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Prag - Haupstadt der Tschechischen Republik 06:08 min

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Transkript Prag - Haupstadt der Tschechischen Republik

Die Hauptstadt der tschechischen Republik, Prag, liegt in der Mitte Europas. 1,2 Millionen Einwohner leben hier auf 500 Quadratkilometern. Bereits in der Frühgeschichte entstehen im “Prager Becken” beiderseits der Moldau Siedlungen. Diese wuchsen bald zu einem bedeutenden Handelszentrum zusammen. Viele wichtige Handelsrouten kreuzten sich eben hier, in Prag. Es war Karl IV, der die strategisch günstige Lage der Stadt erkannte. Er lässt die erste feste Verbindung über die Moldau bauen, die Karlsbrücke. Trotzdem bleiben der Adel auf der Seite der Burg und die Händler am anderen Ufer in der Altstadt. Seit dem 9. Jahrhundert demonstriert der “Berg Hradschin” Reichtum und Macht. Hier entsteht das größte geschlossene Burgareal der Welt, die Prager Burg. Generationen von Baumeistern haben mit verschiedenen Baustilen das heutige Bild gestaltet. Die Burg selbst war seit Anbeginn Sitz der jeweiligen Herrscher. Noch heute ist sie offizielle Residenz des Präsidenten. Die größte Kirche Tschechiens, der Veitsdom, dominiert inmitten der Burganlage. Die Kathedrale wurde im gotischen Stil im Auftrag Karls IV gebaut, das war im Jahre 1344, in dem Prag zum Erzbistum erhoben wurde. Bis die letzten Bauarbeiten abgeschlossen waren, vergingen mehrere hundert Jahre. Im imposanten Inneren wird das Haupt des Namensträgers St. Veit aufbewahrt. Es ist die kostbarste Reliquie des Doms. Die Altstadt, das Viertel der Händler, war schon immer der vitalste Stadtteil. Bereits im 10. Jahrhundert ließen sich hier Händler und Handwerker nieder. Folglich war der große Marktplatz immer das Herz des Viertels. Heute wird er “Altstädter Ring” genannt. Im Hof hinter der Teynkirche haben reisende Händler ihr Ungeld, also Zoll, bezahlt. Die Architektur rund um den Platz ist außergewöhnlich. Romanische und gotische Altstadthäuser wurden häufig im barocken Stil aufgestockt. Der Ausflug in die Prager Geschichte startet eben hier, wo auch die ersten Könige gekrönt wurden. Das stündliche Glockenspiel der astronomischen Uhr am Altstädter Rathaus ist ein Nachweis für die handwerkliche und intellektuelle Tradition Prags. Am Rande des Altstadtviertels liegt der Platz der Republik. In direkter Nachbarschaft des Pulverturmes steht das im Sezessionsstil gebaute Repräsentationshaus, das Gemeindehaus. Der 65 Meter hohe Pulverturm hat ganze 400 Jahre Bauzeit in Anspruch genommen. Im 17. Jahrhundert wurde hier Schwarzpulver gelagert, daher der Name. Das Kloster Strahov weist verschiedene Baustile auf, die für Prag typisch sind. Viele romanische Bauwerke werden im frühgotischen Stil beendet, manche tragen sogar Spuren des Barock oder der Renaissance. Auch moderne Baustile sind in Prag zu finden, wie zum Beispiel der Kubismus. Ein Kuriosum stellt “Das tanzende Haus” des amerikanischen Architekten Frank O. Gehry dar. Es soll an das erfolgreiche Tanzduo Ginger Rogers und Fred Astaire erinnern. Schon früh ist Prag ein Zentrum der europäischen Kultur geworden. Tschechischen Musik und Theater sind hier geboren. Der ganze Prager Stolz ist im Gebäude des Nationaltheaters verewigt. Gebaut mit dem Geld des Volkes war es die Bühne für die Komponisten Anton Dvořák und Friedrich Smetana. Das Ständetheater war mit seinem tschechischen und deutschen Ensemble ein internationaler Treffpunkt. Hier führte Wolfgang Amadeus Mozart seine Opern “Figaros Hochzeit” und “Don Giovanni” auf. Auch Carl Maria Weber und Clara Schumann wirkten hier. In der prächtigen Staatsoper ist Richard Wagners Ring der Nibelungen fünfzigmal aufgeführt worden. Die als zweisprachig deutsch und tschechisch bekannte Oper wurde im 19. Jahrhundert vom Deutschen Theaterverein erbaut. Schon früh hatte Prag im Altstadtviertel Josefstadt eine große jüdische Gemeinde, die eine sehr große kulturelle Rolle spielte. Weltbekannt wurde der hier geborene Franz Kafka. Die Synagogen in der Josefstadt zählen zu den ältesten Europas. Bereits im 13. Jahrhundert wurde die erste gebaut.