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Küstenschutz 05:35 min

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Transkript Küstenschutz

Um die Küstengebiete vor Hochwasser und Sturmfluten zu schützen, wurden Deiche gebaut. Hier der Elbedeich, nördlich von Hamburg oder hier der Nordseedeich bei Krummhörn in Ostfriesland. Deichbauten bestehen im Kern aus Sand. Darauf wird eine tonige Kleibodenschicht als Abdichtung gebaut. Zum Schutz vor Erosion durch Wind und Wasser wird Gras gepflanzt. Von der Wasserseite her steigen die Deiche sanft an. Dadurch wird bei Hochwasser den auflaufenden Wellen die Energie entzogen. Auf der Deichkrone sind oft Wege angelegt. Am Deichfuß landseitig verläuft ein sogenannter Verteidigungsweg. Im Ernstfall können auf ihm schnell Fahrzeuge mit Hilfskräften und Sandsäcken heranfahren, um Lecks zu reparieren. Die Menschen versuchen, aus den Katastrophen zu lernen. Nach der großen Sturmflut 1962 wurden die Deiche immer mehr verstärkt und erhöht. Ja, unsere Nordseedeiche sind überlebenswichtig. Pflege, Überwachung und der Neubau von Deichen sind deshalb wichtige Aufgaben des Küstenschutzes. Die Europäische Union, der Bund und die Länder finanzieren die großen Objekte gemeinsam. Hier in Brunsbüttel errichten wir für rund 22 Millionen Euro einen rund 3000 Meter langen Bauabschnitt. Dabei werden in diesem Bereich 500000 Tonnen Erdreich und Baumaterialien bewegt. Abschnittsweise erreichen wir eine Kronenhöhe von ungefähr acht Meter über Normalnull. Solche Betonelemente, wie hier auf Sylt, werden heute für den Küstenschutz nicht mehr verwendet. Man hat herausgefunden, dass sie den Landverlust zusätzlich beschleunigen. Stattdessen wird seit über 40 Jahren das Sandvorspülen praktiziert. Dabei saugt ein Spezialschiff weit draußen vor der Inselküste Sand vom Meeresboden. Ist das Schiff voll beladen, bringt es die feuchte Fracht nach Sylt. Über eine schwimmende Rohrleitung wird nun der Sand an den Strand gepumpt. Das Verfahren ist einfach und dennoch erfolgreich. Messungen ergaben, dass der natürliche Landverlust aufgehalten werden konnte. Exaktere Wetterprognosen mit modernsten Satellitensysteme und verbesserte Schutzmaßnahmen sollen künftig mehr Sicherheit geben. Doch der Klimawandel wird wohl zu einem Anstieg des Meeresspiegels führen. Dann müssen Deiche abermals erhöht und natürliche Dünen gesichert werden. Wann das sein muss und in welchem Ausmaß, daran arbeiten Wissenschaftler weltweit. Eine natürliche Küstenschutzfunktion haben die ostfriesischen Inseln. Sie schützen auch das zwischen ihnen und dem Festland gelegene Wattenmeer. Die sieben Hauptinseln und ein paar kleinere Nebeninseln bilden eine über 90 Kilometer lange Barriere vor der niedersächsischen Küste. An allen Küsten laufen ständig Veränderungsprozesse ab. Selten gehen sie allerdings mit einer solchen Geschwindigkeit vonstatten, wie im Bereich des norddeutschen Wattenmeeres. Ursachen sind die Gezeitenströmungen, Sturmfluten und die rastlose Tätigkeit des Windes. Die Folge: Alle Inseln verlagern sich langsam von West nach Ost. Betrachten wir zum Beispiel die Insel Juist. Die Inselbewohner haben in früheren Jahrhunderten die Kirche, aber auch ihre Häuser mehrfach neu errichten müssen. Stets sind sie dabei in östlicher Richtung ausgewichen. Im Westen trug das mehr ab, im Osten wurde die Strömung schwächer. Dort wurden Sand und anderes Material angelagert. Das geht bis heute so. Diese Küstenschutzbauwerke im Südwesthörn, den Spiekeroog, den sogenannten Sturmeck, kosten Millionen von Euro. Sie werden zwar nach neuesten Erkenntnissen gebaut, aber ihre Wirkung hat nur aufschiebenden Charakter. Letztendlich wird der Kampf gegen die Naturgewalten wohl nie enden.