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Wie übersetze ich einen si-Satz? 07:03 min

3 Kommentare
  1. In den Übungen wird 'Si sol arserit, asinus certe cessaverit.' übersetzt mit 'Wenn die Sonne gebrannt haben sollte, dürfte der Esel sicherlich gezögert haben.', also mit einem deutschen Perfekt. Wird der lateinische Potentialis im Perfekt nicht mit Präsens übersetzt? Also ''Wenn die Sonne brennen sollte, dürfte der Esel sicherlich zögern.'

    Von Gunter F., vor etwa einem Jahr
  2. Der Konditionalsatz mit Fut. I und Fut. II wäre auch noch interessant. Es geht darum, das komplizierte Futur II im Deutschen mit Präsens oder Perfekt wiederzugeben:
    "Si Marcus cras iterum sero venerit, eum puniam!" - "Wenn Markus morgen wieder zu spät kommt, werde ich ihn bestrafen!"

    Von Mameschnue, vor etwa einem Jahr
  3. Das Video ist wirklich sehr anschaulich und verständlich ! Wirklich super ^^

    Von Johanna Q., vor etwa 4 Jahren

Wie übersetze ich einen si-Satz? Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Wie übersetze ich einen si-Satz? kannst du es wiederholen und üben.

  • Ordne die lateinischen Sätze der richtigen Übersetzung zu.

    Tipps

    Bei der Übersetzung eines si-Satzes schau dir zuerst den Modus des Prädikats an – steht das Prädikat im Indikativ oder im Konjunktiv?

    Wenn das Prädikat im Konjunktiv: welcher ist es?

    Unterscheide den Potentialis, Irrealis der Gegenwart und der Vergangenheit.

    Lösung

    Es gibt vier verschiedene Arten von si- Sätzen, die alle eine Bedingung ausdrücken. Um herauszufinden, welche vorliegt, damit du den Satz richtig übersetzen kannst, gehst du folgendermaßen vor: Zuerst schaust du dir den Modus des Prädikats an!

    Liegt ein Indikativ vor, ist die Sache klar: Du hast einen Realis vor dir, der eine Bedingung ausdrückt, die wirklich ist. Du übersetzt in diesem Fall mit dem Indikativ.

    • Si canis paret, eum laudo. - Wenn der Hund gehorcht, lobe ich ihn.
    Liegt ein Konjunktiv vor, musst du ihn genauer anschauen und die Zeitstufe bestimmen.

    Bei einem Konjunktiv Präsens oder Perfekt handelt es sich um einen Potentialis. Der drückt eine Bedingung aus, die möglich ist. Du übersetzt dann mit sollte, dürfte oder könnte.

    • Si canis pareat, eum laudem. - Wenn der Hund gehorchen sollte, könnte ich ihn loben.
    Handelt es sich um einen Konjunktiv Imperfekt, ist es ein Irrealis der Gegenwart. Das bedeutet, die Bedingung ist nicht erfüllt bzw. nicht erfüllbar. Ihn übersetzt du mit Hilfe des Konjunktivs II oder einer Umschreibung mit würde:
    • Si canis pareret, eum laudarem. -- Wenn der Hund gehorchen würde, würde ich ihn loben.
    Die letzte Möglichkeit ist, dass der Konjunktiv im Plusquamperfekt steht. In diesem Fall bezieht sich der Sprecher auf die Vergangenheit. Die Situation ist schon lang vergangen, die Bedingung wurde aber in der Vergangenheit nicht erfüllt bzw. war nicht erfüllbar. Dann übersetzt du mit hätte oder wäre und dem Partizip II. Also:
    • Si canis paruisset, eum laudavissem. -- Wenn der Hund gehorcht hätte, hätte ich ihn gelobt.

  • Ordne die Konjunktive dem richtigen Tempus zu.

    Tipps

    Die Formen stammen alle vom Verb:

    • audire (audio, audivi, auditum) – hören

    Lösung

    Den Konjunktiv Präsens erkennst du an dem eingeschobenen -a- vor der Personalendung. Hier wird nur das Moduszeichen an den Präsensstamm gehängt. Darauf folgen die Endungen:

    • audi-a-t - er sollte, dürfte hören
    • audi-a-mus - wir wollen hören
    Der Konjunktiv Imperfekt sieht aus wie der Infinitiv Präsens mit einer Personalendung. Hier wird immer die Silbe -re- an den Präsensstamm gehängt, daran kommt die passende Endung:
    • audire-m - ich würde hören
    • audire-s - du würdest hören
    • audire-tis - ihr würdet hören
    Der Konjunktiv Perfekt wird aus dem Perfektstamm gebildet. An diesen hängt man die Silbe -eri- an, daran kommen die Endungen:
    • audiv-eri-m - ich sollte gehört haben
    Und zuletzt der Konjunktiv Plusquamperfekt. Der sieht aus wie der Infinitiv Perfekt und die Personalendung. Man hängt dazu -isse- an den Perfektstamm:
    • audiv-isse-s - du hättest gehört
    • audiv-isse-nt - sie hätten gehört.

  • Gib an, was für ein si-Satz jeweils vorliegt.

    Tipps

    Um zu entscheiden, welcher si-Satz vorliegt, musst du das Prädikat genauer unter die Lupe nehmen! Welcher Modus liegt vor? Welches Tempus?

    Untersuche genau den Konjunktiv und vergleiche ihn mit der Übersetzung. Heißt es sollte oder dürfte, wäre oder würde - oder gar hätte?

    Lösung

    Schauen wir uns zur Bestimmung der einzelnen si-Sätze die Prädikate genauer an:

    Den ersten Satz hast du vielleicht aus dem Lernvideo erkannt. considis ist ein Indikativ, wie auch possum. Es liegt also ein Realis vor. Er wird ganz normal mit Indikativ übersetzt.

    Der zweite Satz enthält die Prädikate placeat und veniamus, beide sind Konjunktiv Präsens. Wir haben hier also einen Potentialis. Du sagst: gefallen sollte, könnte wiederkommen.

    Im dritten Satz' findest du die Prädikate arserit und cessavit, beide im Konjunktiv Perfekt. Also haben wir auch hier einen Potentialis: gebrannt haben sollte, dürfte gezögert haben.

    Im vierten Satz kannst du ambulavissent und scribuisset als Konjunktiv Plusquamperfekt bestimmen. Der vorliegende Satz ist also ein Irrealis, genauer gesagt: ein Irrealis der Vergangenheit: gegangen wären, hätte geschrieben.

    Die Prädikate im fünften Satz sind intrat und est, sie stehen im Indikativ. Wie im ersten Satz haben wir es hier also mit einem Realis zu tun. Übersetzt wird er wieder mit dem Indikativ.

    Der letzte Satz* hält gleich drei Prädikate bereit: laborarent im Nebensatz und iacerent sowie luderent im Nebensatz. Alle stehen sie im Konjunktiv Imperfekt, so dass du den Satz als **Irrealis der Gegenwart markieren musst: arbeiten würden, daliegen oder spielen würden.

  • Vervollständige die lateinischen Sätze anhand der Übersetzung, indem du die richtigen Konjunktivformen einsetzt.

    Tipps

    Was für eine Bedingung wird im deutschen Satz ausgedrückt? Ist sie erfüllbar, noch möglich oder nicht mehr erfüllbar?

    Wenn du das festgestellt hast, weißt du, um was für einen si-Satz es sich im Lateinischen handelt und somit in welcher Zeit die Prädikate stehen müssen.

    • venire (venio, veni, ventum) -- kommen
    • apparere (appareo, apparui, apparitum) -- erscheinen

    Der erste Satz ist ein Realis,
    der zweite ein Irrealis der Vergangenheit,
    der dritte ein Potentialis.

    Lösung

    Wenn du das richtige Prädikat finden möchtest, musst du zunächst klären, um was für eine Bedingung es sich im si-Satz handelt.

    Schau dir die Übersetzung an und überlege:

    • ist es eine erfüllbare Bedingung? - dann ist es ein Realis und du brauchst den Indikativ.
    • ist es eine Bedingung, die nur gedacht wird, also möglicherweise eintreten kann? - dann ist es ein Potentialis und du brauchst den Konjunktiv Präsens oder Perfekt.
    • ist die Bedingung nicht mehr erfüllbar? - dann ist es ein Irrealis der Gegenwart, es muss der Konjunktiv Imperfekt stehen.
    • war die Bedingung in der Vergangenheit schon nicht mehr erfüllbar, ist es der Irrealis der Vergangenheit mit dem Konjunktiv Plusquamperfekt.
    Gehen wir die Sätze durch:
    • Wenn die ganze Familie kommt, erscheint auch Flavia.
    In diesem Satz wird eine wirkliche Bedingung ausgedrückt: Es ist nicht gesagt, ob die Familie (und somit auch Flavia) kommt oder nicht - beides entspricht somit der Wirklichkeit. Du hast es hier also mit einem Realis zu tun, für den du Prädikate im Indikativ Präsens brauchst: Si tota familia venit, etiam Flavia apparet.

    • Wenn die ganze Familie gekommen wäre, wäre auch Flavia erschienen.
    Die Bedingung hier ist eine, die schon in der Vergangenheit nicht erfüllt werden konnte. Denke dir am besten folgendes: Wenn die ganze Familie gekommen wäre (ist sie aber nicht!), wäre auch Flavia erschienen (ist sie aber nicht!). Es ist ein Irrealis der Vergangenheit, der durch Prädikate im Konjunktiv Plusquamperfekt angezeigt wird: Si tota familia venisset, etiam Flavia apparuisset.
    • Wenn die ganze Familie kommen sollte, könnte auch Flavia erscheinen.
    Der letzte Satz drückt eine mögliche Bedingung aus. Es ist möglich, dass die Familie (und Flavia) kommt. Diesen Potentialis drückst du im lateinischen durch den Konjunktiv Präsens oder Perfekt aus. Letzterer stand nicht zur Auswahl, also muss der Satz lauten: Si tota familia veniat, etiam Flavia appareat.
  • Entscheide, welche Übersetzungen für den lateinischen Satz möglich sind.

    Tipps

    Lass dich nicht verwirren! Achte auf die Prädikate und bestimme ihren Modus und das Tempus.

    Entscheide dann, welche Art von si-Satz vorliegt und wie dabei die Prädikate übersetzt werden.

    Zwei Übersetzungen sind korrekt.

    Der si-Satz ist ein Potentialis. Weißt du noch, wie man ihn übersetzt?

    Lösung

    Schauen wir uns zuerst die Prädikate an. des kommt von dare (geben), gaudeat von gaudere (sich freuen). Beide stehen im Konjunktiv Präsens. Das erkennst du daran, dass sie aus dem Präsensstamm gebildet wurden. Bei des ist das -a- des Stammes durch das Moduszeichen -e- ersetzt, bei gaudeas wird nur das Moduszeichen -a- angehängt.

    Der Konjunktiv Präsens zeigt dir, dass ein Potentialis vorliegt. Das bedeutet, die Bedingung ist nicht wirklich, aber möglich. Anders als beim Irrealis kann es noch sein, dass sie eintritt. Die Möglichkeit musst du durch „sollte“, „dürfte“ oder „könnte“ ausdrücken.

    Richtige Übersetzungen sind also nur:

    • Wenn du dem Freund ein Geschenk geben solltest, dürfte er sich bestimmt freuen,
    • Wenn du dem Freund ein Geschenk geben könntest, sollte er sich bestimmt freuen.
    Warum die anderen Übersetzungen falsch sind, erfährst du hier:
    • Wenn du dem Freund ein Geschenk gibst, freut er sich bestimmt - das ist ein Realis, der eine wirkliche Bedingung ausdrückt. Hier ist der Konjunktiv gar nicht ausgedrückt.
    • Würdest du dem Freund ein Geschenk geben, würde er sich bestimmt freuen - das müsste ein Irrealis der Gegenwart sein, die Prädikate müssten im Konjunktiv Imperfekt stehen: dares und gauderet. Das tun sie aber nicht!
    • Wenn du dem Freund ein Geschenk gemacht hättest, hätte er sich bestimmt gefreut - das müsste ein Irrealis der Vergangenheit sein. Hier müsste alles im Konjunktiv Plusquamperfekt stehen: dedisses und gavisus esset. Die Bedingung wäre dann gar nicht mehr möglich.

  • Übersetze die fehlenden Verbformen.

    Tipps

    Vokabeltipps:

    • videre (video, vidi, visum) -- sehen
    • venire (venio, veni, ventum) -- kommen

    Lösung

    Hier musst du dir zunächst die lateinischen Prädikate anschauen und Modus sowie Tempus bestimmen.

    Folgende Verben kommen vor:

    • videre (video, vidi, visum) -- sehen
    • venire (venio, veni, ventum) -- kommen.
    Nun zu den Sätzen:

    Saluto si te video.
    Ich grüße dich, wenn ich dich sehe. Die beiden Verben stehen im Indikativ Präsens. Es wird eine wirkliche Bedingung ausgedrückt. Somit liegt ein Realis vor.

    Salutarem, si te viderem.
    Ich würde dich grüßen, wenn ich dich sehen würde oder sähe.Hier stehen salutare und videre im Konjunktiv Imperfekt. Dadurch wird eine nicht erfüllte Bedingung ausgedrückt und wir haben einen Irrealis der Gegenwart.

    Salutavissem, si te vidissem.
    Ich hätte dich gegrüßt, wenn ich dich gesehen hätte. An den beiden Verben im Konjunktiv Plusquamperfekt erkennst du, dass es sich um eine Bedingung handelt, die in der Vergangenheit nicht erfüllt wurde. Es ist somit den Irrealis der Vergangenheit.

    Nisi pater veniat, puer solus libros portet.
    Wenn der Vater nicht kommen sollte, dürfte oder könnte, sollte, dürfte oder könnte der Junge die Bücher alleine tragen.Die beiden Verben veniat und portet stehen im Konjunktiv Präsens und drücken somit eine wirkliche Bedingung aus. Es ist ein Potentialis.

    Nisi pater venisset, puer solus libros portavisset.
    Wenn der Vater nicht gekommen wäre, hätte der Junge die Bücher alleine getragen.- Hier haben wir eine unerfüllte Bedingung, ausgedrückt durch die beiden Verben im Konjunktiv Plusquamperfekt. Somit handelt es sich wieder um einen Irrealis der Vergangenheit.