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Irrealis der Gegenwart 05:01 min

Textversion des Videos

Transkript Irrealis der Gegenwart

Ein herzliches Salvete von eurem Lateintutor Martin. Thema heute ist der Irrealis der Gegenwart. An Vorwissen benötigt ihr die Konjunktivform des Imperfekts. Zunächst ein Blick auf den Konjunktiv und seine Modus-Funktionen. Mit dem Konjunktiv können Wünsche, Vorstellungen und Aufforderung zum Ausdruck gebracht werden. Der heute behandelte Irrealis gehört in die Kategorie der Vorstellungen. Betrachten wir zur Veranschaulichung folgende zwei Verbformen: Cano - ich singe und canerem - ich würde singen. Cano steht im Indikativ und beschreibt eine Realität. Wir haben es hier mit einem Realis zu tun. Der Konjunktiv canerem hingegen beschreibt eine Vorstellung: Ich würde singen bedeutet nämlich für die Realität: Ich singe nicht. Das Singen ist also nicht real sondern irreal, so erklärt sich die Bezeichnung Irrealis.  Betrachten wir nun die Tempora der beiden Beispiele. Der Realis - cano - steht im Indikativ Präsens, gemeint ist - ich singe jetzt. Der Irrealis - canerem - steht im Konjunktiv Imperfekt, und obwohl wir das Imperfekt meistens bei der Darstellung der Vergangenheit finden, ist hier die Gegenwart gemeint - ich würde jetzt singen. Halten wir folglich fest: Der Irrealis der Gegenwart steht mit dem Konjunktiv Imperfekt. Die Übersetzung erfolgt entweder mit einer Form "würde" wie bei portares- du würdest tragen oder mit dem deutschen Konjunktiv II - du trügest. Es folgen zwei weitere Beispiele: Videret - er würde sehen oder er sähe und errares -  du würdest irren oder du irrtest. Natürlich kann so eine Form wie videret als Irrealis nicht alleine im Satz stehen, denn - er würde sehen - ist kein vollständiger Satz. Ein vollständiger Satz ist aber: Me videret, si adesset - er würde mich sehen, wenn er da wäre. Si adesset- wenn er da wäre - ist eine Bedingung. Er ist aber nicht da, und so ist diese Bedingung unerfüllt. So eine unerfüllte Bedingung findet sich bei jedem Irrealis, wie auch bei diesem Beispiel hier: Sine pecunia pauperes essent- ohne Geld wären sie arm. Das bedeutet - 1. sie sind nicht arm, wir haben es also mit einem Irrealis zu tun, und - 2. sie haben Geld, die Bedingung ohne Geld beziehungsweise sine pecunia ist unerfüllt. Fassen wir zusammen: Der Irrealis der Gegenwart steht im Konjunktiv Imperfekt. Die Übersetzung erfolgt mithilfe von würde oder dem deutschen Konjunktiv II. Und wir finden beim Irrealis stets eine unerfüllte Bedingung. Das soll es für heute gewesen sein, und ich verabschiede mich mit einem herzlichen Valete. Euer Lateintutor Martin. 

5 Kommentare
  1. an alle die das Video langweilt, stellt die Geschwindigkeit auf 1.3. Dann ist es nicht mehr so monoton. Trotzdem sehr gutes Video! Danke Martin :)

    Von Salome E., vor 7 Monaten
  2. Hallo!
    In der Übung befindet sich kein Fehler.
    Viele Grüße
    dein sofatutor-Team

    Von Enikö G., vor mehr als einem Jahr
  3. In der übung ist doch ein Fehler wenn ich kein geld hatte , war ich arm ?

    Von Florian G., vor mehr als einem Jahr
  4. gut verstanden

    Von April, vor mehr als 2 Jahren
  5. Gutes Video :-)

    Von Amenz, vor mehr als 5 Jahren

Irrealis der Gegenwart Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Irrealis der Gegenwart kannst du es wiederholen und üben.

  • Gib an, welche Sätze einen Irrealis der Gegenwart enthalten.

    Tipps

    Der Irrealis der Gegenwart wird im Lateinischen mit dem Konjunktiv Imperfekt gebildet. Um einen Irrealis der Gegenwart zu finden, musst du also zuerst einmal eine entsprechende Form finden.

    Den Konjunktiv Imperfekt kannst du im Lateinischen ganz leicht erkennen: er sieht aus wie ein Infinitiv Präsens, an den eine Endung angehängt ist.

    Wenn du dir nicht sicher bist, dann schau auch die Übersetzung an.

    Drückt der Satz aus, dass eine Vorstellung nicht erfüllbar ist?

    Lösung

    Der Irrealis der Gegenwart wird im Lateinischen mit dem Konjunktiv Imperfekt gebildet. Um einen Irrealis der Gegenwart zu finden, musst du also zuerst einmal eine entsprechende Form finden.

    Schauen wir uns den ersten Satz an: Hier findest du zwei Verbformen: dicit und scribamus. dicit ist Indikativ Präsens, kann also kein Irrealis sein. scribamus ist ein Konjunktiv Präsens und kann eine Aufforderung oder ein Wunsch sein.

    Nun zum zweiten Satz: Hier findest du zwei Konjunktive: essem und scriberem. Beide sind Konjunktiv Imperfekt. Um ganz sicher zu sein, prüfen wir noch, ob die Aussage eine Vorstellung beinhaltet, die nicht erfüllbar ist. Ich würde einen Brief schreiben heißt: Ich stelle mir vor, einen Brief zu schreiben. Aber ich tue es nicht. Das ist ein Irrealis der Gegenwart.

    Der dritte Satz enthält respondet (Indikativ Präsens) und credidi (Indikativ Perfekt). cognoscere ist ein Infinitiv. Ein Irrealis liegt also nicht vor.

    Im vierten Satz finden wir mit esset und discerem zweimal einen Konjunktiv Imperfekt. Hier äußert jemand eine Vorstellung, die nicht erfüllbar ist: Wenn mein Vater nicht arm wäre, würde ich viele Dinge lernen. - Er ist aber arm, und so lernt er nicths. Das ist ein Irrealis der Gegenwart.

    Im fünften Satz stehen eamus und scribat - beide sind ein Konjunktiv Präsens. Sie drücken eine Aufforderung an eine Grupppe aus. Es ist ein Hortativ, kein Irrealis.

    Im letzten Satz sieht es wieder besser aus: heir findest du haberem und possem, zweimal ein Konjunktiv Imperfekt. Ich würde nicht haben und würde nichts tun können - das ist eine unerfüllbare Vorstellung. Es ist ein Irrealis der Gegenwart.

  • Entscheide, welche Übersetzungen des lateinischen Satzes korrekt sind.

    Tipps

    Mit discerem und legerem hast du zweimal einen Konjunktiv Imperfekt vorliegen. Es ist ein Irrealis der Gegenwart.

    Ein Irrealis der Gegenwart drückt eine Vorstellung aus, die nicht erfüllbar ist.

    Die beschriebene Handlung kann also nicht passieren - das ist unmöglich.

    Lösung

    Der lateinische Satz enthält einen Irrealis der Gegenwart. Er besteht aus einem Haupt- und Nebensatz: Im Hauptsatz wird eine Vorstellung formuliert, die nicht erfüllbar ist (carmina... legerem), der Nebensatz beginnt mit si und formuliert eine Bedingung dafür (si... discerem). Beide Teile stehen im Konjunktiv Imperfekt. Du übersetzt ihn mit „würde“.

    Um den Satz richtig wiederzugeben, musst du versuchen, die unerfüllbare Vorstellung und Bedingung richtig zu formulieren.

    Korrekt ist nur eine Lösung:

    Wenn ich die griechische Sprache lernen würde... (= ich lerne sie aber nicht),

    würde ich die Gedichte griechischer Dichter lesen (= ich lese sie aber nicht).

  • Gib an, welche Sätze im Text einen Irrealis der Gegenwart enthalten.

    Tipps

    Der Irrealis der Gegenwart wird im Lateinischen mit dem Konjunktiv Imperfekt gebildet.

    Bist du dir nicht sicher?

    Dann schau die Übersetzung an.

    Drückt der Sprecher eine Vorstellung aus, die nicht erfüllbar ist?

    Lösung

    Zunächst musst du die Verbformen im Text bestimmen. Nur wenn ein Konjunktiv Imperfekt vorliegt, kann es überhaupt ein Irrealis der Gegenwart sein.

    dicit und pacaverunt sind Indikative. Die Formen beschreiben Handlungen, die tatsächlich stattfinden.

    abesset ist ein Konjunktiv Imperfekt. Hier drückt der Sprecher eine Vorstellung aus, die nicht erfüllbar ist: die Römer sind ja da und es herrscht Frieden. Das ist ein Irrealis der Gegenwart.

    Das Gleiche gilt für gererent und discerent: beide sind ein Irrealis. Die Vorstellung ist nicht erfüllbar: die Völker führen ja keinen Krieg und können Latein.

    est ist wieder ein Indikativ, das ist eine tatsächliche Aussage.

    Mit haberent aber haben wir wieder einen Konjunktiv Imperfekt und einen Irrealis der Gegenwart: die Vorstellung ist nicht erfüllbar - denn die Griechen besitzen ja Straßen.

    agamus ist ein Konjunktiv Präsens. Er drückt eine Aufforderung aus. Das ist kein Irrealis.

  • Vervollständige die lateinischen Sätze, indem du die richtigen Formen im Irrealis bildest.

    Tipps

    Alle zu fehlenden Formen stehen im Konjunktiv Imperfekt.

    Diesen bildest du ganz leicht, indem du an den Infinitiv Präsens die passende Endung anhängst.

    Lösung

    Alle Sätze aus der Aufgabe enthalten einen Irrealis der Gegenwart. Sie bestehen immer aus einem si-Satz, der eine Bedingung formuliert - und einem Hauptsatz, der eine Vorstellung ausdrückt. Diese Vorstellung ist unerfüllbar, kann also nicht wirklich passieren.

    Um den lateinischen Satz richtig zu vervollständigen, brauchst du immer den Konjunktiv Imperfekt. Er sieht aus wie ein Infinitiv Präsens mit einer Endung.

  • Ordne die lateinischen Sätze der richtigen Übersetzung zu.

    Tipps

    Die Sätze ähneln sich sehr. Bestimme die Verbformen genau!

    Der Hauptsatz drückt entweder eine reale Tatsache aus, eine Möglichkeit oder eine Vorstellung, die nicht erfüllt werden kann.

    Der si-Satz formuliert immer eine Bedingung dafür.

    Lösung

    Alle vier Sätze bestehen aus einem Hauptsatz und einem Nebensatz, der durch si eingeleitet wird. Der si-Satz formuliert immer eine Bedingung.

    Wie man den Satz richtig übersetzt, kommt darauf an, welche Verbformen darin stehen. Bestimme sie genau und überlege dann, was damit ausgedrückt wird.

    • Si pecunia egeo, pauper sum - Hier stehen beide Prädikate im Indikativ Präsens. Es ist ein ganz normaler Aussagesatz, der eine reale Tatsache beschreibt - ein Realis. Du übersetzt: Wenn ich kein Geld habe, bin ich arm.
    • Si pecunia egui, pauper fui - Hier ist es dasselbe - allerdings stehen beide Prädikate im Indikativ Perfekt. Das heißt: Wenn ich kein Geld hatte, war ich arm.
    • Si pecunia egeam, pauper sim - Aufgepasst: egeam und sim sind Konjunktiv Präsens. Der Hauptsatz drückt hier eine Möglichkeit aus. Die Handlung kann möglicherweise passieren. Es ist ein Potentialis.
    • Si pecunia egerem, pauper essem - Hier haben wir einen Irrealis der Gegenwart. Die Prädikate stehen im Konjunktiv Imperfekt. Der Hauptsatz drückt eine Vorstellung aus, die sich nicht erfüllen lässt: ich wäre arm. - Der Sprecher denkt sich: bin ich aber nicht!. Der si-Satz formuliert die Bedingung dafür: Hätte ich kein Geld, wäre ich arm. Das kann nicht passieren, es ist unerfüllbar.

  • Vervollständige die Übersetzungen des Irrealis.

    Tipps

    Jeder Satz dieser Übung enthält einen Irrealis der Gegenwart. Er steht im Konjunktiv Imperfekt.

    Im Deutschen nimmst du zur Übersetzung den Konjunktiv II oder eine Umschreibung mit „würde“.

    Eine Form wie adveniret kannst du als Irrealis übersetzen: er käme - oder: er würde kommen.

    Lösung

    Alle Sätze enthalten einen Irrealis der Gegenwart. Das erkennst du am Konjunktiv Imperfekt. Übersetzen kannst du ihn entweder mit dem deutschen Konjunktiv II oder einer Umschreibung mit „würde“.

    Es heißt:

    • Wenn der Gast nicht da wäre, dann käme ich zu dir (oder: würde ich zu dir kommen).
    • Ich würde singen oder sänge, wenn ich ein schönes Mädchen sehen würde oder sähe.
    • Wir würden uns fürchten oder wir hätten Angst, wenn wir einem Löwen begegnen würden oder begegneten.
    • Sie würden trinken oder tränken, wenn sie Wein hätten oder haben würden.