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Frauen weltweit – Es war einmal unsere Erde (Folge 19) 24:26 min

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Transkript Frauen weltweit – Es war einmal unsere Erde (Folge 19)

Erinnert ihr euch noch an die junge Afrikanerin, die wir in Mali getroffen haben? Hmm. Ihr Mut hat mich wirklich tief berührt. Gibt es denn viele Frauen auf der Welt, die unter so schweren Bedingungen leben müssen? Oh, leider ja. Es sind zwar meistens Frauen, die 60 bis 80 Prozent der Nahrung in den Entwicklungsländern erzeugen sowie die Hälfte der Weltproduktion, dennoch haben sie ein schwaches Einkommen und kaum Rechte. Und 70 Prozent aller Analphabeten auf der Welt sind Frauen. Aber aus welchem Grund sind denn bitte die Frauen mittelloser und ärmer als Männer? Noch überall. Und zwar auf unserer ganzen schönen Welt nehmen die Frauen nur den zweiten Platz ein, betrachtet im Vergleich zum Mann. Und das zeigt sich am allerstärksten in den alten Traditionen der vielen armen Länder. Aber das ist eine sehr lange Geschichte, die Geschichte der Menschheit. Los, los, Beeilung. Wir sind schon sehr spät dran. Seit je her haben die Frauen dem Gesetz der Männer gehorcht. Bereits in der Antike wurden wir Frauen als minderwertige Wesen angesehen. Nur Männer kümmerten sich um Politik, besaßen Land, Häuser, Reichtum. Ein junges Mädchen konnte im Alter von 12 Jahren verheiratet werden. Die alten Griechen sagten: Die schönste Zierde einer Frau sei ihr Schweigen. Im Mittelalter war die Frau ihrem Ehemann unterworfen. Sie musste schweigen und durfte sich nicht schminken. Sie musste sich um den Haushalt und die Kinder kümmern. Und sie musste alles tun, damit es ihrem Mann gut ging. Den Frauen, die sich nicht unterwarfen, drohte Schlimmes. Sie wurden als Hexen betrachtet. Denken Sie an Jeanne d'Arc, die besser kämpfte als die Männer. Von aller Welt verlassen endete sie auf dem Scheiterhaufen. Und wo war das Problem? Ich finde das ganz normal. Also nein, wirklich. Wie könnt ihr Männer nur so ungerecht sein? Egoismus und Ignoranz. Aber vielleicht hatten sie ja auch nur einfach Angst vor den Frauen? Angst vor Frauen? Wahrscheinlich befürchteten die Männer damals, dass ihre Frauen besser seien als sie. Sie wären nicht mehr überall die Nummer Eins gewesen. Stellt euch davor. Erst nach Tausenden von Jahren der Unterdrückung haben die Frauen angefangen zu kämpfen, um dieselben Rechte wie die Männer zu bekommen. Ab dem 19.Jahrhundert erhielten sie in Neuseeland, Australien, Finnland, Kanada, Brasilien, Frankreich, China und Indien endlich das Wahlrecht. Aber die Mehrheit der Frauen in armen Ländern bleibt untergeordnet und wird zu Schwerstarbeit ohne Lohn gezwungen. Gemeinsam müssen wir weltweit die Anerkennung der Gleichheit von Mann und Frau erreichen. Bravo. Ja. Na, kommt. Wir haben noch eine Menge Arbeit vor uns. Wir haben soeben beschlossen, Psi als Chefredakteurin für unsere Spezialausgabe „Frauen der Welt“ zu ernennen. Was? Ein Mädchen soll ab jetzt das Sagen haben? Ich empfehle dir, schön ruhig zu bleiben. Denn wenn wir die Männer-Frauen-Quote einführen, dann haben wir einen Jungen zu viel. Und das könnte dann sehr gut dich treffen. Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs. Eins, zwei, drei, vier. Hihi, stimmt. Wir sind hier mehr Jungs als Mädchen. Und wenn ich mich auch noch dazuzählen darf, dann-. Ein Mädchen als Chefredakteurin ist eine fabelhafte Idee. Das passt doch ganz ausgezeichnet zu unserem Thema. In den modernen Ländern, da werden wir Frauen natürlich respektiert. Unsere Rechte werden respektiert. Trotzdem verdienen in denselben westlichen Ländern Frauen bei gleicher Arbeit nur drei Viertel vom Einkommen der Männer. Na und? Männer verdienen mehr, weil sie auch viel stärker sind als Frauen. Ach ja? Sehen wir uns einmal die Verteilung von Männern und Frauen in Regierungspositionen auf unserer ganzen Welt an. Das ist sehr erstaunlich oder? Daran habt ihr auch gedacht? Apropos, habt ihr Informationen zu den Lebensverhältnissen der Frauen weltweit? Wenn ihr eine Sonderausgabe herausbringen wollt, dann braucht ihr die unbedingt. Sehr gern, ich höre. Wir haben doch überall auf der Welt Korrespondenten unseres Klubs. Pierrette fliegt wieder nach Afrika, um dort die Ursprünge der Armut zu untersuchen. Ich fahre nach Indien. Und Mounia nach China. Wir brauchen eine Zentrale: Sophie und Annie bleiben hier, um all die interessanten Informationen zu sammeln. Ja. Wir berichten von überall, das bedeutet von der ganzen Welt. Seid ihr fertig? Und was ist mit uns? Wir haben euch nicht vergessen. Ihr werdet mit uns eine Mannschaft. Hier ist meine Liste. Eine kleine Lektion in Sachen „Feminismus“ und „Ineffizienz“. Habe ich Recht, Jungs? Warum müssen wir sie eigentlich beide begleiten? Normalerweise zählt ein Junge doch wie zwei Mädchen oder? Ja, weißt du, sie ist halt schwach, sie braucht mindestens zwei Leibwächter, die sie beschützen. Willkommen in Burkina, Pierrette. Ich bin Jaja. Wie ich sehe, hast du zwei Komiker dabei. Das hier sind Zuckerrohr- und Erdnussfelder. Die sind ja riesig. Aber wieso heißt es denn immer, dass Afrika seine Menschen nicht ernähren könne? Die Erträge sind nicht für unser Land, sondern für den Export bestimmt. All das hier landet vielleicht auf deinem Teller oder bei deinem Nachbarn. Das ist doch total absurd. Außerdem zerstören diese riesigen Felder die Artenvielfalt. Viele Arten, die hier einmal wuchsen, sind verschwunden. Es besteht kaum Hoffnung, dass sie eines Tages wiederkommen. Und die Dünger und Pestizide verschmutzen die Gewässer und Brunnen. Oh ja. Da hast du Recht. Ich werde euch die Folgen unserer intensiven Landwirtschaft zeigen. Seht ihr, der Dürre folgt die Wüstenbildung. Und dann wächst hier gar nichts mehr. Man könnte sagen, dass unser Anbau dazu dient, die Anleihen zurückzuzahlen. Wir sitzen auf einem Schuldenberg, den wir nie abtragen können. Könnt ihr die Arbeit nachvollziehen, die die Frauen hier leisten müssen? Sie haben kein Geld, um sich gute Felder zu kaufen. Und ihnen bleiben zwei Prozent der Anbaufläche. Seht euch das an: Die Frau mit den sechs Armen. Sie steht für das Frauenbild hier. Bitte, da habt ihr ein Beispiel. Na, kommt mit. Wir helfen ihr. Jetzt sag bloß nicht, dass das Dorf da oben auf dem Berg ist. Wir sterben, bevor wir da sind. Sei ruhig, hörst du. Und was gibt es jetzt noch zu essen? Ihr könnt essen, soviel ihr wollt. Wenn ihr zu Hause seid. Hier müssen wir den Rest für den Mann und die Kinder aufheben. Was? So kann doch keiner arbeiten. Das ist nicht in Ordnung. Das Zeug hatte ja kaum Kalorien. Ich brauche einen Hamburger mit Pommes Frites. Ihr solltet es Assia gleich tun und euch damit zu damit zufrieden geben, klar? Sie wird euch eure Arbeit zeigen, denn sie geht heute zur Schule. Assia. A. Ich habe im Dorf nur wenige Männer gesehen. Die meisten sind in die Hauptstadt gefahren. Sie hoffen dort Arbeit zu finden. Die Frauen reisen dann mit den Kindern hinterher, wenn sie hier nicht mehr leben können. Dann gibt es noch mehr Arme in den Slums. Die Frauen sind aber ganz schön mutig. So ganz ohne Ausbildung und ohne Geld. Weißt du, hier bei uns, da werden die Frauen einfach übersehen. Landwirtschaftliche Maschinen und Bildung sind nur für Männer. Die Frauen haben nichts weiter als ihre Hände und ihren guten Willen. Dabei bräuchten sie Getreidemühlen, um nicht mehr tagelang die Hirse zerstampfen zu müssen. Und natürlich Transportmittel. Auf diese Weise hätten sie viel mehr Zeit, um lesen und schreiben zu lernen, anstatt so viel Zeit beim Wasser- und Holzschleppen zu verlieren. Und wir bräuchten Brunnen, um die Gärten zu bewässern und die Felder zu bewirtschaften. Die Frauen besitzen ein altüberliefertes Wissen. Vor vielen tausend Jahren waren sie die ersten, die die Felder bestellten und die Sorten verbesserten. Sie kennen Hunderte verschiedene Pflanzen, nahrhafte, aber auch Halbpflanzen. Du hast völlig Recht, Jaja. Es gäbe genug zu essen für alle, wenn den Menschen hier genug Mittel bereitgestellt würden. Vor allem euch Frauen, die die Welt ernähren. In Afrika mehr als anderswo. Denn durch euch wird Afrika reicher. Ihr habt ja wirklich ein ganz ausgefallenes Transportmittel. Aber hier in Indien, da wundert man sich über gar nichts. Ich bin Nadu. Willkommen in der Provinz 7. Gujarat. Hallo. Ihr seid ja genau richtig gekommen, die Versammlung wird bald anfangen. Ist irgendeine von euch vielleicht in der glücklichen Lage, ein eigenes Feld zu bewirtschaften? Kann eine von euch ein Geschäft oder ein kleines Transportmittel kaufen? Sie machen wohl Scherze, was? Als ich geheiratet habe, da war ich zwölf. Er hatte schon immer das Sagen. Ich habe nichts außer meinen kleinen Töchtern, die mir bei der Arbeit helfen. Um die Jungs kümmert sich mein Mann. Die dürfen natürlich auch zur Schule. Mein Mann sagt, dass Frauen keinen Unterricht nehmen und sich auch nicht außerhalb des Hauses zeigen dürfen. Und wenn er unzufrieden mit mir ist, darf er mich davonjagen. Erinnert dich das an was? Hmm. Man fühlt sich in die Antike oder ins Mittelalter zurückversetzt. Ich sammle Holz in den Wäldern, um es in der Stadt verkaufen zu können. Dabei verdiene ich kaum das Nötige, um meine Kinder zu ernähren. Mitarbeiter einer Organisation sagten mir, ich müsse die Bäume in Ruhe lassen wegen der Entwaldung. Das sagt sich leicht, wenn man groß und stark ist. Und ich? Soll ich denn mit meinen Kindern verhungern? Soll ich das? Sie wissen doch, dass die Banken ihr Geld nur an diejenigen verleihen, die es zurückzahlen können. Und die haben meistens schon Geld. Aus diesem Grund haben wir jetzt eine Bank gegründet, nur für uns Frauen, um denen Geld zu leihen, die nichts haben. Ich heiße Namita, haben Sie keine Angst, kommen Sie und schildern Sie mir Ihre Probleme und Projekte. Wir leihen Ihnen Geld. Hier besitzen die Frauen rein gar nichts. Sie haben weder Beruf noch Einkommen. Und die meisten sind Analphabetinnen. Manche sind gezwungen, im Wald Kautschuk zu sammeln, um ihn zu einem lächerlichen Preis zu verkaufen. Andere wiederum, wir nennen sie „Papiersammlerinnen“, klauben Altpapier von der Straße auf, um es zu verkaufen. Das ist doch einfach erniedrigend. Aber heute haben wir schon tausende Frauen in unserem Verein, die über ein eigenes Einkommen verfügen. Und wenn sie es nach Hause bringen, werden sie von ihren Männern dafür geachtet. Wir kümmern uns übrigens auch intensiv um unsere Umwelt. Wir haben diese Baumschule gegründet, um die Wüstenbildung einzugrenzen. Und seht ihr diese Frauen dort? Wir haben ihnen geholfen, Hühnerfarmen aufzuziehen. Dadurch haben sich ihre regelmäßigen Einkünfte stark verbessert. Das ist eine ehemalige Papiersammlerin, jetzt sammelt sie Plastik auf den Straßen, um es zum Recyceln zu bringen. Diese Frauen nennen wir Gesundheitshelferinnen. Jetzt verdient sie mehr Geld. Simone de Beauvoir sagte einst: „Die Freiheit der Frau ist ihr Portemonnaie.“ Jetzt verstehe ich besser, was sie damit meinte. Die Bank für die Frau. Hier sind alle Angestellten und Kunden Frauen. Ich zeige euch nun unseren ganzen Stolz: die Universität der Frauen. Denn ohne Bildung führt kein Weg aus der Armut. Diese Frauen hatten in ihrem ganzen Leben noch keinen Stift in der Hand. Und ihre Lehrerin konnte vor drei Jahren weder lesen noch schreiben. Und heute kocht ihr Ehemann, wenn sie wieder spät nach Hause kommt. Das ist unsere Klasse der barfüßigen Ärztinnen. Sie gehen in die Familien, um die Frauen über Hygiene und Kinderpflege aufzuklären. Wenn ich Sie richtig verstehe, sind Ihre Ziele: eine Arbeit, die angemessen bezahlt wird, Bildung, Gesundheit und der Umweltschutz? Ja. Frauen müssen den Männern gegenüber gleichgestellt sein. Und damit unsere Initiative bestehen kann, muss die nachhaltige Entwicklung mit einbezogen werden. Das ist der einzige Weg, die Armut zurückzudrängen. In dieser großen Jeansfabrik arbeiten Hunderte von Frauen. Die Fabrik bringt uns hier unter. Wir sind mehr als zehn in einem Raum, der im Winter keine Heizung hat. Und warum arbeiten in dieser Fabrik nur Frauen? Der Chef sagt, dass Frauen gefügiger sind. Dieses Mädchen kommt aus einer armen Familie. Die Eltern haben gespart, damit ihr Bruder auf die Universität kann. Aber als Mädchen muss sie arbeiten, um ihre Familie zu unterstützen. Hallo. Hier, beeile dich mit dem Essen. Du weißt ja, wir haben nur ganz wenig Zeit. Diese Suppe hier bekommen wir fast jeden Tag. Sie hat sehr wenig Geschmack und sie macht auch nicht satt. Nachts falle ich bei der Arbeit vor Müdigkeit um. Du arbeitest auch nachts? Das muss ich. Unsere Schicht dauert 17 Stunden. Und wir haben keinen Ruhetag. Aber nachts ist es am schlimmsten. Ich kann kaum die Augen aufhalten. Übrigens, ihr tragt alle Hosen, die hier gefertigt werden. All diese Jeans werden von amerikanischen oder europäischen Marken in Auftrag gegeben. Natürlich zu einem Spottpreis. Ja. Und uns verkauft man sie dann so teuer wie möglich. Ich schwöre, nie wieder eine solche Marke zu kaufen. Ihre Arbeiterinnen scheinen sehr glücklich zu sein. Sie haben hier eine Vorzeigefabrik. Ich bewundere das wirklich sehr, Herr Wang. Es ist eine wahre Freude, mit Ihnen Geschäfte zu machen. Vorzeigefabrik? Sie behandeln Ihre Arbeiterinnen wie Sklaven. Wer hat euch hier reingelassen? Ich verbiete euch zu filmen. Warum denn? Haben Sie vielleicht etwas zu verbergen? Wussten Sie eigentlich, dass er eine kranke Arbeiterin auf der Stelle entlässt? Und dass diese Frauen, die 30 mal weniger verdienen als eine westliche Arbeiterin, zu den billigsten Arbeitskräften der Welt gehören? Wer seid ihr, dass ihr so mit mir redet? Wir sind die Erbinnen dieses herrlichen Planeten. Die Erbinnen? Entschuldige, ich bin auch noch da. Entschuldige, Simon. Aber jetzt sollen sich endlich die Frauen behaupten. Wir verlangen, dass die Verhandlungen mit Arbeitgebern, die die internationalen Arbeitsrechte missachten, gestoppt werden. Wir werden es nicht mehr zulassen, dass die immensen Profite der Firmen zu Lasten all dieser ausgebeuteten Arbeiterinnen gehen, zu Lasten ihrer Bildung und Gesundheit. Das überprüfen wir. Wir gehen auch an die Presse, damit Ihre Kunden von diesen Methoden erfahren. Aber ich verspreche euch, dass ich mich persönlich davon überzeuge, dass Herr Wang die Gehälter anhebt und natürlich auch die Arbeitszeiten einhält. Sonst beende ich unsere Zusammenarbeit. Aber sicher doch. Keine Sorge, wir werden wiederkommen. Alles Gute. Danke. Auf Wiedersehen, Liu. Und vergiss nicht, ihr könnt immer auf die Hilfe des Klubs der Erben des Planeten zählen. Auf Wiedersehen. Also gut, Jungs. Die Mädchen haben euch für diese Untersuchung nicht die beste Aufgabe übertragen. Aber es ist klar, dass sie sich für alle Frauen sehr gut eingesetzt haben. Und unsere Teams vor Ort haben auch tolle Arbeit geleistet, vielleicht äußert sich mal ein Junge dazu? Die Gleichberechtigung betrifft auch euch. Komm, Jumbo, du bist dran. Danke, dass du anerkennst, dass auch wir nützlich sind. In Potu im Senegal, da haben die Frauen beschlossen, dass sie alle Plastiktüten einsammeln wollen, um die Umwelt zu schonen und auch die Tiere zu schützen, die daran ersticken. Die Frauen verwandeln die Tüten in geflochtene Blumen, Hüte und Ballons, die sie dann verkaufen. Es läuft so glänzend, dass sie regelrechte Geschäftsfrauen geworden sind. In Tansania hat es eine Lehrerin geschafft, eine gemischte Schule zu errichten. Vorher war es absolut undenkbar, Mädchen zur Schule zu schicken. Jetzt bildet sie die Mädchen aus und bereitet sie aufs Berufsleben vor. Was ihnen die Zwangsheirat erspart. Ali und Sophie haben wirklich sehr interessante Geschichten aus Vietnam und Indonesien gesammelt. Wer von euch beiden möchte denn anfangen? Oh, bitte sehr, ich bin jetzt ein überzeugter Feminist. Daher überlasse ich dir das Wort, Sophie. Unsere Freunde vom Klub dort haben uns von ihren schönen Familiengärten erzählt. Um ihre Häuser herum haben die Frauen wirklich die unterschiedlichsten Sachen angebaut. Also Gemüse, Getreide, Gewürze und Halbpflanzen. Für sich selbst, aber auch für den Verkauf auf dem Markt. Das sichert ihnen ein Einkommen. Ihre Produkte sind alle biologisch hergestellt. Sie verwenden kein Dünger und keine Pestizide. Ali und ich haben eine kleine Animation vorbereitet. Mach du jetzt weiter. Hier sehen wir einen Fischteich, der auch Wasser für den Garten liefert. Die Wasserpflanzen dienen den Tieren als Nahrung. Die Bäume unter anderem erzeugen ein natürliches Pestizid. Es gibt hier eine große Artenvielfalt, bis zu 200 Pflanzenarten, viele Blumen, Gemüsearten und anderes. Sogar die pflanzlichen Abfälle sind sehr nützlich, da sie den Boden anreichern und den Fischen Nahrung bieten. Die Bäume um den Garten herum werden als Brennholz genutzt. Eine wunderbare Idee, die Artenvielfalt zu pflegen, eine qualitative Nahrung zu bekommen und auch noch ein Einkommen für die ärmsten Bauern zu erzielen. Das wäre doch sicher auch eine gute Lösung für eure Freundin Assia in Burkina Faso. Die Artenvielfalt ist das Kapital für unsere Zukunft. Stellt euch vor, unter tausenden von essbaren Pflanzenarten baut der Mensch lediglich zwölf an. Und von denen liefern uns nur drei mehr als die Hälfte unseres Energiebedarfs: Mais, Weizen und Reis. Eins sollten wir immer bedenken: In der Förderung dieser kleinen traditionellen Landwirtschaftssysteme, da könnte der Schlüssel zu unserer zukünftigen Ernährung liegen. Um unsere heutige Arbeit zu beenden, habe ich mir ein Experiment ausgedacht. Nehmen wir an, ich würde euch bitten, jetzt dieses Zimmer neu zu streichen. Die Mädchen sind schnell und malen zwei Drittel, während die Jungs das letzte Drittel übernehmen. Als Lohn erhält jedes Mädchen einen Euro und jeder Junge hat sich gerade zehn Euro verdient. Und um euch aufzupäppeln, erhält jedes Mädchen ein Stück Brot und jeder Junge eine kräftige Mahlzeit. Ihr findet das absurd und ihr sagt zu Recht: „Der Maestro, der ist doch nicht ganz dicht.“ Ich wollte euch an diesem Beispiel zeigen, in welchen Verhältnissen Frauen mitunter leben. Ihre Arbeit stellt zwei Drittel der weltweit geleisteten Arbeit dar und sie verdienen nur ein Zehntel der gesamten Gehälter. 70 Prozent der Armen dieser Welt sind Frauen. Denkt darüber nach. Das letzte Wort jedoch überlasse ich heute dir. Wir können etwas unternehmen, diejenigen kontrollieren, welche die Arbeit der Frauen in den Entwicklungsländern ausnutzen. Mittellosen Frauen Kredite gewähren, Mädchen auf Schulen zu lassen und endlich diese Zwangsheirat verbieten. Eines würde mich interessieren: Ob wir eigentlich unter diesen Unterdrückern viele Frauen gesehen haben? Nein, wirklich nicht. Und wir alle wissen das. Daher sollten die Männer doch endlich begreifen, dass es nun wirklich allerhöchste Zeit ist, die Macht mit dem weiblichen Geschlecht zu teilen. Oh ja.