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Weinbau - Von der Traube zum Wein 09:22 min

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Transkript Weinbau - Von der Traube zum Wein

Bevor der Wein in die Flaschen gefüllt wird, ist sehr viel Arbeit nötig. In einem Weinbaugebiet wollten es Schüler genauer wissen. Sie begleiteten einen Winzer ein Jahr lang bei seiner Arbeit und halfen ihm. Wie uns Thomas erklärt, besteht der Rebstock aus den unterirdischen Wurzeln, im Stamm und den Ästen, die man als Reben bezeichnet. Diese Reben, erkennbar am hellen Holz, sind im letzten Frühling gewachsen. Im Herbst fällt das Laub ab und die Nährstoffe ziehen sich in Stamm und Wurzeln zurück. Wie man hier durch die grüne Kennzeichnung deutlich sehen kann, ziehen sich die Nährstoffe vom oberirdischen in den unterirdischen Bereich des Rebstockes zurück. Der erste Frost legt sich über das Land. Nun muss das Holz vom letzten Jahr zurechtgeschnitten werden, sonst sieht der Weinstock ungepflegt aus. Im Januar ist die beste Zeit, die Reben zu schneiden. Dazu verwendet man eine Rebschere. An den Reben kann man Augen oder Knospen erkennen. Aus diesen Knospen wachsen im Frühling neue Reben. Da der Winzer aber nicht zu viele Trauben an einem Stock haben will, wird fast alles abgeschnitten. Nur diese drei Reben lassen die Kinder stehen. Peter zählt bei dieser Rebe acht Augen ab und schneidet ihn ein Stück darüber ab. Das ist nun die Bogrebe. Diese Bogrebe wird dann im März angebunden. Da es dabei passieren kann, dass man einige davon abbricht, lässt man meist ein paar Reservereben stehen. Diese werden aber kürzer geschnitten, nur zwei bis drei Augen. Man nennt die Reservereben Ersatzholz. Falls die Bogrebe nicht ordentlich wächst, hat man nur diese Ersatzreben. Die abgeschnittenen Reben werden in die Mitte auf den Boden geworfen und vom Traktor gehäckselt. Mit der Zeit bildet sich daraus Hummus. Es ist April geworden. Nun ist es höchste Zeit, am Weingarten die nötigen Arbeiten zu erledigen. Neben jedem Stamm befindet sich so ein Stock. Wenn er über den Winter locker geworden ist, muss man ihn wieder fest einschlagen. Auch der Draht hat sich gelockert. Er muss erneut gespannt werden. Wenn der Rebstock bald voller Laub ist, trägt er viel Gewicht. Damit er nicht abbricht, binden die Kinder den Stamm am Stock fest. Die Bogreben klammern sie an den Draht. Im Herbst wurde mit dem Traktor dieser kleine Erdhügel angelegt. Darunter verbirgt sich die Veredelungsstelle. Der Erdhügel hat sie vor strengem Frost geschützt. Nun müssen diese Veredelungsstellen wieder ans Tageslicht, sonst wachsen unter der Erde Wurzeln. So hat man das früher gemacht. Der Erdhügel wurde mit Hacke und Schaufel entfernt, eine anstrengende Arbeit. Heute übernimmt der Traktor diese Tätigkeit. Am Traktor hängt eine Gebläsespritze. Der Weingarten muss gegen Rebkrankheiten geschützt werden, sonst können zum Beispiel Milben oder Mehltau die ganze Ernte vernichten. Deshalb wird ab Rebaustrieb, so etwa ab Mitte Mai, mit den Pflanzenschutzarbeiten begonnen. Umweltbewusste Weinbauern verwenden sanfte Pflanzenschutzmittel und spritzen so viel wie nötig, aber so wenig wie möglich. Um den Boden vor Ausschwemmungen zu schützen, wurde bereits im Herbst diese Gründüngung angebaut. Wenn die Pflanzen einmal so hochgewachsen sind, werden sie vom Traktor abgemäht und dann mit dem Kultivator in den Boden eingearbeitet. Es ist jetzt Ende Mai. Bald werden die Weintrauben blühen. Bevor es soweit ist, werden oben in der Traubenzone die überflüssigen Triebe entfernt. Dadurch ist nun der Weinstock besser belüftet und Pilzerkrankungen werden verhindert. Auch vom Stamm wird alles entfernt, was herauswächst. Die Reben müssen immer wieder mit Pflanzenschutzmitteln behandelt werden. Die heutigen Mittel sind, wenn sie richtig angewendet werden, für Mensch und Tier ungefährlich. Im Mai oder Juni blüht der Wein. Diese Blütenstände nennt man auch Gescheine. In den Rebstöcken nisten gerne Vögel. Hier sind es zum Beispiel Hänflinge. Wenn die Reben zu lang sind, werden sie gestutzt. Der Weinbauer weiß genau, wo die Vogelnester in seinem Weingarten sind. Dort schneidet er dann vorsichtig mit der Hand weiter. Nicht nur die Reben wachsen schnell, auch das Unkraut. Es muss immer wieder entfernt werden. An diesem Weinstock hängen zu viele Weintrauben. Nur die besten und schönsten bleiben bis zur Weinernte, zur Lese, am Stock. Die anderen werden abgeschnitten. Für biologische Nematodenbekämpfung wird Ölrettich gepflanzt, der dann bis zur Weinlese aufgeht. Hier füllt der Weinbauer das Saatgut in die Sämaschine, um es dann im Weingarten auszubringen. Nematoden sind Fadenwürmer, die den Wurzeln der Weinstöcke schaden. Der Ölrettich hält diese Fadenwürmer fern.