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Gerundivum mit esse 11:00 min

Textversion des Videos

Transkript Gerundivum mit esse

Salvete, cari discipuli!

Wir haben heute die 9. Folge zum Thema Gerundivum, und zwar: „Das Gerundivum als Prädikatsnomen bei esse". Fortgeführt wird hiermit das Überblicksvideo zu Syntax und Übersetzung vom Gerundivum, Folge 2. Es wäre deshalb schön, wenn du das Video Gerundivum Folge 2 und vielleicht auch Folge 1 schon kennst. Das heißt, folgende Aspekte des Gerundivums sollten dir schon bekannt sein: - die Formbildung natürlich, - und dann der passive und futurische Charakter - der Nebensinn der Notwendigkeit und dass das Gerundivum in KNG-Kongruenz zu Nomen oder Pronomen steht - die Gerundivbildung bei Deponentien und ihre passivische Übersetzung; - und für die Syntax, um die es heute hauptsächlich geht, wäre es auch gut, wenn du dich mit dem Dativ auctoris auskennst. - Natürlich solltest du auch wissen, was 'prädikativ' heißt.

 

Der Kurs beginnt! Das Gerundivum kann auch prädikativ mit esse zusammenstehen und gilt dann als Prädikatsnomen bei esse. Dabei bleiben alle anderen Hauptkennzeichen, wie der passive, futurische und Notwendigkeit ausdrückende Charakter, bestehen.

Ein kurzes Beispiel: pacta sunt servanda. Abmachungen bzw. Verträge müssen eingehalten werden. Wir gehen den Satz mal nach den Kennzeichen des Gerundivs durch. Wir haben mit servanda bei sunt ein Prädikatsnomen. Die wörtliche Übersetzung wäre schließlich: Verträge sind einzuhaltende. servanda steht in KNG-Kongruenz mit pacta. Das Gerundivum servanda wird passivisch gebraucht. Der futurische und notwendige Aspekt ist auch vorhanden: Die Verträge müssen jetzt und demnächst, in Zukunft, eingehalten werden.

Noch ein Beispiel: Quod erat demonstrandum – das verwendet man gerne am Schluss eines mathematischen Beweises – was zu beweisen war/ was bewiesen werden musste. Mit servanda und demonstrandum sind zwei Gerundiva aus transitiven Verba gebildet worden. Die tauchen hier auf mit Subjekt. Habe ich intransitive Verben, also Verba, die nicht den Akkusativ regieren, dann taucht das Gerundivum als Prädikatsnomen ohne Subjekt auf.

Ein Beispiel für ein intransitives Verb, in diesem Fall dormire: in schola dormiendum non est – in der Schule soll oder darf nicht geschlafen werden. Kürzer und mit Hilfe von man unpersönlich aktivisch übersetzt: Man darf in der Schule nicht schlafen. Es fehlt hier das persönliche Subjekt, wie immer bei intransitiven Verben beim Gerundivum als Prädikatsnomen. Stattdessen haben wir bei intransitiven Verba immer den unpersönlichen Gebrauch; das Prädikatsnomen steht also im Neutrum.

Noch ein Beispiel dafür: Auxilio veniendum erit – man wird zu Hilfe kommen müssen. Das Genitiv-, Ablativ- oder Dativobjekt, wie hier auxilio, darf das Gerundiv als Prädikatsnomen ergänzen. Das Subjekt fehlt natürlich auch bei transitiven Verben, wenn sie absolut gebraucht werden. Scribendum est – man muss schreiben.

Bei Horaz kommt vor: Nunc est bibendum! Jetzt muss getrunken werden! Jetzt muss man trinken! Die handelnde Person steht im Dativ.

Mihi scribendum est – ich muss schreiben. Mihi ist hier der Dativus auctoris: Es muss von mir geschrieben werden.

 

Genau so funktioniert das auch bei Gerundiva als Prädikatsnomina, die aus transitiven Verben gebildet wurden. Gebrauche ich ein Gerundiv aus einem transitiven Verb als Prädikatsnomen wie bei einem persönlichen Passiv, also mit Subjekt, kann der Dativus auctoris natürlich ebenfalls auftauchen.

Epistula scribenda est – der Brief muss geschrieben werden / man muss den Brief schreiben. Die handelnde Person setzen wir in den Dativ auctoris ein, epistula mihi scribendum est – der Brief muss von mir geschrieben werden / ich muss den Brief schreiben.

 

Was passiert nun, wenn wir den Dativ auctoris haben und einen weiteren Dativ als Objekt? Schauen wir uns das an. Legibus nobis parendum est – wir müssen den Gesetzen gehorchen. Hier nun kann, muss aber nicht, aus dem Dativus auctoris, nobis, ein Ablativus auctoris werden. Wir brauchen dazu die Präposition a, a nobis. Ist dabei der Sinn zweideutig, so werden wir den Ablativus auctoris wohl in der Regel finden, es sei denn, der Autor will diese Zweideutigkeit absichtlich. Nobis parentibus parendum est. Hier habe ich so eine Zweideutigkeit: Wir müssen den Eltern gehorchen oder die Eltern müssen uns gehorchen, beides wäre möglich.

Durch den Ablativus auctoris kann ich den Satz jeweils eindeutig machen: A nobis parentibus parendum est / a parentibus nobis parendum est. Jetzt haben wir die Dativobjekte genau festgelegt, wie oben legibus. Während im ersten Satz auch ohne Ablativbildung der Urheber klar ist, ist das im zweiten Satz nicht so; hier brauchen wir den Ablativus auctoris.

 

Wird ein Gerundivum aus einer Deponens gebildet und als Prädikatsnomen bei esse eingesetzt, wird es genau so behandelt wie ein Gerundivum aus einem verbum activum: Ocasione nobis utendum non erat – wir durften die Gelegenheit nicht benutzen. Trotz der sonst aktivischen Bedeutung der Deponentien wird ihr Gerundiv immer passivisch gebraucht. utendum non erat, das Prädikat, wird hier unpersönlich gebraucht und im Gegensatz zur eigentlichen Gerundivkonstruktion bleibt die Intransitivität von uti hier bestehen. Deshalb steht mit ocasione der Ablativ, und der Dativ auctoris steht mit nobis auch wieder dabei. Und ein Gerundiv aus einer transitiven Deponens funktioniert als Prädikatsnomen bei esse genau so wie bei den anderen Verben.

Iughurta Adherbali adoriendus est. Wir haben das Prädikat adoriendus est mit einem Gerundivum als Prädikatsnomen aus einem transitiven Verb, adoriri, gebildet. Dazu gibt es das Subjekt Iughurta und den Dativ auctoris Adherbali. Jughurta muss von Adherbal angegriffen werden. Kehren wir die Übersetzung ins Aktiv um, heißt es: Adherbal muss Jughurta angreifen. Auch in einem A.c.I. finden wir das Gerundivum als Prädikatsnomen bei esse, dort natürlich im Akkusativ. Wir hatten den Satz Iughurta Adherbali adoriendus est.

Daraus wollen wir jetzt einen A.c.I. Machen. Adherbal arbitratus est Iughurtam sibi adoriendum esse. Adherbal war der Meinung, dass er Jughurta angreifen müsse. Der Infinitiv esse vom A.c.I. wird oft auch weggelassen.

Besonders häufig lässt das esse Cäsar weg; wir schauen uns das jetzt mal an einem Beispiel an. Caesar partiendum sibi ad latius distribuendum exercitum putavit - Cäsar glaubte, er müsse das Heer teilen und weiter auseinanderlegen.

 

Wir bewegen uns dem Ende des Videos zu. Im Wiederholungsteil fasse ich für dich noch mal das Wichtigste zusammen. In seiner Funktion drückt das Gerundivum als Prädikatsnomen bei esse das Müssen aus bzw. Nicht-Dürfen, die sogenannte „Necessität“, Notwendigkeit, und hat passivischen Charakter. Du erkennst es daran: Es steht immer in Verbindung mit einer Form der Kopula esse, wobei die Kopula im A.c.I. auch wegfallen kann; es entsteht dann eine Ellipse. Außerdem kann das Gerundivum hier nur im Nominativ, beim A.c.I. auch Akkusativ, Singular oder Plural auftreten. Beispiele: a) mit Subjekt bei Gerundiva aus transitiven Verben: pecunia comparanda est – man muss das Geld beschaffen. b) ohne Subjekt bei bei Gerundiva aus intransitiven Verben, hier haben wir den unpersönlichen Gebrauch und das Gerundivum steht im Neutrum: Exercendum est – man muss üben.

Handelnde Personen stehen im Dativ auctoris: vobis pecunia comparandum est – ihr müsst das Geld beschaffen; ei exercendum est – er muss üben.

 

Wir verlassen jetzt den Kurs über das Gerundivum. Ich hoffe, all die Gerundivkonstruktionen und -übersetzungen waren für euch nicht zu anstrengend und ihr seid jetzt echte Gerundivianer. Schwimmt weiter wie ein Fisch im mare latinum.

Valete et gaudete, euer Lateintutor Radetzki.

7 Kommentare
  1. Hilft zwar, aber ist schwer verständlich !

    Von Timdreyer, vor mehr als 2 Jahren
  2. Zu komplex; zu viel Spezifika kombiniert und damit für den Schulunterricht nur bedingt geeignet. Außerdem: Adherbal wird nicht auf der mittleren Silbe betont.

    Von Jensmichners, vor mehr als 2 Jahren
  3. Hallo Carolin,
    zunächst vielen Dank für die guten erklärenden Ausführungen.
    Ja, ich sehe, dass der "Ablativus auctoris" eine Hilfskontruktion ist und daher nicht in der Grammatik thematisiert wird. - aber immerhin nicht schlecht.

    Von Eemilelv, vor fast 4 Jahren
  4. Hallo Eemilelv,
    dass der Dativus auctoris zur Verdeutlichung zum "Ablativus auctoris" (also a/ab + Ablativ) wird, ist eine Besonderheit des Lateinischen, die nur beim Gerudivum mit esse auftreten kann. Diese Funktion ist in den Grammatikbüchern nicht wiederzufinden und wahrscheinlich eine dem besseren Verständnis dienende Wortneuschöpfung des Tutors. Die Aussprache ist ebenfalls eine Besonderheit des Tutors. Normalerweise trennen wir die in der Aussprache von zwei Vokalen die Vokale deutlich voneinander: a-u-ctoris.
    Die Gerundiva als Subjekt zu übersetzen ist nicht empfehlenswer.t. Es muss immer der Aspekt der Notwendigkeit in der Übersetzung zum Ausdruck gebracht werden. Deswegen empfiehlt sich höchstens die Übersetzung mit: zu + Infinitiv. (In der Schule ist nicht zu schlafen. Jetzt ist zu trinken.)
    Viel Erfolg weiterhin!

    Von Carolin Wallura, vor fast 4 Jahren
  5. ..also das Computerprogramm macht was es will und fragt nicht, ob ich z.B. meinen Satz schon beendet habe.
    Also ich muss erst - nachdem ich heute Abend dem Trinkspruch entsprochen hab - erst einmal über alle Infos des Videos schlafen. Morgen will ich mich dann an den Übungen versuchen. - Oje !

    Von Eemilelv, vor fast 4 Jahren
  1. Oje ! Das Mare Latinum schlägt hohe Wellen und ich bin kein Fisch: non piscis sum!

    Zunächst stelle ich fest, dass es doch so etwas gibt wie ein Ablativus auctoris; also nicht nur ein Dativus auctoris.

    Ganz neben bei hat mich Herrn Radetzkys Ausprache von "auctoris" etwas verwundert -> kein /a-u/, sondern eher ein /o/ und so frage ich mich: ist das so (richig) oder nur eine Aussprache-Besonderheit des Tutors?

    Kann man eigentlich bei intransitiven Verben (dormire) das Gerundium nicht doch auch mit einem Subjekt übersetzen, etwa
    - In schola dormiendum non est.
    (Das) Schlafen in der Schule ist nicht gestattet.
    Oder:
    - Nunc est bibendum.
    Jetzt ist (das) Trinken angezeigt.
    ???
    Morgen erst werde ich die Übungen

    Von Eemilelv, vor fast 4 Jahren
  2. Hi

    Von Seholee, vor mehr als 5 Jahren
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Gerundivum mit esse Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Gerundivum mit esse kannst du es wiederholen und üben.

  • Ordne die Wendungen mit Gerundivum der richtigen Übersetzung zu.

    Tipps

    Bei diesen Wendungen mit Gerundiv findest du kein Subjekt und sie stehen mit einer Form von esse.

    Wie kannst du sie übersetzen?

    Die Bedeutung der Verben hilft dir, die richtigen Paare zu finden. Schlage notfalls nach:

    • audire
    • parēre
    • dorminre
    • exercēre
    • scribĕre.

    Lösung

    Das Gerundivum als Prädikatsnomen zusammen mit esse drückt eine Notwendigkeit aus - man nimmt es, wenn man sagen will, dass man etwas machen muss oder nicht machen darf.

    In den Wendungen dieser Übung hat das Gerundivum drei Kennzeichen:

    • es ist mit dem Verb esse verbunden
    • es hat kein Subjekt
    • es steht im Neutrum.
    Das heißt, dass es unpersönlich benutzt wird. Man kann es also mit „man“ übersetzen: scribendum est - man muss schreiben.

    Bei verneintem Gerundivum übersetzt man nicht mit „müssen“, sondern mit nicht dürfen: dormiendum non est - man darf nicht schlafen.

  • Nenne die richtige Endung des Gerundivums in jedem Satz.

    Tipps

    Erinnere dich: Das Gerundivum muss zum Subjekt kongruent sein.

    Pass auf die Deklination des kongruenten Substantivs auf!

    Lösung

    Zuerst sollst du das Gerundivum und das Subjekt in den Sätzen bestimmen. Das Subjekt ist immer kongruent zum Gerundivum. Das bedeutet: sie müssen im gleichen Kasus, Numerus und Genus stehen.

    Sobald du Kasus, Genus und Numerus des Subjekts bestimmt hast, kannst du die notwendige Endung des Gerundivs einsetzen.

    Vergiss aber nicht: man dekliniert das Gerundivum immer wie ein Adjektiv der a- und o-Deklination.

    Ein Beispielsatz:

    Bellum imperatori faciendum est: Das Subjekt des Satzes ist bellum, denn es steht im Nominativ Singular neutrum. Nun kannst du die Endung des Gerundivum einsetzen, die auch im Nominativ Singular neutrum stehen muss: faciendum.

    Genauso geht es bei den anderen Sätzen:

    • curanda bezieht sich auf corpora und braucht deshalb die Endung -a,
    • scribendae bezieht sich auf epistulae und braucht die Endung -ae,
    • paranda bezieht sich auf cena und braucht deshalb auch die Endung -a.
    Die Endungen -us und -i passen nirgends.

  • Übersetze die Sätze mit Gerundivum.

    Tipps

    Pass auf den Dativus auctoris auf! Frage dich: Wer macht etwas im Satz?

    Wiederhole: Wie übersetzt man das Gerundivum mit esse allgemein?

    Wie ist es bei der Verneinung mit non?

    Lösung

    Zuallererst sollst du das Gerundivum bestimmen. Von welchem Verb kommt es? Zu welchem Substantiv gehört es? Dann sollst du fragen: Ist es durch das Verb esse begleitet? Gibt es ein Dativus auctoris, also eine Person, die etwas tun muss oder nicht tun darf?

    Nachdem du alle diese Fragen beantwortet hast, kannst du die Sätze übersetzen.

    Das Gerundivum mit esse übersetzt man mit den Verben müssen - oder nicht dürfen, wenn der Satz verneint ist.

    Falls du einen Dativus auctoris findest, ist es das Subjekt deiner Übersetzung. Das Substantiv, das im Nominativ steht, wird zum Objekt in unserem deutschen Satz.

    Ein Beispiel:

    Servi domino reprehendendi sunt: Hier finden wir einen Dativus auctoris, und zwar domino. Das ist derjenige, der im Satz etwas machen muss. Dann finden wir auch ein Substantiv im Nominativ, servi. Es wird in unserer Übersetzung zum Objekt. Wir übersetzen dann: Der Herr muss die Sklaven tadeln.

    Hier die restlichen Lösungen:

    • Discipuli magistro docendi sunt - Der Lehrer muss die Schüler belehren, die Schüler sind dem Lehrer zu belehren.
    • Lex omnibus servanda est - Alle müssen das Gesetz schützen, einhalten, retten oder bewahren.
    • Milites imperatori non monendi sunt. - Der Feldherr darf die Soldaten nicht ermahnen.

  • Bestimme den Dativus auctoris in den Sätzen.

    Tipps

    Dativus auctoris bedeutet Urheber. Welche Funktion hat er also im Satz?

    Frage dich: Wer muss etwas tun oder darf es nicht?

    Diese Person steht im Dativus auctoris.

    Achtung: der Dativ steht nicht immer an erster Stelle!

    Lösung

    Zuerst sollst du jeden Satz durchlesen. Nachdem du das Gerundivum mit esse gefunden hast, sollst du dich fragen, wer etwas im Satz machen muss oder nicht machen darf. Der ist der Dativus auctoris, denn auctor bedeutet Urheber, und steht im Dativ.

    Ein Beispielsatz:

    Discipulis libri legendi sunt: Das Gerundivum ist legendi, das zum Substantiv libri kongruent ist. Um den Dativus auctoris zu bestimmen, fragst du: Wer muss die Bücher lesen? Die Antwort gibt discipulis, das im Dativ steht und unser Dativus auctoris ist: die Schüler müssen die Bücher lesen.

    So kannst du auch bei den anderen Sätzen vorgehen. Die Dative sind:

    • agricolis - die Bauern
    • militibus - die Soldaten
    • Romanis - die Römer.

  • Übersetze die Wendungen mit Gerundivum.

    Tipps

    Die Bedeutungen der Verben:

    dormire: schlafen

    laborare: arbeiten

    venire: kommen

    pugnare: kaempfen

    flere: weinen

    Pass auf die Verneinung auf!

    Hast du bemerkt, dass es kein Subjekt gibt und dass das Gerundivum im Neutrum steht? Wie kann man das Gerundivum in diesem Fall übersetzen?

    Achtung: eine Form von esse steht in der Vergangenheit!

    Lösung

    Bei diesen Wendungen merken wir, dass das Gerundivum mit esse kein Subjekt hat. Es steht im Neutrum Singular und hat die Endung -um. Alle Gerundiva kommen von intransitiven Verben. Das bedeutet, sie können kein Akkusativobjekt bei sich haben.

    Die Gerundiva sind also alle unpersönlich gebraucht. Man übersetzt diese Wendungen mit „man muss“, oder verneint: „man darf nicht“. Etwas umständlicher ist die Formulierung mit „es ist“: es ist zu schlafen oder zu lesen.

    Hier alle richtigen Übersetzungen:

    • dormiendum est: man muss schlafen, es muss geschlafen werden oder: es ist zu schlafen
    • laborandum est: man muss arbeiten, es muss gearbeitet werden es ist zu arbeiten
    • veniendum erat man musste kommen, es musste gekommen werden, es war zu kommen. Achtung: erat ist Imperfekt!
    • pugnandum non est: man darf nicht kämpfen, es darf nicht gekämpft werden, kämpfen darf man nicht.
    • flendum non est: man darf nicht weinen, es darf nicht geweint werden, es ist nicht zu weinen.

  • Ordne die Bilder anhand des lateinischen Textes richtig zu.

    Tipps

    Lies alle Sätze durch und versuche, die Gerundiva zu übersetzen.

    Hier die Bedeutungen der Verben, die im Gerundiv stehen:

    • edere: essen
    • bibere: trinken
    • piscis ist der Fisch und uva die Traube.

    Lösung

    Alle Anweisungen des Arztes enthalten ein Gerundivum. Es kommt von den Verben edere (essen) und bibere (trinken). Der Arzt gibt dem Mann also Tipps, was er essen oder trinken darf - und was nicht.

    Das Gerundivum mit esse drückt eine Notwendigkeit aus, das heißt, etwas, das man machen muss oder nicht machen darf. In diesem letzten Fall wird es durch non verneint.

    Der Dativus auctoris gibt an, wer etwas macht. In unserem Fall ist das tibi: du musst oder darfst nicht.

    Hier die ganze Übersetzung:

    • Panis tibi edendus est, uvae edendae non sunt. - Brot musst du essen, Trauben darfst du nicht essen.
    • Etiam piscis tibi edendus est. - auch Fisch musst du essen.
    • Aqua tibi bibenda est, vinum non est. - Wasser musst du trinken, Wein darfst du nicht.
    Brot, Fisch und Wasser sind also erlaubt, Trauben und Wein verboten.