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Irrealis der Vergangenheit 05:53 min

Textversion des Videos

Transkript Irrealis der Vergangenheit

Ein herzliches Salvete von eurem Lateintutor Martin. Heute geht es um den Irrealis der Vergangenheit. An Vorwissen benötigt ihr bei der Konjugation von Verben den Konjunktiv Plusquamperfekt. Betrachten wir zunächst die Kategorien, in denen der Konjunktiv seine Modus-Funktionen hat. Mit dem Konjunktiv können Wünsche, Vorstellungen und Aufforderungen zum Ausdruck gebracht werden. Der Irrealis gehört in die Kategorie der Vorstellungen. Um uns diese Art der Vorstellungen zu verdeutlichen, betrachten wir folgende zwei Verbformen: "videbam -  ich sah" und "vidissem - ich hätte gesehen". "Videbam" ist Indikativ Imperfekt und beschreibt eine Realität. "Vidissem" ist Konjunktiv Plusquamperfekt und beschreibt lediglich eine Vorstellung, denn "ich hätte gesehen" bedeutet: "ich habe nicht gesehen". "Videbam" ist demzufolge ein Realis, weil ich ja tatsächlich sah, während "vidissem" ein Irrealis ist, denn wenn ich sage "ich hätte gesehen", dann ist diese Situation irreal.  Sehen wir uns einige Beispiele für den Irrealis der Vergangenheit an. "Laudavissetis" heißt "ihr hättet gelobt", "vocavissemus" heißt "wir hätten gerufen" und "mansisset" - "er wäre geblieben". All diese Formen stehen im Konjunktiv Plusquamperfekt. Die Übersetzung erfolgt mithilfe einer Form von hätte oder wäre. Diese Entscheidung bei der Übersetzung trifft man entweder aus dem Bauch heraus, denn "er hätte geblieben" klingt schon sehr falsch, oder man entscheidet nach folgender Regel: "wäre" nimmt bei Verben des Zustands, wie zum Beispiel "esse". "Fuissem" heißt dann "ich wäre gewesen". "Wäre" nimmt man aber auch bei Verben der Bewegung, wie zum Beispiel "currere". "Cucurrissem" heißt "ich wäre gelaufen". "Hätte" nimmt man bei allen anderen Verben, wie zum Beispiel bei "risissem" -  "ich hätte gelacht". Werfen wir einen kurzen Blick auf die Formen des Passivs. "Laudatus essem" heißt "ich wäre gelobt worden". "Vocati essent" heißt "sie wären gerufen worden". Auch diese Formen stehen, wie gehabt, im Konjunktiv Plusquamperfekt, nur eben im Passiv. Die Übersetzung erfolgt beim Passiv immer mithilfe von "wäre". Genau wie beim Irrealis der Gegenwart steht auch beim Irrealis der Vergangenheit immer eine unerfüllte Bedingung. Ein Beispiel: "si tacuisses, philosophus mansisses" - "wenn du geschwiegen hättest, wärst du Philosoph geblieben". Die Bedingung - "wenn du geschwiegen hättest" - ist nicht eingetreten, also bist du auch kein Philosoph geblieben. Hier handelt es sich bei beiden Verbformen um einen Irrealis der Vergangenheit. Fassen wir zusammen: Der Irrealis der Vergangenheit steht immer im Konjunktiv Plusquamperfekt. Die Übersetzung gelingt mit "hätte" oder "wäre", im Passiv aber nur mit "wäre". Und beim Irrealis steht eine unerfüllte Bedingung. Ich hoffe, das Video hat geholfen, und verabschiede mich mit einem herzlichen Valete. Euer Lateintutor Martin

7 Kommentare
  1. Liebe Annika, hier findest du zwei Videos zum Potentialis:
    http://www.sofatutor.com/latein/videos/potentiale-hauptsaetze
    http://www.sofatutor.com/latein/videos/potentiale-hauptsaetze-uebungsvideo
    Liebe Grüße aus der Latein-Redaktion

    Von Carolin Wallura, vor etwa 4 Jahren
  2. Gutes Video! Das war ja jetzt der Irrealis als Konditionalsatz, aber wie ist das mit dem Potentialis als Konditionalsatz? Ich finde dazu nämlich kein Video. :(

    Von Annika Spielmann, vor etwa 4 Jahren
  3. Hallo F. Irrina,
    vielleicht hilft dir dieses Video weiter:
    http://www.sofatutor.com/latein/videos/wie-uebersetze-ich-einen-si-satz?topic=2305&back_button=1
    Dort bekommst du alle Arten von si-Sätzen nochmal erklärt, auch den Irrealis.
    Liebe Grüße
    Die Redaktion

    Von Matthias V., vor mehr als 4 Jahren
  4. ich vnde es nich so gut erklärt aber war gut

    Von F Irrina, vor mehr als 4 Jahren
  5. Super gut erklärtes Video, aber ich finde dieses mit Zustand und Bewegung brauch man gar nicht, da müsste man nur noch mehr lernen!

    Von Amenz, vor mehr als 5 Jahren
  1. er hat das echt toll gemacht dass video hat echt geholfen;)

    Von Isabell H., vor fast 7 Jahren
  2. endlich habe ich es verstanden:)

    Von Matthias 57447, vor etwa 7 Jahren
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Irrealis der Vergangenheit Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Irrealis der Vergangenheit kannst du es wiederholen und üben.

  • Bestimme, welche Verbformen ein Irrealis der Vergangenheit sind.

    Tipps

    Der Irrealis der Vergangenheit wird mit dem Konjunktiv im Plusquamperfekt gebildet.

    Man nimmt ihn, wenn man sagen will, dass etwas möglicherweise passiert wäre, aber nicht passiert ist.

    Drei Formen sind richtig, drei falsch.

    Lösung

    Du bildest den Irrealis der Vergangenheit immer mit dem Konjunktiv Plusquamperfekt. Man übersetzt ihn mit hätte oder wäre. Er drückt aus, dass etwas in der Vergangenheit hätte passieren können, aber nicht wirklich passiert ist.

    Die richtigen Formen sind somit:

    • laudavissemus - 1. Person Plural Konjunktiv Plusquamperfekt Aktiv von laudare (loben)
    • mansissent - 3. Person Plural Konjunktiv Plusquamperfekt Aktiv von manere, maneo, mansi (bleiben)
    • auditi essemus - 1. Person Plural Konjunktiv Plusquamperfekt Passiv von audire, audio, audivi, auditum (hören).
    Schauen wir uns die falschen Lösungen ebenfalls genauer an:
    • moneam ist die 1. Person Singular Konjunktiv Präsens Aktiv von monere (ermahnen). „Ich möge loben“ drückt einen Wunsch oder eine Möglichkeit aus. Die Handlung ist noch möglich, also ist es kein Irrealis.
    • captus est ist die 3. Person Singular Indikativ Perfekt Passiv von capere, capio, cepi, captum (fangen). Die Form beschreibt eine ganz normale Handlung, die tatsächlich stattgefunden hat.
    • monitus sim ist die 1. Person Singular Konjunktiv Perfekt Passiv von monere, moneo, monui, monitus (ermahnen). Sie drückt eine Möglichkeit aus, die durchaus wahrscheinlich ist: es kann sein, dass derjenige gelobt worden ist, der das sagt. Es ist also kein Irrealis. Daher darfst du diese Form nicht ankreuzen.

  • Gib an, welche Übersetzungen des lateinischen Satzes möglich sind.

    Tipps

    Es ist genau eine Lösung richtig.

    Lösung

    Der Irrealis der Vergangenheit beschreibt eine Vorstellung: Was wäre passiert, wenn ein Ereignis in der Vergangenheit stattgefunden hätte? Er steht immer im Konjunktiv Plusquamperfekt. Wenn noch eine Bedingung hinzukommt, unter der man sich die Vorstellung ausdenkt, steht das in einem si-Satz, ebenfalls mit Konjunktiv Plusquamperfekt.

    Um das im Deutschen richtig wiederzugeben, formulierst du die Übersetzung mit hätte oder wäre.

    In der Übung können wir uns vorstellen, dass Ikarus nicht vom Himmel gefallen wäre, wäre er nicht so nah an die Sonne geflogen. Wie du wahrscheinlich weißt, ist das aber passiert - deshalb ist Ikarus ja so bekannt.

    Tatsache ist also, dass das Ereignis auf diese Weise nie stattgefunden hat. Aus diesem Grund steht der Irrealis der Vergangenheit im Satz.

  • Benenne alle Formen im Irrealis der Vergangenheit.

    Tipps

    Der Irrealis der Vergangenheit wird mit dem Konjunktiv Plusquamperfekt gebildet.

    Achtung beim Konjunktiv Plusquamperfekt Passiv:

    er setzt sich aus dem PPP und essem, esses... zusammen.

    Lasse dich nicht von der esse-Form täuschen!

    Lösung

    Bei dieser Aufgabe musstest du den Irrealis der Vergangenheit im Text erkennen. Du erkennst ihn daran, dass er im Konjunktiv Plusquamperfekt steht. Man übersetzt ihn mit hätte oder wäre.

    Der Irrealis der Vergangenheit drückt eine Vorstellung aus. Er beschreibt etwas, das passiert wäre, wenn ein Ereignis in der Vergangenheit eingetreten wäre. Tatsächlich ist aber nichts davon passiert. Die Bedingung ist also nicht mehr erfüllbar, man stellt sich alles nur vor.

  • Bilde die richtigen Formen des Irrealis der Vergangenheit.

    Tipps

    Achtung bei der letzten Form: sie ist passiv!

    Du brauchst immer den Konjunktiv Plusquamperfekt. Wie wird er nochmal gebildet?

    Lösung

    Man bildet den Irrealis der Vergangenheit mit dem Konjunktiv Plusquamperfekt. Er drückt aus, dass etwas in der Vergangenheit hätte passieren können, aber nicht passiert ist.

    Der Konjunktiv Plusquamperfekt sieht immer aus wie der Infinitiv Perfekt mit einer Endung. Zum Beispiel: vocavisse-mus (wir hätten gerufen).

    Mache es einfach so: hänge an die Infinitivform die richtige Endung an. Auf diese Weise kannst du die Verbform leichter bilden. Diese Regelung gilt allerdings nur für das Aktiv.

    Für das Passiv musst du zuerst das PPP bilden (Partizip Perfekt Passiv). Dann schreibst du dahinter die Form im Konjunktiv Imperfekt von esse.

    Das Ganze sieht dann so aus: moniti essent

    Wenn du den Irrealis auf diese Weise bildest, ist es gar nicht mehr so schwierig!

  • Übersetze die Formen im Irrealis.

    Tipps

    Der Irrealis der Gegenwart steht immer mit Konjunktiv Imperfekt.

    Der Irrealis der Vergangenheit steht im Konjunktiv Plusquamperfekt.

    Bestimme also zuerst ganz genau die Form, bevor du die Übersetzung aussuchst.

    Bei dieser Übung kommt sowohl der Irrealis der Vergangenheit als auch der Irrealis der Gegenwart vor.

    Lösung

    Bei dieser Übung geht es darum, den Irrealis richtig zu übersetzen. Dabei ist wichtig, dass du den Irrealis der Gegenwart vom Irrealis der Vergangenheit unterscheiden kannst.

    Der Irrealis der Gegenwart steht immer mit Konjunktiv Imperfekt. Man nimmt ihn, wenn man eine Handlung beschreibt, die nicht stattfinden kann, die man sich aber ausdenkt. Du übersetzt ihn am besten mit „würde“.

    Der Irrealis der Vergangenheit wird mit dem Konjunktiv Plusquamperfekt gebildet. Er drückt aus, dass etwas in der Vergangenheit nicht stattgefunden hat, man sich aber vorstellt, dass es so gewesen wäre. Man übersetzt ihn mit „hätte“ oder „wäre“.

    Merkhilfe:

    • Du kannst in jeder Form im Plusquamperfekt Konjunktiv den Infinitiv Perfekt Aktiv finden. Zum Beispiel: fuisse-m ich wäre gewesen. Hierin steckt der Infinitiv Perfekt fuisse (gewesen sein).
    • die Formen im Konjunktiv Imperfekt enthalten immer den Infinitiv Präsens. Zum Beispiel: esse-m ich wäre.

  • Übersetze den Irrealis der Vergangenheit.

    Tipps

    Alle Sätze enthalten einen Irrealis der Vergangenheit. Er steht im Konjunktiv Plusquamperfekt.

    Du übersetzt ihn mit hätte oder wäre.

    Vokabelhilfen:

    • in matrimonium ducere - heiraten, in die Ehe führen
    • invitare, invito, invitavi - einladen
    • bibere, bibo, bibi - trinken
    • necare, neco, necavi - töten.

    Lösung

    Man übersetzt den Irrealis der Vergangenheit immer mit hätte oder wäre.

    Bei dieser Übung ging es darum, den Irrealis richtig zu übersetzen. Dabei solltest du auf die Form und den Kontext achten.

    Schauen wir uns die Sätze einmal genauer an:

    • Si Caesar Cleopatram in matrimonium duxisset, in Aegypto mansisset.
    duxisset ist die 3. Person Singular Konjunktiv Plusquamperfekt Aktiv - er hätte geheiratet.
    mansisset ist die 3. Person Singular Konjunktiv Plusquamperfekt Aktiv - er wäre geblieben.

    Also: Wenn Cäsar Cleopatra geheiratet hätte, wäre er in Ägypten geblieben.

    • Totam noctem bibissemus, si te invitavissem.
    bibissemus ist die 1. Person Plural Konjunktiv Plusquamperfekt Aktiv - wir hätten getrunken.
    invitavissem ist die 1. Person Singular Konjunktiv Plusquamperfekt Aktiv - ich hätte eingeladen.

    Also: Wir hätten die ganze Nacht getrunken, wenn ich dich eingeladen hätte.

    • Aliquando necatus esses, si miles fuisses.
    necatus esses ist die 2. Person Singular Konjunktiv Plusquamperfekt Passiv - du wärst getötet worden.
    fuisses ist die 2. Person Singular Konjunktiv Plusquamperfekt Aktiv - du wärst gewesen.

    Also: Irgendwann wärst getötet worden, wenn du Soldat gewesen wärst.

    Wichtig ist, dass die ganzen Sätze nur Vorstellungen sind. Nichts davon ist in Wirklichkeit passiert, daher steht der Irrealis der Vergangenheit.