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Bodennutzung und ihre Auswirkungen 03:44 min

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Transkript Bodennutzung und ihre Auswirkungen

Nachdem die Menschen das Stadium der Jäger und Sammler überwunden hatten und sich seit der Jungsteinzeit als Bauern und Viehzüchter ihre Nahrung erarbeiteten, waren sie über Jahrtausende hinweg sehr intensiv mit dem Erhalt und der Beschaffenheit der obersten humosen Bodenschicht verbunden. Trotz mühsamer, körperlich oft schwerer Arbeit fielen die Erträge häufig sehr gering aus. So waren bis in das 19. Jahrhundert hinein die meisten Menschen mit dem Ackerbau befasst und fristeten ein bescheidenes, dörfliches Dasein. Missernten bedeuteten eine Tragödie, und man ging sehr sorgsam mit der Ressource Boden um. Es bestand eine enge Bindung an die Scholle. Zwar hat der Mensch die Geräte zur Bodenbearbeitung ständig weiterentwickelt und die Kraft der Tiere genutzt, aber der Bauer wusste stets, dass allein die Qualität des Bodens über die Qualität seiner Ernte und seiner Lebensmittel entscheidet. In den letzten circa 150 Jahren hat die Landwirtschaft einen grundsätzlichen Wandel durchgemacht. Maschinen halten Einzug und potenzieren die Kraft der Menschen. In den Industrienationen versorgen immer weniger Bauern immer mehr Menschen. Die Devise lautet, immer schneller, immer billiger, immer mehr von riesigen Schlägen zu ernten. Kennzeichnend für die neue Art des Anbaus sind heute industriemäßige Produktionsmethoden. Mit Kunstdünger, Pflanzen- und Schädlingsbekämpfungsmitteln ist die Chemie heute wichtiger Partner der Landwirtschaft. Im Zuge der modernen, leistungsfähigen Agrarwirtschaft geht allerdings der ursprüngliche Bezug zum Boden verloren, wenngleich er die wichtigste Grundlage bleibt. Siedlungs-, Industrie- und Verkehrsflächen entziehen in den modernen Industriestaaten der Landwirtschaft immer größere Flächen. Beton und Asphalt versiegeln den Boden, sodass dieser den Regen nicht mehr aufnehmen kann. Die Menschen müssen sich häufiger mit Überschwemmungen auseinandersetzen. Das globale Bevölkerungswachstum verlangt eine zunehmend intensivere Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Nutzflächen. Monokulturen führen zu einer Verarmung der Böden. Diese riesigen, einseitig genutzten Anbauflächen sind auch wesentlich anfälliger für Pflanzenkrankheiten. Ein zu hoher Viehbestand auf den Weideflächen, kurz als Überweidung bezeichnet, zerstört das ausgewogene System von Vegetation und Boden. Eingriffe des Menschen in die Vegetation haben den Umfang der Bodenerosion und die Abtragung der fruchtbaren Bodenschichten erheblich vergrößert. Besonders durch Rodungen oder die Beseitigung der geschlossenen Grasdecke ist die Abspülung stärker geworden. Treten neben der Erosion weitere massive Wetterereignisse wie Starkregen oder Stürme auf, dann kann der Boden in kurzer Zeit so weit zerstört werden, dass weite Flächen an Kulturland unbrauchbar werden. Dann spricht man von Badlands. Zum Erhalt des Gleichgewichts in der Natur, aber auch zur Sicherung der menschlichen Ernährungsgrundlage ist ein bewusster und schonender Umgang mit dem Boden unerlässlich.

Bodennutzung und ihre Auswirkungen Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Bodennutzung und ihre Auswirkungen kannst du es wiederholen und üben.

  • Schildere die Entwicklung der Landwirtschaft.

    Tipps

    Sesshaftigkeit und Landwirtschaft begannen in der Jungsteinzeit.

    Lösung

    Merke dir, dass sich in den letzten 150 Jahren, seit Mitte des 19. Jahrhunderts, die landwirtschaftliche Arbeit komplett verändert hat.

    • Immer mehr Maschinen halten Einzug, immer mehr biologisch-chemische Mittel werden eingesetzt und immer mehr extensive Nutzung der Böden findet statt.

    Diese extensive Bodennutzung führt zu immer mehr kritischen Folgen:

    • Der Boden wird ausgelaugt. Das natürliche Gleichgewicht ist in Gefahr: Ein schonender und bewusster Umgang mit dem Boden ist unerlässlich.

  • Stelle die leistungsorientierte Landwirtschaft dar.

    Tipps

    „Mehr“, „billiger“ und „schneller“ sind Attribute der Landwirtschaftsindustrie.

    Lösung

    In vielen Bereichen der globalen Landwirtschaft geht es um die hier aufgezeigten Attribute „mehr“, „billiger“ und „schneller“.

    • Viele landwirtschaftliche Großbetriebe haben sich auf diese Industrialisierung der Landwirtschaft eingelassen.
    • Die Ertragsmengen sind hoch, jedoch werden die langfristigen Folgen für die Natur und die Qualität der Produkte oft wenig hinterfragt.
    Demgegenüber stehen kleine landwirtschaftliche Betriebe auf der ganzen Welt sowie Bio-Anbauverbände, die auf die Qualität der Böden und der Produkte achten.

  • Ermittle Faktoren, die das ökologische Gleichgewicht des Bodens stören.

    Tipps

    Der Bau von Wohn- und Industriegebieten versiegelt die Grundfläche. Heftiger Niederschlag kann nicht versickern und es kommt zu Überschwemmungen.

    Bei Monokulturen wird der Boden intensiv bewirtschaftet. Langfristig laugt dies den Boden aus und führt zu Krankheitsbefall der Pflanzen.

    Große Viehherden können zu Überweidung, zur Zerstörung der oberen Pflanzendecke und dann langfristig zur Abtragung der Bodenschicht führen.

    Lösung

    Der weltweite Bedarf an Fleisch steigt stetig.

    • Riesige Viehherden grasen die Weideflächen ab, wodurch der durchgängige Grasbewuchs zerstört wird.
    • Dadurch kann es bei Starkregen zu flächenhaften Abtragungen und zur Zerstörung von Kulturland kommen.

    Auch der Einsatz von Monokulturen und die flächenhafte Versiegelung der Böden verändert die Bodenstruktur maßgeblich.

    • Bei letzterem kann eine flächenhafte Asphaltdecke hohe Niederschlagsmengen nicht aufnehmen und es kommt zu Überschwemmungen.

    $\rightarrow$ Mischkultur (Pflanzenvielfalt) und Fruchtfolge (Pflanzenabwechslung) sind grundlegende Möglichkeiten Boden und Pflanzen zu schützen.

  • Beschreibe die Vor- und Nachteile von Monokulturbepflanzung.

    Tipps

    Weltweit werden riesige Felder inzwischen über mehrere Jahre mit nur einer Pflanzenart bepflanzt, dies nennt man Monokultur.

    Vorteile sind u. a. ein höherer Gewinn für die Betriebe.

    Nachteile überwiegen jedoch, z. B. der Dünger- und Pestizideinsatz.

    Lösung

    Zur Ertrags- und Gewinnmaximierung wurde der Anbau von Monokulturpflanzen eingeführt.

    • Durch den vermehrten Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden sowie die einseitige Nährstoffnutzung verändert sich die Bodenbeschaffenheit.
    • Bei Starkregen kann dies beispielsweise zu großflächigen Bodenabtragungen führen.
    • Auch der Lebensraum der Tiere wird durch Monokulturanbau empfindlich gestört, da die Pflanzenvielfalt fehlt.
    • Oft werden die Monokulturpflanzen zur Produktion von Biokraftstoff und Energie sowie zum Export genutzt.

    Eine Form des Monokulturanbaus existiert schon lange, das sind die Kaffee-, Tee- und Reisplantagen.

  • Skizziere die alternative Nutzung von landwirtschaftlichen Flächen.

    Tipps

    Landwirtschaftliche Flächen werden in Wohngebiete umgewandelt.

    Außerdem weichen Äcker und Wiesen neuen Fabrikgeländen und Straßen.

    Lösung

    Hast du schon mal von dem Begriff der „Flächenversiegelung“ gehört?

    • In unserer modernen Welt nehmen Flächen für Wohn- und Industriegebiete sowie Verkehrswege stetig zu.
    • Dafür wird meist landwirtschaftliche Nutzfläche aufgelöst, mit Asphalt bedeckt und somit versiegelt.
    • Parks und Grünanlagen werden zwar angelegt, aber die Ursprungslandschaft hat sich verändert.

  • Analysiere den Faktor Boden als einen Bestandteil des ökologischen Gleichgewichts.

    Tipps

    Die Bodennutzung hat Auswirkungen auf das natürliche Gleichgewicht und unsere Nahrungsmittel.

    Viele Faktoren beeinflussen die Bodenstruktur, z. B. der Einsatz von Pestiziden.

    Beim Einsatz von Monokulturpflanzen als Alternative zum fossilen Brennstoff muss der Nutzen analysiert werden.

    Die natürlichen Kreisläufe eines gesunden Ökosystems dienen als Grundlage für das Anbauprinzip Permakultur.

    Lösung

    Jetzt besitzt du einen umfassenden Überblick über natürliche und anthropogene, also menschengemachte, Zusammenhänge beim Thema Boden.

    • Der Boden ist ein wichtiger Bestandteil des natürlichen Gleichgewichts.
    • Wird die Qualität des Bodens beeinträchtigt, hat dies weitreichende Folgen auf unsere Nahrungsmittel, die Tier- und Pflanzenwelt sowie auf die Landschaft.
    • Auch steigt das Risiko für Überschwemmungen und Gerölllawinen, da zum einen Versickerungsmöglichkeiten bei Starkregen fehlen und zum anderen schützende Pflanzendecken immer mehr zerstört werden.
    Deshalb ist es wichtig, regionale Bio-Initiativen, z. B. in deinem Heimatort, zu unterstützen. Diese versuchen mit unterschiedlichsten Maßnahmen das ökologische Gleichgewicht wieder herzustellen.