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Das demografische Übergangsmodell 03:04 min

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Transkript Das demografische Übergangsmodell

Die Weltbevölkerung wächst pro Sekunde um zwei Menschen. Einst aber war die weltweite Bevölkerungszahl konstant. Durch die Entwicklung der Zivilisation veränderten sich die Geburten- und Sterberaten dramatisch. Die Veränderungen können mit dem demografischen Übergangsmodell erklärt werden, das die fünf Entwicklungsphasen der Industrieländer und deren Einfluss auf die demografische Entwicklung eines Landes beschreibt. In Phase 1 ist die Bevölkerungszahl niedrig, aber durch gleich hohe Geburten- und Sterberaten ausgeglichen. Sterberaten sind hoch aufgrund von Krankheit und Nahrungsmangel. Bei hoher Säuglingssterblichkeit gibt es keinen Anreiz, die Fruchtbarkeit zu kontrollieren. Diese Situation war weltweit gleich, bis die westlichen Länder gegen Ende des 18. Jahrhunderts begannen, die Industrialisierung voranzutreiben. Nur wenige nomadische oder indigene Völker verblieben in dieser ersten Phase. In Phase 2 steigt die Bevölkerungszahl, weil die Sterberate sinkt, während die Geburtenrate hoch bleibt. Verbesserungen in der Nahrungsversorgung, ein Angebot an sauberem Wasser und Abwassersysteme bedeuten, dass weniger Menschen sterben. Weil die Säuglingssterblichkeit gesunken ist, wird die Bevölkerung jünger. In Phase 3 steigt die Bevölkerungszahl zwar noch, aber die Geburtenrate geht zurück, um der rückläufigen Sterberate zu begegnen. Eltern sind zuversichtlich, dass ihre Nachkommen überleben werden, aber das Leben in der Stadt bedeutet, dass es teuer wird, Kinder großzuziehen. Durch die Verfügbarkeit von Verhütungsmitteln und der Möglichkeit für Frauen, Bildung und Karriere zu verfolgen, entscheiden sich Eltern für weniger Kinder. In Phase 4 ist die Bevölkerungszahl hoch aber stabil, aufgrund niedriger Geburten- und Sterberaten. Verhütungsmittel sind weitgehend verfügbar und es gibt den Wunsch nach kleineren Familien. Fällt die Fruchtbarkeit auf ein ausreichend niedriges Maß, kommt das Land in die fünfte Phase, in der die Bevölkerungszahl hoch, aber rückläufig ist, weil sich die Menschen entscheiden, erst spät Kinder zu bekommen. Dies verursacht eine älter werdende Bevölkerung. Länder auf der ganzen Welt befinden sich in verschiedenen Phasen dieses eurozentrischen Modells. Aber einige Entwicklungsländer scheinen Phasen komplett zu überspringen. An dieser Stelle sei angemerkt, dass uns dieses Modell nicht sagt, was nach der fünften Phase kommt, die einige Länder bereits erreicht haben.