Die Kaffeepflanze 04:16 min

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Transkript Die Kaffeepflanze

Kaffeepflanzen werden der Familie der Rötegewächse oder wissenschaftlich Rubiacea zugeordnet. Zu diesen gehört die Gattung der Coffea-Pflanzen, also der Kaffeegewächse. Insgesamt gibt es etwa 90 Arten der Coffea-Pflanzen. Allerdings werden heute hauptsächlich die beiden Arten auf Coffea arabica, besser bekannt als Arabica-Kaffee, und Robusta-Kaffee, wissenschaftlich Coffea canephora, angebaut. Beide Sorten wachsen auf Sträuchern, die weiße Blüten tragen. Die Blätter, der bis zu vier Meter hoch wachsenden Pflanze, sind immer grün und fühlen sich lederartig an. Die pfahlartige Wurzel reicht bis zu 2,5 Meter tief in den Boden. Die Blüten, an die der Fruchtansatz mit der Samenzelle für die Kaffeebohnen anschließt, fallen nach drei bis vier Tagen ab. Ein erwachsener Baum trägt etwa 30000 bis 40000 Blüten. Mit drei bis vier Jahren liefern diese Sträucher erste Ernteerträge. Die Frucht der Kaffeepflanze sieht im letzten Stadium ihrer Reife einer Kirsche sehr ähnlich. Darum wird sie auch Kaffeekirsche genannt. Sie entwickelt sich nach der Befruchtung innerhalb von sieben bis neun Monaten. In dieser Zeit wechselt ihre Farbe von grün über gelb zu rot. In der Frucht entwickeln sich zwei Samen zu Kernen, den Kaffeebohnen. Die Kaffeebohnen liegen mit der flachen Innenseite aneinander. Sie sind gut daran zu erkennen, dass sich über die ganze Innenseite einer Rille zieht. Geschützt werden die Bohnen von einer dünnen Hülle, dem Silberhäutchen. Die Kaffeepflanze ist ein ziemlich anspruchsvolles Gewächs. Temperatur, Niederschlag, Bodenbeschaffenheit und Höhenlage, alles muss passen. Daher wächst sie in der natürlichen Umgebung auch ausschließlich in einem globalen Gürtel, den die beiden Wendekreise markieren. Für den Anbau ist eine durchschnittliche Temperatur von 18 bis 25 Grad Celsius notwendig. Frosttauglich ist Kaffee nicht. Die Anbaugebiete der beiden am häufigsten angepflanzten Arten, Arabica und Robusta, unterscheiden sich vor allem durch ihre jeweilige Höhenlage. Die meisten Arabica-Pflanzen wachsen in einer Höhe zwischen 600 und 1200 Metern über dem Meeresspiegel, Robusta-Kaffee in Höhenlagen zwischen 300 und 800 Meter über dem Meeresspiegel. Mehr als 95 Prozent des heute weltweit angebauten Kaffees verteilt sich auf die beiden Arten Arabica und Robusta. 60 Prozent der Weltkaffeeproduktion werden mit Arabica-Pflanzen gedeckt. Sie werden vor allem in Lateinamerika, Ostafrika, Indien und Papua-Neuguinea angebaut. Mit Robusta-Pflanzen werden etwa 35 Prozent der weltweiten Produktion bestritten. Robusta wird vor allem in Brasilien und Westafrika kultiviert, aber auch in Ländern wie Uganda, Indonesien oder Vietnam. Weltweit gibt es von diesen beiden Arten etwa 14 Milliarden Pflanzen. Kaffee wird vor allem getrunken, weil ihm eine anregende Wirkung nachgesagt wird. Mehr als 80 Prozent der Kaffeetrinker in Deutschland trinken ihren Kaffee am Vormittag. Dabei besteht Kaffee in erster Linie aus Wasser, nämlich zu 98 Prozent. Der Anteil an Koffein beträgt in einer 150-Milliliter-Tasse Bohnenkaffee etwa 80 Milligramm. Also, Kohlenhydrate und Fettstoffe sind fast nicht vorhanden, die bleiben vor allem im Kaffeesatz zurück. Charakteristisch für den Kaffee sind aber die Säuren und Aromastoffe. Säuren kommen zu vier bis fünf Prozent in der Tasse Kaffee vor, das ist vor allem die Chlorogensäure. Die Aromastoffe entstehen vor allem bei der Röstung und machen ein Gramm pro Liter aus. Und damit ist Kaffee eines der aromareichsten Lebensmittel. Dann kommen noch vor Mineralstoffe, das sind ungefähr drei bis vier Prozent. Und interessanterweise enthält Kaffee mehr Antioxidantien als ein Glas Orangensaft. Antioxidantien sind Stoffe, die im Körper zellschützend wirken. Insgesamt weiß man heute von mehr als 1000 chemischen Verbindungen im Kaffee. Davon sind bislang etwa 800 entdeckt worden. Noch haben wir dem Kaffee also nicht alle Geheimnisse entlockt.