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Maltas Weg zur Unabhängigkeit 03:49 min

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Transkript Maltas Weg zur Unabhängigkeit

Am 21. September 1964 wird auf der Mittelmeerinsel Malta die britische Flagge eingezogen. Nach 162 Jahren endet die Herrschaft der Engländer über die Insel und Malta wird ein unabhängiger Staat. Der maltesische Archipel, zu dem außer Malta noch die kleineren Inseln Gozo, Comino und Cominotto gehören, hat in seiner bewegten Geschichte schon etliche Fremdherrschaften erduldet. Seit um 1000 vor Christus die Phönizier Malta in ihren Besitz nahmen, haben sich bis heute auch die Römer, Griechen, Byzantiner, Araber, Normannen, Franzosen und Engländer auf der Insel niedergelassen. Die Ursache dafür liegt in der strategisch außerordentlich günstigen Lage des kleinen Landstückes im Zentrum des Mittelmeeres. Malta hat auch als vorgeschobene Bastion des christlichen Glaubens und der westlichen Zivilisation Bedeutung erlangt. 1530 überlässt Kaiser Karl V. die Insel dem von Rhodos vertriebenen Johanniterorden. Die streitbaren geistlichen Herren verschiedenster Nationalität errichten auf Malta einen souveränen Ritterstaat. Die wappengeschmückten Ordenssitze geben der Hauptstadt La Valletta ihre typische Prägung. Auch die Befestigung der Insel geht auf die Malteser, wie sie fortan genannt werden, zurück. Sie bauen die Festung von Sankt Elmo, Sankt Angelo und schöne Paläste, deren aus vulkanischem Stein gehauene Fassaden heute die Touristen anziehen. Die Hauptaufgabe der Ordensritter ist über Jahrhunderte die bewaffnete Abwehr von Angriffen des Osmanischen Reiches. Ihre denkwürdigste Leistung vollbringen sie dabei im Jahr 1565, als die Flotte von Süleyman I. die Insel belagert. Unter der Führung von Jean de la Valette, einem großen Strategen, gelingt es den nur 8000 Maltesern, nach viermonatiger Blockade die 32000 türkischen Angreifer in die Flucht zu schlagen. Nach der Besetzung durch napoleonische Truppen wird Malta 1802 britische Kolonie. Die von den Franzosen entmachteten Ordensritter erlangen die Herrschaft nicht mehr zurück, erhalten aber von den Engländern weitgehende Autonomie. Die Insel wird zu einem starken Flottenstützpunkt ausgebaut, die einheimische Bevölkerung erlebt eine Periode des wirtschaftlichen Wohlstandes und baut dauerhafte Handelsbeziehungen zu den umliegenden Ländern auf. Im Zweiten Weltkrieg muss Malta schwere Bombardements durch deutsche und italienische Flugzeugverbände erdulden. Als die nationalistische Partei Maltas in der Nationalversammlung die Mehrheit erhält, beschließt sie 1962 einen neuen Vorstoß in Richtung Unabhängigkeit zu unternehmen. 1964 haben die Bemühungen Erfolg und Malta wird unabhängiges Mitglied des Britischen Commonwealth. Die Bevölkerung, in der Einflüsse aus allen Epochen der Fremdherrschaft nachwirken, geht daran, auf ihrer Insel, die so reich an historischen Denkmälern, aber sehr arm an Bodenschätzen und materiellem Besitz ist, einen eigenen Staat zu errichten.