletscher bilden sich immer im sogenannten Nährgebiet. Darunter versteht man das Gebiet oberhalb der Schneegrenze. Schnee ist hier die häufigste Niederschlagsform, der sich in den sogenannten Firnmulden sammelt. Damit Firn entstehen kann, muss Schnee mindestens ein Jahr lang schmelzen und frieren. Durch die Ansammlung von immer mehr Firn entsteht ein Druck, der den Firn in Eis verwandelt. Auch dieser Prozess wiederholt sich über Jahre, sodass mit der Zeit ein Fluss aus gefrorenem Eis, ein sogenannter Gletscher, entsteht.

  • Bestimme die Bestandteile der glazialen Serie.

    Tipps

    Die Grundmoräne ist von Gletschern mitgeführter oder abgelagerter Gesteinsschutt, der aus feinem oder grobem Material besteht.

    Die Endmoräne ist eine wallartige Moräne, die sich vor dem Gletscher befindet.

    Ein anderes Wort für Sander ist Schotterfläche oder Schmelzwasserschotter.

    Lösung

    Moränen bestehen aus Schutt und Geröll. Es gibt vier Arten von Moränen.

    Die Grundmoräne wird gebildet, indem Material vom Felsen auf den Gletscher und dann vom Gletscher auf den Boden vor den Gletscher fällt. Dieses Material wird durch den Druck fein zermahlen und dann in Vertiefungen abgelagert. Endmoränen entstehen, indem der Gletscher an seiner Front Material vor sich schiebt. Zieht sich der Gletscher in einer wärmeren Phase zurück, so bleibt das Material liegen und bildet eine sichelförmige Endmoräne. Seitenmoränen sind vom Felsen stammende Gesteine, die seitlich vom Gletscher abgelagert werden. Mittelmoränen entstehen an der Stelle, wo sich zwei Gletscher vereinen. Es sind immer die Seitenmoränen, die sich dann zu einer einzigen Mittelmoräne zusammenschließen.

    Sander entstehen, wenn sich der Gletscherbach durch die Endmoräne schneidet und sein mitgeführtes Geschiebe auf ein großes Gebiet im Vorfeld der Gletscher verteilt. Das grobe Material bleibt nahe der Moräne liegen. Im Gegensatz zu den Moränen besteht der Sander aus gut gerundeten Geröllen.

    Urstromtäler entstehen durch das Abfließen des Schmelzwassers.