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Konjunktiv Imperfekt 08:17 min

Textversion des Videos

Transkript Konjunktiv Imperfekt

Salvete cari discipuli! Hier ist euer Lateintutor Radetzky. Wir befassen uns wieder mit Konjugationen, heute mit dem Konjunktiv Imperfekt Aktiv. Am Ende sollt ihr diese Formen erkennen, bestimmen und übersetzen können: Orarem, careremus, sentiret, mitterent und faceretis. Auf geht's ins Kapitel Vorwissen: Wie im Lateinischen Verbformen gebildet werden, sollte dir bekannt sein. Das heißt, du kennst dich auf jeden Fall schon mit dem Präsensstamm aus, Moduszeichen sind dir nicht unbekannt und die Bedeutung von Personalendungen sind dir ein Begriff. Du weißt inzwischen schon, dass es die Endsilbenkürzung im Lateinischen gibt, bei der ein langes a, e und i zu ihren kurzen Vokalbrüdern werden, außer vor dem "s" der zweiten Person Singular. Vorteilhaft ist die Beherrschung des deutschen Konjunktivs. Solltest du bei einem dieser Themen noch Schwierigkeiten haben, empfehle ich dir die Videos zur Einführung in die Formbildung des Verbs auf sofatutor.com. Auch das Video zum Konjunktiv Präsens Aktiv könnte dir hier helfen. Doch Wissenslücken sind nicht so schlimm, denn wir starten im Vorkurs erst einmal mit dem Thema Formbildung beim Konjunktiv Imperfekt Aktiv. Wir nehmen wieder die Präsensstämme unserer fünf Beispiel Verben zu den fünf Konjugationen: Zur a-Konjugation lauda-, zur e-Konjugation mone-, zur i-Konjugation audi-, zur (kurz)i-Konjugation capi- und zur konsonantischen Konjugation ag-. Für den Konjunktiv des Imperfekts brauchen wir seine entsprechenden Modizeichen, -re-, r und langes e. Diese werden zwischen Stamm und Endung eingesetzt. Ursprünglich lautet das Moduszeichen -se-, wie wir es noch bei der Form von esse, essem (ich wäre, ich würde sein) gut erkennen können. Bei den anderen Verben hat der berühmte, lateinische Rhotazismus (rho, griechisch für r) gewirkt, sodass wir bespielsweise mit der Endung die Form laudarem haben. Wir müssen aber beim Anhängen der üblichen Personalendungen aufpassen: Die Tempora des Präsensstammes sind zu beachten! In diesem Fall wird das lange e von re- zu einem kurzen e. Wir bilden deshalb die Form laudarem. Die Endsilbenkürzung sehen wir auch bei essem. Folglich hängen wir nach der Personalendung an die Stämme ein re- an. Jetzt müssen wir noch beim Stammende von capi- und ag- etwas verändern. Bei den konsonantischen Stämmen wird vor dem re- ein thematischer Zwischenvokal -e- angehängt. Wie du aus den Formbildungvideos weißt, können solche Zwischenvokale e, i oder u sein. Bei capi- wird das i vor dem r zu einem e. Das passiert übrigens fast immer. Wir starten durch zum Hauptkurs, in dem wir alle Personalformen des Konjunktiv Imperfekt Aktivs beispielhaft darstellen wollen. Die benötigten Personalendungen sind -m, -s, -t, -mus, -tis und -nt. Nehmen wir laudarem als Beispiel für die erste Person Singular Konjunktiv Imperfekt Aktiv, moneres als Beispiel für die zweite Person Singular, audiret als Beispiel für dritte Person Singular, audirent als Beispiel für die dritte Person Plural, caperemus als Beispiel für die erste Person Plural sowie ageretis als Beispiel für die zweite Person Plural. Ich habe unsere Beispiele schon so ausgesprochen, wie sie durch Endsilbenkürzung von langem e zu kurzem e, außer vor dem s der zweiten Person Singular, erscheinen. Wir sprechen noch einmal zusammen: laudarem, moneres, audiret, caperemus, ageretis und audirent. Der deutsche Konjunktiv II, also der Konjunktiv des Präteritums, den wir zur direkten Übersetzung in der Formarbeit benötigen, ist da viel schwieriger. Er lautet eigentlich "ich lobte" und ist damit identisch zum Indikativ. Deshalb wird hier eine Ersatzform mit "würde" benutzt. Wir sagen: "Ich würde loben". Entsprechend geht es weiter mit den anderen Beispielen: "Du würdest mahnen", "er, sie, es würden hören", "sie würden hören" und "wir würden fassen". Jetzt gibt es aber bei der Übersetzung natürlich auch starke Verben. Diesen Fall haben wir bei capere und agere. Wir haben bei capere zur Übersetzung die Auswahl zwischen den beiden Verben nehmen und ergreifen. Beide sind starke Verben: "Ich nehme", "ich nahm", "ich habe genommen"; "ich ergreife", "ich ergriff", "ich habe ergriffen". Bei diesen starken Verben gibt es immer deutsche Konjunktive II, die klar zu erkennen sind und deshalb vorgezogen werden sollten. Deshalb übersetzen wir hier caperemus auch mit "wir nähmen". Beim Verb "ergreifen" fallen wir mit der Übersetzung "wir ergriffen" sofort in den Indikativ. Deshalb darf man hier wieder die Ersatzform "wir würden ergreifen" nehmen. Ähnliches passiert bei ageretis: "Ihr tätet" und "ihr triebet" sind eindeutig zu erkennende Konjunktive II. Im Fall von "handelt" oder "verhandelt" sieht es anders aus: Jetzt müssen wir die Ersatzform nehmen und mit "sie würden verhandeln" übersetzen. Damit befinden wir uns schon in der Wiederholung. Wir können das Bild eigentlich stehen lassen und müssen nur auf folgendes hinweisen: Achte bei der Bildung des Konjunktiv Imperfekt Aktivs auf das kurze e in der (kurz)i-Konjugation und in der konsonantischen Konjugation vor dem Moduszeichen re-. Beachte bei der Aussprache die Endsilbenkürzung e zu kurzem e, außer vor s, also vor -m, -t und -nt. Beachte zum Ende noch, dass der lateinische Konjunktiv in Nebensätzen in der deutschen Übersetzung vielfach mit dem Indikativ wiedergegeben wird. Ein Beispiel dafür ist ..., cum caperem, ..., weil ich nahm. Manchmal ist im Deutschen sowohl der Konjunktiv als auch der Indikativ möglich. Wie ihr an dem folgenden Beispiel sehen könnt, kommt es auf den Zusammenhang an; ..., ut aqua flueret, ..., damit das Wasser flösse oder ..., damit das Wasser floss. Valete et gaudete! Euer Lateintutor Radetzky... gluc, gluc, gluc.

11 Kommentare
  1. die aufgaben waren to easy

    Von Michel B., vor 7 Monaten
  2. eigentlich ganz gut

    Von Michel B., vor 7 Monaten
  3. die aufgaben waren to easy

    Von Roland S., vor mehr als einem Jahr
  4. Sehr gut erklärt, danke!

    Von Balanceforlife At, vor fast 3 Jahren
  5. Hallo Frederik,

    da hast du absolut recht. Genau so wird der Konjunktiv Imperfekt gebildet.

    Viele Grüße, Felix

    Von Felix T., vor etwa 3 Jahren
  1. Also meiner Meinung nach wird einfach der Infinitv vom Verb genommen und die Endungen m, s, t, mus, tis, nt werden drangehangen. Dann hat man den Konjunktiv Imperfekt.

    Von Frederik Reiter, vor etwa 3 Jahren
  2. Naja... geht so

    Von Naomi Maya, vor etwa 3 Jahren
  3. Das Ende^^

    Von Phillip S., vor etwa 3 Jahren
  4. Danke, hat mir sehr geholfen!
    mach weiter so!

    Von Cocolupi, vor fast 4 Jahren
  5. Gut erklärt aber ein wenig unübersichtlich.

    Von Fenja S., vor mehr als 4 Jahren
  6. ich finde das video net gut

    Von Morten Olsen99, vor mehr als 6 Jahren
Mehr Kommentare

Konjunktiv Imperfekt Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Konjunktiv Imperfekt kannst du es wiederholen und üben.

  • Gib an, welche Formen im Konjunktiv Imperfekt stehen.

    Tipps

    Wiederhole zunächst, wie der Konjunktiv Imperfekt gebildet wird.

    Verwechsle nicht den Infinitiv mit dem Konjunktiv Imperfekt!

    Hat die Form eine Personalendung?

    Vier Formen sind falsch.

    Lösung

    Lass uns zunächst wiederholen, wie der Konjunktiv Imperfekt gebildet wird. Du nimmst dafür den Präsensstamm und hängst daran die Buchstaben -re- an. Das ist das Moduszeichen für den Konjunktiv Imperfekt. Ans Ende kommen die gleichen Personalendungen wie im Indikativ: -m, -s, -t, -mus, -tis, -nt.

    Überlege genau, von welchem Verb die Form kommen könnte. Alle Verben hast du im Video kennen gelernt. Dann untersuchst du, was der Stamm des Verbs ist. Wurde daran das -re- und eine Endung gehängt? Wie würdest du die Form übersetzen?

    Im Konjunktiv Imperfekt stehen folgende Formen:

    • audirem - ich würde hören (1. Person Singular)
    • agerem - ich täte, ich würde treiben (1. Person Singular)
    • caperent - sie würden fassen (3. Person Plural)
    • laudaremus - wir würden loben (1. Person Plural)
    • moneres - du würdest ermahnen (2. Person Singular)
    Die anderen Formen stehen in anderen Zeitstufen oder sind kein Konjunktiv:
    • audire ist einfach der Infinitiv Präsens (hören). Verwechsle ihn nicht mit dem Konjunktiv Imperfekt - er hat keine Endung!
    • monueram ist 1. Person Singular Indikativ Plusquamperfekt Aktiv (ich hatte ermahnt).
    • monemus ist 1. Person Plural Präsens Indikativ Aktiv (wir ermahnen).
    • moneris ist die 2. Person Singular Präsens Indikativ Passiv (du wirst ermahnt).

  • Ordne die Indikativformen den passenden Konjunktivformen zu.

    Tipps

    Alle Formen stammen vom Verb audire (hören) und stehen im Imperfekt.

    Die Verbformen auf der linken Seite sind Indikativ, die Formen auf der rechten Seite sind Konjunktiv.

    Verbinde immer die beiden Formen, die in derselben Person und im selben Numerus stehen.

    Die 1. Person Singular Indikativ musst du mit der 1. Person Singular Konjunktiv verbinden, die 2. Person mit der zweiten und so weiter.

    Lösung

    Alle Formen in dieser Aufgabe kommen vom Verb audire (hören) und stehen im Imperfekt. Die Formen auf der linken Seite sind Indikativ, die Formen rechts sind Konjunktiv. Nun musst du jeweils die Formen verbinden, die in derselben Person und im selben Numerus stehen. Dazu musst du jeweils auf die Personalendung achten.

    Nimm dir immer nur eine Form auf der linken Seite vor und schau sie dir genau an. Wo ist der Stamm, das Tempuszeichen und welche Endung ist daran gehängt? Für welche Person steht sie? - Dann gehst du die Formen auf der gegenüberliegenden Seite durch und suchst die Form im Konjunktiv mit derselben Endung.

    Folgende Formen gehören zusammen:

    $\begin{array}{c|l|l|l|l} & Indikativ & & Konjunktiv & \\ \hline 1.~Person~Sg. & audiebam & ich~hörte & audirem & ich~würde~hören\\ \hline 2.~Person~Sg. & audiebas & du~hörtest & audires & du~würdest~hören\\ \hline 3.~Person~Sg. & audiebat & er~hörte & audiret & er~würde~hören\\ \hline\hline 1.~Person~Pl. & audiebamus & wir~hörten & audiremus & wir~würden~hören\\ \hline 2.~Person~Pl. & audiebatis & ihr~hörtet & audiretis & ihr~würdet~hören\\ \hline 3.~Person~Pl. & audiebant & sie~hörten & audirent & sie~würden~hören\\ \end{array}$

  • Ordne die Formen von monere der richtigen Übersetzung zu.

    Tipps

    Schau dir die Form genau an. In welchem Tempus steht sie?

    Hat sie das Moduszeichen für den Konjunktiv Imperfekt?

    Versuche zuerst selbst eine Übersetzung. Suche dann die passende Entsprechung auf der rechten Seite.

    Lösung

    Die Verbformen von monere stehen in verschiedenen Zeiten und Modi: Imperfekt, Plusquamperfekt, Indikativ und Konjunktiv. Um die passende Übersetzung zu finden, solltest du dir zuerst die Form ganz genau anschauen und sie bestimmen. Welches Tempuszeichen oder Moduszeichen hat sie? Aus welchem Stamm ist sie gebildet - dem Präsens- oder dem Perfektstamm? Was für eine Personalendung hat sie?

    Gehen wir die Formen einzeln durch:

    • monebam hat den Präsensstamm mone-, das Tempuszeichen -ba- und die Endung für die 3. Person Plural. Es muss also Imperfekt Aktiv sein. Die Übersetzung lautet: ich ermahnte.
    • monerem hat auch den Präsensstamm, aber das Moduszeichen -re- für den Konjunktiv und die Endung der 1. Person Singular. Es ist Konjunktiv Imperfekt: ich würde ermahnen.
    • monueram hat den Perfektstamm monu-. Daran ist das Tempuszeichen -era- für das Plusquamperfekt Aktiv gehängt. Die Endung steht für die 1. Person Singular. Also übersetzen wir die Form mit: ich hatte ermahnt.
    • moneret ist wieder Konjunktiv Imperfekt, und zwar die 3. Person Singular: er würde ermahnen.
    • monerent ist dasselbe in der 3. Person Plural: sie würden ermahnen.
    • monebant ist Imperfekt Indikativ in der 3. Person Plural. Also ist die richtige Übersetzung: sie ermahnten.

  • Vervollständige die Formen so, dass sie zur Übersetzung passen.

    Tipps

    Überlege, ob die Form Indikativ oder Konjunktiv sein muss. Schau genau auf die Übersetzung.

    Untersuche, in welcher Person die Verbform steht. Muss sie Singular oder Plural sein?

    Welche Endung brauchst du?

    Lösung

    Die vier Formen kommen von den Verben audire, audio (hören) und amare, amo (lieben). Zwei Verbformen stehen jeweils im Indikativ Imperfekt, zwei im Konjunktiv Imperfekt.

    Welche das jeweils sind, erkennst du an der Übersetzung. Heißt es: er hörte - dann ist das ganz klar der Indikativ. Heißt es: er würde hören - dann wird eine Handlung ausgedrückt, die nicht wirklich passiert, sondern nur gedacht ist. Das muss der Konjunktiv sein.

    • „er würde hören“ ist der Konjunktiv Imperfekt und die 3. Person Singular. Vorgegeben ist die Silbe audi-. Du setzt in das zweite Feld das Moduszeichen -re- ein und in das dritte die Personalendung -t. Also: audi-re-t.
    • „er hörte“ ist die 3. Person Singular und muss der Indikativ Imperfekt sein. Du setzt das Tempuszeichen -ba- und die Endung -t ein und bekommst: audie-ba-t.
    • „sie liebten“ ist auch der Indikativ und die 3. Person Plural. Wieder setzt du das Tempuszeichen -ba- ein und die Endung -nt, also: ama-ba-nt.
    • „wir würden lieben“ ist der Konjunktiv und die 1. Person Plural. Du setzt das Moduszeichen -re- und die Endung -mus ein und bekommst: ama-re-mus.

  • Benenne jeweils Stamm, Moduszeichen und Endung.

    Tipps

    Das Moduszeichen bleibt bei allen Formen und in allen Konjugationen immer gleich.

    Die Endungen im Konjunktiv Imperfekt sind dieselben wie im Indikativ.

    Die Verben heißen

    • monēre, moneo
    • audire, audio
    • laudare, laudo

    Lösung

    Alle drei Formen stehen im Konjunktiv Imperfekt. Man bildet ihn, indem man den Präsensstamm nimmt und daran das Moduszeichen -re- anhängt. Dieses ist bei allen Personen und in allen Konjugationen gleich und verändert sich nie. An das Ende kommen die Personalendungen. Diese sind identisch mit dem Indikativ Imperfekt, also: -m, -s, -t, -mus, -tis, -nt.

    • moneretis kommt von monēre (ermahnen) aus der e-Konjugation. Sein Stamm endet auf e, lautet also: mone-. Daran sind das Moduszeichen -re- und die Endung -tis für die 2. Person Plural gehängt. Übersetzt heißt die Form: ihr würdet ermahnen.
    • audiremus kommt von audire (hören) aus der i-Konjugation. Der Stamm ist audi-, daran hängen wieder das -re- und die Endung -mus für die 1. Person Plural. Übersetzt heißt das: wir würden hören.
    • laudarent kommt von laudare (loben) aus der a-Konjugation. Der Stamm ist lauda-, daran kommt das Moduszeichen und schließlich die Endung -nt für die 3. Person Plural. Es heißt: sie würden loben.

  • Übersetze die Formen im Konjunktiv Imperfekt.

    Tipps

    Alle Verbformen stehen im Konjunktiv Imperfekt.

    Bestimme zuerst die Form ganz genau.

    In welcher Person steht sie?

    Ist sie Singular oder Plural?

    Am besten passt immer eine Übersetzung mit „würde“.

    Bei einigen starken Verben kannst du auch die eigene Form im Konjunktiv II benutzen.

    Lösung

    Um die Formen richtig zu übersetzen, musst du dir die Endung genau anschauen. Alle Formen stehen im Konjunktiv Imperfekt, aber in unterschiedlichen Personen. Dann probierst du als erstes eine Übersetzung mit „würde“. Bei starken Verben ist auch die Übersetzung mit dem direkten Konjunktiv II möglich.

    • audiret kommt von audire (hören) und steht in der 3. Person Singular. Du übersetzt: er würde hören.
    • caperet von capere (fangen, fassen) steht auch in der 3. Person Singular. Also: er würde fassen.
    • amarent von amare (lieben) steht in der 3. Person Plural. Es heißt: sie würden lieben.
    • ageremus von agere (tun, machen, betreiben) steht in der 1. Person Plural. Du übersetzt: wir täten, oder: wir würden tun.
    • vocarem kommt von vocare und ist die 1. Person Singular. Also: ich riefe, oder: ich würde rufen.