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Parasitismus - extreme Überlebensstrategie 05:39 min

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Transkript Parasitismus - extreme Überlebensstrategie

Hallo! Vielleicht hast du auch schon mal gehört, dass du im Wald wachsende Früchte nicht essen sollst, weil du dich mit dem Fuchsbandwurm anstecken könntest! Hast du dich schon mal gefragt wie genau dieser Parasit im Körper des Wirtes leben kann und wie er dort hinkommt?

In diesem Video zeigen wir dir die Anpassungen und den Wirtswechsel der Parasiten am Beispiel des Fuchsbandwurms. Außerdem wirst du lernen was es mit Halb- und Vollparasiten auf sich hat.

Halb- und Vollparasiten

Es gibt tierische und pflanzliche Parasiten, aber Parasit ist nicht gleich Parasit, denn einige schädigen ihren Wirt mehr, andere weniger. Halbparasiten schädigen ihren Wirt nicht so sehr und leben nur teilweise auf Kosten des Wirtes. Vollparasiten ernähren sich hingegen nur von ihrem Wirt und nehmen sich alles was sie für das Überleben benötigen.

Eine solche Unterteilung findet man bei den pflanzlichen Parasiten. Die Mistel besitzt grüne Blätter und ist daher auch selbst zur Fotosynthese befähigt. Misteln sind daher Halbparasiten, da sie ihrem Wirt keine Fotosyntheseprodukt entziehen müssen. Andere Pflanzen besitzen kein eigenes Chlorophyll. Vielleicht kennst du den Sommerwurz, der auf trockenen Wiesen vorkommt?! Er besitzt keine Blätter und kein Chlorophyll. Der Sommerwurz kann selbst keine Fotosynthese betreiben und lebt daher vollständig auf kosten des Wirtes. Er ist daher ein Vollparasit.

Wirtswechsel am Beispiel. des Fuchsbandwurmes

Oftmals sind Parasiten so sehr spezialisiert, dass sie nur wenige Wirte, manchmal sogar nur einen einzigen Wirt, befallen können. Oftmals ist ein Parasit während seiner Entwicklung aber auch auf zwei verschiedene Wirte angewiesen, es kommt also zu einem Wirtswechsel. Dann unterscheidet man den Zwischenwirt, in dem sich der Parasit z.B. vom Ei bis zur Larve entwickelt, und den Endwirt, in dem sich die Larve zum geschlechtsreifen Parasiten weiterentwickelt.

Einen solchen Lebenszyklus gibt es z.B. beim Fuchsbandwurm. Eine Infektion ist für den Menschen sehr gefährlich. Bestimmt hast du schonmal gehört, dass du im Wald gewachsene Früchte wie Himbeeren oder Erdbeeren nicht essen sollst, weil die Gefahr einer Infektion mit dem Fuchsbandwurm besteht, oder?

Der Fuchsbandwurm lebt im Körper des Fuchses. Mit dem Kot können die Eier des Fuchsbandwurmes ausgeschieden werden. Die Eier werden dann z.B. von Mäusen aufgenommen und entwickeln sich in der Leber zu so genannten Finnen, das ist so etwas wie das Larvenstadium des Bandwurmes.

Verspeist ein Fuchs die Maus, nimmt er die Finne auf. Diese entwickelt sich im Dünndarm des Fuchses zu den wenigen Millimeter großen Bandwürmern. Nimmt jedoch ein Mensch die Eier z.B. durch Verspeisen von Waldfrüchten auf, entwickeln sich auch in seiner Leber eine oder mehrere Finnen, die wenige Zentimeter bis faustgroß werden können.

Da sich hier der Entwicklungszyklus des Fuchsbandwurmes nicht schließen kann, weil der infizierte Mensch nicht von einem Fuchs gefressen wird, sagt man auch, dass der Mensch ein Fehlwirt des Fuchsbandwurmes ist. Dies ist für den Menschen jedoch äußerst gefährlich und endet oft tödlich, da die Finnen die inneren Organe schädigen.

Anpassungen des Parasiten

Hast du dich mal gefragt, wie Parasiten, insbesondere Endoparasiten an das Leben im Wirt angepasst sind, um nicht von dessen Immunsystem erkannt und bekämpft zu werden? Dafür haben sich die verschiedenen Parasiten ziemlich geniale Tricks einfallen lassen. Einige davon möchte ich dir jetzt zeigen.

Kommen wir noch einmal auf den Fuchsbandwurm zurück. Hier werden ja in der Leber des Zwischenwirtes die Finnen gebildet. Diese sind durch eine ganz bestimmte Kapsel um sie herum geschützt und werden vom Immunsystem nicht erkannt.

Der Malaria-Erreger Plasmodium, ein Einzeller, vermehrt sich in den roten Blutkörperchen des Menschen, also im Zellinneren, und wird dort nicht vom Immunsystem bekämpft.

Verschiedene Darmwürmer haben sich noch etwas anderes einfallen lassen: Sie produzieren ein bestimmtes Protein, das das Immunsystem dazu bringt inaktiv zu bleiben. Bestimmte Blutegel nehmen aus dem Blut des Wirtsorganismus sogar fremde Antigene auf und werden dann nicht mehr als Eindringling erkannt!

Ziemlich fies, oder? Aber solche Anpassungen machen Parasiten so erfolgreich, so dass sie auf Kosten ihrer Wirtsorganismen leben können.

Zusammenfassung

Jetzt weißt du, dass es die Parasiten gibt, die sich nur über den Wirt ernähren und andere, die nur zum Teil vom Wirt abhängig sind, da sie ein Teil ihrer Nährstoffe selbst bilden können.

Außerdem hast du erfahren, dass der Fuchsbandwurm einen Wirtswechsel vollzieht und auf Zwischenwirt und Endwirt angewiesen ist. Dabei kann der Mensch als Fehlwirt auftreten, wenn er durch das Essen von Waldfrüchten die Eier aufnimmt, aus denen sich die gefährlichen Finnen in der Leber bilden können.

Zudem hast du viele interessante Anpassungen von Parasiten gesehen, die dazu führen, dass ein Parasit nicht vom Immunsystem des Wirtes erkannt und bekämpft wird. Tschüss!

Parasitismus - extreme Überlebensstrategie Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Parasitismus - extreme Überlebensstrategie kannst du es wiederholen und üben.

  • Beschreibe den Unterschied zwischen Halb- und Vollparasiten.

    Tipps

    Die Mistel zapft über ihre Wurzeln die Leitbahnen der Bäume an.

    Die Mistel hat grüne Blätter, enthält also Chloroplasten.

    Lösung

    Die Mistel gilt als Halbparasit. Sie zapft über ihre Wurzeln die Leitbahnen des Baumes an. Die Mistel selbst kann allerdings noch Fotosynthese betreiben, daher gilt sie als Halbparasit oder auch Halbschmarotzer. Mithilfe der Fotosynthese ist die Mistel nicht auf alle Nährstoffe des Baumes angewiesen. So hält sich der Schaden für die Wirtspflanze in Grenzen.

    Anders ist dies beim Sommerwurz, dieser ist nicht fähig Fotosynthese zu betreiben. Er besitzt keine Chloroplasten und lebt vollständig auf Kosten des Wirtes, daher wird er als Vollparasit bezeichnet.

  • Beschreibe die Anpassungen der Parasiten.

    Tipps

    Alle Anpassungsmechanismen zielen darauf ab, das Immunsystem des Wirtes zu beeinflussen.

    Antigene sind Oberflächenstrukturen, die das Immunsystem erkennen kann, sodass es gegen fremde Antigene sofort Antikörper bildet.

    Lösung

    Die Parasiten haben verschiedene Anpassungen entwickelt, um ihr Überleben zu sichern.

    Die Finnen des Fuchsbandwurms sind von einer schützenden Kapsel umgeben und werden so vom Immunsystem nicht erkannt.

    Der Malariaerreger vermehrt sich sogar in den Blutkörperchen seines Wirtes und wird so vom Körper nicht erkannt und auch nicht bekämpft.

    Die Darmwürmer können ebenfalls das Immunsystem ihres Wirtes ausschalten und sich so ungestört ausbreiten. Einen solchen Mechanismus finden wir auch bei bestimmten Blutegeln, diese nehmen Antigene auf und tricksen so das Immunsystem aus.

  • Erkläre die Symbiose als Gegensatz zum Parasitismus.

    Tipps

    Der Begriff Mykorrhiza stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet: myko= Pilz, rhiza= Wurzel.

    Pilze können keine Fotosynthese betreiben.

    Lösung

    Symbiosen finden wir in der Tier- und Pflanzenwelt.

    Die Ameisen beschützen die Blattlauskolonie vor Fressfeinden, wie dem Marienkäfer, im Gegenzug dafür erhalten sie deren Ausscheidungen als Nahrung. Beide Arten profitieren von dieser Beziehung, dies ist ein Merkmal der Symbiose.

    Ähnlich verhält es sich bei der Symbiose zwischen Pilz und Pflanze. Die Pflanze stellt dem Pilz Kohlenhydrate zur Verfügung, die er selbst nicht bilden kann. Im Gegenzug erhält sie Wasser und Nährstoffe, da der Pilz diese effektiver erschließen kann.

  • Erkläre den Lebenszyklus des Fuchsbandwurms.

    Tipps

    Die Larven des Fuchsbandwurms werden als Finnen bezeichnet.

    Wenn ein Fuchs mit einem Fuchsbandwurm infiziert ist, scheidet er die Eier des Bandwurms über den Kot aus.

    Die Eier entwickeln sich in der Leber eines Zwischenwirtes zu Finnen.

    Lösung

    Der Fuchsbandwurm macht einen Wirtswechsel. Der Zwischenwirt ist zum Beispiel eine Maus, der Endwirt der Fuchs.

    Der Fuchs scheidet die Eier durch den Kot aus, so gelangen sie zu ihrem Zwischenwirt. In dem Körper der Maus entwickeln sich die Eier zu Finnen. Wenn der Fuchs nun eine solche Maus fängt und frisst, nimmt er auch die Finnen auf. Diese entwickeln sich nun im Dünndarm des Fuchses zum Bandwurm. Über den Kot werden die Eier wieder abgeben und der Kreislauf beginnt von vorne.

    Nimmt der Mensch die Eier zufällig auf, zum Beispiel indem er befallenes Obst aus dem Wald isst, spricht man von einem Fehlwirt.

  • Bestimme Vertreter der Ektoparasiten und ihre Merkmale.

    Tipps

    Endo kommt aus dem Griechischen und bedeutet Innen.

    Die Zecke ist ein Ektoparasit.

    Lösung

    Endoparasiten leben im Körper ihres Wirtes. Der Fuchsbandwurm ist ein solcher Endoparasit. Diese befinden sich im Blut, Darm oder Gewebe ihres Wirtes.

    Ektoparasiten leben auf dem Körper ihres Wirtes, hierzu zählen Zecken, Milben und auch Flöhe. Sie ernähren sich von dessen Hautsubstanzen oder vom Blut des Wirtes. Auch bei Pflanzen findet man solche Ektoparasiten, zum Beispiel die Blattläuse, die den Pflanzensaft aufsaugen.

  • Erläutere den Parasitismus einer Zecke.

    Tipps

    Die Zecke wechselt dreimal den Wirt.

    Als Nymphen werden Jungtiere bezeichnet, die anders als die Larven dem erwachsenen Stadium bereits sehr ähneln.

    Lösung

    Zecken wechseln im Laufe ihres Lebens dreimal den Wirt.

    Zunächst als Larve, mit ihren sechs kleinen Beinchen, sucht sie kleinere Säugetiere als Wirt auf, wie zum Beispiel Mäuse. Hier nimmt sie ihre erste Blutmahlzeit ein, vollgesaugt fällt sie ab.

    Es folgt das Nymphenstadium, in diesem Stadium ist die Zecke schon fähig, größere Wirte aufzusuchen, wie den Hasen.

    Nach der 3. Häutung, als adulte Zecke, befällt sie schließlich noch größere Wirte wie den Hund.

    Auch der Mensch dient ihnen als Wirt, dabei können Zecken auch Krankheiten übertragen. Daher sollte man sich nach einem Spaziergang in der Natur immer nach Zecken absuchen.