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Wattenmeer 03:53 min

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Transkript Wattenmeer

An Gezeitenküsten werden große Landbereiche regelmäßig und zwar zweimal täglich bei Flut überschwemmt. Danach bei Ebbe fallen sie wieder trocken. Diese Küstenbereiche bezeichnet man als Wattenmeer. Die bei Niedrigwasser trockenliegenden Gebiete sind die Wattflächen. Das Wattenmeer an der Nordsee ist mit etwa 8000 Quadratkilometern Fläche weltweit das größte seiner Art. Der Begriff Wattenmeer ist leicht zu merken: Ein Meer, dass man watend durchschreiten kann. Wattwanderungen gehören zu den beliebtesten Freizeitvergnügen. Man genießt die frische Seeluft, das Waten strengt an und man bekommt viel zu sehen. Ebbe und Flut, alle sechs Stunden. Also zweimal täglich fällt das Watt trocken, zweimal wird es wieder überflutet. Ein extremer Lebensraum. In den Weltmeeren gibt es tausend Muschelarten, aber nur ganz wenige davon leben im Watt. Pflanzen und Tiere, die hier überleben, sind Spezialisten. Bei den Tieren der Wattwurm, bei den Pflanzen der Queller, sind die bekanntesten Vertreter. Der Wattwurm lebt in röhrenartigen Gängen, die er in den Wattboden gräbt. Ein unübersehbarer Beweis seiner Anwesenheit sind diese Kothaufen. Für zahlreiche Vogelarten sind die Wattwürmer eine willkommene Beute. Häufige Überflutungen bringen reichlich Nährstoffe in den Boden. Die gesunden Salzwiesen gedeihen prächtig darauf und sind für manchen Vierbeiner ein wahrer Leckerbissen. Doch das Ökosystem im Wattenmeer ist empfindlich und durch viele Faktoren bedroht. Wie die Fischerei zum Beispiel. Denn das Meer ist auch Nahrungsgrundlage. Und die Existenz vieler Menschen hängt davon ab. Weite Bereiche des Meeres gelten heute als überfischt. Krabben werden auch gerne als das „rote Gold der Nordsee“ bezeichnet. Doch die goldenen Zeiten sind vorbei. Die Bestände im Meer schwanken sehr. Die Preise werden von den Händlern festgelegt. Die Preise gehen hoch und runter, der Kraftstoffpreis geht nur noch nach oben. Es fällt zunehmend schwerer, seinen Betrieb wirtschaftlich zu betreiben. Die großen Nordseezuflüsse, wie Elbe oder Weser, bringen hohe Mengen an Schadstoffen aus den Industriegebieten des Binnenlandes. Die können sich im Watt anreichern und dort jedes Leben gefährden. Die Landwirtschaft geht oft zu sorglos mit Düngemitteln um. Abfließende Niederschläge und Grundwasser schwemmen sie ins Meer. Starke Algenbildung kann die Folge sein. Ein Problem ist auch der Müll, der auf hoher See einfach über Bord geworfen wird. Und immer wieder ereignen sich schwere Schiffsunglücke, die eine Ölpest verursachen können. Auch Großbaustellen, wie solche riesigen Hafenanlagen, stellen weitere ernstzunehmende Gefahren dar.