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Biodiversität 05:16 min

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Transkript Biodiversität

1,7 Millionen: So viele Arten von Lebewesen wurden bisher wissenschaftlich bestimmt. Doch es gibt noch viele mehr. Tatsächlich hat die meisten davon bis jetzt noch kein Mensch je gesehen. Insgesamt soll es auf der Erde etwa 14 Millionen Arten geben, die in verschiedensten Ökosystemen zusammenleben. Diesen Schatz nennt man „biologische Vielfalt“ oder auch „Biodiversität“. Aber was genau ist biologische Vielfalt? Warum ist sie so wichtig? Und warum ist sie in Gefahr? Biologische Vielfalt wird in drei Bereiche untergliedert: Erstens die Artenvielfalt, also wie viel verschiedene Arten auf der gesamten Erde oder in einzelnen Gebieten leben. Das Ökosystem Korallenriff ist besonders artenreich. Man bezeichnet es auch als sogenannten „Hotspot“ der Biodiversität. Weltweit gibt es etwa 800 Arten riffbildender Korallen, hinzu kommen noch Weichkorallen. Um die Korallen versammeln sich verschiedene Tier- und Pflanzenarten, wie etwa Seeigel, Krebse, Schwämme, Anemonen, Schildkröten, Oktopusse oder auch Quallen. Sie ernähren sich im Korallenriff und manchmal sogar von den Korallen selber. Sie wachsen auf ihnen oder nutzen sie als Versteck. Auch Raubfische wie Barrakudas oder Haie finden im Riff ihre Nahrung. Insgesamt beherbergen die Riffe der Meere bis zu neun Millionen Tier- und Pflanzenarten, davon allein 4000 Fischarten. Der zweite Bereich der biologischen Vielfalt ist die genetische Vielfalt, innerhalb einzelner Arten. Tomaten gibt es beispielsweise in roten, gelben und grünen Varianten. Sie können klein, groß, spitz oder rund sein. Mal schmecken sie süß, mal herb, mal sind sie fest, mal weich. Trotzdem sind sie alle von der gleichen Art. Der dritte Bereich ist die Vielfalt von Ökosystemen. Das Korallenriff ist nur eines der Ökosysteme auf unserem Planeten. Auch Meere, Wiesen, Wälder, Seen und sogar Wüsten sind Ökosysteme. Jeder Zentimeter unserer Erde ist Heimat für Lebewesen, die in einem komplexen Geflecht voneinander abhängig sind. Eine hohe biologische Vielfalt ist ein sehr großer Schatz, der viele Vorteile hat. Erstens: Je höher die biologische Vielfalt in unserem Ökosystem ist, desto robuster ist es. Es kann sich besser an äußere Bedrohungen anpassen. Zum Beispiel den Klimawandel oder Krankheitserreger. Zweitens: Eine hohe biologische Vielfalt ist auch aus wirtschaftlicher Sicht wertvoll. Landwirtschaftliche Tiere und Nutzpflanzen sind die Nahrungsgrundlage der Menschen. Regionen mit hoher biologischer Vielfalt ziehen Touristen an und sind so oft wichtig für das Einkommen der lokalen Bevölkerung. Außerdem ist sie auch wichtig für die Medizin. In Deutschland basiert etwa die Hälfte aller Arzneimittel auf pflanzlichen Wirkstoffen. Weltweit sind aber erst ein Prozent aller Pflanzen auf ihre medizinische Wirksamkeit getestet worden. Dritten: Räume mit hoher biologischer Vielfalt bieten dem Menschen die Möglichkeit, Natur zu erleben und sich zu erholen. Außerdem stärken sie das Heimatgefühl der Menschen. Leider ist die biologische Vielfalt in Gefahr. Jeden Tag sterben Arten unwiederbringlich aus. Auf der roten Liste der Weltnaturschutzunion, IUCN, stehen viele Tiere, die es wahrscheinlich nicht mehr lange geben wird. Darunter Riffbewohner wie Haie und Schildkröten, aber auch viele andere Tiere, wie Pandabären, Nashörner, Tiger und Gorillas. Neben diesen bekannten Beispielen stehen auf der Liste als vom Aussterben bedroht 41 Prozent aller Amphibien, 33 Prozent aller riffbildenden Korallen, 25 Prozent aller Säugetiere, 13 Prozent aller Vögel und 30 Prozent der Nadelbäume. Schlimmer sieht es sogar noch bei den Nutzpflanzen und Nutztieren aus. Die Industrialisierung der Nahrungsmittelproduktion bewirkt eine immer stärkere Vereinheitlichung der Arten. In den letzten 100 Jahren sind etwa drei Viertel der landwirtschaftlichen Nutzpflanzen verlorengegangen. Der Mensch bedroht die biologische Vielfalt auf verschiedenste Weise. Wälder werden abgeholzt, um Weideflächen für die Fleischproduktion zu erschließen. Auf riesigen Flächen werden Monokulturen gepflanzt, zum Beispiel für die Produktion von Biosprit. Die Gewässer werden durch Gifte, Düngemittel und Müll belastet. Hinzu kommt die Zersiedelung von Landschaften. Sie hat zum Beispiel den Tiger in Indien an den Rand des Aussterbens gebracht. Die natürlichen tierischen und pflanzlichen Ressourcen werden überall übernutzt, die Meere werden mit Treibnetzen leergefischt, Wildtiere werden stark bejagt, Tropenwälder werden für den Holzmarkt abgeholzt. Ein weiteres Problem entsteht, wenn fremde Arten in Ökosysteme einwandern. Oft werden heimische Arten dann verdrängt. Für die Korallen ist der Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur mittlerweile die größte Gefahr. Die Korallen reagieren schon auf wenige Grad Temperaturunterschied, bleichen zunächst und sterben dann oft ab. Ohne die Korallen geht das ganze Ökosystem kaputt. Es wird also höchste Zeit das Artensterben aufzuhalten. Auch wenn es aufgrund der verschiedenen Ursachen schwierig erscheint, es ist nicht unmöglich. Nur wenn alle Faktoren rechtzeitig in Angriff genommen werden, können wir die biologische Vielfalt unseres Planeten für künftige Generationen bewahren.

3 Kommentare
  1. Default

    cooooooooooooooooooolllllllll

    Von Deleted User 205638, vor mehr als 4 Jahren
  2. Default

    perfekttttttttttttttttttt danke fil mal

    Von Deleted User 205638, vor mehr als 4 Jahren
  3. Default

    Technisch und inhaltlich spitze!

    Von Ulrich S, vor fast 5 Jahren