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Abwehrstrategien der Pflanzen 05:31 min

Textversion des Videos

Transkript Abwehrstrategien der Pflanzen

Hallo! Tiere haben verschiedene Strategien entwickelt, um sich gegen Feinde zu wehren. Zum Beispiel können sie fliehen. Pflanzen sind fest mit der Erde verbunden und können nicht einfach weglaufen. Sind sie also ihren Fressfeinden schutzlos ausgeliefert?

Keineswegs. Auch Pflanzen haben unterschiedliche Mittel und Wege gefunden, sich gegen Feinde zu wehren. In diesem Video wollen wir uns verschiedene Abwehrstrategien von Pflanzen ansehen.

Gestalt und Wuchs

Eine große Gefahr für Pflanzen geht von Tieren aus, die Stängel, Blätter oder andere Teile der Pflanze fressen. Eine Strategie, um das zu verhindern, ist so simpel, dass sie uns gar nicht mehr auffällt. Verschiedene Sträucher und Bäume wachsen sehr hoch - so hoch, dass das Blattwerk für viele Tiere unerreichbar ist. Rehe und andere Tiere können zwar die Trieben einer jungen Tanne fressen, das Grün ausgewachsener Bäume liegt für sie allerdings in unerreichbarer Höhe. Simpel, aber effektiv. Und was ist mit dem Stamm?

Anders als der Stängel von Blumen, ist der Stamm von Sträuchern und Bäumen meist verholzt. Die feste Borke ist ein sehr wirksamer Schutz vor Fressfeinden, aber auch vor Mikroorganismen. Der Nachteil der Borke ist die schlechte Sauerstoffdurchlässigkeit. Die Borke des Holunder weist deshalb zum Beispiel Luftporen auf, die den Sauerstoffaustausch verbessern.

Dornen, Stacheln, Blattspitzen und Haare

Aber auch wenig oder nicht verholzte Pflanzen sind Fressfeinden nicht schutzlos ausgeliefert. Spitze Dornen und Stacheln etwa sind eine sehr wirksame Strategie, um nicht gefressen zu werden. Beispiele heimischer Pflanzen, die sich durch Dornen und Stacheln schützen, sind etwa die Schlehe, der Weißdorn, der Sanddorn oder die Berberitze. Auch die Rose schützt sich durch Stacheln.

Weidetiere wie das Rind lernen schnell, dass es sehr schmerzhaft sein kann Weißdorn zu fressen und suchen sich lieber andere Pflanzen als Nahrung. Auch an den Blatträndern von Pflanzen können feine Spitzen sitzen, die schmerzhafte Verletzungen im Mund von Fressfeinden verursachen können. Ein Beispiel dafür ist etwa die Stechpalme.

Eine andere Möglichkeit, sich vor Fressfeinden zu schützen, ist der Einsatz von chemischen Substanzen. Ein gutes Beispiel sind die Brennhaare der Brennnessel. Die feinen Enden der Härchen brechen bei Berührung ab so dass die spitzen Härchen sich in die Haut bohren. Über diese wird Nesselsaft in die Wunde geleitet, was das typische Brennen hervorruft. Ein Hase, der seine Nase in eine Brennnessel gesteckt hat, wird das kein zweites Mal tun.

Milchsaft, Bitterstoffe und Gifte

Ein weiteres Beispiel für den Einsatz von chemischen Substanzen ist der Löwenzahn. Wird sein Stängel von einem Insekt angeknabbert, fließt ein milchiger Saft heraus, der die Mundwerkzeuge des Insektes verklebt. Andere Pflanzen machen sich durch Bitterstoffe ungenießbar. Enzian, Wermut oder der große Ampfer schmecken deshalb außerordentlich schlecht und was schlecht schmeckt, will auch ein Tier nicht essen.

Die Tomatenpflanze geht ganz besonders hart gegen lästige Schädlinge vor. Sie sondert ein klebriges Sekret ab, wenn etwa eine Blattlaus ein Blatt anknabbert. Die Blattlaus bleibt kleben und verhungert.

Wird die Tabakpflanze von einer Raupe angebissen, registriert das die Pflanze durch verschiedene Substanzen, die im Speichel der Raupe vorkommen. Ein Botenstoff wandert im Inneren der Pflanze bis zur Wurzel und löst dort Alarm aus. In der Folge produziert die Pflanze vermehrt das Nervengift Nikotin und schüttet es in alle Teile der Pflanze aus. Die Raupe nimmt den erhöhten Nikotingehalt wahr und hört auf zu fressen. Würde sie weiterfressen, würde sie vergiftet.

Hilfe von Außen

Eine ganz außergewöhnliche Strategie verfolgt die Ulme. Legt der Ulmenblattkäfer seine Eier auf den Blättern der Ulme ab, wird das vom Baum registriert. In der Folge sendet er chemische Botenstoffe über die Luft aus. Dieser Botenstoff lockt die Erzwespen an. Erzwespen fressen Ulmenblattkäfer und befreien so die Pflanze von einem Schädling.

Zusammenfassung

Pflanzen sind zwar ortsgebunden, dennoch verfolgen sie verschiedene Strategien, um sich gegen Fressfeinde zur Wehr zu setzen. Das hohe Wachstum und die harte Borke schützt Bäume und Sträucher. Stacheln, Dornen oder spitze Blätter sind ein wirksames Mittel gegen Kleinsäuger und Insekten. Auch Bitterstoffe und Gifte können verhindern gefressen zu werden. Pflanzen sind ihren Fressfeinden also keineswegs völlig schutzlos ausgeliefert. Tschüss!

Abwehrstrategien der Pflanzen Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Abwehrstrategien der Pflanzen kannst du es wiederholen und üben.

  • Bestimme die Abwehrstrategien der dargestellten Pflanzen.

    Tipps

    Wenn die Blattlaus am Löwenzahn saugt, verkleben ihre Mundwerkzeuge.

    Lösung

    Die Pflanzen haben verschiedene Strategien entwickelt, um ihre Fressfeinde abzuwehren.

    Viele Bäume besitzen eine feste Borke, ihr stark verholzter Stamm schützt sie vor Mikroorganismen und Fressfeinden.

    Die Pflanzenfresser wie zum Beispiel Rehe mögen frische grüne Blätter. Zum Schutz ihrer Blätter besitzen einige Pflanzen spitze Blattspitzen, die ein Fressen unmöglich machen. Die Stechpalme besitzt beispielsweise diese Blattspitzen.

    Auch Dornen oder Stacheln dienen als Schutz. Dornen hat der Weissdorn oder auch die Schlehe.

    Einige Pflanzen besitzen chemische Abwehrstrategien. Der Löwenzahn bildet einen sogenannten Milchsaft. Dieser verklebt die Mundwerkzeuge der Insekten, die an ihm knabbern möchten.

  • Beschreibe die Abwehrstrategie der Ulme.

    Tipps

    Die Erzwespe hat den Ulmenblattkäfer zum Fressen gern.

    Lösung

    Die Ulmenblätter schmecken den Raupen der Ulmenblattkäfer sehr gut. Die Ulmenblattkäfer legen daher ihre Eier gerne auf dem Ulmenblatt ab. In diesem Fall registriert der Baum die Eier und sendet chemische Botenstoffe aus. Diese Botenstoffe locken Erzwespen an. Die Erzwespen fressen die Käfer auf.

  • Gib die Abwehrstrategien verschiedener Pflanzen wieder.

    Tipps

    Wenn die Raupe an einer Tabakpflanze knabbert, nimmt sie Nikotin auf.

    Lösung

    Die Brennnessel hat eine bestimmte Taktik ihre Fressfeinde abzuwehren. Sie besitzt Brennhaare, diese brechen bei einer Berührung ab und Nesselgift wird frei. Aus diesem Grund brennt es auf der Haut, wenn man Brennnesseln berührt.

    Der Enzian schmeckt sehr bitter. Fressfeinde meiden ihn wegen seiner Bitterstoffe.

    Die Tomatenpflanze mag es gar nicht von Blattläusen und anderen Schädlingen angefressen zu werden. Sie sondert eine klebrige Substanz ab. Die Fressfeinde bleiben auf der Tomatenpflanze kleben und verhungern.

    Die Tabakpflanze besitzt ein Nervengift namens Nikotin. Wenn sie von einer Raupe gefressen wird, gibt sie dieses ab und vergiftet so ihre Feinde.

  • Erkläre den Unterschied zwischen Dornen und Stacheln.

    Tipps

    Leitbündel sind vergleichbar mit unseren Blutgefäßen. Die Leitbündel versorgen wichtige Pflanzenteile mit lebensnotwendigen Stoffen.

    Wenn du im Blumenladen eine Rose ohne Dornen suchst, wirst du sofort eine finden.

    Lösung

    Einige Pflanzen haben Dornen und andere Stacheln. Beide sehen sehr ähnlich aus.

    Dornen sind umgebildete Blätter oder andere Pflanzenorgane. Zum Beispiel besitzen der Sanddorn oder der Kaktus Dornen. Die Dornen verfügen über Leitbündel, denn sie müssen wie ein Blatt mit Wasser und Nährstoffen versorgt werden. Dornen lassen sich auch nicht leicht von der Pflanze entfernen.

    Stacheln wachsen aus dem Pflanzengewebe heraus und man kann sie leicht von der Pflanze entfernen. Sie haben keine Leitbündel im Inneren. Stacheln findest du zum Beispiel an Rosen.

  • Erkläre die Bedeutung der Dornen beim Kaktus.

    Tipps

    In der Wüste wachsen nur wenige Pflanzen.

    Lösung

    Kakteen sind sehr gut an den Wassermangel in der Wüste angepasst. Sie können Wasser speichern und so in der Wüste überleben. Die meisten anderen Pflanzen können das nicht und können daher in der Wüste nicht überleben. Aber es gibt auch Tiere in der Wüste, die gerne den saftigen Kaktus fressen würden. Der Kaktus kann natürlich nicht weglaufen, daher hat er Dornen. Diese sind sehr spitz und stechen jeden, der sich dem Kaktus nähert.

    Hast du vielleicht einen Kaktus zu Hause? Dann schau dir doch nochmal seine Dornen vorsichtig an, aber steche dich nicht.

  • Arbeite heraus, welche zusätzliche Abwehrstrategie die Tabakpflanze besitzt.

    Tipps

    Die Pflanzen können Dornen und Stacheln nicht spontan wachsen lassen.

    Erinnere dich, wie die Ulme den Ulmenblattkäfer abwehrt.

    Lösung

    Wenn eine Raupe des Tabakschwärmers die Tabakpflanze befällt, frisst sie diese fast auf. Die Raupen haben nämlich sehr viel Hunger. Die Tabakpflanze bildet zwar vermehrt Nikotin, doch diese Raupen stört das nicht. Aus diesem Grund hat die Tabakpflanze eine zweite Abwehrstrategie entwickelt.

    Die Tabakpflanze sendet bei Raupenbefall einen Duftstoff aus. Dieser lockt kleine Wanzen an. Diese Wanzen ernähren sich von den Raupen. Sie fressen sie auf und so wird die Pflanze die Raupen wieder los.