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Klimaschutz – Interessen und Positionen 03:56 min

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Transkript Klimaschutz – Interessen und Positionen

Die Stärke und die Geschwindigkeit der Klimaveränderungen auf der Erde hängen wesentlich vom Einfluss des Menschen ab, hauptsächlich davon, wie viel Kohlendioxid in die Atmosphäre gelangt. Auf großen Klimakonferenzen, wie denen von Kyoto 1997 und Bali 2007, trafen Vertreter von so ziemlich allen Staaten auf der Welt zusammen und versuchten ihre unterschiedlichen Interessen abzugleichen und gegebenenfalls gemeinsame Vereinbarungen zu treffen wie das Kyoto-Protokoll. Dabei gibt es sehr unterschiedliche Positionen und Interessen. Einige Länder wie Deutschland, Frankreich und Großbritannien etwa, wollen starke Beschränkungen des CO2 Ausstoßes durchsetzen und das in einer verbindlichen Vereinbarung, an die sich die Staaten auch halten müssen. Die Gründe: In diesen Ländern wird Umweltpolitik von großen Teilen der Bevölkerung gutgeheißen. Außerdem gibt es in manchen Ländern viele Jobs in der Industrie der erneuerbaren Energien, zum Beispiel Windradbauer und -konstrukteure und eine große Bevölkerungsdichte, die den Umweltschutz zu einem wichtigen Thema im Land macht. Andere Länder, vor allem die USA, versuchen möglichst lasche Grenzwerte festzusetzen und wollen möglicherweise nur eine unverbindliche Erklärung unterzeichnen. Gründe: Die amerikanische Regierung unter George W. Bush will so der heimischen Industrie strenge Regelungen für die Emission von CO2 und damit verbundene Kosten ersparen. Außerdem hat die Bush-Regierung lange so getan, als würde es keine Beweise für den Klimawandel geben und versucht mit ein paar Aufforstungsprogrammen etwas Imagepflege zu betreiben. Auch China und andere asiatische Schwellenländer wollen meist wenig und wenig verbindliche Beschränkungen des CO2 Ausstoßes und wenn, dann nur für die Industrieländer. Gründe: Viele Fabriken arbeiten dort mit sehr niedrigen Umweltstandards und entlassen viele Schadstoffe und Gifte in die Umwelt, auch viel CO2. Wenn solche Fabriken Filter einbauen müssten oder umweltfreundlichere Techniken einsetzen, würde das ihre Gewinne schmälern und damit den wirtschaftlichen Aufschwung Chinas verlangsamen. Außerdem sagen die Chinesen, dass das bisher in die Atmosphäre gebrachte CO2 fast ausschließlich aus den Industrienationen stammt. Denn die haben seit der Industrialisierung mit ihren Fabriken, Autos und Haushalten, große Mengen Kohle, Öl und Gas verfeuert und so das Kohlendioxid in die Atmosphäre gebracht. Andere sogenannte Entwicklungsländer, die teilweise auch schon direkt von Auswirkungen des Klimawandels betroffen sind, wollen möglichst starke Beschränkungen. In Bangladesch, beispielsweise, sorgen häufigere Wirbelstürme und ein gestiegener Meerwasserspiegel mit Überflutungen jetzt öfter für viel Zerstörung, Tote und damit einen großen Schaden, auch für die wenige Wirtschaft im Land. So streiten die einzelnen Staaten und ihre wechselnden Regierungen für ihre jeweiligen Ziele. Unabhängige internationale Umweltverbände, wie Greenpeace oder dem WWF und vielen Experten, reichen die auf den Klimakonferenzen getroffenen Vereinbarungen nicht aus. Sie fordern stärkere Reduktion des Kohlendioxidausstoßes, weil sie befürchten, dass die beschlossenen Verminderungen nicht ausreichen, um Katastrophen abzuwenden. Und dafür müssten möglichst alle Länder auf der Welt zusammenarbeiten.