50 % Lernmotivations-Rabatt —
Nur für kurze Zeit!

30 Tage kostenlos testen und anschließend clever sparen.

Folgen der Klimaerwärmung – Es war einmal unsere Erde (Folge 17) 24:16 min

Textversion des Videos

Transkript Folgen der Klimaerwärmung – Es war einmal unsere Erde (Folge 17)

Liebe Freunde, die Familie Gibbens ist fortgegangen. Genauso wie viele andere hier aus dieser Gegend. Das Leben im Dorf war nicht mehr möglich. Seht ihr, unser Boden ist zerstört. Erinnern Sie sich, was Debby, die Tochter der Gibbens gesagt hat? Unser Boden, der seit Jahrtausenden gefroren war, verändert sich. Deswegen müssen wir sicher sehr bald unser schönes Dorf verlassen. Was ist aus unserer Freundin Debby geworden? Wisst ihr, als hier durch die Erwärmung der Boden taute, verlor unsere Jugend die Perspektive. Die jungen Leute wollten lieber in die Stadt gehen. Und ihre Eltern sind gleich mitgegangen. Er war es. Nein, er war es. Und Sie selbst? Wieso bleiben Sie hier? Was soll aus Ihnen werden? Vier Häuser im Dorf sind noch bewohnbar. Und wir Alten, wir hängen an unseren Gewohnheiten. Die Robben sind weg und auch die Karibus. Es wird immer schwieriger. Auch wir müssen wohl bald unsere Heimat verlassen. Es ist furchtbar. Eigentlich wollten wir ihnen doch helfen. Wenigstens konnten wir eine gute Reportage schreiben. Erinnert ihr euch an den Titel? „Alaska in Not. Dieser Wachposten der Zivilisation braucht Hilfe.“ Dieser Titel ist immer noch sehr aktuell. Immerhin haben wir etwas geholfen. Mit wohlgemeinten Worten ja, aber im Handeln? Doch, doch. Es ist einiges geschehen. Sehr viele Einrichtungen und Menschen haben schon gehandelt. Aber noch nicht genug. Die ganze Welt muss endlich handeln, denn es ist ein weltweites Problem. Seht mal, da drüben. Die sind aber abgemagert. Die sind sehr hungrig. Auch für sie hat sich die Welt verändert. Daran müssen wir uns gewöhnen. Aber warum, Maestro? Wieso hat sie sich verändert? Früher war das Packeis mit Flechten, Gras und Algen bedeckt. Dann kamen vom Festland Lemminge, Füchse, Karibus, Walrosse, Robben und Bären. Zuerst waren sie noch braun, das war vor 200000 Jahren. Zur Tarnung, um besser jagen zu können, wurden sie weiß. Alles war in Ordnung. Diese wunderschöne Welt lebte in Frieden. Naja, sagen wir „fast“. Dann waren das Packeis und die Tiere verschwunden. Sie suchten sich die Nahrung woanders. Bis ein paar Robben. Aber unser Eisbär hatte keine Chance, sie zu fangen. Seine unbändige Kraft nützt ihm nichts, wenn er sechs Monate ohne zu fressen auf einer Eisplatte festsitzt und zugrunde geht. Warum ziehen sie nicht weiter nach Norden? Dort gibt es doch noch mehr gefrorene Gebiete. Und auch Nahrung für sie. Wir sind schon im äußersten Norden. Alles andere ist nur eine Eisplatte, die langsam schmilzt. Dann muss man eben diese Tiere zum Südpol bringen. Sie sagten doch, dass es dort ein großes Eisgebiet gibt. Dort gibt es große gefrorene Gebiete. Aber auch Temperaturen um minus 60 Grad. Dort kann man nicht leben. Nein, für die Eisbären gibt es keinen anderen Ort. Wie für uns Menschen. Unfassbar, dass diese enorme Meeresfläche nur Eis war. Und das, solange wir denken können. Ist diese Meeresschmelze denn wirklich so gravierend? Ungefähr eine Million Quadratkilometer Eis sind allein im letzten Jahr nach und nach verschwunden. Wir groß sind eine Million Quadratkilometer? Das ist fast zweimal die Fläche von Frankreich. Hast du das jetzt verstanden? Das geschmolzene Eis, das lässt dann die Meeresspiegel ansteigen oder? Nein, meine Liebe, nein. Auch wenn dieses Eis sehr lange im gefrorenen Zustand war, so ist und bleibt es Wasser. Am Nordpol gibt es keine gefrorene Erde. Und Wasser gewinnt nicht an Volumen, wenn es taut. Ich zeige es euch. Seht mal, dieselbe Menge. Aber all das wisst ihr doch schon längst. Ach, wenn die Gletscher Grönlands dahinschmelzen würden, dann sähe das alles ganz anders aus. Ach ja? Wie denn, Maestro? Es wird kalt, meine Freunde. Außerdem ist es Zeit für das Abendessen. In unser aller Namen möchte ich Ihnen danken, dass wir mit an Bord durften, Kapitän. Dadurch können wir die Ausmaße der globalen Erwärmung wirklich viel besser verstehen. Und durch die Reise ist uns eins klar geworden, dass man dringend handeln muss. Ich weiß euren Einsatz zu schätzen, Kinder. Und Maestro ist ein sehr guter Freund. Also-. Ja, das finde ich auch. Aber trotzdem sind die Kabinen hier auf dem Dampfer sehr unbequem. Na das ist doch wahr, oder nicht? Morgen fahren wir in die Nähe der Westküste Grönlands. Dort gibt es noch mehr Eis. Wirklich schade, dass ihr zurück müsst. Wusstet ihr schon, dass die Durchfahrt zum Pazifik praktisch offen ist? Ach wirklich? Wie geht das denn? Die Baffininseln, die Gegend der Inuit, liegen hier. Und wir sind dann genau in dieser Bucht. Noch vor kurzer Zeit war dort überall Eis. Jahrzehntelang haben zahlreiche Boote und Hunderte Menschen aus aller Herren Länder tollkühn aber vergeblich versucht, einen Durchgang in diesem Labyrinth der Meerenge zu finden. Diese gefrorenen Flächen sind härter als Stein. Kein Schiff kam ans Ziel. Und sie sind alle verschwunden. Und jetzt kann man überall durchfahren, stellt euch das vor. Seht ihr, ihr biegt hier ab und passiert die Devon-Insel. Hier lang, dann kommt die Victoria-Insel. Dann immer geradeaus und schon seid ihr im Pazifik. Eine Hälfte der Polkappe muss erst schmelzen, damit man da durchkommt. Vom Atlantik zum Pazifik über den Norden. Das ist unfassbar. Na und? Was ändert das? Der Schiffsweg von Europa nach Asien verringert sich um ganze 7000 Kilometer. Er ist ein Drittel kürzer. So spart man Kraftstoff, Zeit und auch Geld. Deine Äußerung über die Kabinen gestern Abend war, wie soll ich sagen, charmant. Aber du musst ja nicht bei uns bleiben. Du kannst bei der nächsten Station aussteigen, also bei der nächsten Eisscholle. Wie wäre es mit dieser dort? Was meinst du? Na gut, du wärst etwas einsam, aber wir würden sicher eine Robbe für dich finden. Nein, ein paar Eisbären wären besser. Haha, wirklich sehr witzig. Eisberg auf Steuerbord voraus. Wenn sich so ein kleines Stück, wie das dort, vom Packeis löst und ins Wasser stürzt, dann sollte man nicht in der Nähe sein. Denn da passiert etwas Ähnliches wie bei einem Tsunami. Seht ihr diesen Gletscher vor Grönland? Dieser Berg da besteht nicht mehr ausschließlich aus gefrorenem Meerwasser, sondern aus Eis, dass in vielen Jahrtausenden auf dem Festland gewachsen ist. Würde es schmelzen, würde der Meeresspiegel steigen. Und wie wahrscheinlich ist das? Die Eisberge dort und auch der große, den wir vorhin gesehen haben, entstammen einem Gletscher wie diesem da. Als das Meer noch gefroren war, festigte es das Fundament der Gletscher. Durch die Klimaerwärmung taut jetzt etwas von dem Eis, es sickert bis auf den Grund der Eisblöcke und so verlieren diese ihren Halt und stürzen ein. Versteht ihr? Komm hoch. Gut. Aber pass auf, das kann gefährlich sein. Wow, das ist ja super. Komm runter jetzt, das reicht. Hey, warum darf ich nicht hoch? Sehr gut. Bravo. Ach, was der kann, kann ich schon lange. Hilfe, ich kann mich nicht mehr halten. Ich glaube, dass unsere Reise in den Norden lehrreich und angenehm war. Ja, lehrreich, sehr lehrreich. Und auch angenehm. Ja, wirklich, sehr angenehm. Wir haben sehr viel über die neue Durchfahrt im Norden gesprochen. Aber vorher müssen die Schiffe doch auch irgendwo durchgefahren sein? Darf ich, Maestro? Natürlich. Schau her. Die berühmte Norddurchquerung. Und hier siehst du die alte längere Passage durch den Panamakanal. Aber die großen schweren Tanker, die mussten um das Kap Horn. Eine schwierige und gefährliche Strecke. Während ihr im hohen Norden wart, habe ich im Fernsehen gesehen, dass man jetzt da oben wohl Öl gefunden hat. Wird das denn nicht für Unruhen sorgen? Das befürchte ich auch. Aber bis jetzt vermutet man nur, dass es dort Öl gibt. Aber seht euch nur mal die Russen an. Um sich abzusichern, haben sie ein kleines U-Boot geschickt, dass ihre Flagge auf dem Meeresgrund aufstellt, in 4300 Metern Tiefe. Kein anderes Land hat so viel Küstenfläche um den Pol wie Russland. Diese Gebiete gehören uns. Ich bitte um Entschuldigung. Aber unsere Untersuchungen zeigen, dass diese Gebiete die natürliche Verlängerung Kanadas sind. Also bitte, meine Herren. Nein, Sie irren sich, denn hier sehen Sie den Lomonossow-Rücken, der an Grönland anschließt. Das gehört zu Dänemark. Diese Gebiete gehören daher uns. Erlauben Sie, meine Herren, erlauben Sie. Diese Inseln, sie liegen direkt am Nordpol. Diese Inseln sind norwegisch und gehören daher zu uns. Was die Amerikaner betrifft, denen Alaska gehört-. Hey, hey, Ruhe. Jetzt hören Sie mir zu. Alaska liegt hier. Es gehört zu Amerika. Dann sagten sie nichts mehr. Aber sie schickten ihre Eisbrecher, U-Boote und anderen Schnickschnack in diese Gegend, um ja alles überwachen zu können. Wir werden wahrscheinlich so manches Exemplar der modernen Technologie dort erblühen sehen: schöne Bohrtürme. Hoffen wir mal, dass sie sich nicht um dieses Gebiet prügeln werden. Ist das wirklich ein guter Moment, sich um ein Stück Land zu streiten, dass dringend zu seiner Rettung Hilfe benötigt? Wie immer machen die Errungenschaften und Reichtümer die Menschen blind und taub gegenüber dem, was sie vermeintlich nicht betrifft. Ich zeige euch das an einem weiteren Beispiel. Nichts wird Amerika daran hindern, seine Entwicklung zu verfolgen. Nein. Nichts hindert China daran, seine Entwicklung zu verfolgen. Aber die Verschmutzungen, die sie verursachen, die unsere Atmosphäre abschirmen und zur Klimaerwärmung beitragen, werden bald auch diejenigen zur Vernunft bringen, die nichts sehen. Oder die nichts wissen wollen. Und wenn nicht? Was können wir denn mit denen machen? Mit denen? Nichts. Und was passiert dann mit den anderen? Man kann die Chinesen, die Hindus, die Brasilianer und viele andere nicht daran hindern, sich weiterzuentwickeln. Zweifellos, wir müssen ihnen einen anderen Weg zeigen? Ihnen ein anderes Beispiel zeigen, sonst-. Sonst was? Wenn wir immer so weitermachen-. So sieht die Verschmutzung aus, mit der wir leben müssen. In einem immer heißeren Klima, dass durch sie verursacht wird. Versteht ihr? Gab es denn auf der Erde schon einmal eine solche Erwärmung? Ja, natürlich. Vor mehr als drei Milliarden Jahren. Als es Vulkanausbrüche und andere Eruptionen gab, die unseren Planeten gestaltet haben. Und dann vermutlich nochmal vor 400 Millionen Jahren. Aber zu dieser Zeit-. -gab es noch nicht viele Menschen. Es gab gar keine. Es gab nur Dinosaurier. Tut mir leid, wir wissen, wie sehr du sie magst. Aber von 400 Millionen Jahren gab es noch nicht mal Dinosaurier. Wirklich? Jetzt weiß ich immer noch nicht, was die Erderwärmung für uns bedeutet. Hohe Temperaturen und schwere Unwetter, die durch schnelle Wolken entstehen, die sich in der großen Hitze bilden. Sagt dir das nichts? Dürren, Hunger und Durst auf der Welt. Habt ihr davon auch noch nie etwas gehört? Hunger auf der Welt? Bei all dem, was mein Onkel produziert? Durst auch? Das glaube ich nicht, es gibt doch die riesengroßen Gletscher in den Bergen. Oder etwa nicht. Die sind so weit oben, die können doch nicht einfach verschwinden. Das Verschwinden dieser Gletscher ist bereits in vollem Gange. Und das überall auf unserer Welt. Ich schlage euch jetzt vor, zum besseren Verständnis dieses Problems einen kleinen Ausflug zu den Gletschern zu machen. Einverstanden? Da bleibt nicht viel zu sagen. Ihr habt gesehen, wie diese Landschaft einst aussah und wie es heute dort ist. Der Gletscher des Mount Blanc hat sich sehr weit zurückgezogen, der des Kilimandscharo, 6000 Meter hoch, ihr seht, was davon übrig ist. Leider nicht mehr lange. Und hier in Alaska seht ihr die Reste dessen, was früher einer der wichtigsten Gletscher der Welt war. Diese Gipfel der Anden in Peru befinden sich auch auf 6000 Metern. Und jetzt seht ihr, wie dieser prächtige Gletscher vorher aussah. Die Gletscher, von denen ihr ein paar Beispiele gesehen habt, versorgen die Quellen der Flüsse, die uns 70 Prozent unseres Trinkwassers bereitstellen. Ja. Und was geht uns das an? Das hat zur Folge, dass die Trinkwassermenge, die den Menschen zur Verfügung steht, immer weniger wird, während die Bevölkerungszahl weiter steigt. Und die Trinkwasserbeschaffung wird einige heftige Gefechte mit sich bringen. Und den Südpol? Den hätten wir wirklich auch noch sehr gerne gesehen. Ja, das stimmt. Immer wird nur über ihn geredet, aber wir sehen ihn nie. Da gibt es doch Wasser. Ja, also von Südamerika, von Peru aus, da wäre es nicht weit gewesen. Hmm. In der Tat, ja, wirklich nicht. Nur so um die 10000 Kilometer. Und am Südpol ist es gar nicht warm, minus 60 Grad. Manchmal sogar bis zu minus 90 Grad. Gut, eine Expedition ist ja möglich, aber sonst kann man da nicht leben. Jedoch wird dieser Kontinent bei diesen Temperaturen nicht so schnell tauen. Zum Glück haben sich über die Jahrtausende mehr als drei Kilometer dicke Eisschichten gebildet. Und dieses Eis zu bergen wird sicher keine leichte Angelegenheit sein. Das ist doch so weit weg, ich habe immer noch nicht verstanden, was uns das alles eigentlich angeht. Ich auch nicht. Ich zwei bringt mich noch zur Verzweiflung. Hört lieber mal, was Nicholas Stern dazu sagt. Er ist Wirtschaftswissenschaftler und sehr angesehen. Vielleicht versteht ihr es ja dann. Das erwartet uns bei einem Temperaturanstieg von einem oder zwei Grad. Und bei drei Grad mehr-. Ach, hier höre ich lieber auf. Auf jeden Fall wird alles danach unvorhersehbar. Aber es wird sicher nicht gleich morgen passieren. Und der Anstieg um zwei Grad, von dem Herr Stern spricht, ist der absehbar? Das dauert sicher noch mindestens 100 Jahre. Aber naja, ihr wisst jetzt, welches Handeln der Menschen unseren Planeten bedroht: das Zerstören und Abholzen unsere Urwälder, das rücksichtslose Verschmutzen und Verseuchen unserer Flüsse und Meere. Doch diese Meere und Wälder sind empfindlich, sie nehmen unsere Verschmutzungen auf. Aber uns Menschen ist das egal. Trotz aller Warnungen machen wir weiter und treiben die Temperaturen in die Höhe, die dann nicht mehr aus der Atmosphäre weichen können. Daher müssen wir, und das ab sofort, den Verbrauch nicht erneuerbarer Energien um die Hälfte reduzieren. Ja, ich weiß, das wird nicht leicht, wenn wir nicht alle mitmachen. Denn wir Menschen sind so wie unseren beiden Besserwisser. Wir müssen die Dinge erst sehen und spüren, um sie zu begreifen. Und sehr oft reicht das immer noch nicht aus. Techniker, Wissenschaftler, Institutionen und einige Länder suchen ja nach Lösungen. Hoffen wir, dass ihr Wissen und eure Vernunft die Menschen voranbringen.